Unser Osterfest begann am Dienstag, 7. 4. schon um halb acht Uhr morgens: ...

... Die Sonne schien nämlich leuchtend hell durchs Morgenkreiszimmerfenster direkt auf unser rotes Flanelltuch mit dem Bild vom verschlossenen Grab.

 


Ganz bewusst sind wir am Gründonnerstag mit diesem Bild in die Feiertage gegangen und heute wollten ich die Ostergeschichte erzählen; was passt da besser, als die hellstrahlende Sonne, die alles erleuchtet: das offene, leere Grab, aus dem Jesus auferstanden war, die beiden Frauen und der Engel mit seinem: „Fürchtet euch nicht! Jesus ist auferstanden, wie er es euch gesagt hat. Geht schnell und sagt es einen Jüngern!“   Leider stand die Sonne während des Erzählens im Morgenkreis schon weiter „oben am Himmel“, aber eindrücklich ließ sich die Auferstehungsgeschichte dennoch erzählen. Lea beschloss: „Gell, niemand war dabei, als Jesus wieder lebendig wurde und aus dem Grab  herauskam, deshalb weiß auch niemand, wie das ging  -  außer Jesus und Gott und der Engel.“ 

Ja, das Schönste an Ostern ist die Gewissheit, dass Jesus den Tod ein für alle Mal überwunden hat und uns damit den Weg zum ewigen Leben schenkt. Unser gemeinsames Vespern bekam auch einen österlichen Charakter durch die leckeren, selbstgemachten Hasen- und Eier-Ausstecherle, die Ferdinand von zuhause mitgebracht hatte. Nach dem Melken stiegen wir über die Pferdeweide steil bergauf bis zur Burg, denn dort sollte es etwas zum Suchen geben. Tatsächlich entdeckten die Kinder nach und nach 7 Osternestchen mit je 4 Eiern. Damit keines Schaden nimmt, verpackten wir die Eier für den Heimweg in Schachteln. An unserer Villa hat Lea dann alle Nester wieder befüllt, während die andern Kinder fröhlich mit den Kindern der Familie Gutekunst bis zum Abholen spielten.




Das Wetterblatt geriet indes in Vergessenheit, wobei es interessante Zahlen abzulesen gab: morgens minus 5 und mittags plus 9 Grad!

Morgens minus 5 und mittags 8 Grad notierte Lea im Wetterblatt am Mittwoch, 8. April kurz vor 12 Uhr. Im Morgenkreis hörten und sahen wir die erste Geschichte, in der der auferstandene Jesus seinen Jüngern begegnet: Zwei seiner Jünger gehen am Sonntag nach Emmaus. Enttäuscht und traurig, weil sie ihren Herrn und Meister verloren haben. Da kommt Jesus zu ihnen und geht mit. Sie erkennen ihn nicht. ER fragt, warum sie so traurig sind. Sie erzählen von den letzten Tagen und dass sie solche Hoffnung hatten, dass Er der Retter für Israel sei. Jetzt aber sei alles aus, denn Jesus sei tot. Zwar hätten zwei Frauen behauptet, das Grab sei leer und ein Engel habe ihnen erklärt, dass Jesus lebt. Aber niemand habe ihn gesehen.

Da sagt Jesus zu ihnen: „Wie schwer tut ihr euch zu glauben, was die Propheten vorausgesagt haben! Der versprochene Retter musste dies alles erleiden, um zu seiner Herrlichkeit zu gelangen!“ In Emmaus angekommen bitten die beiden Jünger, dass Jesus bei ihnen bleibt. Beim Abendessen nimmt Jesus das Brot, dankt Gott, bricht es und gibt ihnen davon. Da gehen ihnen die Augen auf und sie erkennen Jesus. Im selben Augenblick ist ER verschwunden.  Ein Staunen wie bei den beiden Jüngern damals legte sich auch bei uns in unsere kleine Runde.  Desirée hatte eine Lerngeschichte für Lea geschrieben und Lea überlegte, welche Bilder sie dazu malen könnte. Nach dem Vespern und dem Melken wanderten wir Richtung Schiltach, in der Hoffnung einige Huflattich-Blüten sammeln zu können. Anfangs fanden wir gar keine, dafür aber ein paar Eiszapfen und etliche weißblühenden „Blumen“, die wir aber im



Bestimmungsbuch nicht finden konnten; „Dann fragen wir den Thomas in Tübingen, der kennt die bestimmt,“ erklärte Lea.  Auf halben Weg leuchtete es dann doch endlich gelb und wir sammelten alle „Huflattiche“ in Stofftaschen. Nach dem Aufstieg lagerten wir auf einer Wiese in herrlichem Sonnenschein. Es gab Sauerampfer, Gänseblümchen, Löwenzahn, Spitzwegerich zum Essen und den Herrn und die Frau Zitronenfalter zum hinterherrennen. Und wer genug gerannt war. ließ sich die Wiese hinunterkullern  -  zur Erholung! In unserer Villa breiteten wir schließlich einen ganzen Tisch voll Huflattich aus.

