„Es schneit!“, so jubelten wir alle am Montagmorgen, denn endlich ...

... fielen die lang ersehnten weißen Flocken vom Himmel. Nach dem Melken ...


dichteten wir im Morgenkreis unser  „Guten Morgen liebe Sonne“-Lied erst einmal um in: „guten Morgen, lieber Schnee, hast die Erde weiß gemacht, schneist noch weiter bis zum Himmel und bis abends um halb acht“. Gemeinsam erfanden wir noch weitere Schneevarianten-Strophen für die Krähe, den kleinen Vogel und die rote Rose.  Im neuen Bilderbuch zeigte Helmut, wie die Tiere bei uns überwintern. Beim Vespern wurde es langsam kälter in der Villa, also beschlossen wir, Tee zu kochen. Das hat allen gut getan: die heiße Tasse in Händen und den warmen Tee im Bauch. Beim Nachfüllen überraschte die Feststellung: „Außen ist die Tasse heiß, aber der Tee innen ist schön warm“. Dass der Marder ein Raubtier ist und wie der Dachs zur selben Familie gehört, lernten alle anhand des präparierten Baummarders.

Sein Kollege, der Steinmarder lebt in Scheunen und Hausdächern, knabbert gerne in Autos herum und tötet Geflügel. Beide halten keinen Winterschlaf und sind ständig auf Nahrungssuche. Wir freuen uns am Winter, deshalb gab es nur ein Ziel heute, am Montag: die Pferdekoppel hinauf stapfen und von ganz oben nach ganz unten rutschen. Es klappte hervorragend.  Klara genügte ihr Ball und sie rannte weideauf, weideab, als wäre nichts leichter als dies. Da stäubt der Schnee in Wolken und sie ist glücklich wie die Kinder. So viel Schneefreuden bringen auch ein paar Schneeleiden: nasse Kleidung, nasse Haare, kalte Hände ...  Aber wir haben ja unsere Villa. Und wenn uns da etwas fehlt, können wir jederzeit bei Familie Gutekunst klingeln und um Hilfe bitten  -  solch eine (Erziehungs-)Partnerschaft ist einmalig! Vielen Dank! 

 




Selbstverständlich bekamen wir einen Fön ausgeliehen, um die Haare der Kinder und dann gleich auch das Fell von Klärle zu trocknen. „Jetzt einen heißen Tee“ dachten alle und der kam dann prompt, schmeckte und tat wieder gut. Frisch geknackte Haselnüsse mundeten dazu hervorragend.

Und noch mehr Schnee am Dienstag  -  herrlich! Diese weiße Pracht tut irgendwie ALLEN  gut: die Tiere müssen nicht mehr im „Schlamm“  waten, Gras, Pflanzen und Erde sind gut zugedeckt und die Menschen-Kinder voller Begeisterung. Klar, dass die Kinder schon während des Melkens fleißig im und mit dem Schnee unterwegs waren und wir nach dem Vespern sofort wieder raus mussten. Im Morgenkreis versuchten wir uns weiter am Umdichten unseres Morgenliedes auf Winterzeiten. Im Bilderbuch beschäftigte uns das Winterverhalten von Maus, Maulwurf und Eichhörnchen. Wie der Maulwurf

 seinen Wintervorrat an Regenwürmern  „einlegt“, fanden alle sehr beeindruckend. Wir werden uns den dunklen Freund noch genauer als Tier der Woche anschauen, ebenso das Eichhörnchen. Denn diese Woche ist ja der Marder unser Tier der Woche. Desirée las ihre neue Lerngeschichte für Jule vor und unter anderem, dass Jule gestern mal kurz mit Desirée gesprochen hat. Diese Freude von Desirée muss Jule so inspiriert haben, dass sie nachher draußen im SCHNEE (!)  nur so sprudelte und lachte, vor allem beim Spielen mit Rebecca  (im Schnee).  Zum Tier der Woche schauten wir uns noch Fotos an, mit Marderbabys, Marder im Auto und Mardern, wie sie wohnen.  Draußen rutschten alle erst mal mit den Poporutschern und dann kam der Schneemann (dran).  Alle Hände halfen mit beim Kugeln rollen, aufeinandersetzen, Unebenheiten ausgleichen und Arme anbringen. Roland Gutekunst spendierte die 



obligatorische Karotte und zwei Kartoffeln für die Augen. Danke. Bei der Kopfbedeckung konnten wir uns noch nicht entscheiden. Alle beschlossen, dass dies  „wohl der schönste Schnee-mann(?)  oder -frau  auf der ganzen Welt ist“. Na denn!

