„Bitte nicht schon wieder wegschmelzen“ beschlossen wir am Montag nach dem Melken ...

... im Morgenkreis, denn der schöne Schnee sank schon sichtlich zusammen und ...


auf den Tannen war er auch schon verschwunden. Gerne hätten wir noch viele Tage solch herrlichen Schnee. Nun sangen wir mit Trommelbegleitung unser selbstgedichtetes „Guten Morgen lieber Schnee, hast die Erde weiß gemacht, schnei noch weiter bis zum Himmel, bis heut Abend um halb acht!“ Die Bilderbuchgeschichte vom Stier Ferdinand ging heute rührend zu Ende, denn der Gute setzte sich in der Arena einfach hin und schnupperte den herrlichen Duft der Blumen, die die Frauen in ihren Hüten stecken hatten. So kam’s, dass Ferdinand nicht kämpfen musste, sondern wieder nachhause gefahren wurde  -  zu den Blumen auf der Weide. Wie die Bienen, die Käfer und die Schmetterlinge überwintern, betrachteten wir im Winterbilderbuch 

und Desirée hatte eine Lerngeschichte für Rebecca geschrieben. In den leeren Vesperdosen versteckten die Kinder ihr Sperrholzeichhörnchen für zuhause. Und dann nichts wie raus! Mit den Poporutschern ging‘s zuerst zur  „Abfahrt“  unterhalb der Burg. Unterwegs entdeckten wir ein riesiges Loch und Wildschweinspuren; unglaublich mit welcher Kraft die Schwarzkittel bis zu 40 cm tief die gefrorene Erde umgraben können. Heute hat sich auch Ronja, die Haushündin von Familie Gutekunst mit uns auf den Weg gemacht. Immer wieder schnappte sie sich Klaras Lieblingsball, aber nur kurz, dann war Klärle wieder dran.  Auf unserem Weg zur Pferdekoppel fanden wir frische Hasen- und Rehspuren. An einigen Stellen lag der Schnee so hart, dass unsere Jüngsten

 

 




und die beiden Hündinnen ohne einzusinken  „oben auf dem Schnee“  gehen konnten. Gegen halb zwölf saßen alle in der Villa am Tisch, malten und schnitten aus und füllten die nächsten Eierschachteln mit Hobelspänen. Ins Wetterblatt schrieben die Großen morgens minus 2 und mittags minus 2 Grad und Wolken.

Der Dienstagmorgen hielt sich temperaturmäßig an die 0 Grad und während wir im Morgenkreis  „Es schneialat, es beialat“  sangen, fielen tatsächlich einige Schneeflocken. Mehr aber auch nicht. Umso mehr Geschichten gab es im Morgenkreis: Vanessa brachte ihr Cowboy-Buch mit, in dem wir lasen, was alles typisch für die Kuhhirten war. Im Winterbuch erfuhren wir, wie die Frösche, Eidechsen und Schlangen überwintern und von Desirée hörten wir eine Lerngeschichte für Lea. Nach dem Vespern hieß

 es wieder  „Barfußpark  mit Milchkanne“  bis zur Gutekunst-Haustür und zurück, inclusive anschließendem Fußbad. Auf dem Weg zur Rutschbahn unter der Burg entdeckten wir immer mehr Spuren, heute auch vom Wildschwein. Über eine Stunde sausten die Kinder durch den Schnee, anfangs sitzend auf den Rutschern und dann bäuchlings, auf dem Rücken oder auch ohne Untersatz. Klara hatte ebenfalls ihr Vergnügen, besonders, wenn jemand ihren Ball beim Rutschen mittransportierte und ihn dann unterwegs wegwarf. Ob frau auch unter Klärle hindurchrutschen kann, ist in der Fotogalerie zu erfahren. Auf der Pferdekoppel musste auch noch gerutscht werden, sodass wir erst kurz vor 12 in der Villa waren. Dort entstanden noch einige Gemälde und die Wetterblätter erhielten zwei Nullen und 



Schneeflocken. Auch am Mittwoch pendelte sich die Durchschnittstemperatur auf 0 Grad ein. Besonders herrlich: Die Sonne schien schon während dem Morgenkreis durchs Küchenfenster unserer Villa und dann weiter bis 12.30 Uhr! Nachdem uns Vroni fast sechseinhalb Liter Milch schenkte, feierten wir unseren Morgenkreis mit allem, was wir morgens um 9 Uhr zu bieten haben: das Schneelied mit Trommelbegleitung, die Regeln mit Rebecca, die Monatskette mit Vanessa, gefolgt von Rebecca’s  Bilderbuch über Berti, den Bär, dann Vanessas Buch über die Cowboys und anschließend eine Seite aus dem Tiere im Winter-Buch, wo wir erfuhren, wie die Fische, die Bisamratte, Enten und Schwäne den Winter überleben. Es folgte die Lerngeschichte für Ferdinand und die 10 Strophen von Wolle Kriwanek‘s  „Es schneialat, es beialat“, bei dem Lea die 9. und

