Am Montag, 2. März regnete es schon morgens in Strömen; bis mittags mischten sich Graupelkörner dazwischen und der Wind, also ein  „Hauswetter“  und so kam’s,  

... dass wir nur wegen unserem Gewächshäusle kurz draußen gewesen sind. Im Morgenkreis stimmten wir uns mit einem ...


zweiten Lied wenigstens ein bisschen auf den Frühling ein und übten „Ich lieb den Frühling, ich lieb den Sonnenschein“. Desirée las in ihrer neusten Lerngeschichte vor, wie Lea am Freitag u.a. ihren ersten Alien an der Werkbank bastelte. Beim Vespern planten wir: nach dem Füttern und Melken schaut Susanne mit allen die Bilder der Weihnachtsgeschichte nochmals an, um zu schauen, woran sich die Kinder noch erinnern; anschließend soll der Milan auf dem Arbeitsblatt angemalt werden. Als nächstes kommt das Gewächshäusle dran und zum Schluss die Ofenanzünder. Während Desirée und Helmut die Vroni molken, spielten alle Kinder mit Susanne und Klärle im Heu. Erstaunlich viel fiel den Kindern zur Weihnachtsgeschichte ein und erstaunlich kunstvoll färbten sich die Rotmilane auf 

den weißen Blättern: gelbe Augen, braun-schwarze Federchen am Kopf und schwarze Flügelspitzen. Wer fertig war mit dem Ankreuzen der  „Nahrungsmittel“, malte diese auch noch an. Desirée startete nun ihr Schulprojekt: Unser Zimmertreibhaus. Erst staunten alle über die verschiedenen und oft winzigen Samenkörner, vor allem beim Kohlrabi, dessen Knolle laut Packungstext bis zu 2 kg schwer werden könne. Dann wurde geprüft, welche Pflanzen ins Gewächshäusle und welche direkt in den Garten gesät werden: Tomaten, Kohlrabi und Sonnenblumen  im Haus vorgezogen werden. Also nahmen wir die Erde von den Wühlmaushügeln mit nach draußen und mischten diese mit Anzuchterde. Die Wanne vom Zimmertreibhaus füllten die Kinder damit auf. Helmut zog feine Rinnen.




In die ersten zwei legten Vanessa, Ferdinand und Lea im Abstand von 4 Fingern je einen Sonnenblumenkern. In Reihe 3 und 4 sollten die winzigen Kohlrabisamen gelegt werden, was sich als unmöglich herausstellte, denn es regnete und graupelte, und alles war nass. Wir verteilten die Kügelchen so gut es ging, „dann muss man halt später pikieren“. Angesichts des Wetters verschoben wir die weitere Arbeit auf Morgen. Drinnen in der Villa entstanden noch zwei Feldhasen und 30 Ofenanzünder; und schon war wieder Abholzeit.

Dienstag, 3. 3.: Die Sonne begrüßte uns und wir sie mit unserem Morgenlied. In fast vollzähliger Runde wurde Morgenkreis gefeiert. Die biblische Geschichte zur zweiten Passionswoche erzählte, wie Jesus sechs Tage vor Ostern bei den Schwestern von Lazarus, 

Maria und Marta zu Besuch war: Marta gibt sich viel Mühe mit dem Essen. Maria nimmt ein Krügchen mit kostbarem Nardenöl, salbt Jesu Füße damit und trocknet sie mit ihren Haaren. Judas fragt verärgert, warum die Salbe nicht für teures Geld verkauft und das Geld den Armen gegeben wurde? Jesus antwortet: Lass sie gewähren! Für den Tag meines Begräbnisses hat sie es aufbewahrt. (Joh. 12,1-8)  In ihrer Lerngeschichte lobte Desirée Ferdinand’s Malkünste und sein Engagement beim Füllen der Ofenanzünder.  „Ich lieb den Frühling“ sangen wir mit Gitarren- und Trommelbegleitung. Nach dem Vespern säten die Vorschülerinnen zwei Reihen Tomaten ins Gewächshäusle, deckten die Saatrillen mit Erde zu und gossen vorsichtig an. Die Namensschildchen entstanden um die Mittagszeit.



Zur ersten Station des Passionsweges wanderten wir und die Großen erinnerten sich, was der Tisch, die Krone und das kleine Krügchen im ersten Baumstammstück vom letzten Jahr bedeuten sollten. Während Klara unermüdlich ihrem Ball nachjagte, suchten die Kinder nach Gold. Lea hatte vergangene Woche einen kleinen Stein auf dem Waldweg gefunden, der tatsächlich winzige „Gold“-krümelchen in sich verbarg.  So brach das Goldfieber aus und fast alle SchatzsucherInnen gingen mit zwei vollen Jackentaschen zurück. Alle „Edelsteine“ wurden gewaschen und in der Sonne getrocknet. Ins neue Wetterblatt schrieben die Vorschülerinnen morgens 0 und mittags 2 Grad bei Sonne und wenig Wolken.

