Der Mai ist gekommen ...

... und hat uns gleich mal einen warmen und trockenen  Montag am 4. Mai geschenkt.


Wir feierten draußen den Morgenkreis und Jelka las ihre Lerngeschichte für Jule vor, wie eifrig sie beim Basteln der Blumentopftrommel dabei war; sozusagen als Belohnung bekam Jule von Jelka ein tolles Blumentopfbild dazu - danke!  Zu Besuch war Jessica, die sich auch auf die Anerkennungsjahresstelle beworben hat. Das Melken gestaltete sich etwas aufwändiger, weil Vroni und die beiden Kälbchen an der großen Futterraufe fressen wollten; als wir Vroni dort angebunden hatten, beschloss Tina, mal am Euter zu nuckeln, da mussten wir natürlich eingreifen. Letztlich kamen wir dann doch auf gut 5 Liter Milch, einen davon hat Vanessa mal eben gemolken! Wir wanderten in der Sonne Richtung Schwenkenhof, vesperten auf Fichtenstämmen und zogen weiter durch den Wald. 

Überall gab es Neues zu entdecken: mal duftete es süß und niemand wusste woher; der Ginster blühte herrlich gelb, die Lichtnelken leuchteten dunkel lila und die weißen Pestwurzblütenstauden sind fast einen halben Meter hoch gewachsen, wobei ihre  „Blätter sicher noch viel größer werden, bis wir sie, wie letztes Jahr, wieder als Hut mitnehmen können“, erklärte Rebecca und sammelte schon mal drei kleine ein. An einer Stelle trafen wir Weinbergschnecken, von denen Lea und Vanessa drei auf ihre Hände setzten und unterwegs beobachteten, wie sie wohin wandern. (Was sich hierbei sprachlich ereignet, würde mehrere Seiten füllen!)  An unserer Villa wollten die Mädchen dann ein Schneckenrennen veranstalten, aber die Schnecken „hatten wohl keine Lust“. 




Da schnappten die Vorschülerinnen ihre Eierschachteln und wir „rechneten“ noch eine Runde  „mit aufschreiben“. Ins Wetterblatt schrieben sie morgens 13 und mittags 19 Grad mit Wolken.

Die erste Strophe von „Der Mai ist gekommen“ übten wir im Morgenkreis am Dienstag zwar noch zaghaft, aber immerhin war eine Spur zu erkennen und Jelka spielte die Gitarre. Weil Gewitter angesagt war, beschlossen wir, lieber an unserer Villa zu bleiben. Es fielen uns auch gleich Aufgaben ein: die alten Blumentopftrommeln und die neuen sollten neue Kordeln bekommen und unser kleiner Garten einen Zaun. Nach dem Melken vesperten wir draußen auf den Bänken. 

Danach versuchten sich alle Kinder mit dem Drehen von Wollekordeln; das hat die Jüngeren ganz schön gefordert, aber mit etwas Hilfe hatten alle eine Kordel für ihre Trommeln und befestigten sie auch gleich an den Blumentöpfen. Den Zaun bauten wir nicht, weil uns Roland erzählte, dass die Fußspuren von den Schafen seien, die waren mal kurz  „ausgebüchst“.  So bleib viel Zeit zum Malen und Schneiden und Kettcarfahren. Ins Wetterblatt schrieben die Vorschülerinnen morgens 12 und mittags 15 Grad (ohne Gewitter).

Die erste  „Der Mai ist gekommen“-Strophe klang am Mittwoch schon recht musikalisch; sicher auch, weil unsere Besucherin Anna mitgesungen hat. 



Heute gab es gleich vier Lerngeschichten, zwei von Desirée und zwei von Jelka, weil wir sie am Dienstag vergessen hatten. Es ist jedes Mal spannend zu beobachten, wie die Kinder zuhören und in Gedanken die Geschichten nacherleben und dann freudig entdecken, von wem die Geschichte jeweils handelt. Für  unseren Plan hat Leif gleich mal festgemacht: „Zuerst gehen mir ins Heu zum Füttern und dann zur Vroni zum Melken.“ Weil am Sonntag Muttertag ist, diskutierten wir länger, was es denn für ein Geschenk geben könnte. Als wir uns einig waren, packten alle die Rucksäcke und wir spazierten bis zum Vesperhäusle, um dort zu vespern. Jedoch blies hier der Wind so kalt, dass wir uns bald wieder aufmachten, diesmal den Berg hinauf durch den Wald, um noch  „einiges“  zu sammeln, für das Geschenk. 

