Totales Schneechaos am Montag, 2. 2. ...

... Die Staig-Straße ist komplett zugeschneit; die Schneepflüge ...


sind überall im Einsatz, aber natürlich nicht AUF DER STAIG  -  wer fährt denn schon da runter oder hoch?!  Roland Gutekunst mit Allrad und seinen Schulkindern und Helmut mit Schneeketten. Leider schafften es angesichts der Schneemassen nur zwei Kindergarteneltern-Autos bis zum Zollhaus, sodass Helmut nur 3 Kinder dort oben auf 700 m Höhe abholen konnte. Nach dem Melken lasen wir im Morgenkreis das Bilderbuch vom kleinen Igel mit der roten Mütze. Draußen im Tiefschnee mussten wir richtig stapfen, um vorwärts zu kommen. Am Schuppen entdeckte Vanessa eine ganze Reihe von Eiszapfen, die natürlich gepflückt wurden, in jede Hand einen. Klara hätte gerne wieder ihren Ball gejagt, was sich aber als schwierig herausstellte, denn im Tiefschnee blieb so manch grüner Tennisball 

 

unauffindbar, auch wenn Klärle ihren Kopf bis zu den Ohren in den Schnee steckte, um nach dem Ball zu schnüffeln. Mehrfach halfen wir mit Stiefeln und Händen beim Suchen, aber auch mehrfach vergeblich; das Frühjahr wird die verlorenen Schätze ans Licht bringen. Der Schneepflug fuhr vorbei und Roland schob mit seinem Traktor den Schnee zur Seite, damit wir gehen und die Autos fahren konnten. Danke! Nach viel Zeit im herrlichen Pulverschnee schrieb Vanessa ins Wetterblatt: morgens minus 1 und mittags null Grad und viel Schnee.

Das Schneetaxi (von Helmut) fuhr am Dienstag bei Sonnenschein mit vier Kindern vom Zollhaus zur Villa; Lea und Anna kamen mit Opas Taxi, sodass wir mit 6 Kindern Morgenkreis feierten. Die Milch hatte sich wohl das Kälbchen Tina ergattert, denn bei unseren

 




 Melkversuchen kam nichts mehr.  Im Bilderbuch von den Tieren im Winter erfuhren wir, dass das Murmeltier nur 12-mal in der Minute atmet und grade mal 10 Grad Körpertemperatur hat. Beim Vespern konnten wir wieder ein paar Kohlmeisen an unserem Futterhäuschen beobachten. Die Eiszapfen vor unseren Fenstern inspirierten zu abenteuerlichen Überlegungen, wie diese Prachtexemplare wohl gepflückt werden könnten: mit einer Leiter oder mit einer  „Lausbubenleiter: unten Helmut, dann Desirée, darauf Lea, dann Vanessa, darauf Rebecca, dann Anna und zum Schluss Jule“. Dass das Eichhörnchen überall hoch und runterklettern und sogar fliegen kann, besprachen wir anhand eines ausgestopften Exemplars. Wie es den Winter überlebt, welche Feinde es hat und für wen es gefährlich ist,

besprachen wir nach dem Vespern. Draußen blieben wir aber lieber auf dem Boden und im Tiefschnee und meist bei ein bisschen Sonnenschein. Poporutschen, sich mit Schnee zudecken, eine Schanze bauen und immer wieder dem Klärle ihren Ball werfen, während Ronja die Hundeleckerlies von Desirée mit großem Eifer im Tiefschnee aufspürte, waren die nächsten „Akivitäten“. Gut nass und teilweise etwas abgekühlt zogen wir gegen halb zwölf in unsere Villa. Mit Kleider trocknen und Klara von den Schneekugeln im Fell befreien hatten alle zu tun, bis mittels der Farbstifte manches  Kunstwerk auf Papier entstand, z.B. Vanessas erstes Pferd mit vier Beinen. Minus 7 und minus 3 Grad schreiben die Vorschülerinnen in ihre Wetterblätter.

