Robert kam am Montag, 13. Juli schon früh morgens zu uns; er wird ab September ...

... als unser Praktikant im Anerkennungsjahr mit uns unterwegs sein wird.

 


Das haben wir heute gleich schon  „geübt“ und die Kinder haben Robert auch gleich in Beschlag genommen. Ob im Morgenkreis oder beim Abfüllen unseres Holunder- und Lindenblütentees, beim Unterwegssein, beim Blasrohrherstellen oder beim Spielen, die Kinder haben ihn schon ins Herz geschlossen. Im Morgenkreis las Desirée ihre Lerngeschichte für Ferdinand vor und wir beschlossen, nach dem Vespern in den Wald zu ziehen, um nach kleineren Astgabeln zu suchen. Die werden eines unserer Angebote sein beim Erlebnistag Landwirtschaft am 26. Juli in Lauterbach-Sulzbach: In die Gabeln werden Wollefäden gespannt und 

 dazwischen wird dann Naturmaterial hineingewoben.Gar nicht so einfach gestaltete sich die Suche nach den Astgabeln. Die Vorschülerinnen entfernten nach dem Absägen die Zweige und transportierten die Gabeln bis zum Waldweg. Nach gut einer Stunde hatten wir doch eine größere Menge beisammen. So blieb noch Zeit, um aus Holunderruten Blasrohre herzustellen. Eine kleine Herausforderung ist das Entfernen des Marks, aber mit Handbohrer, Fahrradspeichen und langen Spaxschrauben schafften wir für alle Kinder mindestens ein Rohr zum Durchpusten. Zum Schluss ging‘s wieder zu den Schaukeln und zum Trampolin.




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Am Dienstag las Desirée im Morgenkreis vor ihrer Lerngeschichte für Lea ein Bilderbuch, das Theresa mitgebracht hatte, für alle vor; es erzählte, wie eine Entenfamilie einen großen neuen Teich bekam: ein Bagger grub das Loch und ein Milchtankwagen füllte seine ganze Tankfüllung mit frischem Wasser hinein. Dass das eine Anspielung auf die Trinkwassersituation bei uns und vor allem bei Familie Gutekunst sein könnte, kam uns erst am Mittag, als wir auf dem Heimweg einen Bagger mitten im Wald neben einem großen Erdloch stehen sahen und nicht recht wussten, ob das die Arbeit vom Roland ist. Er erzählte uns später von seinem neuen Vorhaben; wir sind gespannt und hoffen sehr, dass das eine Lösung 

 

werden kann. Unser Weg führte uns rechtsherum, Richtung Brunnen. Wir fanden einen dicken Weißtannenstamm auf dem wir vesperten. Ein paar Schritte weiter entdeckten wir tatsächlich eine Hand voll Pfifferlinge, obwohl es doch seit Tagen so trocken ist. Noch spannender: auf einer Waldlichtung lagen mehrere Federn verstreut auf dem Boden, vom Bussard, von Tauben, vom Eichelhäher und noch anderen Vögeln.  „Da hat wohl ein Raubvogel seinen Vesperplatz“ beschlossen die Großen und alle sammelten eifrig die schönsten Federn ein. Kleine Knochenstücke entdeckte Vanessa und als Krönung die Geweihstange eines 2-jährigen Rehbockes. Pfifferlinge gab es leider keine mehr, aber dafür jede Menge Walderdbeerchen.



Am Mittwoch beschlossen wir im Morgenkreis gleich für zwei Tage unsere Planungen, denn die Hitze soll ja immer schlimmer werden. Also wollten wir heute einen letzten Versuch unternehmen, vielleicht doch noch ein paar Pfifferlinge zu finden. Und weil es am Donnerstag eigentlich nur noch am Wasser auszuhalten sein wird, werden wir uns ein Bächle aussuchen, denn in die Kinzig bei Schiltach dürfen wir ja nicht mehr, laut Gesundheitsamt. So zogen wir mit den Rucksäcken den Wald hinunter Richtung Schiltach. Gevespert wurde auf Baumstämmen und alle teilten fröhlich mit Jule, deren Rucksack ausversehen zuhause liegen blieb. Wir wanderten 