Klara jagte wieder unermüdlich ihrem Ball nach. Zurück am Kindi musste  „das Mitgebtrachte“  nun beschnitten und zusammengebunden werden, „da müssen wir morgen weitermachen“, stellten die Großen fest. Mit dem Kettcar und den Schaukeln vergnügten sich die Kinder bis zum Abholen. Morgens 11 und mittags 12 Grad bei Wolken trugen die Großen in die Wetterblätter ein  -  barfuß gehend natürlich.

Fast schon perfekt klang die Maien-Liedstrophe am Donnerstag unterm freien Himmel. Jelka hatte eine Lerngeschichte für Rebecca geschrieben. Für den Plan brauchte kaum überlegt zu werden, denn allen war klar, dass die Muttertagsgeschenke fertig werden sollten. Beim Melken versuchten sich heute neben Leif und Ferdinand auch Lea; Vanessa schaffte wieder locker ihren Liter Vroni-Milch. 



Zum Vespern saßen wir vor unserer Villa. Danach wurde es mühsam, denn die Kunst des Webens musste gelernt und geübt werden: „drüber, drunter, drüber, drunter ...“.  Die Großen schafften es bald alleine, alle anderen bekamen natürlich unsere Hilfe, bis schließlich gegen halb 12 Uhr auch das letzte Geschenk fertig war. Dass nach so viel Handarbeit endlich der ganze Körper zum Einsatz kommen muss, spürten alle und stürmten fröhlich zu den Schaukeln und zum Trampolin. Sieben Grad am Morgen und 12  Grad am Mittag stand nach 12 Uhr in den Wetterblättern.



Wir besprachen am Freitag im Morgenkreis grade die Regeln, als, wie angekündigt unser achtes Kind samt Mutter und Schwester zu uns kamen.  Unser Maien-Lied klang dann schon fast chormäßig, was sicher auch an Roberts Stimme lag; er war heute unser Gast als Bewerber für die Anerkennungsjahresstelle. Drei Lerngeschichten gab es: Jelka schrieb eine für Klara, da mussten die Kinder länger rätseln, bis sie drauf kamen, wer gemeint ist. Desirée las ihre beiden Geschichten vor für Leif und Vanessa. Wir planten nach dem Füttern, Melken und Vespern das Modell eines Hühnerhauses zu bauen, mit dem wir uns bei der Ausschreibung des Schwabo beteiligen wollen. Da können Kitas z.B. ein Gartenhaus gewinnen, wenn sie eindrucksvoll darum werben. Wir haben mit Familie Gutekunst beschlossen, am nötigsten bräuchten die Küken ein neues Zuhause. 

Die Kinder versuchten nun, die Holzteile des Modells so zusammenzufügen, dass ein Häusle daraus entsteht. Nach einigen Versuchen gelang es im Teamwork und mit viel Diskussion. Alle halfen beim Zusammenschrauben mit und bald war das Gemeinschaftswerk fertig. Jetzt fehlten noch die Hühner und die Nester und die Eier. Also formten die Kinder mit Desirée und Jelka Hühner und Eier aus Ton, Robert baute mit Jule die Nester und Helmut die Sitzstange. Danach wurden die Muttertagsgeschenke verpackt und die Verpackungen mit Farben  „verschönert“.  Die letzte halbe Stunde gehörte wieder den Schaukeln und dem Trampolin, sowie abschließend den Wetterblättern. Wir danken Jelka für die gemeinsamen zwei Wochen ihres Praktikums und für alles, was sie mit uns zusammen gemacht, geteilt und erlebt hat;  wir wünschen ihr alles Gute und dass sie einen Studienplatz bekommt!



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