Mit einem Bilderbuch-Frühlingsmorgen konnten wir am Montag in die 11. KW starten. ...

... Krankheitsbedingt fehlten uns leider drei Kinder. Aber die Wünsche der Anwesenden lagen beim Vespern um 9 Uhr schnell auf dem Tisch: Mit wenigstens einem  Pony zum Passionsweg reiten ...

 


Ob es daran lag, dass in der biblischen Geschichte der Einzug Jesu nach Jerusalem dran war? Jesus ritt auf einem Esel nach Jerusalem und alle Leute jubelten ihrem König zu: „Hosianna, unser König kommt!“  Sie legten ihre Kleider auf die Straße und winkten mit ihm mit Palmzweigen zu. Bei unserem Baumstammstück zur  zweiten Passionswegstation wollten wir das nochmals betrachten. Zuerst holten wir aber Mona ab. Sie wurde gestriegelt und gesattelt und Anna wollte als erste in den Sattel steigen. Beim Passionsweg angekommen stellten wir an der zweiten Stele fest: also das Kleidungsstück war nach einem Jahr völlig verwittert und die beiden Palmzweige auch. Außerdem hat sich die Rinde fast überall gelöst. Die ersten Rindenstücke konnten die Kinder mit den Fingern ablösen; da war die Überraschung perfekt: unter der Rinde auf dem Baumstamm saßen bestimmt 100 Marienkäfer in den unterschiedlichsten Farben, Mustern und Formen  (siehe Fotos).  Ob wir sie jetzt wohl in ihrer Winterstarre gestört haben?  Sie flogen nach wenigen Minuten aber alle fröhlich der Sonne entgegen.

 

Nun konnte der ganze Stamm entrindet werden. Und was von Hand nicht ging, ging per Schraubenzieher. Die frischen Palmzweige und ein neues Kleidungsstück werden wir am Dienstag anbringen. So blieb noch viel Zeit zum Freien Spielen: Diverse Kuchen auf den Rindenstücken backen, einfach so auf dem warmen Waldboden in der Sonne baden oder dem Klärle ihren heißgeliebten Ball werfen. Mona indes genoss ohne Unterbrechung jeden grünen Grashalm auf der Weide. Lea ritt mit ihr zurück, eigentlich fast ganz ohne  „Hilfe“  von Desirée, die dennoch  „stets zur Seite stand!“

Am Dienstag standen uns leider nur drei Kinder  „zur Seite“, der Rest war krank oder beim Arzt. Wir nahmen‘ s, wie‘s kommt, feierten unseren Morgenkreis, in dem Ferdinand komplett alle Regeln perfekt erklärte und die Monatskette sehr genau bediente. Als Geschichte hörten und sahen wir nochmals  „Das schönste Ei der Welt“ mit den drei Hühnern  von Helme Heine.  Mit  Hammer, Nägeln, Keil, Palmzweig und Oberhemd spazierten wir wieder zur zweiten Passionsweg-Station.




Mit dem Keil richteten wir das Baumstammstück wieder gerade, hefteten mit den Nägeln das Hemd und die Palmzweige als Symbol für den Einzug Jesu in Jerusalem im symbolisch ausgesägten Stadttor fest. Einige Marienkäfer hatten nochmals Unterschlupf in den Sägeschlitzen des Fichtenstammes gefunden und machten sich angesichts der wärmenden Sonne auf den Weg: Da  „landete“  manch einer in den Händen der Kinder. Klara und ihr Ball gehörten wieder zum Programm und so manch handwerkliche Aktion rund um den Hammer: ob Rinde wegklopfen, oder „Pfosten“ einschlagen, je nach Geschick und Vermögen übte man gemütlich vor sich hin. Leif hatte die längste Ausdauer bei seinem Projekt mit den Stöcken (siehe Fotos).  Auf dem Rückweg entdeckte Anna unser erstes Gänseblümchen auf der Weide und am Haus blühten die ersten Schneeglöckchen.

