Die erste Frage am Montag in der Früh lautete bei allen Ankommenden: „Ist das ...

Kälbchen da?“   „Nein, die Vroni steht immer noch alleine rum!“  Also ...


konnte man sich dem Malen widmen, wie jeden Morgen. Allerdings mit kleinen Abänderungen, denn Ferdinand‘s Schwester Mathilda hatte ihren ersten Kindergartentag und die Erwachsenen diskutierten über die Probleme im Badezimmer, wo ein Kinderklo eingebaut werden soll, was aber nach dem Öffnen der Wand anschlusstechnisch ganz schön schwierig werden wird. Dass wir heute eine Ausflug zu Jule machen, stand dann um 8 Uhr fest, als klar war, dass es nicht regnet. Gegen 9.15 Uhr kamen wir bei Jule an und wurden von allen freudig empfangen. Nach dem Vespern ging‘s in den Garten und dort an den Zwetschgenbaum, der über und über voll hing mit herrlichen Früchten. Mit Bockleitern steigen Anna, Ferdi, Susanne und Helmut zum Pflücken hinauf, Robert ist so groß, dass er ohne Hilfe pflücken konnte, während Jule, Mila und Mathilda im Sandkasten aktiv waren. Jules Mama und Papa halfen auch gleich mit, sodass wir

 bald 15 kg Zwetschgen in den Eimern hatten. In mühevoller Kleinarbeit wurde nun jede Zwetschge entsteint und mancher Wurm entdeckt: „Wie kommt eigentlich der Wurm in die Zwetschge?“  Jules Idee: „ Der hat eine Bohrmaschine und bohrt sich da rein.“  Nach getaner Arbeit hieß es natürlich schaukeln, rutschen und sandeln. Oma Edda brachte frische Brezeln und nach dem Brezel-Genuss mussten wir unsere Sachen packen. Unterwegs kauften wir Gelierzucker und Marmeladegläser. Im Kindergarten versorgten die Kinder mit Robert die Hasen und Susanne mit einer Windel die Mathilda; sie hat ihren ersten Tag sehr genossen und will gleich morgen wieder kommen. Jules Schwester Mila hatte heute ihren ersten Schnuppertag zuhause  -  das scheint ein neues Eingewöhnungsmodell werden zu können: Der Kindergarten kommt zum Kennenlernen in die Familie!




Nachdem Morgenkreis am Dienstag vesperten wir gleich hinterher, damit wir dann gestärkt losgehen konnten. Zuerst zu den schon hungrigen Hasen, und auf einen  Blick bei Vroni vorbei, die es ganz schön spannend macht mit ihrem dicken Bauch. Dann bogen wir auch gleich in den Waldweg ein und spazierten gemütlich etwas bergauf, sammelten und verglichen Binsengras und beschlossen nach ausführlicher Diskussion, den schmalen Pfad bergab zu gehen. Mit Hilfe von Robert gelang auch unserem jüngsten Kind erfolgreich der Abstieg. Unten am Vesperhäuschen wurde in der Fantasie gleichmal weitergereist, und zwar mit einem fahrenden Karussell, verschiedenen Motorrädern und zwischendurch haben Mathilda und Jule noch einige Geburtstagskuchen aus trockenen Blättern und Fichtenzapfen gebacken. Zurück an unserer Villa

las Ferdinand nur 12° am Thermometer ab, was uns beim weiteren Spielen gar nicht so kalt vorkam. Fröhlich spielten alle Kinder gemeinsam Verstecken und Mathilda wurde gleich in die besten Plätze dafür eingeweiht. Gegen Ende des Kindergartentages zogen sich Anna und Mathilda zum Malen zurück und die Schafe fraßen noch begeistert einige Äpfel, die wir ihnen hineinwarfen.

Am Mittwoch konnten wir den Morgenkreis nicht im gewohnten Zimmer feiern, weil dort durch die Kinderklo-Baustelle kein Platz mehr war. Aber im  „Wohnzimmer“ lässt sich auch ein Stuhlkreis stellen, in dem ein Papa und eine Mutter ebenfalls noch Platz fanden. Jade hatte mit ihrer Mutter beschlossen, dass sie nun doch zu uns kommen will, was uns alle sehr freut. Sie genoss ihren ersten Tag dann auch bis zur letzten Minute!



Nach dem Vespern bekamen die Hasen Gras und die Schafe Heu. Vroni konnten wir von oben betrachten und alle staunten, wie dick sie tatsächlich ist. „Auf die Burg gehen“, lautete der Gruppenkonsenz und dank Roberts Hilfe schaffte es auch unsere Jüngste bis nach oben. Jade sammelte Binsengras und flocht auf der Ruine zusammen mit Susanne ihren ersten Binsengraszopf. Während der Rest sich mit Verstecken spielen beschäftigte, ließ sich Ferdi von Robert das Flechten zeigen und zur Abwechslung ein paar Mal durch die Luft  „schwingen“. Gegen 11 Uhr fing es an zu regnen und wir spazierten zur Villa zurück. Da brach der große Hunger aus und alle vesperten die Reste aus ihren Rücksäcken. Robert rang mit den Rohrschellen hinter den Fermacell- wänden und Helmut begann mit dem Anschluss des Kinderwaschbeckens, während Susanne die Künstlerinnen am Maltisch begleitete. Ferdi trug 10° ins Wetterblatt ein, mit Wolken und Regen.

