Am Montag blies der kalte Wind immer noch kräftig. Da kamen uns ...

... die leichten Heuhalme direkt wieder entgegengeflogen, als wir das Futter durch die ...

 


Bodenluken zu den Tieren gabelten. „Sieht aus wie beim Föhn“, freuten sich die Kinder. Nach dem Melken hat Lea für Vanessa und Rebecca die letzten drei biblischen Geschichten zur Geburt Jesu und zur Flucht seiner  erzählt. Desirée las danach ihre neuste Lerngeschichte für Lea vor. An Wolle Kriwaneks  „Es schneialat, es beialat“  hat Helmut noch 7 Strophen angehängt, davon sangen wir gleich drei,  „damit der Schnee doch noch mal richtig kommt“. Weil die Tannen draußen während des Vesperns kaum noch  „wackelten“, beschlossen wir, endlich mal wieder die Pferde zum Reiten zu holen. Das haben sich wohl die beiden Ponys anders überlegt, denn die wollten überhaupt nicht mit uns mit; außer Leyla. Sie ließ sich ohne Probleme striegeln und satteln. Vanessa nahm auf ihr Platz, aber nur kurz, denn schon am

Vesperhäusle blies uns so eiskalter Wind entgegen, dass wir  „Eisfinger“  und Leyla kalte Ohren bekam  -  da war klar: „wir drehen alle wieder um!“ Oben am Haus wurde Leyla an der Leine zum Grasfressen geführt,  „da kann sie  jeder mal halten.“  Nach elf Uhr bekamen wir Besuch in der Villa: Der Herr Fuchs kam persönlich, um sich vorzustellen. Was er gerne isst und was nicht, das haben die Kinder anhand von Zeichnungen beraten. Ob die Ohren echt sind und die Zähne und die Krallen, das konnte Herr Fuchs nicht beantworten, aber Helmut. Spätestens bei den Glasaugen war klar,  „der Fuchs ist doch ausgestopft!“  Es folgte noch ein angeregtes Gespräch darüber und dann endlich das Ausmalen der Fuchszeichnung. „Gut, wenn der Fuchs dazu so vor einem sitzt.“




Bei strahlend blauem Himmel mit leuchtend weißem Halbmond gingen wir am Dienstag zum Heufüttern und Melken und entdeckten weit überm Kinzigtal die ersten sonnenbeleuchteten Berge: „Aber die Sonne sieht man noch gar nicht“, beobachteten die Kinder aufmerksam. Dass sie hinter unserem Berg wohl schon scheint, war die passende Erklärung, und dass wir sie heute sicher auch noch zu spüren bekommen, die fröhlich Vorfreude. Im Morgenkreis gab es sieben Strophen  „Es schneialat, es beialat, es goht an kalder Wend“  und Desirée‘s  Lerngeschichte für Vanessa. Während dem Vespern war schnell entschieden, auf dem direkten Weg in die Sonne zu gehen. Das bedeutet bei uns: Schwenkenhof und Elefantenhund. Mit dicken Jacken, Schals und Mützen zogen wir los. Klara vorneweg und voller Energie hinter ihrem

Ball herjagend. Das hat die Kinder richtig angespornt zum Mitrennen. Als wir beim Vesperhäusle auf die Weiden und damit in die pralle Sonne kamen, mussten erst die Mützen verstaut und später die Jacken mindestens geöffnet und dann ausgezogen werden. Den Spielplatz ließen wir links liegen, dafür entdeckten wir im Wald überall kleine Bäche und einen neuen, riesengroßen Hochsitz. Am Elefantenhund vorbei wanderten wir noch bis zur nächsten großen Lichtung. „Jetzt können wir uns doch hier in der Sonne legen und ausruhen!“  Gesagt getan und schon lagen sie da, glückliche Kinder, vom Sonnenlicht verwöhnt  -  wenn da nicht immer wieder eine kräftige Böe um die Waldeck angefegt gekommen wäre. Mit Blick auf die Uhr von Ferdinand (Zit.: „gell, ich bin euer Uhr-Zeiger“), stand der Rückweg an.



Diesmal hatte uns der Elefantenhund bemerkt, vor allem Klara, aber eine Stimme konnte ihn am Hof halten. Wir kamen zuhause am Kindi an, da vergnügten sich die beiden Kälbchen Michelle und Tina mit springen und stoßen, mindestens so glücklich in der Sonne wie wir.  „Aber Schnee wäre uns doch lieber!“

Mit Schneegestöber, Blitz und Donner begann der frühe Mittwochmorgen. Gleich um halb acht wurden 9 Liter Milch erwärmt und mit Käsekultur geimpft, denn heute war wieder Käsetag. Das Wetter hatte sich beruhigt und wir konnten im Trockenen zum Melken und Spielen gehen; Klärle bekam schon gleich ihren Ball geworfen. Mit Bewegungen sangen wir acht Strophen von Wolle Kriwaneks schwäbischem Winterliedle. Das Lab rührte Vanessa um neun Uhr in die 32 Grad warme Milch. Normalerweise passt die

Eindickungszeit genau in unsere Morgenkreis- und Vesperrunde  -  diesmal nicht, denn um 10 Uhr war die Milch nicht eingedickt,  „ob‘s am Gewitter lag?“  Wir übten Geduld und tatsächlich ließ sich die Käsemasse (Gallerte) eine halbe Stunde später  schneiden. Jule (3) hatte bislang nur zugeschaut, aber heute war sie soweit: mit der Harfe schnitt sie die ersten Säulen und Isabella die restlichen. Immer wieder kontrollierten die Mädchen auf dem Plan, welcher Schritt grade dran ist und was als nächstes gemacht werden muss.  Vanessa schnitt die Gallertesäulen in Würfel und zum ersten Mal beschloss Jule,  mit dem großen Schneebesen die fast 12 Liter zu bewegen. Lea löste sie ab, dann Vanessa, bis die 15 Minuten der Vorkäsezeit um waren.  Zwischen drin spielte man  "Katzenfamilie".