Nochmals fuhr das Schneetaxi am Mittwoch, leider



ohne die Aichhalder Kinder, die erkrankt waren. Beim Melken bewährte sich Rolands Idee: tagsüber trinken die Kälbchen; am Nachmittag bleibt Vroni  alleine und am andern Morgen melken wir: über 7 Liter!  Danke Vroni!  Im Morgenkreis sangen wir unser Schneelied, von Orffschen Instrumenten begleitet. Desirée  las ihre Lerngeschichte für Ferdinand vor und im Bilderbuch ging es um die Winterruhe des Bären: der muss immer mal aufstehen, um etwas zu essen. Beim Vespern beschlossen wir, an der Schneehöhle der Gutekunst-Kinder weiter zu arbeiten. Die Tiere der Woche, aus Sperrholz gesägt, packten die Kinder in ihre Vesperboxen, damit sie auf dem Heimweg nicht kaputt gehen. Draußen wurde gerutscht, geschaufelt und gegraben, ganz individuell und doch immer in Absprache mit den anderen. In Absprache mit Roland gabelten wir Stroh in den Stall der Kälbchen und Heu in den Futtertrog der Schafe. Klärle indes fand 

immer einen, der ihr den Lieblingsball warf,  sie ließ ihn einfach vor jemandem fallen und wartete auf einen Wurf. Egal wo das runde Ding landete, Klara fand ihn heute immer. Auch wenn ihre Barthaare vom Schnee fast weiß waren, Klara rannte und suchte weiter.  Lerneffekt: Niemals aufgeben, auch wenn alles Suchen vergeblich scheint! Als Belohnung wurde sie dann in unserer Villa von Anna abgebürstet, während die Kleider der Schneekinder im Badezimmer zum Trockenen hingen. Bunte Bilder malten alle noch und Lea schrieb ins Wetterblatt morgens minus 7 und mittags minus 3 Grad.

Am Donnerstagmorgen war die Straße zum Kindi grau und gut zu befahren; mittags war sie weiß vom Neuschnee. Schon während unseren Morgenritualen begann es zu schneien und der Wind blies dazu recht kalt.  Ferdinand hatte ein interessantes Buch mitge- bracht. „Ferdinand, der Stier“, wovon wir gleich mal 

 



die ersten Seiten lasen. Im Bilderbuch der Tiere im Winter erfuhren wir, dass z.B. die Vögel unter großen Mühen ständig nach Futter suchen müssen. In Desirées Lerngeschichte hörten wir, dass Anna’s liebste Freundin bestimmt die Klara ist, weil sie sich immer so liebevoll um Klärle kümmert. Beim Vespern wurde beschlossen, nachher mal kurz barfuß durch den Schnee zu stapfen, wer will und nachschauen, wie lang wir das aushalten. Nach Fußspuren wollten wir dann noch im Wald suchen. Lea und Vanessa trauten sich zusammen mit Helmut barfuß die Milchkanne bis zu Familie Gutekunts Haustür zu bringen. Dann aber schnell zurück und ab ins Fußbad, wo die Mutigen erst über ihre Gefühle in den Zehen sprachen und gleich schon

überlegten, was sie sich morgen wohl zutrauen. Unterwegs im Wald überwogen die Hasenspuren, einmal kreuzten eine Fuchsspur und Zehenabdrücke vom Reh: „Die haben‘s gut, die kriegen nie kalte Füße!“  Das Selber-schneien-lassen ist bei so viel Schnee auf den Tannen ein beliebtes Spiel, bei dem sich die Kinder die passenden Bäume suchen, die sie schütteln können: „Der geht nicht“  heißt es dann schon mal, oder voller Begeisterung: „aber hier schneit‘s wie verrückt“. Zurück in der warmen Villa bearbeiteten wir das Blatt zum Eichhörnchen mit ausmalen und einkreisen der Gegenstände, die ein Eichhörnchen frisst. Ins Wetterblatt trugen die Vorschülerinnen minus 7 Grad morgens, minus 4 Grad mittags, Schnee und Wolken ein.



Bei minus 8 Grad begann der Freitag. Vroni gab 7 Liter Milch und mit 6 Kindern feierten wir Morgenkreis; 5 trommelten zum Schneelied und Jule schlug den Takt mit 2 Klanghölzern. 3 mutige Barfüßler trugen die Milchkanne und den Melkeimer durch den Schnee zur Familie Gutekunst und anschließend badeten 4 Füße im handwarmen Fußbad. Mit Poporutschern stapften alle den Burgweg hinauf und sausten dann fast so schnell wie der eisige Wind 

auf der anderen  Seite den Berg wieder hinunter. Nach einer Stunde waren alle gut durchgepustet, sodass uns die Wärme in der Villa gut tat. Wir füllten ca. 50 Eierschachteln mit Hobelspänen und Kerzenwachs, das wir von einer freundlichen Frau ans Haus geliefert bekamen und von der kath. Kirche gab‘s ebenfalls eine große Schachtel voller Kerzenreste  -  vielen Dank! Mittags minus 5 Grad und Wind stand im Wetterblatt. 



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