Dass man auf die Wetterprognosen nicht all zu viel geben sollte, ...

...erlebten wir schon am Tag der offenen Tür am Sonntag, 26. 4.


Regen und Kälte wurde prophezeit, aber Sonnenschein und kein einziger Regentropfen bescherten uns einen sehr angenehmen Sonntag und so viele Besucher wie noch nie - geschätzt über 100 Leute besuchten unsere Einrichtung. Das hat uns sehr gefreut, denn uns fehlen noch mindestens sieben Kinder. Aber nach dem Tag der offenen Tür sind wir sehr zuversichtlich, dass sich noch mehr Eltern für unseren Bauernhofkindergarten entscheiden werden -  eine weitere Anmeldung gab es am Sonntag schon!  

An dieser Stelle wollen wir ganz herzlich danke sagen, vor allem an Tabea Joos und Annette Kopp, die viele Stunden am Tag der offenen Tür im Einsatz waren; den restlichen Eltern danken wir für ihre Unterstützung mit Kuchen und Selbstgebasteltem.




Am Montag starteten wir mit dem restlichen Aufräumen. Im Morgenkreis begrüßten wir Jelka, die  2 Praktikumswochen für ihr kommendes Studium bei uns sein wird. Beim Planen für den Vormittag wurde beschlossen, zur Burgruine zu wandern und auf dem Rückweg zum Baumhaus. Also packten alle nach dem Füttern, melken, Milch und Küken versorgen ihren Rucksack und wanderten „rechtsherum“ zur Burg. Unser Jüngster, der bis vor kurzem am liebsten  „gar nicht  gelaufen“  wäre, erklärte heute: „mir gehen aber ned den Opaweg! Mir gehen heut ganz steil zur Burg nauf!“  Gesagt getan, und Leif war vorne mit dabei. Wir vesperten auf den Holzbänken und ließen uns den restlichen Kuchen von Leif‘s Mutter schmecken.

Viel Zeit zum Spielen blieb dann: Ein Mauerstück wurde zum Omnibus, Leif spielte den Fahrer, Vanessa verwandelte sich in einen Baum, der auch im Bus mitfahren wollte und so entstand eine spannende Phantasiesituation nach der andern. Wer nicht im Bus mitfuhr, schnitzte oder warf Klara ihren Ball. Viel Zeit blieb nicht mehr beim Baumhaus  -  „aber das läuft ja nicht weg!“  Auf dem Heimweg kostete, wer wollte, die ersten Spitzwegerich-Blütenknospen, Sauerampfer und Sauerklee, Veilchenblüten, Buchenblätter und Gänseblümchen  -  „Gell, man kann fast alles essen, wenn man es weiß“, stellte Vanessa nebenher fest.  An unserer Villa haben Lea und Vanessa der Jelka noch gezeigt, wie die Vorschüler mit Holzeiern  „Mathematik machen“ und wie das mit dem Wetterblatt funktioniert.



Am Dienstag zeigte das Thermometer morgens zwei Grad und entsprechend kalt und nass war es auch. Also feierten wir den Morgenkreis im Zimmer.  Desirées Lerngeschichte erzählte von Leifs Phantasie-Busfahrt und alle waren nochmals ganz begeistert, als wäre es grade eben gewesen. Wir vesperten direkt anschließend in der Villa und machten uns dann auf zum Füttern und Melken. Eine kleine Runde wollten wir trotz des unfreundlichen Wetters wandern,  „bis zum Hexenhäusle, weil die Jelka das nicht kennt“. Weil wir Besuch erwarteten, von einer interessierten Mutter mit Tochter, gingen wird wieder zur Villa, aber vergebens, der Besuch kam nicht.

Also wurde gemalt, ausgeschnitten, Memory gespielt und die Vorschülerinnen übten einen ersten Schritt im Verschriftlichen der Eierschachtel-Mathe-Spiele: in 10er-Tabellen übertrugen sie die gezählten Eier mittels Farbstift, jedes Ei als einen Kreis und jedes Ei bekam die entsprechende Ziffer; so ließ sich auf dem Papier z.B.  „rechnen“: 7 plus 3 ist gleich 10 und mit den Holzeiern wurde verglichen, ob es stimmt. Ins Wetterblatt trugen sie ein: die zwei Grad morgens, dann 5 Grad am Mittag, 25 ml Regen und Wolken.




