Als Ferdinand am Montag mit Robert gleich morgens zum ...

... Thermometer gingen, kamen sie erstaunt zurück:

 


2 Grad und entsprechend kalt war es auch. So feierten wir den Morgenkreis im Zimmer; Ferdi schlug den Takt zum Morgenlied an und alle sangen kräftig mit. Robert hatte eine Lerngeschichte für Theresa geschrieben und Helmut las ein Stück aus Ben, dem Wildschweinkönig. Beim Tagesplan beschlossen wir, zuerst nach den Hasen zu schauen, dann zu frühstücken und  anschließend nach den Holunderbeeren in Fluorn zu sehen. Maxi und Fredi freuten sich über die mitgebrachten Karotten und das Kaninchenfutter. Als die Kinder noch Löwenzahn und Schafsgarbe pflückten, war die Welt der Mümmelmänner in Ordnung und wir gingen zum Vespern. In Fluorn hat uns die freundliche Frau Hess schon ganze Berge von Holunderzweigen abgeschnitten, sodass wir nur noch die schönen Dolden abpflücken mussten. Gegen elf Uhr kamen

 

wir wieder an unserer Villa an und schnitten die Beeren von den Stängeln. Theresa zauberte einen hübschen Natursalat aus Blütenblättern, Herbstlaub, Holunderbeeren und Gräsern, während die andern sich beim Schaukeln oder mit Gutekunsts Kinder vergnügten.

Immerhin mit 10 Grad begann der Dienstag. Wir begannen morgens schon mit dem Kochen des Holundergelee’s, wodurch der Morgenkreis warten musste, bis alle Saft in Gläser gefüllt war. Theresa beschloss schon bei der Gelierprobe des ersten Topfes, dass das ihre Lieblingsmarmelade wird. Nach dem Morgenkreis vesperten wir und gingen dann direkt zu unseren Hasen. Die freuten sich über frischen Löwenzahn. Wir freuten uns über fallende Äpfel, denn einige Kinder von Gutekunst`s schüttelten die Apfelbäume, dass es nur so  




prasselte. Mit vereinten Kräften waren bald alle verwertbaren Früchte eingesammelt. Vroni hat jetzt einen Extraplatz neben der Baumwiese bekommen, weil sie um den 9. September herum ihr Kalb gebären wird. Wir hoffen, dass wir dabei sein können. Bislang grast sie noch vergnügt und steigt schon mal locker über einen Stacheldrahtzaun, um an die Äpfel dranzukommen. Lustig ist jetzt auch der junge Truthahn zu beobachten, wie er sein Rad schlägt und interessante Balzrufe von sich gibt. Unsere Kinder verteilten sich dann wieder fröhlich unter die Kinderschar und so fanden alle einen oder mehrere Spielpartner und mancherlei spannende Beschäftigungen.

Immer wieder spickelten wir am Mittwoch zu Vroni rüber, aber es kam leider kein Kälbchen. Nach dem Morgenkreis versorgten wir die Hasen mit gelbe Rüben und Löwenzahn. Anschließend versorgten wir uns mit dem Vesper und wanderten danach Richtung Burgruine. Unsere Hoffnung auf ein paar Pilze hegten wir vergeblich: nicht einen einzigen fanden wir im Wald  -  es ist noch immer viel zu trocken! Auf der Burg fuhren die Kinder erst Mal mehrere Runden mit dem Bus. Als Jule dann vorschlug, verstecken zu spielen, hatten alle ihre Freude in den verschiedensten Verstecken und beim Zählen und Suchen. Gegen 11 Uhr traten wir den Rückweg an, besser gesagt, die Kinder rannten 

 



ihn vergnügt und geschickt hinunter bis zum Vesperhäusle. Unter einer Eiche lagen Eicheln wie ausgesät, da musste ja gesammelt und gespielt werden: Es gab Mama-, Papa- und Kinder-Eicheln, mit und ohne Hut, manche mit Augen und Nasen und was die Phantasie sonst noch so entdeckte. Mit gefüllten Jacken- und Hosentaschen kehrten wir zurück  -  und immer noch kein Kälbchen in Sicht.

