Am Montag versuchten wir, die Vroni mit ein paar Rübenschnitzelpellets an den ...


... richtigen Standort zum Melken zu bewegen. Neu ist jetzt auch, dass es für die Tiere immer einen ...

  

Anteil an Silagefutter gibt  „das riecht ganz anders wie Heu, ist feucht und dunkel“  stellten die Kinder beim Füttern fest. Bei den Kälbern Tina und Michelle hatte das Trinkwasser in der Wanne eine dicke Eisschicht: „Dene müsset mir helfa, sonschd verdurschded se“  erkannte Rebecca sofort; also war Eishacken angesagt, zur Freude der Kälbchen. Im Morgenkreis betrachteten wir nochmals die Geschichte vom 12-jährigen Jesus und sangen 10 Strophen von „Es schneialat, es beialat“.  Desirée las ihre Lerngeschichte für Isabella vor. Es wurde beschlossen, das Tipi der Gutekunst-Kinder zu suchen. Ungefähr kannten wir die Richtung und standen schon bald vor einem 2 Meter hohen Zaun,  über den eine  „Jägerleiter“  führte. Die zu erklimmen war neu und spannend, aber alle schafften 

den Übergang. Nur Klara nicht. Selbst mit Desrée’s und Leas Hilfe weigerte sie sich, über die offenen Sprossenzwischenräume zu klettern. Was nun? Da nahm Desirée ihre Hündin auf die Arme und  schwuppdiwupp  „flog“ Klärle eben über die Leiter. Das aus Tannenästen und Reisig gefertigte Tipi inspizierten die Kinder und entdeckten dann den kleinen Bach und die wilde Umgebung. Kleine Eiszapfen wurden von Felsen gepflückt, Mini-Eisschollen aus den Spurrillen des Schleppers gebrochen, um sie im Wasserfall schwimmen zu lassen. Klara indes jagte unerbittlich ihrem Ball nach. An mehreren Stellen mitten im Wald entdeckten wir etwas feines Weißes auf Holzstücken. Sah wunderschön aus und niemand wusste , was das ist, bzw. wie es hier entsteht.  „Fühlt sich kalt an

 




und sieht aus, wie feines Eis mit Muster!“  Kurz danach die nächste Überraschung: „Schaum im Bach!“  Natürlich wurde alles Mögliche versucht: Drücken, reiben, pusten  -   „Das ist Waldseife zum Hände waschen“, erklärten die Großen, während sie die Hände kräftig einseiften.  Zurück am Kindi bekamen die Kälbchen die Apfelreste vom Vespern und manch eine Kinderhand ließ sich als Schnulli zum Nuckeln hergeben. Wetterblatt: morgens minus 2 und mittags minus 2 Grad. 

„Endlich Schnee!“, wenn auch nur zaghaft und nass, aber zum Rutschen hat es am Dienstag gereicht. Nach Melken und Morgenkreis kam aber zuerst noch der Dachs an die Reihe. Die Kinder staunten besonders über seine langen Krallen an den Vorderpfoten. Desirée verglich die Zähne von Klara mit dem Gebiss des Dachses: „Sieht fast gleich aus“ beobachteten

die Mädchen. Der Dachs ist ein Raubtier und gehört zur Familie der Marder. Was er alles frisst und wo er zuhause ist, besprachen wir noch, bis dann das Malbild dran kam. „Und jetzt endlich raus!“  Mit Poporutschern unterm Arm stapften alle die Pferdeweide hinauf bis zum Waldrand und los ging’s mit Rutschen, Kullern, vorwärts, rückwärts, seitwärts, bis nach unten! Als Nathanael kam und Roland uns ihre Schlitten und Autoschläuche anbot, schleppten Lea und Nathanael gleich einen richtig großen Schlauch an. Das Ding rutschte natürlich noch viel besser und vor allem zusammen mit mehreren Mitfahrern. Klara war übrigens mindestens so begeistert von der Rutscherei wie die Kinder.  Für heute war die Zeit schon um, aber wahrscheinlich gibt es morgen auch noch Schnee, beschlossen wir und kehrten glücklich zurück in unsere Villa.



 Mit nassen Kleidern ins Heu ist keine gute Idee, also gingen Desirée und Helmut zum Füttern, während sich die Kinder umzogen und das Wetterblatt ausfüllten. Anna kümmerte sich rührend um die nasse Klara und trocknete sie von Kopf bis Fuß ab, während sie ihr unaufhörlich Geschichten erzählte; vermutlich als Dankeschön durfte es sich Anna dann im Schoß der Hündin gemütlich machen  -  ein köstliches Bild von zwei Glücklichen.

