Mit neun Kindern, zwei Eltern und drei Fachkräften feierten wir  ...

... am Montag unseren Morgenkreis und es klang schon wie ein kleiner ...

 


Chor, als wir das  „Guten Morgen liebe Sonne“ anstimmten. Alle sieben Kindergartenkinder kamen zum ersten Mal nach den Ferien zusammen und zwei jüngere Geschwisterkinder noch dazu. Natürlich war unser erster Weg zur Vroni. Die stand nicht im Offenstall, sondern unten bei den Hasen. Wir sammelten schnell ein paar Äpfel für sie ein. Als wir ihr dann gegenüberstanden sahen es alle:  „Der dicke Bauch ist weg!“  Aber weit und breit kein Kälbchen! Nur von der Nachgeburt hing noch ein Stück an Vroni.  „Dann ist das Kälbchen wohl tot“, überlegten wir traurig. Doch die Trauer wich einer riesengroßen Freude, denn im Unterstand um die Ecke lag ein wunderschönes Kälbchen und döste gemütlich in der Sonne!  „Die Vroni hätte ja auch was sagen können“, beschlossen wir und streichelten genüsslich das weiche Fell.

Jade konnte natürlich alles zum Kälbchen erklären, weil sie das von ihrem Opa weiß. Beruhigt kümmerten wir uns nun um die Hasen, die abgeholt werden sollten. Doch die Besitzerin kam nicht zwischen 9 und 10 Uhr und so beschlossen wir, nicht in den Wald zu gehen, sondern im Garten die Kartoffeln auszugraben. Das war mühsam, brachte auch eher kleine Kartoffeln und etwa 60 an der Zahl hervor. Ferdi versuchte sich beim Graben, die Mädchen sammelten die Erdäpfel ein und Theresa wusch sie zusammen mit Jade. In der Sonne sollten sie trocken, um nachher gerecht an alle verteilt zu werden. Die nächste Herausforderung hieß: den Schafweidezaun umsetzen. Jedes schnappte sich einen Zaunpfahl, rausziehen und dann losgehen; mit vereinten Kräften klappte das gut. Zum Schluss bildeten wir zwei  „Schranken“, wie beim

 




Bahnübergang und die Schafe konnten glücklich auf die neue Weide stürmen. In ihre Wetterblätter schrieben Jade und Ferdinand morgens 3 Grad, mittags 10 (im Schatten) bei viel Sonne und kaum Wolken. Übrigens heißt der Junge von Vroni  „Wurzel“  und erblickte vergangen Samstagmittag alleine das Licht der Welt.

Am Dienstag wünschten sich die Kinder wieder den Morgenkreis im Dunkeln. Bis zur Lerngeschichte von Robert war das gut machbar. Bei Kunstlicht lauschten dann alle zuerst den Erzählungen für Theresa und anschließend den Versen des Bilderbuches vom Grüfello. Wir beschlossen angesichts der immer noch nicht abgeholten Hasen, auf Pilzsuche zu gehen, natürlich erst, nach einem Besuch bei Vroni und Wurzel. Als Vroni den Eimer mit Äpfeln erkannte, kam sie uns fröhlich entgegen und verschlang genüsslich einen Apfel nach dem andern. Wurzel indes lag an seinem Lieblingsplatz, ließ sich streicheln und stand sogar auf.

 Nur trinken wollte er nicht: „Komisch“  beschlossen die Kinder, „sein Bauch ist doch ganz dünn und leer“.  Nach einer Weile des Wartens beschlossen wir, mit dem Pilze suchen zu beginnen. Wie immer ging’s zuerst steil bergab. Vereinzelt entdeckten wir winzige Pilze, hier und da den falschen Pfifferling und dann am Wegesrand etwa 15 Schopftintlinge. Mit dem einzigen Reizger stempelten wir Naturtattoos auf die Kinderhände. Als wir den Aufstieg geschafft hatten, entdeckte Susanne eine fußballgroße, wunderschöne krause Glucke. Wenig später standen 2 tellergroße Parasole einfach so im Wald. Wir nahmen alles mit und auf dem Rückweg auch die jungen Schopftintlinge. Da es keine Pfanne im Kindi gibt, lagerten wir die Pilze im Kühlschrank, um sie am Mittwoch zu braten. In der Villa zerlegten und putzten Jade und Helmut die krause Glucke, während die andern fleißig mit malen und ausschneiden beschäftigt waren. 



TextDer Mittwoch begann kalt und nass, sodass wir nach dem Morgenkreis beschlossen, nur das Kälbchen Wurzel mit Mama Vroni zu besuchen und die beiden Hasen wieder in unsere Ställe zu bringen. Während Susanne und Robert mit den Kindern am und um den Maltisch beschäftigt waren, konnte sich Helmut um die Montage der Kinder-WC-Schüssel kümmern. Nach 11 Uhr räumten wir den Maltisch um in einen Küchentisch, denn die beiden Parasol- pilze warteten im Kühlschrank auf die Zubereitung. Weil der große Parasol in keine Schüssel passte, nahmen wir einen Topfdeckel zum panieren. Jedes Kind versuchte sich beim Verquirlen des Eies. Nun wurde die Hutoberseite zuerst ins verrührte Ei

 

gelegt, umgedreht und das ganze Ei verschwand in den Lamellen. Mit einer Prise Salz und einem Hauch von Weckmehl bedeckten wir den Pilz, erhitzen Öl in der Pfanne und ließen das gute Stück goldgelb braten. Schon der Duft begeisterte alle und bei der ersten Kostprobe hatten alle ihr Lieblingsgericht entdeckt. Ruck zuck hatten wir den großen Parasol verzehrt und alle wollten noch mehr. Also gab es dieselbe Prozedur nochmals mit dem kleinen Hut und vier Schopftintlingen. In wenigen Minuten waren auch die mit Genuss und Freude verspeist. Auf jeden Fall soll es bald wieder panierte Pilze geben, das wünschten alle und „morgen suchen wir gleich wieder weiter im Wald“.



