Am Montag schob Anna ...

... im Morgenkreis gleich 5 Zahlenwürfel an der Monatskette vom 13. auf den 18. Mai.


Wir beschlossen, mit dem Melken zu warten, bis Roland von der Arbeit zurück ist, denn die Woodly sollte ja viel Milch von Vroni trinken. Bis dahin kümmerten wir uns um das Hühnerhausmodell: Die Großen bemalten mit Desirée alle Tonhühner und  -küken an den Schnäbeln und an den Kämmen und alle Tierchen bekamen Augen.  Nach Wunsch der Kinder befestigte Helmut alles Federvieh mit Heißkleber. Außerdem bauten wir noch einen Zaun um das Hühnerhaus herum. Dann beschlossen wir, dass unser Kunstwerk nun vollendet sei. Weil Vroni sich immer wieder  „beschwerte“, beschlossen wir dann doch, einen Versuch mit Vroni und Woodly zu starten: Vroni konnten wir anbinden, weil sie trockenes Brot bekam und dann mit etwas Unterstützung fing Woodly tatsächlich an, an Vronis 

Zitzen  zu nuckeln. Wir konnten zuschauen, wie sich das Bäuchlein des Kälbchens immer mehr füllte. Als Woodly satt war, wollten wir noch melken. aber es war alles leer.  So zogen wir zwar mit leerem Eimer aber mit einem guten Gefühl für die Tiere wieder Richtung Villa. Die restliche Zeit verbrachten die Kinder bei den Schaukeln und auf dem Trampolin. Ins Wetterblatt schrieben die Vorschülerinnen morgens 13 und mittags 16 Grad mit Sonne.

Von der Sonne sahen, bzw. spürten wir am Dienstag fast nichts. Alle Kinder kamen zu Helmut nach Hause, denn nach den Eisheiligen ist Schaf- und Bartschur angesagt (seit 15 Jahren!). Im Backhaus loderte schon das Feuer und ein Milchschaf holte Helmut aus der Herde, um es zu scheren.





Die Kinder fühlten die Wolle am Schaf: außen war sie nass und kalt und innen, an der Haut warm und trocken und fast so lang wie eine Kinderhand. Dann kam die Schermaschine zum Einsatz: Bald stand das Schaf ganz nackig da und sah ganz anders aus, als vorhin. Die schöne Wolle wurde nun gewaschen. In drei Wannen füllten die Kinder warmes Wasser und die Vorschülerinnen raspelten Kernseife dazu. Ärmel hoch und kräftig rühren, hieß es dann; von der ersten in die zweite und dann in die dritte Wanne und zum Schluss aufs Gitter, damit die Sonne und der Regen noch etwa vier Wochen lang ihre Dienste erweisen. Gegen 10 Uhr kam der Pizzateig auf den Tisch. Jedes Kind wellte sich eine kleine Pizza aus, belegte sie mit Salami, Tomaten, Mais und Paprika; obendrauf der Käse und dann ab ins Backhäusle mit 

dem  „Schießer“ in den Ofen. Binnen weniger Minuten duftete es herrlich und das erste Blech mit Pizza stand schon zum Verzehr bereit. Alle genossen ihre kleinen Kunstwerke unterm Dach und waren begeistert  - draußen und frisch vom Feuer schmeckt’s halt am besten.  Die nächste kleine Herausforderung war der Bart von Helmut, so alt und so lang wie die Wolle des Schafes: jetzt wird auch diese Wolle abgeschnitten. Die Großen kennen das schon und schnitten mutig drauf los, während die Jüngeren eher mit Respekt einfach nur zuschauten.  „Du siehst ganz anders  aus“, stellten sie fest, als der Bart abgeschnitten war  -  „wie beim Schäfle vorhin“. Leider blieb das Wetter sehr ungemütlich, nass und kalt, sodass wir die Schlussrunde im Haus verbrachten. 



Jule erfand das Ameisen-Rennspiel und alle rannten in der Waschküche im Kreis herum, vergnügt, glücklich und gut aufgewärmt. 

Am Mittwoch ließ sich die Sonne nur für wenige Minuten sehen; dafür regnete es die restliche Zeit und blieb recht kalt. Wohl dem, der eine Villa hat und dazu noch mit Fußbodenheizung.  Aha, das sind also die sogenannten Wald- und Naturkinder(gärten)? Zugegeben, so ganz eisern halten wir es nicht mit dem  „Immer-draußen-sein“, aber deshalb sind wir noch lange keine Stubenhocker, die nur bei „Schönwetter“ rausgehen. Und am Käsetag brauchen wir die Zeit bis etwa 11 Uhr fürs  „Käsen“. Natürlich sind wir (im Regen) zur Vroni und zur Woodly gegangen, haben Vroni angebunden und mit frischen Gras versorgt, damit Woodly in aller Ruhe

Frühstücken konnte. Das klappt inzwischen so gut, dass bei unserem anschließenden Melkversuch nur noch drei Tropfen Milch kamen. Im Käsekessel hatte das Lab inzwischen die Milch zum Stocken gebracht. Vanessa schnitt mit der Harfe die Säulen und die Würfel; Ferdinand rührte geduldig die ersten 15 Vorkäse-Minuten lang. Zum guten  Schluss halfen alle wieder gerne und fasziniert mit beim Abfüllen ins Käsetuch und in die Pressform. Mit Freude malten die Großen an ihren Bildern zu den Lerngeschichten, während der Rest beschloss, draußen im Regen zu spielen. Klar wird man da nass, aber dazu hat jedes Kind Ersatzkleider und wenn die Stiefel aufgeweicht sind, geht frau eben in den Hausschuhen nach Hause. 