Null Grad zeigte das Thermometer am Mittwochmorgen. Doch die Sonne schien vom blauen Himmel, sodass wir den Morgenkreis draußen feierten, heute mit Besuch von Stefanie, die sich auf die Stelle der Anerkennungspraktikantin bewirbt.  Desirée las ein Kapitel von „immer wieder schreit der Frieder“  vor und wir beschlossen, nach dem Füttern und melken endlich mal wieder mit den Pferden auszureiten. Beim Melken wagte Rebecca ihre ersten Versuche und Jelka! Die drei Vierbeiner konnten es kaum erwarten, denn auf ihrem Winterstandort gibt es natürlich keinen grünen Halm. Das hat auch zur Folge, dass die Drei ganz schön staubten beim Striegeln und jede Menge vom Winterfell verloren. Stolz saßen nach getaner Arbeit die ersten drei Kinder auf den Pferden und ritten gemütlich bis zum Vesperplatz.

Dort gab es dann reichlich Grünzeug für die Tiere, Vesper für die Kinder und den Ball für Klara. Die nächste Reiterstrecke führte bis zum Schwenkenhof. Dort legten wir eine kleine Spielpause für die Kinder ein und ein zweites Frühstück für die Tiere. Für den Rückweg nahm Ferdinand auf Mona Platz, Rebecca auf der großen Leyla und Lea auf Maiky. Das letzte Wegstück genoss Leif auf Mona und Vanessa auf Leyla. Nach dem Absatteln brachten wir die Drei wieder zu ihrem Quartier und räumten das Sattel- und Striegelzeug und die Helme wieder auf. Schaukeln, rutschen, Küken dressieren und Wetterblätter ausfüllen, das wäre in Kürze beschrieben, was in den Minuten bis zum Abholen noch alles geschah.



 „Da haben wir aber ganz schön viel vor heute“, stellte Lea am Donnerstag im Morgenkreis fest, als wir unseren Plan schmiedeten: Füttern, melken, die Küken rauslassen, Käse machen, Blumentopftrommeln für unsere neuen Kinder herstellen, die fehlenden Bilder für die Lerngeschichten malen und Bohnenkerne stecken. Zuvor las Desirée eine Lerngeschichte für Anna und eine für Rebecca vor und als Überraschung brachte sie ihre Vogelspinne mit. Sehr aufmerksam und respektvoll betrachteten und befühlten die Kinder das interessante Tier, von dem Desirée ganz spannende Eigenschaften zu berichten wusste. Nach dem Melken, bei dem sich heute vier Kinder beteiligten, vesperten wir vor unserer Villa in der Sonne. 


Zwei Arbeitsgruppen wurden danach gebildet: die Einen kümmerten sich mit Jelka und Desirée um die Blumentopftrommeln, die anderen mit Helmut um die Käseherstellung. Für die Trommeln wurden jeweils 10 Butterbrotpapierkreise ausgeschnitten, eingekleistert und über die Blumentopföffnung gespannt. Für den Käse lief alles nach dem Plan an der Kühlschranktür: mit der Harfe Säulen schneiden, 5 Minuten warten, mit dem Winkelmesser Würfel schneiden, 5 Minuten warten, mit dem Schneebesen 15 Minuten rühren, Molke absaugen, heißes Wasser hinzufügen, wieder rühren ... und immer rühren, rühren, rühren, bis am Ende die Käsemasse ins Tuch gegossen, gepresst und dann in die Pressform gefüllt wird.



Dass heute unsere drei Jüngsten diese „Arbeit“ übernahmen, war erstmalig und eine gute Erfahrung für alle Drei. Der Käselaib bekam Druck in der Presse, die Trommeln einen Gummiring zum Trocknen und jede Bohnenstange einen Feuerbohnenkern neben sich in die Erde gesteckt. 

Spülen, aufräumen, schaukeln und die Wetterblätter ausfüllen standen am Ende eines gut gefüllten und für alle gut dimensionierten Vormittags.



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