Der lang ersehnte Regen kam am Donnerstag und zum Glück regnete es den ganzen Vormittag. Wir feierten Morgenkreis wieder im Kerzenschein (ohne Kunstlicht). Bei der Lerngeschichte, die Robert geschrieben hatte, ging an der Decke das Licht an und bei Jade samt Mutter schnell ein Licht auf, dass diese kleine Dokumentation für Jade geschrieben war. Um nur ein  „Highlight“  zu erwähnen: Beim Aufstieg zur Burg gestern, kam Jades Opa die Straße hochgefahren, sah uns und seine Enkelin, hielt natürlich an, große Freude, kurze Begrüßung und weiter ging’s; da stellte Jade zum Erstaunen aller ganz spontan fest: „Oh, jetzt habe ich drei Opas und alle drei heißen Helmut!“ Nach Roberts Geschichte beschlossen wir: zuerst Vespern, dann die Hasen Versorgen und nach Vroni und Ronja zu schauen. Als die Draußenrunde beendet war, (leider immer noch kein Kälbchen) vergnügten sich die Kinder in der Villa mit malen und ausschneiden,



Susanne hatte drei Bilderbücher dabei und Robert gab immer mal wieder ein paar  „Bewegungs- spiele“  zum Besten. Nebenher mussten die Löcher in der Badezimmerwand nochmals vergrößert werden, um an die weiterführenden Rohre zu kommen. So ging ein Regenvormittag zu Ende, ohne Wetterblatt, denn Ferdi war unterwegs zur Einschulungsuntersuchung.

Pünktlich um 8.30 Uhr starteten wir am Freitag in Richtung Seniorenzentrum Schiltach: Kaum angekommen wurden wir wieder einmal von Herrn Esslinger und Frau Haas so herzlich begrüßt, dass klar war, wir sind willkommen. Auch sonst, ob von den Gästen oder von allen anderen Mitarbeitenden kam uns wieder diese liebevolle Herzlichkeit entgegen und die Kinder fühlten sich sofort wohl, selbst unsere beiden  „Neuen“, die zum ersten Mal mit in die Oase kamen. Nach dem Frühstück 

„entführte“  Frau Haas die Kinder per Aufzug in das Wohngebäude an der Oase. Die Kinder waren begeistert. Vielen Dank für alle Ideen rund um die Oase  -  sie wird immer mehr auch unsere Oase! Wir feierten wieder wie gewohnt gemeinsam mit 20 Gästen unseren Morgenkreis. Das Guten-Morgen-Lied klang schon chormäßig gut! Als Robert dann seine neuste Lerngeschichte vorlas, wie immer, ohne den Namen des Kindes zu nennen, kamen unsere Kinder beim Raten erst einmal nicht auf den Namen, da sprudelte es aus einer Dame wie selbstverständlich: „Anna! Das war doch Anna!“  Obwohl Anna heute gar nicht dabei war und wir letzte Woche nicht zu Besuch kommen konnten! Große Freude bei allen. Mit 18 verschiedenen Apfelsorten spielten wir das Partner-Such-Spiel: Alle Gäste bekamen einen Apfel und sollten nun versuchen, den Menschen zu finden, der den selben 




Apfel in Händen hält, den Menschen zu finden, der den selben Apfel in Händen hält, wie man selbst, oder vielleicht lag er ja auch auf dem Boden. Das war ein buntes und lustiges Hin und Her, bis alle 36 Äpfel in Pärchen in der Kreismitte lagen. Zum Schluss gab es noch eine „kalte“  Zwetschge in jede Hand; die zuerst Gefühle und Erinnerungen auslöste und dann auch noch mundete. Frau Müller hat uns alle mitgenommen auf musikalische Wanderschaft nach Böhmen; interessant, wieder zu beobachten, wie viele  „Gemeinsamkeiten“  es zwischen Kindern und Senioren gibt. Als die Fitnesstrainerin noch einen großen Ball ins Spiel brachte, war die 

Begeisterung und die Freude an der Bewegung groß. Das Mittagsmenü durften wir heute im Schlossbergsaal genießen, weil so viele Tagesgäste gekommen sind. In einer angenehm eleganten Atmosphäre speisten wir königlich und mit Bedienung von Marius, der sich besonders rührend um die Kinder kümmerte. Wir sagen ganz herzlichen Dank für alle Gastfreundschaft und kommen sehr gerne wieder. Übrigens können Gäste zwischen 12 Uhr und 13 Uhr die leckeren Spezialitäten der  Küche des Gottlob-Freithaler-Hauses im Schlossbergsaal täglich genießen!

Achso  -  und immer noch kein Kälbchen.



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Kommentare: 2
  • #1

    Hans Steinwand (Samstag, 19 September 2015 20:23)

    sehr spannend - jeden Tag:"immer noch kein Kälbchen"
    Vielleicht am Montag? Ich wünsche es Euch von Herzen.

  • #2

    Susa Sie (Montag, 21 September 2015 20:18)

    Es ist daa!! :) Am Freitag gibts den ausführlichen Bericht im Wochenrückblick!