Am Montag, 16. März erzählte Helmut im Morgenkreis eine weitere Geschichte aus der Passionszeit:  ...

... Jesus ist in Jerusalem eingezogen. Er geht zum Tempel und ist entsetzt über den Rummel, ...

 


den die Händler, Verkäufer und Käufer  dort veranstalten, als ging es nur ums Verkaufen und Geld verdienen. Jesus stößt Tische der Geldwechsler und Stühle der Taubenhändler um.  Er sagt: „Es steht in den Schriften geschrieben (Jes. 56,7):  Mein Haus soll ein Haus zum Beten sein und ihr macht eine Räuberhöhle daraus.“  Dass Jesus auch wütend sein konnte, überraschte, aber stieß auch auf Verständnis, denn Leute aus der  „Kirche“  eine Räuberhöhle machen, muss man wütend werden und etwas dagegen tun.  Beim Vespern beschlossen wir, nach dem Melken wieder ein Stück im Wald unterwegs zu sein, um zu schauen, wo sich der Frühling bemerkbar macht. Die Vögel sangen kräftig ihre Reviergesänge und ein Specht trommelte, weil er nicht singen kann. Immer wieder erinnerte sich Lea an verschiedene Begebenheiten aus dem vergangenen Jahr: „Hier wuchs die Brunnenkresse  -  oder war’s die Teichlinse?“  Wir werden’s sehen.  An einer kleinen Felswand wollte Lea mal sehen,

wie weit sie da hoch kommt. Mit großer Anstrengung schaffte sie  zwei Einstiege. Nur beim Abstieg kam sie ins einmal kurz ins Rutschen und holte sich zwei Kratzer am Bauch. „Macht nix, meinte sie, „jetzt habe ich ein Zeichen dafür, wie mutig ich war.“  Auf dem Geheimpfad kam die Eule ins Gespräch, die Lea letztes Jahr aus einem hohlen Baumstumpf hatte fliegen sehen; diesmal war sie nicht da, „oder wir waren zu laut!“  Weil der Aufstieg recht mühsam und die Temperaturen schon recht warm waren, legten wir eine Waldrandpause ein. Klärle bekam ihren Ball geworfen und die Größeren rannten eben mal ein paar Runden durch den Wald.

Den Dienstag erklärten wir zum Käsetag, denn wir hatten wieder 9 Liter Milch sammeln können. Schon vor 8 Uhr streikte der Einkochkessel, aber Familie Gutekunst lieh uns kurzer Hand ihren aus. Um die Zeitverzögerung einzuholen, blieb Jules Papa Reinhard noch eine gute halbe Stunde und regelte die Temperatur und das Einrühren der Käsekultur,

 




sodass wir fröhlich unseren Morgenkreis feiern konnten. In der Mitte standen eine Schüssel, Wasser und ein Handtuch als Überraschung. Als Jesus mit seinen Jüngern in das Haus kommt, in dem sie das Passamahl feiern wollen, ist alles gerichtet, aber es gibt keinen Diener, der den Gästen die Füße wäscht, wie es bei einem Fest üblich ist. Da bindet sich Jesus eine Schürze um und wäscht der Reihe nach allen Jüngern die Füße. Petrus erwidert: „ Herr, du wirst doch nicht mir meine Füße waschen, wie ein Diener?“ Darauf erklärt Jesus: „Was ich hier für euch tue, das kannst du jetzt noch nicht verstehen; aber später wirst du es erfahren.“  Die Kinder konnten nun entscheiden, ob sie sich auch von uns die Füße waschen lassen wollen. So ließ sich Lea von Desirée die Füße waschen und Anna von ihrer Schwester; ein schönes Gefühl und eine gute Geste.

