Unser neues Kindergartenjahr begann am Montag, den 31. August klein ...

... aber fein und draußen unterm Sonnenschirm. Mit nur drei ...


... Kindern und Robert, unserem neuen Anerkennungspraktikanten feierten wir den Morgenkreis zum ersten Mal ganz ohne die Großen  -  und es ging erstaunlich gut. Bei der Tagesplanung beschlossen wir, nach Schiltach an‘s kleine Bächle zu fahren. Gevespert wurde entweder auf dem Dach des Kinderhauses oder darunter. Eine Weile war das Rinnsal oberhalb der schönen klaren Kinzig interessant, aber die Sehnsucht nach Weite lockt natürlich auch schon die Jüngsten. So spazierten wir der Kinzig entlang, beobachteten Forellen, die im Wasser stehen können oder wegen einer Fliege aus dem Wasser herausspringen. „Gell, die Forellen dürfen das, aber wir nicht“,  kommen-tierte ein Kind und kam auf die interessante Frage, wo eigentlich die Kinzig hinfließt. Wir beschlossen, weil früher die Flößer mit ihren Baumstämmen oft bis nach Holland  („gefahren“ (?) sind,  dass die Kinzig in den Rhein fließt, der in die Nordsee mündet  „und dann ist man auf dem Meer!“  „Können wir das auch mal machen?“ war die logische Anschlussfrage  - 

 und die nicht verlegene Antwort: „Da müssten wir bestimmt erst tausend Ämter fragen und am Schluss wird’s verboten ...“  Einen dunkel graubraun gefiederten Vogel mit großem, weißen Brustlatz entdeckten wir am anderen Ufer. Etwa so groß wie eine Amsel hüpfte und tauchte dieses gar nicht wasserscheue Tier im Fluss, ja verschwand sogar immer wieder für einige Momente ganz unter Wasser:  „Die kann ja tauchen wie eine Ente!“ Nun wollten alle wissen, wie dieser Wasservogel wohl heißt. Gemeinsam entdeckten wir die Wasseramsel im Bestimmungsbuch. Da die Zeit vor dem Wasser allmählich langatmig wurde, beschlossen wir, nach Holunderbeeren am nahegelegenen Wald zu suchen. Allerlei Beerenfrüchte entdeckten wir und schlugen manche im Bestimmungsbuch nach, aber keinen Holunder. Also machten wir uns gegen 11 Uhr auf den Heimweg, wo wir vom Auto aus mehrere Holunderbüsche mit dunklen Beeren erspähten und beschlossen, diese am Dienstag zu pflücken.




Den Morgenkreis am Dienstag unterbrachen wir nach dem Zählen der Monatskette wegen den lang ersehnten Regentropfen gerne. In unserer Villa wurde noch Theresas Buch vom fliegenden Zirkuselefanten vorgelesen und dann beschlossen, dass wir zwei Zwergkaninchen abholen und nach Holunderbeeren suchen. Leider zog sich die Fahrt wegen einer Baustellenumleitung in Schenkenzell schier unendlich in die Länge, so dass wenig Zeit blieb, um nach den ersehnten schwarzen Beerchen zu suchen. An einigen Stellen entdeckten wir sie, doch die meisten sind noch gar nicht ausgereift. Also kehrten wir zwar sehr knapp, aber immerhin mit einem Eimer Holunderdolden und zwei Kaninchen wieder zurück.

Im Nebel, in langen Hosen und Jacken feierten wir am Mittwoch bei 10 Grad unseren Morgenkreis vor der Villa. Der ersten Lerngeschichte von Robert lauschten alle gespannt und schnell huschte wieder das berühmte Lächeln über die Kindergesichter, als sie erkannten, von wem die Geschichte handelt: von Ferdi und dem Beerenpflücken. Den ersten Abschnitt aus unserem neusten Buch: Ben, der Wildschweinkönig gab es zum Schluss. Für den Plan hielten wir fest: die Zwerghasen brauchen einen Namen, einen Stall, Futter und Wasser; die gesammelten Holunderbeeren müssen entstielt und entsaftet werden und die Gelbe Rüben wollten wir aus der Erde ziehen. Erst bestimmten wir das Geschlecht der Hasen: 



zwei Jungs erkannten wir am Penis, also bekamen sie die Namen Max und Fredi. Von Familie Gutekunst durften wir einen doppelten Hasenstall leihen. Der wurde gereinigt und frisch eingestreut mit Stroh, das Ferdi über eine Leiter herunterholte. Nach der Krallenpflege transportierten alle die Tiere, das Futter, Wasser und Gras zum Stall. Die Namen schrieb Ferdi mit Susanne über die Stalltüren und dann war mit unseren neuen Mitbewohnern für heute alles bestens. Nach dem Vespern schnitten alle mit Kinderscheren die dicken Stängel von den Holunderdolden heraus. Bald duftete es in der ganzen Villa nach Holundersaft und gespannt warteten Jule und Theresa auf die ersten Tropfen des blutroten Saftes. Während ab und zu ein Fläschchen Saft abgefüllt werden konnte, hatte Ferdi draußen viel zu schauen, denn Familie Gutekunst begann damit, einen alten Bauwagen zu renovieren. Die Mädchen genossen kleine Schlücke vom Holundersaft. 