Am Mittwoch wollten wir wieder einen Käsetag einlegen, weil wir neun Liter Milch „gesammelt“ hatten. Simone kam für Desirée, die eine Fortbildung besuchte. Nach dem Melken rührte Vanessa das Lab in die Milch. Im Morgenkreis erklangen die Winterstrophen des Morgenliedes. Für die schwarze Krähe fehlte auch nach langem Überlegen immer noch der Reim. Dafür singen wir alle 10 „Es schneialat, es beialat“-Strophen vergnügt und bewegt auswendig. Im Bilderbuch kamen die Winterschläfer dran: Igel, Siebenschläfer, Fledermaus ... Dass diese Tiere im Winter monatelang schlafen, ohne aufzustehen, zu 

essen und zu trinken beeindruckte uns alle. Nach dem Vespern sollte die Käsemasse mit der Harfe geschnitten werden, die war aber nicht fest geworden. Also weiter warten. Nun gab es das Arbeitsblatt zum Marder, auf dem erst die Lieblingsspeisen des Raubtiers  bestimmt und dann der Marder ausgemalt wurde. Und weil draußen der herrliche Schnee wartete, zogen alle Kinder mit Simone zur Pferdekoppel, um dort zu rutschen, während Helmut sich um den Käse kümmerte. Gegen 12 Uhr kamen die SchneefahrerInnen etwas ermüdet und glücklich zurück zur Villa. Indes war der Käse in der Presse und Helmut mit Spülen beschäftigt. Die Vorschülerinnen erledigen ihre Wetterblätter inzwischen fast selbstständig und ergänzen sich dabei prima. Morgens null und mittags ein Grad trugen sie ein.



Der Donnerstag begann mild, sodass der Schnee dahin schmolz. Da verneigte sich sogar unser Schneemann und verlor  Nase und Mund. Im Morgenkreis dichteten wir nun endlich alle fünf Morgenliedstrophen fertig und sangen sie fröhlich und mit allerlei Musikinstrumenten begleitet. Wie sich der Igel und die verschiedenen Mäuse im Winter vor der Kälte schützen, erzählte die nächste Seite im Bilderbuch. Nach dem Vespern ließ es sich draußen auf der Koppel noch erstaunlich gut rutschen und kullern.  Da gab es genug zu tun und zu lachen, bis kurz vor zwölf. Zum Aufwärmen saßen alle in der Vila um den Tisch und malten noch allerlei Tiere in ihren Winterverstecken.

Helmut reiste am Freitag für 3 Tage in die Lüneburger Heide, wo seine Dozentin für die Qualifizierung zur 

Bauernhofpädagogik Christine Hamester-Koch (www.christine-hamester-koch.de) ihr 10-jähriges Jubiläum und die Einweihung ihres frisch erworbenen Tagungszentrums (Natur und Business Akademie, www.Ellernhof.de) mit über 100 ehemaligen TeilnehmerInnen der Bauernhofpädagogikkurse aus ganz Deutschland und Österreich feierte.  Desirée und Simone übernahmen also die Betreuung im Kindergarten. Wir waren gespannt, ob wir Frauen das Melken auch alleine meistern konnten. Die gute Kuh Vroni schien das zu spüren, denn sie blieb brav wie "ein Lamm" stehen und spendierte in kürzester Zeit ca. 6 Liter Milch! Stolz waren wir! Nach dem Morgenkreis hatte Simone einen Korb dabei, aus dem sie lauter verschiedene Dinge hervorholte: Eier, Zucker, Mehl, Butter, Äpfel... Schnell war den 



Kindern klar, dass das ein Kuchen geben könnte! Genau, wir backen heute zusammen Muffins  -  einfach so! Weil backen Spaß macht und Muffins soo lecker schmecken! Zutaten zerkleinern, wiegen, zusammenrühren, Teig schlecken (wenig!), Teig in Muffinförmchen füllen (viel!) und ab in den Backofen damit. Während Desirée die Muffins im Backofen

bewachte und die ganze Küche sauber machte (danke!), waren alle anderen solang auf der Pferdekoppel rodeln. Frischer Schnee, viel, viel Sonne und fröhliches Kinderlachen - welch kostbaren Momente! Zurück im Kindi wurden wir mit heißem Tee und einem Berg herrlich duftender  Muffins empfangen, die wir uns gemütlich schmecken ließen.



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