In ihrer Lerngeschichte erzählte Desirée von den mutigen Kletterversuchen der Lea und wie sie den  „Absturz“  ohne Tränen und sehr stolz wegstecken konnte. Nach dem Vespern rührten wir das Lab in die Milch und gingen zum Füttern und Melken. Mit spielen, schnitzen, malen und Traktorfahren überbrückten die Kinder die Zwischenzeiten während der Käseherstellung. Heute übernahmen Ferdinand und Lea das Verziehen und Rühren, was insgesamt gut eine Stunde dauert. Nach dem Absaugen der Molke und nochmaligem Rühren kommt immer der schönste Moment, wenn die Käsemasse ins Tuch gegossen und dann als  „Kugel“ ausgepackt werden kann. Schnell in die Presse und jetzt noch alles spülen, abtrocknen und aufräumen. Nach elf Uhr unternahm Desirée noch einen weiteren Aussaatversuch mit den Kohlrabisamen.



Voller Stolz stiegen Leif und Ferdi zu Roland auf den Traktor, um den wertvollen Stallmist auf die Weide zu fahren; dem Leif war’s dann doch zu laut und er wollte lieber wieder absteigen. Kein Problem.

Nach langer Krankheit konnten Rebecca und Vanessa endlich wieder zu uns kommen, das war ein sehr schönes und freudiges  Wiedersehen für alle. Im Morgenkreis erzählte Lea die Geschichte der Fußwaschung und Helmut vom ersten Abendmahl, das Jesus nach dem Abendessen an seine Jünger austeilte: Er nimmt ein Brot, dankt Gott und bricht es in Stücke. Er gibt jedem davon und sagt: „Nehmt es und esst! Das ist mein Leib. So gebe ich mein Leben für euch. Dann nimmt Jesus den Becher mit Wein, dankt Gott dafür und sagt: „Nehmt und trinkt alle davon. So gebe ich mein Blut für euch, weil Gott euch liebt und euch eure Sünden vergibt.“  Die Großen erinnerten sich, dass wir letztes Jahr bei der dritten 

 Passionswegstele auf der Wiese saßen und Brot und Traubensaft miteinander teilten. Beim Vespern wurde beschlossen,  Laila und Mona mitzunehmen. Gemeinsam fütterten alle Kinder die Kälbchen und die Vroni, die  gab dafür über 6 Liter Milch. Nach dem Bürsten und Satteln ritt Vanessa auf Layla und Anna auf Mona das erste Stück bis zur dritten Stehle mit dem Brot und dem Kelch in der Mitte. Die Pferde genossen das frische Gras, Klara ihre Balljagd und wir die Sonne. Bis zum Schwenkenhof ritten Ferdi und Lea, dort beim Reiterwechsel  stieg Leif doch lieber auf die kleinere Mona und Rebecca absolut locker auf die große Layla. Lea meinte unterwegs: „So macht das Unterwegssein viel mehr Freude, wenn man immer mal ein Stück reiten kann“,  „und jetzt ist es ja auch nicht mehr so kalt auf den Pferden wie damals im Winter“, ergänzte Vanessa.



Vor unserer Villa starteten die Vorschülerinnen endlich mit den Holzeiern. Jede besitzt nun 2 Eierschachteln und 10 Holzeier. Dann ging es hin und her: von den 10 Eiern drei in die leere Schachtel gesetzt, dann bleiben in der einen 7 und in der anderen 3 (Eier)  -  und wie viele  „Eierbecher“  bleiben leer? In welcher Schachtel? ...  Das war ein lustiger Start und es werden bis zum Sommer noch viele spannende  „Rechen- und Mengenspiele“  folgen. So natürlich kann‘s auch mit Mathematik zugehen.

