Mit allen acht Kindern ...

... feierten wir am Montag Morgenkreis und die Sonne brannte schon kräftig.


Wir sangen dennoch von der Sonne und vom Mai, der gekommen ist. Desirée hatte die erste Lerngeschichte für Theresa geschrieben. Vanessas Buch von der Mama Muh, die ein Pflaster brauchte, begeisterte alle. Nach dem Füttern und Melken wurde vor der Villa gevespert und dann übergangsweise draußen gespielt, bis Frau Jäger, Desirées Dozentin von den Zinzendorfschulen zur zweiten Lehrprobe anreiste. Die Kinder waren gut informiert und hatten sich große Mühe gegeben, die Idee und die Anweisungen von Desirée aufzunehmen und umzusetzen: Einen Kräuterquark hatte Desirée geplant. Natürlich mit selbstgemolkener und angesetzter Milch und Kräutern von den umliegenden Wiesen.

Wir wanderten bis zum Nachbarn, weil es dort eine ganz besonders kräuter- und pflanzenreiche Wiese gibt. Unsere großen Mädchen sammelten schon mal alles, was sie kannten: Spitz- und Breitwegerich, Löwenzahn, Klee, Knoblauchsrauke, Walderdbeere und Sauerampfer  -  „aber immer nur ganz junge Blätter und Blüten sammeln!“   Mit dem Bestimmungsbuch vergewisserten wir uns, dass die weiteren Kräuter auch wirklich die essbaren sind: Giersch und kriechender Günsel fanden wir im Buch. Zuhause in der Villa schnitten alle Kinder die Kräuter fein zurecht und gaben sie in die Glasschüssel. Dorthinein füllte Desirée den Quark samt etwas Milch. 




Vorsichtig rühren, würzen und in Schälchen abfüllen, mit Veilchen garnieren und fertig war eine leckere Köstlichkeit, die fast allen mundete. Auch Frau Jäger war begeistert und lobte diesen lebenspraktischen Ansatz, bei dem alle Zutaten, sowie alle Handlungsschritte in gemeinsamer  „Arbeit“  erlebt und erledigt werden konnten. Während dem Reflektionsgespräch haben unsere beiden Vorschülerinnen das gesamte Geschirr selbstständig gespült, abgetrocknet und aufgeräumt!  Vielen Dank, Lea und Vanessa, ihr seid klasse!  

Am Dienstag sangen wir im Morgenkreis u. a. die erste und die zweite Strophe vom Maien-Lied. Desirée hatte für die Vorschülerinnen eine 

Lerngeschichte geschrieben und rühmte darin zu Recht die große Hilfsbereitschaft, mit der die Beiden immer und überall mithelfen, dass unser Alltag so gut gelingt! Alle wünschten sich, endlich mal wieder mit den Pferden unterwegs zu sein. Also holten wir die Drei nach dem Melken von der Koppel. Bürsten, satteln, Helme passend machen und dann ritten die ersten drei Kinder gemütlich in den angenehm schattig, kühlen Wald hinein. Dort blieben wir auch auf der weiteren Strecke; die Kinder wechselten sich beim Reiten ab und Ferdi traute sich zum ersten Mal aufs große Pferd Layla. Erst ging es bergauf, dann wieder nach unten, Richtung Passionsweg. 



Immer interessant zu beobachten ist, wie sich die Pferde verhalten und wer oben im Sattel sitzt, erlebt und spürt das noch viel intensiver: Layla z.B. machte einen Riesensatz über ein  winziges Wasserrinnsal, während Mona und Maiky einfach drüberstapften, als wäre es nichts. Bei der zweiten Passionswegstation legten wir eine Pause ein: die Pferde ließen sich das saftige Gras schmecken, die großen Mädchen schälten die lose Rinde von der Passionswegstele und die andern Kinder vergnügten sich spielend am Waldrand. Zurück bei unserer Villa hat Vanessa allen drei Vierbeinern die Hufe gesäubert. Gemeinsam brachten wir die Pferde zurück und räumten das Reitgeschirr auf. Weil es so heiß war, verkrochen wir uns in die Villa. 

Vanessa und Lea malten eifrig die Bilder für ihre Lerngeschichten und füllten noch ihre Wetterblätter aus mit morgens 13 und mittags 23 Grad.


Nicht ganz so heiß war der Mittwoch, aber ganz schön spannend, denn „Woodly“  hat Einzug gehalten. Das neue Kälbchen, 4 Wochen alt, zog natürlich alles Interesse auf sich. Nach dem Morgenkreis folgten wir dann Roland, der heute die Vroni molk, damit Woodly etwas zum Trinken hatte. Vroni hat das Kälbchen direkt angenommen, aber mit dem Nuckeln am Euter klappte es nicht, denn Woodly trank ihre Milch bisher aus Eimern. Die ersten Streicheleinheiten gab es schon während des Melkens. 



Roland füllte von der Milch etwas in den „Nuckeleimer“ und mit vereinten Kräften versuchten wir, die Woodly zum Saugen zu bewegen, aber so recht wollte sie nicht. An der Leine sollte sie noch gehen, aber das muss sie auch erst lernen  -  „sie ist ja noch jung ...,“ meinten die Kinder „und bei Michelle hat das ja auch prima geklappt“. Nach dem Vespern kümmerten wir uns um das Hühnerhausmodell. Die Großen bemalten die Tonhühner, Küken und Eier; die Jüngeren errichteten zuerst den Gartenzaun mit Akkubohrer, Rundhölzchen, Leim und Hammer. Danach bekam das Dach einen roten Anstrich. Gemeinsam schnitten alle mit den Scheren Moos in kleine Stückchen, um die Wiese damit zu gestalten. Vanessa schnitt Stroh klein für die Nester und den Stallboden. 

Als das Moos aufgeklebt und das Stroh verteilt waren, kamen die Kartoffeln dran. Helmut zog die Furchen und die Kinder versteckten die Erdäpfel darin. Zudecken, Stöckchen als Markierung der  Reihen  reinstecken, fertig.  So verging der Vormittag wieder einmal wie im Flug. Wir versuchten nochmals, der Woodly ihre Milch anzubieten. Ein wenig trank sie und dann brachten wir sie zu Vroni auf die Weide. Jetzt sind wir gespannt, wie es mit Woodly am Montag weiter geht; wir machen erst mal Pause; bis Montag, 18. Mai.



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