Nach elf Uhr machten wir uns noch mit vereinten Kräften an die Karotten. Ganz schön schwer und zum Teil nur mit Nachgraben holten wir einige lustige gelbe Rüben ans Tageslicht. Anna, Theresa und Jule bürsteten alle fein säuberlich im Wassereimer ab. Robert hat zum Schluss das erste Mal mit unseren  „neuen Großen“  das Wetterblatt ausgefüllt.

Zehn Grad las Ferdinand am Donnerstag gleich schon um 8 Uhr am Thermometer ab, weil er direkt nach seiner Ankunft sein Wetterblatt ausfüllen wollte. Nach dem Morgenkreis fuhren wir  nach Fluorn, weil uns dort eine freundliche Frau ihren kompletten Holunderbusch samt Scheren und Leiter zur Verfügung stellte. Diese Fahrt hat sich wirklich gelohnt, denn in weniger als einer Stunde hatten wir 5 Eimer voller Holunderdolden. Zurück in der Villa gab es erst mal Vesper und die ersten eigenen gelbe Rüben. Anna und Jule versorgten anschließend zusammen mit Susanne unsere 



Hasen, während Ferdi auf der Gutekunstbaustelle am Bauwagen mithalf und Robert und Helmut sich um die Holunderbeeren und das Abfüllen des tiefroten Saftes kümmerten. In den Schulferienzeiten mischen sich die Kindergartenkinder immer gerne frei und fröhlich unter die Kinder unserer Gastgeberfamilie und genießen die bunte Vielfalt. Theresa und Ferdi kümmerten sich nach 12 Uhr zusammen mit Robert um das Wetterblatt, zählten mit den Ziffernkarten bis 13  (Grad)  und übten das Schreiben der Eins und der Drei.

Pünktlich um 8.30 Uhr starteten wir am Freitag  in Richtung Schiltach und betraten kurz darauf mit 4 Kindern, 3 Erwachsenen, 2 Stofftaschen, 1 Gitarre,

der Morgenkreiskerze, der Monatskette und der Liedertasche die Tagespflege Oase im Senioren-zentrum. Ein freudiges „Guten Morgen“ erklang gleich schon von den ersten Gästen herüber. Frau Haas empfing uns und Herr Esslinger genauso fröhlich und herzlich. Da tun sich Türen auf! Und Herzen! Zusammen mit Frau A. im Rollstuhl entführte uns Frau Haas gleich zum Zirkus, der ein paar Meter vom Seniorenzentrum entfernt seine Zelte aufgeschlagen hatte. Pferde, kleine Ponys, Ziegen, Kamele, Lamas und noch manch weitere Tiere zeigten sich sehr interessiert, während Frau Haas ihr mitgebrachtes Brot und Äpfel von den Kindern und Frau A. an die Tiere verfüttern ließ. Der freundliche Johann vom Zirkus nahm sich  

 



gerne der Kinderfragen an und so hatten wir einen passenden Start in den Freitagmorgen. Zurück im Seniorenzentrum frühstückten wir zusammen mit allen Besuchern der Tagespflege. Im großen Saal feierten wir unseren Morgenkreis und unser Begrüßungslied hatte fast schon Chorcharakter, denn viele Tagesgäste sangen kräftig mit. Robert las seine Lerngeschichte für Anna vor und Helmut ein Kapitel aus dem Buch von Ben, dem Wild-schweinkönig. Anschließend wanderten Theresa und Ferdi mit einer Stofftasche reihum und jeder Gast durfte fühlen, was darin verborgen war. „Aber nix verraten“  erklärten die Kinder und wenn dann ab und zu doch eine gelbe Rübe oder eine Kartoffel 

hochgehalten wurde, war das einfach lustig. Es wurde gerätselt, welche und wieviel Gartenfrüchte in der Tasche waren. Theresa hat sie dann ausgepackt und gezählt. Mit Holzeiern hantierten alle gemeinsam und wieder reihum, nach links und nach rechts weitergereicht, bis die Kinder immer 5 Eier in eine Schachtel einsammelten. Mehrere Volkslieder stimmten wir an, die Frau B. am Klavier begleitete. Dann war auch schon Essenszeit angesagt. Wie immer wurden wir wieder hervorragend bedient und verköstigt mit dem leckeren 3 Gänge-Auswahlmenü. Wir danken den Verantwortlichen und den Gästen herzlich und freuen uns auf nächste Woche.



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