Recht frisch begann der Montag, als wir uns zum Morgenkreis vor unserer Villa versammelten. 

Drei Lerngeschichten gab es, eine für Ferdi und Jule, von Susanne geschrieben und eine von Desirée für Theresa geschrieben.

 


Unsere Lerngeschichten werden übrigens nach dem Vorlesen in die Ordner der Kinder geheftet und können dort von Kindern und Eltern gelesen und die Bilder angeschaut werden, vorausgesetzt, die Kinder erlauben es.  Wir beschlossen, dass nach dem gemeinsamen Melken und Woodly-füttern die Großen im Wald nach den Pfifferlingen schauen, ob die gewachsen sind und der Rest am Haus bleibt.  Hier wurde Memory gespielt, Bilderbücher angeschaut und geschaukelt, während im Wald nur eine Hand voll  „mittelgroßer“  Pfifferlinge zu finden waren. Später malten die Großen allerlei Bauernhoftiere auf DIN A 4-Blätter, denn die sollen einmal auf Helmuts Auto, wenn alles so weit ist. Ferdinand kreierte ein Schaf, Lea und Vanessa entwarfen Hühner, Hasen, ein Pferd, eine Katze und Gartengemüse, während die Jüngeren immer mal wieder vorbeischauten, um zu sehen und zu raten, was da als nächstes gemalt wird.

„Jetzt brauchen wir noch einen Traktor“, lautete der Beschluss und Nathanael legte los; Vanessa stand ihm mit ihrem Traktor in nichts nach, wobei sie ja auch fast doppelt so alt ist. Deshalb spielt es keine Rolle, wie die Zeichnungen aussehen,  Hauptsache es hat etwas mit Bauernhof zu tun, denn ab Mittwoch sind wir ein Bauernhofkindergarten.

Schon recht heiß brannte die Sonne am Dienstag, als wir draußen den Morgenkreis feierten. Auch für die Tiere ist diese Hitze schier unerträglich. Als wir Vroni zum Melken holen wollten, brauchte es zwei Anläufe, bis sie sich dann ganz oben am Waldrand persönlich abholen ließ. Ohne Strick und freiwillig  „galoppierte“  sie dann die Weide hinunter und Woodly hinterher.  Nach dem Melken packten wir insgesamt drei Autos mit 10 Kindern und drei Erwachsenen voll, um nach Schiltach an die Kinzig zum Baden zu fahren.Text




Kurz gevespert und schon standen alle im kühlen Nass und genossen das Wasser. Ob Steine suchen, oder werfen, mit dem Kescher  fischen oder nach kleinen Krebsen und Blutegeln suchen, im Wasser gibt es immer viele Geheimnisse. So verging die Zeit wie im Flug und wir kamen erst Punkt zwölf Uhr an unserer Villa wieder an. Ins Wetterblatt schrieben die Vorschülerinnen morgens 16 und mittags 28 Grad im Schatten.

Noch heißer brannte die Sonne am Mittwoch, während wir Morgenkreis feierten. Desirée las eine Lerngeschichte für Leif und eine Für Lea vor. Zur Feier des Tages (erster Tag als Bauernhofkindergarten)  brachte uns Tabea Joos eine hübsche Blechdose mit zweierlei Gummibären mit:

die  „alten“ Bärchen in der alten Tüte und die neuen Bärchen in der neuen Tüte, verbunden mit dem Wunsch, dass das Alte mit geht und das Neue allen wohl bekommt.  Helmut hat Vroni wieder persönlich abgeholt (ohne Strick!) und sie galoppierte wieder fröhlich bis zum Stall und Woodly hinterher. Die Bremsen waren heute so schlimm, dass Vanessa mit einer Fliegenklatsche die Vroni verteidigte und wir einigermaßen melken konnten. Nach dem die Tiere und die Milch versorgt waren, packten wir unsere Badesachen und fuhren mit 7 Kindern an die Kinzig. Einfach herrlich ist das Wasser bei diesen Temperaturen und die Kinder genossen die Zeit bis zwanzig vor 12.



