Im strahlenden Sonnenschein feierten wir am Montag unseren Morgenkreis. 

Nach dem ersten Lied lauschten wir erst einmal dem Vogelstimmen-Chor um uns herum: „Die singen so schön wie wir“, ...

 


...meinte Ferdi, da rief Vroni ein kräftiges  „muh“  in unserer Richtung und bekam zur Antwort: „Jaa, wir kommen gleich!“  Aus dem Bilderbuch „Die Streithammel“ lasen wir zwei weitere Seiten, auf denen erzählt wird, wie Philip und Katharina beobachten, was passiert, wenn andere Kinder streiten und wie das ganz schön schlimm werden kann, wenn es keine Lösung gibt. Desirée hatte für Leif eine Lerngeschichte geschrieben. Gegen 9 Uhr bekamen wir Besuch: Theresa und ihre Mutter hatten sich zum Schnuppern angekündigt und wurden von allen freudig begrüßt. Lea kündigte natürlich gleich ihre „Haus- und Hofführung“  an. Wir gingen zum Füttern und zum Melken, versorgten die Milch und brachten die Küken ins Freigehege.

 

Nach Löwenzahn wollten wir suchen, um daraus Löwenzahngelee herzustellen. Das war auch gar nicht weit, denn schon auf den Wiesen um den Schwenkenhof leichteten die kleinen gelben „Sonnen“  überall. Theresa fühlte sich sichtlich wohl und hat gleich die Klara ins Herz geschlossen, als die so vergnügt ihrem Ball nachjagte. Wir vesperten am Waldrand in der Sonne und machten uns dann an die Löwenzahnblüten. Mit einer Stofftasche voll zogen wir wieder zu unserer Villa und saßen gut eine Stunde, um gemeinsam die gelben Blütenblätter vom grünen Kelch abzuzupfen; das war schon eine Herausforderung,  „soo lange dauert das!“  Immerhin schafften wir 250 Gramm  -  das gibt jedoch grade mal ca. 2 Liter Gelee.




Ausdauer und Geduld lernen geschieht so auf einer ganz natürlichen und sinnvollen Basis und mit der Belohnung, eigenes Löwenzahnblütengelee hergestellt zu haben und essen zu können.

Und wieder ein strahlender Sonnenmorgen am Dienstag. Wir bekamen Besuch: vom evang. Kindergarten Vöhringen kam das gesamte Team (5 Kolleginnen), um bei uns ihren Betriebsausflug zu beginnen  -  gute Idee! So feierten wir unseren Morgenkreis in „großer“ Runde und auch die Kinder nahmen unsere Gäste gerne in ihre Mitte. Da wurde erklärt und gezeigt, berichtet und vorgestellt, was alles zu unserem Bauernhofkindergarten gehört. 

Da wir alle Zeit der Welt haben, lief unser  „Programm“  zwar etwas langsamer, aber genauso normal, wie an den anderen Tagen ab: Tiere füttern, Vroni melken, Milch und Küken versorgen. Wir beschlossen, nochmals Löwenzahnblüten zu pflücken, denn aus den 250 Gramm von gestern sind etwa 1,5 Liter sehr leckeres Gelee  entstanden, das wir im Morgenkreis noch warm gekostet hatten. Alle waren einverstanden, auch unsere Gäste, denen wir an dieser Stelle nochmals herzlich danken für ihr Geschenk, für ihre Offenheit und die Bereitschaft, einfach mit dabei zu sein; freilich waren wir diesmal mit dem Blütenzupfen schon nach 30 Minuten fertig  -  auch dafür nochmals danke schön!

 



Die Kinder schlugen vor, dass die Erzieherinnen doch mal mit ihren Kindern zu uns kommen könnten  -  wer weiß? In der Schlussrunde wurden noch die Hühnereier eingesammelt und wir stellten unsere kleinen Besonderheiten vor: Die Ziehbank, das Blumen-Lern-Büchlein der Vorschüler und die Holzeier zum Rechnen, sowie die Ordner mit den Lerngeschichten und Wetterblättern und unsere getrockneten Lebensmittelschätze. Dann war der Vormittag schon um und die Kolleginnen bestätigten, dass wir hier schon ein kleines Paradies haben, für Kinder und Erwachsene  -  ja, es muss sich nur noch herumsprechen!

Am Mittwoch kam Theresa mit ihrer Mutter wieder und Vanessa und Rebecca ebenfalls. Wir feierten den Morgenkreis in der Sonne, hörten den Schluss des Streithammelbuches und Desirée‘s Lerngeschichte für Lea, in der sie Lea’s freundliche und offene Art den Erwachsenen und den Kindern gegenüber lobte. Nach dem Füttern versuchte sich Ferdinand zum ersten Mal beim Melken; Vanessa molk mal eben wieder 800 ml. Zum Vespern wanderten wir hinauf zum Baumhaus und genossen neben Brot, Äpfel, Joghurt und Gurken wieder einmal die herrliche Aussicht. Es blieb noch ein wenig Zeit zum Spielen und vor allem der Klara ihren Ball zu werfen.