Leider kein neuer Schnee am Mittwoch, aber neuer  „Milchrekord“: fast 6 Liter gab Vroni heute. Im Morgenkreis hörten wir Desirée’s Lerngeschichte für Anna, wie sie die Klara trocknete und mit ihr schmuste. Lea hatte ihr Liederbuch dabei und wir sangen zwei Winterlieder daraus. Nach dem Vespern wollten alle schnell raus zum Rutschen. Wir besorgten

zuerst noch einen Pfosten für unser Vogelfutter- häuschen und stürmten dann förmlich die Pferdekoppel hinauf zum Runtersaußen. Dies Vergnügen mit Poporutscher, Bob und Autoschlauch dauerte bis kurz vor zwölf. Im Wetterblatt stand  „minus Null“  am Morgen und am Mittag.  

Der Donnerstag gestaltete sich sehr spannend. Im Morgenkreis las Simone das Buch von Tomte und der Fuchs vor.  Unser Beschluss, nochmals im Wald nach dem  „feinen Weißen“  vom Montag zu suchen sollte zu weiteren Überraschungen führen. Inzwischen hat uns Thomas Klingseis, Biologe und Mitbegründer des Waldkindergartens Eichhörnle (1995!) in Tübingen  genau erklärt, dass es sich um  RAU-EIS  handelt, das nur bei minus 2 Grad und bei Nebel entsteht. Das war eine Begeisterung, als wir tatsächlich das erste 



Aststück mit Rau-Eis entdeckten. Später, nach einem steilen Abstieg wurden wir nochmals belohnt mit einem Aststück von fast einem Meter Länge, auf dem die interessantesten Formen  aus Rau-Eis gewachsen waren. Natürlich ertasteten wir diese feinen Wunderhaare auch, wobei sie ganz schnell wegschmelzen, da reicht schon das Anhauchen. Beeindruckend, welche Wunderwerke die Natur hervorbringen kann und nicht ein Mensch beteiligt ist. Einige Minuten später: Fußspuren im Schnee auf gefällten Tannenstämmen! Der Fuchs war da und wir verglichen dessen Spur mit den Abdrücken von Klara: „Ganz ähnlich, aber Klaras Pfoten sind größer und breiter“, beobachteten die Großen.  Gerne hätten wir die Spur des Meister Reineke weiter verfolgt, aber es lag zu wenig Schnee.  Dafür lag, gleich nach einer Wegbiegung Blut im Schnee. Klara entdeckte 

sofort ein paar Meter weiter die Eingeweide und ein paar Haarbüschel. Jetzt konnten wir bestimmen, dass hier ein Jäger ein Wildschwein geschossen und aufgebrochen hat. Sozusagen zum Schluss kamen wir an die Stellen mit der Waldseife im Bächle. Fleißig schöpften die Großen vom Tannenshampoo und verteilten es an die andern. Am Kindergarten blieb noch ein wenig Zeit zum Rutschen und Tiere füttern. Ins Wetterblatt schrieben die Vorschülerinnen morgens minus vier und mittags minus zwei Grad.

Grau in Grau begann und blieb der Freitag. Wir nahmen‘ s  gelassen; Vroni auch, sie gab über 6 Liter Milch. Im Morgenkreis sangen wir hoffnungsvolle Schneelieder. Desirée las für Ferdinand ihre neuste Lerngeschichte vor. Glücklich lauschte er den lobenden Zeilen und alle beteuerten, wie froh sie sind, dass Ferdinand nach einer Krankheitszeit



endlich wieder bei uns ist. Länger überlegten wir beim Vespern, was heute unternommen werden kann:  „Fürs Rutschen fehlt der Schnee, zum Reiten ist es zu kalt und auf der Burg waren wir schon soo oft“.  Übrig blieb, zu den Wiesen zu wandern und dort der Klara ihren Ball werfen. Der kam heute ganz neu und handsigniert von Ferdinand, weil Klärle gestern ihren Ball im Wald verloren hatte. Danke! Bei den Wiesen wurde der neue Ball reihum geworfen. Die Kinder übten mit Klara, dass sie liegen bleibt, wenn jemand


 wirft und erst dann losrennt, wenn sie das Kommando bekommt. Das ist für Mensch und Tier eine echte Herausforderung; manchmal hat es geklappt. Den Rückweg nahmen wir durch den Wald, wo die Größeren entdeckten, dass sie es schneien lassen können, wenn sie jüngere Fichten schütteln. Zuhause bekamen alle Tiere ihr Mittagessen aus der Scheune und die Kälbchen Wasser aus den Gießkannen. Morgens Null und mittags null Grad stand anschließend in den Wetterblättern.



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