Die Vorschülerinnen rechneten eine große Runde mit den Holzeiern und ihren Eierschachteln und schrieben nebenher einige Zahlen auf, die meisten richtig herum ...  Wie in vielen unserer lebenspraktischen Alltagssituationen ereignet sich auch hier das Lernen spielerisch und nebenher.  

Den Morgenkreis am Donnerstag konnten wir draußen feiern, weil die Sonne uns bei 7 Grad wärmte. Als wir zum Tagesplan kamen, hatten sich die ersten dicken Wolken vor die Sonne geschoben. Roland erzählte von vergeblichen Versuchen, der Woodly die  Milchpulvermilch mittels Nuckeleimer zu verabreichen und überließ es uns, ob wir es auch versuchen wollten  -  die Kinder und wir wollten. Also gingen Lea, Ferdi, Leif und Helmut in den Heizraum, um das Milchpulver anzurühren, während die

anderen Kinder mit Desirée und Susanne die Woodly von der Weide holten. Zu unser aller Erstaunen saugte das Kälbchen ohne mit der Wimper zu zucken fast zwei Drittel der Milch über den „Schnulli“. Woodly war satt und wir konnten in aller Ruhe die Vroni melken, bzw. das Melken üben, wie heute Ferdinand, dem zum ersten Mal und sehr stolz einige Spritzer Milch in den Becher gelungen sind. Wir vesperten vor der Villa und machten uns dann auf zum Passionsweg, wo wir an der zweiten Steele die restliche Rinde abschälen wollten. Mit Schraubenziehern und Unkrautstecher ging’s ans Werk, doch bald war die Rinde nicht mehr zu erreichen. „Eine Leiter wäre das Beste“, beschlossen die Großen. 



Aststücke fanden sich schnell, aber nichts, um sie zusammen zu binden. „Morgen nehmen wir Schnur mit, dann klappt’s“.  Über eine Stunde lang beschäftigten sich alle Kinder entweder mit dem Wohnungsbau für Weinbergschnecken auf langen Rindenstücken, mit Pusteblumen, Grashalmen, die länger waren als die Kinder groß oder mit Klara und ihrem Ball. Wie sich die Ruhe einer Schnecke überträgt, war bei unserem Jüngsten zu beobachten, der  minutenlang am Boden hockte, um einfach nur den Bewegungen der Schnecke zuzuschauen; ganzheitliche Sinnesschulung könnte man es auch nennen. Kurz vor 12 Uhr trafen wir wieder an der Villa ein, wo Lea und Vanessa ihre Wetterblätter ausfüllten: morgens 6 und mittags 10 Grad bei wenig Sonne und vielen Wolken.

Am Freitag feierten wir den Morgenkreis in der Sonne. Eine kleine Herausforderung sollte es mit Woodly und Vroni geben, denn alle 4 Kühe waren auf der Weide. Roland erklärte uns, dass er am Vorabend Vroni angebunden hatte und Woodly dann trinken konnte.  Wir wollten versuchen, der Woodly die Milchpulvermilch mit dem „Nuckeleimer“ zu servieren und nebenher die angebundene Vroni melken. Leider kamen wir nicht ans Milchpulver, aber Woodly genoss dafür die echte Milch von Vroni, während alle Kinder eifrig Gras rupften, um die Kuhmama damit zu füttern, denn so blieb sie recht friedlich stehen.



Nach dem Vespern machten wir uns wieder auf zum Passionsweg, diesmal mit Schnur, Eimer und Bechern, denn wir wollten auf dem Rückweg Kleeblüten, Brombeer- und Himbeerblätter, sowie Tannenspitzen sammeln. An der Passionssteele wurde die Leiter zusammengebunden und die restliche Rinde entfernt. Gleich am Wegrand blühte der rote Klee und alle halfen beim Pflücken der Blütenköpfe. Ein paar Meter weiter im Wald begannen wir mit der Suche nach Waldmeister ohne Blüten - gar nicht so einfach!  Nebenher pflückten wir Himbeer- und Brombeerblätter und zum Schluss, direkt neben den Kühen noch einen ganzen Eimer voll Tannenspitzen. Daraus soll ein sogenannter „Waldhonig“ entstehen  -  mal sehen.

Zurück an unserer Villa blieb noch ein wenig Zeit für die Kräuter im Garten, die wir da nicht haben wollen und weil jetzt eine Woche Ferien sind, zupften wir die größeren aus dem Gartenbeet. Dabei entdeckten wir die ersten grünen „Blättchen“ der Gelberüben und zwei Kartoffelpflanzen, „die sind aber vom letzten Jahr“. Nun sind wir gespannt, was bis zum 1. Juni alles gewachsen ist.  Schöne Ferien!



Nachtrag ...

Am Abend des 22. Mai fand die Gründungsversammlung für den neuen Trägerverein statt; jede Elternfamilie war vertreten und insgesamt 14 Leute beschlossen die Vereinssatzung und wählten den Vorstand, sodass ab dem 1. Juli der Bauernhofkindergarten Schiltach e.V.  die Trägerschaft für den zukünftigen Bauernhofkindergarten Schiltach übernehmen kann.


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