In T-schirts spielten unsere Kinder am Donnerstag um die Mittagszeit draußen in der Sonne und Lea schrieb 12 Grad ins Wetterblatt. Morgens war es schon so sonnig, dass wir unseren ersten Morgenkreis draußen feiern konnten. Mit einer  „Schweigeminute“  für die vielerlei Vogelstimmen begannen wir. In der biblischen Geschichte ging es um den Jünger Tomas, der erst glauben wollte, dass Jesus lebt, wenn er ihn angefasst hat; als Jesus ihm seine Hände hinhält und bittet: „Leg deine Finger in meine Wunden und dann hör auf zu zweifeln und glaube, dass ich es bin!“ da kann Tomas antworten: „Mein Herr 



und mein Gott!“  Jesus sagt: „Bist du jetzt überzeugt, weil du mich gesehen hast? Freuen dürfen sich alle, die mich nicht sehen und mir trotzdem vertrauen!“  Wir stellten fest, dass das bei uns ja auch so ist: Jesus und Gott können wir zwar nicht sehen und anfassen, aber wir können trotzdem an ihn glauben. Beim Melken kamen wir auf eine kleine, vielleicht eher kindliche Idee: „Die Milch bei der Vroni kann man auch nicht sehen,  man muss hingehen und vorsichtig melken, dann sieht man die Milch!“ Nach dem Melken packten wir zum ersten Mal in diesem Jahr die Rucksäcke und wanderten vorbei am Schwenkenhof Richtung Elefantenhund. Unterwegs nahmen wir auf Sandsteinbrocken Platz, um in der Sonne zu vespern. Eifrig suchten wir wieder nach Huflattich. 

Der Elefantenhund kam mal kurz vorbei, sehr friedlich sah er sich alles an und verschwand dann wieder.„Der ist ja noch viel größer als unsere Klara“, meinte Leif erstaunt. Mit einer halb gefüllten Stofftasche Huflattich traten wir den Heimweg an. Natürlich genossen wir wieder die ersten Frühlingskräuter und entdeckten dazu noch den Gundermann mit seinem besonderen Aroma. Die Zeit bis zum Abholen verbrachten unsere „Jungs“ auf der Ziehbank.

Der Thomas (Klingseis) in Tübingen hat gemailt: das ist die Weiße Pestwurz, Petasites alba. Ein Korbblütler (Asteraceae) -  wie Gänseblümchen, Löwenzahn, Astern ... die einzelne Blüte ist winzig klein und sind zu vielen in Körbchen angeordnet.



Und noch ganz viele Details dazu geschrieben!  Klasse und vielen Dank. Gegen Mittag untersuchten wir solch eine weiße Pestwurz mal genauer. Die biblische Geschichte erzählte, wie Jesus 7 von seinen Jüngern am See Tiberias begegnete. Die waren die ganze Nacht zum Fischen unterwegs und fingen nichts. Morgens am Ufer fragt sie jemand (Jesus), ob sie nichts gefangen hätten? Sie sollen ihre Netzte auf der rechten Seite auswerfen. Da fingen sie so viele Fische, dass sie die Netze kaum ziehen konnten. Zurück am Ufer brannte schon ein Feuer, auf dem Fische brieten, und Brot war gerichtet.

 Der Fremde lud sie zum Essen ein und teilte das Brot aus. Da erkannten die Jünger ihren Herrn  Am Morgen beim Melken hat Leif tatsächlich einige „Spritzer“ Milch aus dem Euter von Vroni gemolken. Später wollten wir nochmals Huflattich sammeln und fuhren mit dem Auto auf den Sulgen, aber vergeblich, denn entweder gab es keine oder sie wuchsen direkt an der Straße. Dafür fanden wir auf dem Heimweg durch unseren Wald einige Stellen mit ganz schön vielen Huflattichblüten. Zurück im Kindi halfen wir noch mit, den Küken ihren Stall sauber zu machen und Lea schrieb ins Wetterblatt: 7 Grad morgens und 12 Grad mittags.

 



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