einmal um den Berg herum, aber nicht ein einziger Pilz zeigte sich. Weil auf einem Wegstück das Johanniskraut reichlich wuchs und blühte, pflückten wir auf dem Rückweg eine halbe Stofftasche voll mit Blüten, um daraus Johanniskrautöl herzustellen. Auch auf dem restlichen Stück Rückweg fanden wir nicht eine Waldfrucht, nicht einmal Erdbeerchen; es ist viel zu trocken überall. Deshalb gießen die Kinder auch jeden Morgen vor dem Morgenkreis unseren kleinen Garten. Zurück in der Villa wurde noch gemalt und ausgeschnitten und ins Wetterblatt morgens 14 und mittags 27 Grad (im Schatten) eingetragen. Direkt nach dem Morgenkreis montierten wir am



Donnerstag unser neues Namensschild an die Garagenfront von Familie Gutekunst. Direkt danach fuhren alle in zwei PKW’s durch Schiltach Richtung Kuhbach.  Förster Wöhrle hat dem Helmut freundlicher weise gezeigt, wo es hier im Wald junge Eschen gibt, die wir beim Erlebnistag Landwirtschaft am 26. Juli in Lauterbach-Sulzbach für die Grünholzwerkstatt brauchen. Dort angekommen stellten wir die Autos ab und Helmut schlug sich durch die Büsche, den steilen Hang hinauf. Da gibt es reichlich Eschen, aber die müssen mit der Motorsäge und mit waldtauglicher Kleidung herausgeholt werden. Auf der gegenüberliegenden Seite floss ein kleiner Bach gemütlich vor sich hin. Allerdings war der Zugang so richtig dicht zugewachsen mit Springkraut, Brennnesseln und Brombeerbüschen. Aber wenn einer vorgeht und den Weg bahnt, schaffen es auch 

alle anderen. So kamen tatsächlich alle am Wasser an. Anfangs war’s fast ein bisschen kühl und frisch, aber bald erkundeten die Kinder den Bachlauf rauf und runter. Überall gab es etwas zu entdecken und auszuprobieren. Und barfuß im steinigen Bachbett will auch erst einmal geübt sein, aber wir haben ja viel Zeit und so kam’s, dass z.B. ein Staudamm entstand, eine Unterführung durchstiegen wurde und so mancher Stein ins Wasser flog und kräftig Wasser verspritzte. Kurz vor halb zwölf stiegen wir wieder in die Autos und spürten, wie heiß es inzwischen geworden war; wie schön hatten wir es am Wasser! Auch an unserer Villa brannte die Sonne unerträglich, sodass wir uns nur noch im Haus oder unterm Sonnenschirm aufhalten konnten, um zu malen oder auf der Ziehbank Stöcke zu sägen.

Im Morgenkreis am Freitag las Desirèe ihre 



Lerngeschichte für Rebecca vor und wieder huschte dieses Schmunzeln über’s  Gesicht, wenn die Kinder entdecken, das bin ja ich. Auf der Wanderkarte suchten wir nach einem Bach, den wir aufsuchen könnten. Ganz in der Nähe waren eingezeichnet: Waldspielplatz, Wassertretanlage, Grillstelle und ein Bächle. Also packten wir unsere sieben Sachen und kamen mit etwas Suchen an dem beschriebenen Gelände an. Es gab eine Grillstelle und ein Holzhaus, eine Drehschaukel und ein Metallgestell, aus dem wohl Wasser kommen kann, aber nicht bei den Temperaturen. Nach dem Vespern drehte sich alles um die Schaukel, doch die Sehnsucht nach 

einem Bach überwog bald. Aber was tun? Wir fuhren ein Stück aus dem Städtle hinaus, der schönen Kinzig entlang,  bogen rechts ab und fanden ein nettes Bächle. Zwar war der Zugang wieder zugewachsen, aber das kennen wir ja. Nicht alle sind mit hinunter ins Bächle gestiegen, aber die, die mit ins Wasser gestiegen sind, haben das kühle Nass so richtig ausgekostet. Und mit Ferdinands Spritzpistole konnte man sogar bis hinauf zu den restlichen Kindern spritzen. Zurück in unserer Villa huschten alle schnell ins Innere, da es unterm freien Himmel wirklich unerträglich heiß war: 28 Grad im Schatten schrieben die Vorschülerinnen in ihre Wetterblätter.



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