TextKlara bekam ihren Ball ins Wasser geworfen, Lea führte ihre Schwimm- und Tauchkünste vor und Vanessa wagte auch ein paar Schwimmzüge in dem recht kalten Wasser  -  Respekt!  Auf dem Rückweg stand mitten im Wald ein Langholzlaster, um Fichtenstämme aufzuladen, da konnten wir noch sehr gut und genau zuschauen. Zuhause in der Villa schrieben die Großen ins Wetterblatt: morgens 18 und mittags 30 Grad.

Weil die Überraschung bei der Hitze nur unter Dach möglich war und Rötenberger Biolandbauer Gerhard Wössner kurzfristig in seiner Halle Platz für uns schaffte  (Herzlichen Dank dafür!), trafen wir uns am Donnerstag auf dem Bauernhof von Gerhard. 

Natürlich entdeckten die Kinder schon vor dem Morgenkreis die drei jungen Kätzchen, die dann den restlichen Vormittag immer wieder zum Schmusen und Spielen aufgesuchten wurden. Nach dem Morgenkreis und dem Vespern trafen wir die Vorbereitungen für die Überraschung: Helmut fuhr sein Auto in die Halle. Das hatte anstelle des bisherigen Blau nun ein  orange-bräunlichen Grundanstrich.  Und der musste jetzt  veredelt werden. Also schlüpften die Kinder in ihre Malkittel, bekamen einen Pinsel und teilten sich in zwei Teams auf: Desirée und 4 Kinder links vom Auto, Helmut und 4 Kinder rechts. Nach ein paar Übungsstrichen klappte der Farbauftrag durch die Kinder recht gut und die

 



Erwachsenen verteilten mit der Schaumstoffwalze alles gleichmäßig. Bald waren die 4 Seiten fertig gestrichen und die Kinder konnten sich um die Tiere kümmern. Die Katzenbabys zuerst, dann die Pferde und das Wildschwein. Gegen 11.30 Uhr bekam Helmut einen Anruf, dass das Gesundheitsamt u.a.  zur Kontrolle in unserer Villa seien ...  Nach 12.30 Uhr musste sich Helmut dann anhören, was zukünftig nicht mehr geht  ...  An einer anderen Stelle werden wir darüber berichten.

Der Freitagmorgen war sehr geprägt von den Auflagen der Behörden und wir besprachen lange mit den Kindern, warum wir jetzt die Vroni nicht mehr melken, die Woodly nicht mehr füttern und überhaupt keine Tiere mehr anfassen dürfen. Letztlich verstehen kann das niemand von uns und auch nicht, dass wir das Quellwasser von Gutekunst’s  nicht benutzen dürfen. Das gilt auch für die Milch von Vroni und unsere Käseherstellung alle drei Wochen.  Weil wir auch nicht mehr in der Kinzig baden dürfen  (kein öffentliches Badegewässer),

überlegten wir lange, wo es denn noch ein Wasser in der Nähe gäbe, das wir benutzen könnten bei dieser Hitze.  Also fuhren wir nach Schiltach zur kleinen Wassertretanlage. Das hat natürlich nichts mit einem echten Fluss gemein, aber immerhin war es im Wald schön kühl und das Wasser schön kalt. Eine Gruppe vom katholischen Kindergarten kam wie immer freitags noch dazu, aber wir gingen erst mal getrennte Wege. Nach dem Vespern vergnügten sich unsere Kinder wieder im Wasserbecken und drum herum. Marina kam mit Leif und Freya  „plötzlich“  angefahren, sie hatten Eis gekauft und wollten es auf dem Waldweg zu uns in den Kindi bringen  -  da trafen sie uns schon gleich an der Wassertretanlage und alle genossen das leckere Eisgeschenk;  vielen Dank dafür. Ob Wasserballwerfen (stehend auf dem Geländer), wasserschöpfen und kochen, einfach spritzen und plantschen, alle waren in ihrem Element, bis wir kurz vor 12 Uhr zurückfahren mussten. Da merkten wir erst, wie heiß es geworden ist und waren froh, dieses kühle Plätzchen aufgesucht zu haben.



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Kommentare: 1
  • #1

    Andreas Niesel (Freitag, 03 Juli 2015 22:47)

    Lieber Helmut!
    Es ist immer wieder schön, Deine tollen Berichte zu lesen und die wunderschönen Bilder von Euren Aktivitäten anzuschauen!!
    Vielen Dank dafür!
    A n d r e a s N i e s e l