unterwegs waren, leuchteten uns die ersten kleinen Pilzchen entgegen. Begeistert suchten die Kinder weiter und bei

Die Sonne zeigte sich am Donnerstag früh zwischen einigen Wolken. Im Morgenkreis hatten wir wieder volles Haus mit Kerzenschein und fröhlichem Chorgesang. Dass wir nach dem Besuch bei den Hasen und den Kühen im Wald nach Pilzen suchen, ist schnell beschlossen gewesen. Jade brachte extra Kaninchenfutter für  „unsere“ Mümmelmänner mit, die sich sofort daran machten, alle bunten Stückchen herauszuknabbern. Bei Vroni staunten wir nicht schlecht, da standen plötzlich zwei Kälbchen! Nur eins war viel größer als Wurzel  -  na klar, dämmerte es den  „alten Hasen“:  „das ist doch Woodly“  -  da lugte Wurzel aus dem Unterstand hervor, betrachtete kurz die Lage und galoppierte davon zu seinem Lieblingsschlafplatz. Vroni verspeiste indes genüsslich die eingesammelten Äpfel. Als wir die ersten Meter im Wald jeder Fundstelle wurde beraten: „essbar, 

 ungenießbar oder giftig“.  Nach einer Weile standen wieder Schopftintlinge am Wegesrand. Die kleinen feinen schnitten die Kinder mit Taschenmessern vorsichtig ab und legten sie beim Papa unseres Schnupperkindes in den Eimer. Noch allerlei Pilze entdeckten wir, bis Ferdinand die Sensation gelang: zwei wunderschöne Steinpilze. Es geht wohl also doch noch los mit der Pilzsaison. Auf dem Heimweg gab es noch den einen oder anderen interessanten Pilz, aber nichts zum Mitnehmen. Ferdi allerding erlebte die zweite Überraschung, als er alleine unterwegs war, sprangen zwei Rehe an ihm vorüber; das wird er wohl nie vergessen und er hat verstanden, dass das nur möglich war, weil er leise gewesen ist, wie wir es in unserer Regel morgens besprechen: wir sind leise im Wald. Zurück an der Villa wurde geschnitzt, gemalt, geschaukelt und verstecken gespielt. Unsere drei Großen schrieben ins Wetterblatt morgens 7 und mittags 12 Grad im Schatten  -  in der Sonne sprangen die Kinder barfuß umher.



Fast schon wie gewohnt starteten wir am Freitag kurz nach 8.30 Uhr nach Schiltach zum Seniorenzentrum. Auch schon wie gewohnt wurden die Kinder mit Namen(!), wir Erwachsenen auch, sehr herzlich willkommen geheißen. Interessant, dass die Kinder inzwischen einzelne Tagesgäste mit Namen kennen und umgekehrt. Wir vesperten zusammen mit den ersten Gästen. Frau Müller und Frau Haas brachten Ideen mit, Dekorationen für’s Herbstfest zu sammeln und herzustellen. Also sammelte Frau Müller mit den Kindern draußen Herbstlaub und fuhr natürlich Aufzug mit allen, bis nach ganz oben im Pflegeheim, wo wir die Menschen auf einer Station begrüßten; da strahlen die Augen und lachen die Herzen bei den alten Menschen! Und die Kinder begegnen ganz selbstverständlich, natürlich und ohne Vorbehalte alten und behinderten Menschen, denen sie sonst nicht begegnen würden. Unseren Morgenkreis feierten wir zum ersten Mal im Werkraum. Das war eine kleine logistische Herausforderung mit an der Hand führen, am Rollator begleiten und im Rollstuhl schieben. Ganz praktisch nebenbei: Im Korb des Rollators von Herrn N. fanden unsere Liedertasche und eine Trommel Platz. Ferdinand verteilte die Liedblätter und wir sangen kräftig fröhlich, als 

hätten wir schon x-mal gemeinsam gesungen. Bei den Regeln gab’s einen regen Austausch unter Alt und Jung und als Robert seine Lerngeschichte für Jule vorlas, lauschten viele offenen Ohren gespannt zu, um zu erraten, für wen diese Geschichte geschrieben war. Weil in der Lerngeschichte von Jules ersten Pilzernteerfolgen die Rede war, verteilte Ferdi frisch gesammelte Wiesenchampignons zum Sehen, Berühren und Riechen. Frau Müller brachte hübsche Zierkürbisse für alle Hände und Sinne mit und erzählte dazu die Geschichte vom Kürbis, der in die Welt hinaus wollte. Anschließend stellten Frau Haas und Frau Müller Ihre Bastelideen vor: klein Heubüschel und Heuherzen. Nun hieß es Grashalme bündeln, mit Bast oder Blumendraht zu umwickeln und Schleifchen zu binden; da hatten Alt und Jung dieselben Mühen und dieselben Ergebnisse in und mit ihren Händen. Nach getaner Arbeit durften wir wieder zu Gast sein im herrlich gedeckten Speisesaal. Die Kinder wurden wieder nach ihrem Essenswunsch gefragt und höflich bedient!  Wir danken allen im Seniorenzentrum sehr herzlich für alle Gastfreundschaft und Offenheit den Kindern und uns Erwachsenen gegenüber. Wir kommen nächste Woche sicher und gerne wieder!



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