Die schönste Gemeinschaftsarbeit beim Käsen ist immer das Abfüllen ins Käsetuch und das  „Auspacken“, weil fast alle beteiligt sind, wenn die  „weißen Schneeflocken“  mit der Molke aus dem Eimer ins Tuch fließen und kurz darauf als  „weiße Kugel“  aus dem Tuch schlüpfen  -  das hat schon etwas Geheimnisvolles!  Zum ersten Mal schnitten wir heute unseren ersten Käselaib auf. Alle probierten und waren überzeugt, dass wir tatsächlich Käse machen können. Den 900-gr-Laib zerteilten wir in sechs Stücke und jedes Kind bekam eins davon mit nach Hause. 

Das Wetter ließ uns am Donnerstag wieder trockenen Fußes zum Melken und zurückgehen. Nach Morgenkreis und Vespern machten wir uns um 10 Uhr auf den Weg zum Waldarbeiter, dem wir letzte Woche beim Fällen zuschauen konnten. Weil er heute nicht am Arbeiten war, suchten wir nach seinen Tannenstämmen, aber die waren schon weg. Gerne wollten alle dann zum Hexenhäusle. Dort entstanden wie immer geheimnis- und phantasievolle 

Geschichtchen um die  „Alte“.  Das Quellwasser  aus dem Brunnen diente erst als Durstlöscher und später als Waschwasser für Moos. Weil es überall gluckste und plätscherte, wollten wir bei einem Bächle nachschauen, wo es denn herkommt. Da ging es steil bergauf und quer waldein, immer begleitet von unterschiedlichsten Wasserklängen und vielen herrlichen Wasserspielen und Wasserfällen. Zur Freude aller rannte unsere Klara  wieder unermüdlich ihrem Ball nach, egal ob im Wald oder auf der Wiese.  Kaum hat sie ihren Liebling wieder gefunden, versucht sie reihum jemanden zu finden, der ihn gleich wieder wegwirft. Wir nahmen den Pfad Richtung Burg. Unterwegs diente eine umgestürzte Weißtanne als Klettergrundlage für die  „Affenfamilie“  -  da haben sich ohne unser Zutun Rollenspiele entwickelt, in die die Kinder einfach auf Grund der natürlichen Umgebung sofort einsteigen können. Zurück im Kindi gab es Heu für die Tiere und sehr selbstständig die Zahlen und Kreuzchen für die Wetterblätter.



Regen von oben aus dem Himmel und Nebel  von unten aus dem Tal, so hielt sich das Wetter am Freitag vom Melken an bis über den Morgenkreis hinaus. Etwas nass geworden, verzogen wir uns deshalb um 9 Uhr gerne in unsere Villa. Im Morgenkreis schafften wir alle 10 Liedstrophen vom Wolle. Mit einem Bilderbuch betrachteten wir die Geschichte des 12-jährigen Jesus, der  beim Besuch des Passahfestes einfach im Tempel in Jerusalem blieb, um mit den Lehrern und Leuten dort über Gott und die Welt zu reden. Die Eltern suchten ihn verzweifelt. Sie fanden ihn schließlich, verstanden aber seine Erklärung nicht: „Ihr wisst doch, dass ich im Hause meines Vaters sein muss!“  Unsere Kinder wollten die Geschichte nächste Woche nochmal anschauen:  „weil die so kurz war!“. Beim Vespern wurde beschlossen, heute endlich mal mit den Holzanzündern zu beginnen, denn inzwischen kam

einiges Kerzenwachs zusammen und von Marianne Kopp (Oma von Rebecca und Vanessa) bekamen wir ganz viele Eierschachteln geschenkt. Nun mussten die Kerzenreste zerkleinert werden. Nach und nach entwickelten die Kinder interessante Zerkleinerungs-techniken mit Schneidebrett, diversen Messern und einem Gummihammer. Während die ersten Kerzenreste auf dem Herd schmolzen, stopften wir die Eierschachteln mit Hobelspänen aus der Werkstatt vom Roland voll, schön gleichmäßig und fest. Übergossen wurden die gefüllten Becherchen nun mit etwas Kerzenwachs. Nach gut eineinhalb Stunden war das Wachs leer und 42 Eierschachteln voll, zählten die Vorschülerinnen.  Zum Mittagsritual um 12 Uhr gehört inzwischen immer das Heufüttern und die Wetterblätter ausfüllen. Zum Wochenschluss bekam jedes Kind einen kleinen Fuchs aus Sperrholz gesägt mit nach Hause.


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