Auch am Donnerstag warteten wir vergeblich auf ein Kälbchen. Vroni indes nahm‘s gelassen und als wir vom Füttern unserer Hasen zurückkamen, fraß sie mit Genuss die Äpfel, die wir ihr über den Zaum warfen. Im Morgenkreis hatten wir beschlossen, wieder in den Wald zu gehen, um nach Buchen zu suchen, die uns ihre Bucheckern schenken.

Also wanderten wir nach dem Vespern fröhlich 

Richtung Schiltach. Erstaunlich, woran sich die Kinder unterwegs so erinnerten: Ferdi z.B. entdeckte die inzwischen völlig vertrocknete Staude des Fingerhutes, an dem wir im Frühsommer ein Foto machten, weil die Staude wirklich höher als die Kinder gewachsen war. Jule fand ein  „Steinei“ und beschloss, dass sie es ausbrüten will, um zu sehen, was für Federn das Steinküken dann haben wird (allein ihre Umschreibungen unterwegs und mitten im Wald würden ein Buch füllen!). Anna fand ihren Stock und markierte damit bestimmt an hundert Stellen mittels eines Kreuzes unseren Weg, während Theresa an Roberts Hand über Gott und die Welt diskutierte  -  nur Buchen fanden wir keine. Dafür kamen wir an der Felswand vorbei, wo einst Lea „abstürzte“ und Ferdi heute seine ersten

 



Versuche unternahm. Und dann war da noch der fast 90 % steile Aufstieg: Ferdi versuchte unerbittlich, ihn zu erklimmen, bis er es schaffte. Das spornte alle anderen an und nach einiger Zeit schafften sie es auch, diese Erdwand hochzuklettern und dann natürlich runterzurutschen. Kurz vor 12 kamen wir an der Villa an und weil wir jetzt offiziell bis 13.30 Uhr geöffnet haben dürfen, blieb noch viel Zeit zum Spielen, Malen und fürs Wetterblatt.

Und immer noch kein Kälbchen am Freitag, wobei Vroni den ganzen Vormittag liegen blieb, auch als wir ihr einen halben Eimer voller Äpfel servierten. Also begannen wir unseren Tag wie immer, nein, nur fast wie immer, denn wir hatten vier Gäste zu Besuch:  Eine Mutter und ihre drei Töchter. Die  „Mittlere“ wollte mal sehen, wie es bei uns im Bauernhofkindergarten zugeht. 

Deshalb sind wir auch nicht, wie sonst üblich ins Seniorenzentrum gefahren. Nach dem Morgenkreis beschlossen wir, einfach hier zu bleiben, die Hasen zu versorgen und dann mit den beiden Ponys zu reiten. Nach dem Vespern ging’s mit Wasser, Äpfeln und Löwenzahn zu Max und Fredi. Zuerst wurden die beiden Ställe ausgemistet und frisch eingestreut, dann gab es frisches Wasser und Futter. Interessiert beobachteten wir, wie der Wind die losen Hasenhaare weit über unsere Köpfe hinweg noch oben wehte. „Die fliegen bis zum Himmel und dort machen sie ein ganz weiches Nest“, erklärte Jule das Gesehene. Bei Vroni schauten wir vorbei, um dann die Ponys abzuholen. Unterwegs bekamen die Schafe die heruntergefallenen Äpfel zugeworfen und einige nahmen wir zu Mona und Maiky mit.



 Die Beiden sattelten wir nach dem Bürsten und jedes Kind genoss die kleine Runde auf dem Rücken der Pferde. Unsere Gastkinder hatten ebenfalls ihre Freude. Gemeinsam führten die Kinder die Ponys wieder auf die Koppel zurück. Gegen halb zwölf statteten wir den Hühnern und Enten einen Besuch ab, brachten ihnen altes Brot mit, das das Federvieh gerne auch aus der Hand pickte. 

Unsere Gastkinder hätten gerne noch die beiden Katzen gesehen, aber die waren unterwegs. So blieb noch Zeit zum Schnitzen auf der Ziehbank, was unser  „mittleres“  Besuchskind natürlich ausprobieren musste. Fröhlich verabschiedeten wir uns und hoffen, dass wir vielleicht bald unser sechstes Kind bei uns willkommen heißen dürfen!   

Und natürlich das Kälbchen!     



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