Am Mittwoch, 4. März gab’s die ersten Sonnenstrahlen erst gegen 10 Uhr. Im Morgenkreis gab’s ein Bilderbuch von zwei Kerlen, die sich zwar nicht sehen, aber trefflich miteinander streiten konnten, solange, bis von ihren beiden Bergen nichts mehr übrig war; als sie sich dann am Abend gegenüberstanden, mussten sie gegenseitig zugeben: jeder hat recht: der  eine, wenn er behauptet: der Tag geht und der  andere, wenn er behauptet: die Nacht kommt. Streiten muss sein  -  wohl denen, die sich danach wieder  v/ertragen  können. Wunsch und Ziel des Tages: die 3 Lämmchen bei Helmut besuchen. Freundlicherweise konnten wir den VW-Bus von Familie Gutekunst ausleihen, vielen Dank!  



Denn 7 Kinder, 2 Erwachsene und 1 Hund passen nicht in 2 PKW’s. Die Kinder hatten ihre Freude an den drei 3-Tage alten Milchschaflämmern, die so viel Zuwendung zum ersten Mal erlebten und daher nicht so leicht zu „handhaben“ waren. Aber mit etwas Geduld ließen sich doch alle Drei reihum auf den Arm nehmen. Bei den Hühnern muss morgens vermutlich der Habicht wieder einen Angriff geflogen haben, denn alle alten Hennen samt Hahn hatten sich im Hühnerstall versteckt und kamen trotz Lockfutter nicht heraus. Also schauten wir kurz in den Stall und beschlossen, dass wir sie heute lieber in Ruhe lassen, auch wenn die Großen gerne den Hahn Caruso auf den Arm genommen und gestreichelt hätten, „wie letztes

 

 Jahr beim Schafe Scheren“  -  „aber wie kommen ja bald wieder.“ Ab in den Keller hieß es dann für alle Mutigen, natürlich im Dunkeln und mit Taschenlampen. Richtig schön gruselig spielten dort unten Hexen, die gerne einen Hänsel gefangen hätten, um ihn im Backhäusle  „braun wie Brot zu braten“. Weil kein Hänsel zu fangen war, suchte sich jedes Kind einen schönen Apfel aus dem Regal:  „Schmeckt besser wie ein Hänsel.“ Gemütlich und fröhlich singend fuhren wir zurück, wo die Vorschülerinnen noch ihre Wetterblätter ausfüllten.

Die zwei Kerle mussten am Donnerstag nochmals herhalten und wir nahmen sie nach dem Vorlesen zum Anlass, über das Streiten zu reden: Warum streiten 



die beiden? Warum streiten die Menschen? Wie geht es bei den Kerlen aus und wie bei uns Menschen? Da wurde schnell klar, dass es nicht einfach ist, einen Streit für beide Seiten positiv zu Ende zu bringen, aber wenn beide wollen und jeder den anderen respektiert, müsste es gehen. Schlussfrage: Kann man streiten üben?  Wir werden’s sehen. Nachschauen, was es auf der Burg zu sehen gibt, war der Plan für den Vormittag. Aber zuerst bewunderten wir natürlich das erste neugeborene Lämmchen von Familie Gutekunst und die Eier im Brutapparat. Auf der Burg lag kein Schnee mehr und sonst gab es noch nichts Neues: Keine Blüten, kein brütender Vogel und alle Knospen waren noch verschlossen. Der Wind allerdings blies eisig, sodass wir uns auf den Heimweg machten, um in der Villa die Zeitungspapiertöpfchen für die Feuerbohnen herzustellen und noch einige Ofenanzünder mit Wachs zu begießen. Drei Hühner stritten am Freitag darum, wer die schönste sei.

 Ihr König beschloss, dies auf Grund der Eier festzustellen. Das erste Huhn legte ein perfekt geformtes Ei, das zweite ein Riesenei und das dritte ein viereckiges. Da beschloss der König: alle drei werden Prinzessinnen. So kann Streit auch geschlichtet werden. Nach dem Vespern spazierten wir bis zum Passionsweg, wo die Kinder am sonnenbeschienen Waldrand spielten und rutschten. Weil die Hinweistafel  zum Passionsweg überholt werden musste, schleppten wir sie gemeinsam bis zum Kindi.  Die Vorschülerinnen formten mit Begeisterung noch mehrere Zeitungspapierbecher und befüllten sie mit Erde. Lea bohrte die Pflanzlöcher und Anna füllte jedes Loch mit einer Bohne (und Pinzettengriff).  Mit unseren Spezialgießkännchen lässt sich prima gießen, wenn frau den  „Dreh“  und das Drücken raus hat. Jule füllte nebenher zusammen mit ihrem Papa einige Eierschachteln mit Hobelspänen, während der Rest der Kinder mit allerlei Fahrzeugen unterwegs war.        



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