 

Vanessa die 10. Strophe alleine singen. Ach so und die Kerze hat heute Rebecca angezündet und zum Schluss der Feier ausgeblasen. Beim Vespern beschlossen wir angesichts der strahlenden Sonne, nach dem barfüßigen Milchtransport sofort zum Rutschen auf die Pferdekoppel zu gehen. Zuvor trugen alle Kinder mit Eimern Wasser zur Vroni, den Kälbchen und den Schafen: „Dann macht die Vroni morgen früh wieder die ganze Kanne voll Milch!“  Die Kuhdame trank auch prompt einen Kindereimer leer. Gut eine Stunde sausten fröhliche Kinder immer wieder bergab und stiegen ausdauernd wieder hinauf. Mittels der Wassereimer begann noch die erste Bauphase: Wenn der Schnee fest genug in die Eimer gedrückt wird, lassen sich hübsche  „Bausteine“  herstellen. Mit Händen, Füßen oder dem Hosenboden wurde nach Kräften gedrückt und so entstanden die Grundmauern 

 



eines Schneehäuschens in Gemeinschaftsproduktion. Da war es schon wieder 12 Uhr; Zeit für das Ausfüllen der Wetterblätter der Vorschülerinnen. Jetzt hoffen wir alle, dass es noch lange wenigstens ein bisschen kalt bleibt und der Schnee nicht schmilzt, denn  „unser Schneehaus bauen wir bis zum Himmel!“

Aber leider nicht am Donnerstag. Wir hatten zwar tolle Verstärkung von den Kindern der Familie Gutekunst, aber der Schnee war so pulverig, dass sich gar nichts formen oder pressen ließ. Also wurde nach Herzenslust und Leibeskräften gerutscht, mit Poporutschern, Bobs und auf Plastiksäcken. Außerdem flitzte Klärle wieder unermüdlich ihrem Ball hinterher und Ronja schnappte sich die von Vanessa geworfenen Leckerlies. Die Sonne schien so herrlich, dass eine Liegepause im Schnee richtig

 gut tat. Lea ließ sich dabei einfach mal komplett zudecken  -  mit Schnee. Ausgeschnittene Schneeplattenfiguren entstanden mit Helmuts Taschenmesser, wenngleich nicht alle Figuren oder Tiere stabil genug waren, um aufgestellt werden zu können. Schon war es wieder nach 12 Uhr. Die Großen schrieben in ihre Wetterblätter morgens minus 7, mittags 5 Grad bei Sonne und ohne Wolken. Wenn es eine Spalte für Überraschungen  im Wetterblatt gäbe, hätte noch eingetragen werden können, dass es heute als Nachtisch lustige Schokoküchle gab, die Annette Kopp mit ihren Kindern Vanessa und Rebecca extra gebacken hatte  -  danke schön, war lecker!

Unser nächster Käsetag stand am Freitag an, denn wir hatten wieder 9 Liter Milch von Vroni  „gesammelt“.  



Während die Käsekultur bei 32 Grad warmer Milch von 8 bis 9 Uhr ihren Dienst tat, wurden die Tiere gefüttert und  Vroni  gemolken. Während dem Morgenkreis und dem Vespern ließ das Lab die Milch gerinnen und fest werden. Während die Kinder sich mit dem Mal- und Arbeitsblatt zum Feldhasen beschäftigten, hat Anna mit der Harfe Säulen geschnitten, danach Würfel und zum Schluss mit dem Schneebesen den Bruch gerührt. Joel Gutekunst half weiter mit beim Vorkäsen, beim Absaugen der Molke, beim Hinzufügen des Waschwassers, über das weitere Rühren bis hin zum Abfüllen des Bruchs ins Käsetuch.

Draußen schien schon den ganzen Morgen wunderbar die Sonne und die Kinder rutschten gut eine Stunde lang ihre Piste hinunter. Gegen 11 Uhr konnten wir tatsächlich wieder Schneebausteine mit den Eimern formen. So bekam das Schneehaus fast zwei weitere Reihen von Schneesteinen dazu. „Vielleicht machen ja die Gutekunst-Kinder weiter“, spekulierten unsere Kindergartenkinder und stellten fest, dass wir ja erst wieder am Mittwoch Kindi haben  -  wer weiß, wie es bis dahin um den Schnee bestellt ist? Wir werden sehen. 



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