Am Mittwoch sah es nicht anders aus: Drei Kinder, der Rest war krank oder in der Logotherapie. Wir feierten Morgenkreis. Lea führte durch die Regeln. Ferdinand bediente die Monatskette inclusive der Abschlussansage: „Heute ist Mittwoch, der 11. März 2015. Nach dem Vespern und dem Melken  machten wir uns wieder auf zum Passionsweg.  Eine Texttafel musste erneuert werden und wir wollten nach allen anderen Stelen schauen, ob dort etwas repariert werden muss. Fröhlich kamen wir am Passionsweg an. Klara jagte ihrem Ball nach, den die Drei nun reihum im Wechsel  mit der Schleuder warfen. Gegen 11 Uhr machten wir uns auf den Heimweg  -  diesmal durch den Wald und einmal ganz schön steil bergauf. Da hatte unser Jüngster gar kein Problem: Schnur stracks kletterte er nach oben und stellte dann rückblickend und stolz fest: „so hoch bin ich geklettert  -  ganz alleine.“



Immerhin fünf Kinder versammelten sich zum Morgenkreis am Donnerstag. Ferdinand übernahm die Regeln und Anna erklärte gleich zwei davon. Lea zählte die 12 Märztage und Desirée las ihre neuste Lerngeschichte für  „das Kind mit der Arbeitshose“  vor; mit einer neuen Art der Dokumentation notiert Desirée jetzt vor allem die Gespräche der Kinder und verpackt sie in eine Lerngeschichte  -  klingt gut und die ersten Reaktionen der Kinder bestätigen, dass sie sich noch eher  „wiedererkennen“ und an die Situation erinnern, als bei der einfachen Erzählform mit wenigen Dialogen. Nach dem Vespern und Melken sind wir einen der vielen Waldwege entlang gewandert. Hier und da entdeckten die Kinder kleine Eisschollen auf Pfützen mit hübschen Mustern, Reh- und Wildschweinspuren in feuchter Erde, viel Wasser und den ersten Huflattich. Sogar ein Reh huschte vorbei und eine Eichelhäherfrau ließ uns ganz nah an sie heranpirschen. Als wir gegen 11.45 Uhr wieder Richtung Kindi wanderten, war uns allen recht kalt vom Wald. Umso herrlicher wärmte uns die Sonne vor unserer Villa. Lea schrieb ins Wetterblatt morgens minus 2, mittags 8 Grad bei Sonne und Wolken.

Am Freitag trug Lea ins Wetterblatt ein: morgens minus 4, mittags 4 Grad bei Sonne und Wolken und wir spürten den Temperaturunterschied zu gestern schon gleich nach 9 Uhr, als wir zum Füttern und Melken gingen und anschließend Richtung Schwenkenhof unterwegs waren. Lea wollte unbedingt auf Mona reiten und zwar mit der Trense. Die andern Kinder fanden das Reiten auch interessant und gemeinsam wurde Mona abgeholt, gebürstet und gesattelt. Voller Stolz saß Lea als erste im Sattel und übte das Führen mit der Trense. Mona war sehr anständig und ließ sich gut führen. Leif stieg wie selbstverständlich nach Lea in den Sattel und ritt gemütlich vor sich hin, als wäre es das Normalste auf der Welt mit 3 Jahren auf dem Pony unterwegs zu sein. Er ritt insgesamt 3 Strecken und hat das sehr genossen. Unterwegs ging Klaras Ball verloren, aber mit Hilfe fast aller Kinder fanden wir das Herzstück doch noch. Wir spazierten über grüne Weiden und fanden viele Gänseblümchen, von denen wir natürlich gleich welche verspeisten. Sauerampfer entdeckten wir auch, aber der schmeckt noch nicht. Zurück an unserer Villa gab es noch das Arbeitsblatt zum Tier der Woche, der Saatkrähe zum Ausmalen und Ankreuzen, was dieser schwarze Vogel frisst und was nicht.




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