Ein kurzweiliger Donnerstag  begann schon schön warm, sodass wir zum Morgenkreis fast vor unsere Villa gezogen wären. Desirée las heute zwei Lerngeschichten, eine für Anna und eine für Vanessa: während Anna vorgestern zum ersten Mal mit im Hühnerstall war und zu Recht erschrak über das

Gegacker und Geflatter, hat Vanessa gestern mit einer Selbstverständlichkeit das Pferd Layla abgeholt und geritten. Die Übung macht‘s, deshalb ist Desirée heute gleich wieder mit Anna zu den Hühnern gegangen, um ihnen altes Brot zu füttern, das die Kinder zuvor kleingeschnitten hatten und es ging gut! Unseren ersten Weichkäse stellten wir nebenher her: Vier  Liter Milch werden  mit Säurewecker  und Lab angesetzt, die Gallerte geschnitten und verzogen und nach ca. 2 Stunden kommt die Käsemasse ins Abtropfgefäß. Die Vorschülerinnen freuten sich über eine nächste „Mathe-Einheit“ mit den Holzeiern. Vanessa und Rebecca malten ihr Arbeitsblatt zur Krähe aus, während Lea allerlei Kunstwerke zu Papier brachte und sich die restlichen Kinder mit Traktor- und Kettcar- fahren beschäftigten.



Kurz nach 11 spazierten wir mit frischem  Fladenbrot (von Helmut), Traubensaft, Becher und Tischdecke zur dritten Passionswegstation: Jesus feiert das erste Abendmahl. Dort lagerten wir uns auf der Wiese und teilten Brot und Traubensaft miteinander. Besonders lecker schmeckten dazu die ersten  „bitteren Kräuter“, die wir direkt auf der Wiese pflücken konnten: Löwenzahn, Sauerampfer, Spitzwegerich und Gänseblümchen.  Zurück an unserer Villa schrieben die Großen ins Wetterblatt morgens 3 Grad, mittags 9, bei Sonne und Wolken.

Frühlingsanfang, Sonnenfinsternis und Weichkäse  -  das waren drei große Themen am Freitag, 20. März. Zum ersten Mal feierten wir Morgenkreis unterm blauen Himmel. Selbst Vroni stimmte mit ein und wir verfolgten hautnah einige streitende Eichelhäher. Desirée hatte für Leif eine Lerngeschichte

geschrieben und betont, dass er jetzt schon wie ein großes Kind jeden Tag im Kindi bleibt und ganz viele Dinge weiß, die wir jeden Tag tun. Heute hat Leif sogar die Regeln abgefragt. Beim Vespern gab es wieder eine Überraschung: unser erster Weichkäse schmeckte vorzüglich und alle bekamen ein Stück davon mit nachhause. Vom Förster Dold bekam Helmut die Erlaubnis, ein paar junge Eschen beim Schlossberg holen zu dürfen, fürs Grünholzschnitzen. „Außerdem waren wir schon ganz lange nichtmehr auf dem Schlossberg“, stellten die Älteren fest. Vor der Abfahrt übten alle, wie das Stück Rettungsfolie doppelt gefaltet vor die Augen gehalten werden muss, um in die Sonne schauen zu können. Nach dem Füttern und Melken fuhren wir zum Schlossberg. Dort suchten wir nach den jungen Eschen, Helmut sägte sie um und alle halfen mit beim Abtransport. 



Oben auf dem Schlossberg schauten sich alle das erste Mal die zunehmende Sonnenfinsternis an. Das beeindruckte schon sehr und nach und nach trübte sich die Umgebung ein und es wurde kühler. Beim Spielen entdeckten die „alten Hasen“ ihre alten Verstecke, Mauern und Weg wieder und erinnerten sich an manches Abenteuer am Feuer. Noch zweimal betrachteten wir das Himmelsschauspiel und fuhren dann zurück.

Die Vorschülerinnen vertieften sich wieder in die Eierschachteln und entdeckten dabei manches Zahlenmuster. Ferdinand kümmerte sich um eine beschädigte Schaufel und Rebecca fuhr mit Anna Traktor. Beim Abholen stellten wir fest, dass ja die Sonnenfinsternis unbedingt irgendwie auch ins Wetterblatt eingetragen werden muss  -  „machen wir am Montag!“


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