Wir mussten zeitig zurück, denn auf der Hinweistafel für den Tag der offenen Tür musste das Datum noch geändert werden und das dauerte! Denn die Folienziffern ließen sich nur millimeterweise abkratzen. Während Vanessa mit „Eselsgeduld“ an den Ziffern mithalf, haben Lea und Ferdi im Garten die neuen Bohnen eingepflanzt. Zwischendurch gab es kleine Kostproben von der zweiten Löwenzahngelee-Produktion: „Sehr lecker und sieht aus wie Wackelpudding.“ Schließlich holten Lea und Vanessa die Vogelmiere aus der Blumenpresse und klebten sie auf eine neue Seite im Blumen-Büchlein. Unterwegs zum Baumhaus fanden sie noch die Blüte des Sauerklees, die musste natürlich heute in die Presse. Ins Wetterblatt schrieben die Vorschülerinnen morgens 6 und mittags 15 Grad und Sonne, sonst nichts.

Am Donnerstag kam Susanne (Siegl) mit Kisten voller Steckwürfel, Metallplättchen, Münzen und Papp-Legeplättchen. Für ein Projekt im Studienfach  Mathematik und mathematische Denkentwicklung sollte sie Beobachtungen erstellen, wie Kinder mit diesen Materialien umgehen: GMGM heißt  „gleiches Material in große Mengen“. Vor dem Morgenkreis halfen die Kinder mit, die Etiketten auf die Löwenzahngeleegläser zu kleben.  Nach dem Morgenkreis, in dem wir Rebeccas Bilderbuch  „Mama Muh räumt auf“ mit großer Freude lasen, und nach dem Melken, bei dem Vanessa fast die 1 Liter-Marke erreichte und Ferdi die ersten Milchtropfen im Becher hatte, wanderten wir nochmals bis hoch zum Baumhaus. Dort vesperten wir in der Sonne, Klara jagte ihren Ball und die Kinder kullerten fröhlich den schier unendlichen Hang hinunter.



Zurück an unserer Villa schauten alle gespannt, welche Schätze Susanne jetzt auspackte. Draußen auf dem Boden wurden nun einfache Konstruktionen mit den Steckwürfeln probiert; dann fingen die Ersten an, ins Gegenständlich überzugehen: ein weißes Pferd, eine Kugel, ein Klo mit Klopapier, ein Traktor, ein Roboter, eine Treppe usw., entstanden nach und nach und im regen Austausch. Schnell wurde deutlich, welches das momentane  „Hauptthema“  eines jeden Kindes ist. Über eine Stunde waren alle intensiv beschäftigt mit bauen, probieren, phantasieren, diskutieren und experimentieren, bis sie zum Schluss noch mit den Papp-Legeblättchen eine Figur legten und diese auf Papier übertrugen. So verging der Vormittag wie im Flug, es hatte nicht einmal fürs Wetterblatt gereicht  -  aber das lässt sich morgen ja nachholen.    

Am Freitag galt es, noch einiges für den Tag der offenen Tür am Sonntag, 26. 4. vorzubereiten. Im Morgenkreis gefiel allen Vanessas Bilderbuch  „Die Mäusefamilie frühstückt“ sehr, vor allem weil Vanessa fast alle gereimten Zeilen auswendig mitsprach. Desirée las ihre Lerngeschichte für Leif vor, wie begeistert und ausdauernd er gestern mit den Steckwürfeln gebaut hatte. Nach dem Füttern und Melken vesperten wir vor unserer Villa. Anschließend richteten wir Plakate und Hinweisschilder, die Desirée in Schiltach verteilte. In und um unsere Villa galt es nun aufzuräumen und zu putzen. Die Holzgartenblumen kamen als Deko neben die Haustür, die Winterkleider in Stofftaschen und der Müll in Helmuts Auto. Lea und Vanessa spannten zwei Wollefäden über unseren Gelbe-Rüben-Saatreihen und ein dritte für die Erbsen. Entlang des dritten Fadens stachen die Beiden kleine Löcher im 2-Händeabstand und füllten in jedes Loch eine Erbse. 



Vanessa verschloss alle mit frischer Wühlmaushügelerde. Gemeinsam schraubten wir die Holz-Namens-tafel an unserem Leiterwagen fest, der jetzt an der Straße steht. Wer mit seinen Aufgaben fertig war, ging zum Schaukeln oder zum Kettcar fahren. Gegen Schluss half Vanessa der Desirée beim Bodenwischen und Lea kümmerte sich schon mal ums 

Ablesen der Außentemperatur fürs Wetterblatt: 15 Grad, wie gestern, und morgens 2 Grad, auch wie gestern. Nun hoffen wir, dass trotz der nicht so schönen Wetterprognose am Sonntag doch ein paar interessierte Eltern den Weg zu uns finden. Vielleicht kann ja jemand, der diese Zeilen liest, jemanden einladen?!  DANKE!



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