„Juli hatte einen verqueren Tag“, so lasen wir im  ...

... Bilderbuch am Montag und beschlossen, keinen verqueren Tag, ...

 


... sondern ein paar spannende Stunden zu erleben. Zum Nachtisch nach dem Vespern verschenkte Ferdinand Schoko-Softies und wir schenkten der Vroni einen Eimer voller Äpfel, während Roland zum ersten Mal nach der Geburt von Wurzel die Vroni wieder gemolken hat. Unseren Hasen brachten wir frischen Löwenzahn und Wasser. Anschließend machten wir uns auf die Suche nach frischen Pilzen, doch außer ein paar alten Schopftintlingen gab es nichts zu finden. Heute war die Tinte richtig kräftig schwarz und ließ sich prima zum Malen und stempeln verwenden. Die Kinder rannten immer wieder lange Strecken, einfach so und glücklich. An unserer Villa schnitten die Mädchen Salate aus Löwenzahn, Spitzwegerich und Schafgarbe mit den Kinderscheren. Ferdi half Robert beim Anbringen der Unterkonstruktion, um die Löcher in der Wand für die Abflussrohre wieder zu verschließen. Ins Wetterblatt schreiben die Großen morgens 4 und mittags 7 Grad bei viel Wind und etwas Sonne.

Noch kräftiger blies der eisige Ostwind am Dienstagmorgen bei vier Grad. Aber unser Plan nach dem Morgenkreis stand schnell fest: Äpfel sammeln bei Helmut in Rötenberg und dann mit Gutekunst’s fast schon antiker Saftpresse Apfelsaft herstellen. Papa Reinhard nahm sich die Zeit, um mit zu fahren, weil Robert Schule hatte. In Rötenberg vesperten wir in Helmut's Waschküche und feierten die erste kleine Runde mit Jade, die am Montag fünf Jahre alt wurde: Sie brachte leckere Muffins und Brezeln mit und zündete ihre fünf Geburtstagskerzchen dazu an; wir sangen  „viel Glück und viel Segen“!  Draußen blies weiter ein eiskalter Wind, sodass wir uns beeilten, mit dem Äpfelauflesen. Fünf kleine Säcke voll schafften wir und fuhren damit wieder zur Villa. Die Äpfel und Birnen wurden abgespritzt und in die „Mühle“ gekippt, die nur mit viel Kraft und Ausdauer zu bedienen war. Zum Glück kam Roland Gutekunst und half uns die ganze Zeit über! Herzlichen Dank dafür!




Die zerschnittenen Äpfel füllten wir mit den Händen in die Presse. Über einen langen Hebel an der Ratsche entstand immer mehr Druck auf die Apfelmaische und schon lief kalter Saft in einen Eimer, der bald gefüllt war. Mit gut 40 Litern hätten wir nicht gerechnet! Als kein Saft mehr floss und das Holzgestell entfernt war, stand da ein Rad von Trester „ganz alleine“ und wir schaufelten alles in eine Wanne. Der Trester wird mit etwas Salz in ein Fass gestampft und im Winter an die Schafe verfüttert. Nun hieß es, Saft erhitzen und in Flaschen abfüllen, aber zuerst gab es natürlich eine Kostprobe für die HelferInnen: „Sehr lecker“, meinten alle.

Am Mittwoch kam endlich Jade zu ihren Geburtstagsehren: Nach dem Morgenkreis zündete sie Ihre 5 Geburtstagskerzen an. Robby, die Handpuppe versuchte, ihr zu gratulieren und als der das endlich geschafft hatte, töpferte das Geburtstagskind zusammen mit Helmut seine Müslischale auf der Töpferscheibe. Nun folgten diverse Arbeiten in und um unsere Villa herum: Susanne erhitzte den restlichen Apfelsaft und füllte mit drei Kindern die getrockneten Champignons in Tütchen. Die nächsten Buchstaben für unsere Werbetafeln zum Tag der offenen Tür am 18. 10. aus wurden gemeinsam ausgeschnitten. Robert sägte und schnitt Rigipsstücke für die Löcher in der 



Wand zu, was vor allem die Jungs beeindruckte und animierte, ebenfalls Rigips zu schneiden. Helmut kümmerte sich um die Fliesen um die neue Kindertoilette herum und  füllte mit Nathanael, Ferdi, Jade und Theresa den heißen Apfelsaft in Flaschen. Jule und Rebecca schnitten wieder ihre Schüsselchen mit Grassalat voll und versuchten sich auch mit dem Bearbeiten von Rigipsresten. So verging ein entspannter Vormittag wie im Flug  -  erstaunlich, in welcher Gelassenheit und Selbstverständlichkeit alle Kinder immer irgendwo geschäftig beschäftigt waren  -  die Vorbilder machen‘s aus: sind wir „im Element und ganz bei der Sache“, spüren das die Kinder und tun es uns nach; man könnte es situationsorientiert, oder ganzheitlich, oder lebenspraktisch nennen  -  oder einfach bauernhofpädagogisch!

Am Donnerstag kam Besuch vom Offenburger Tageblatt; Herr Bastian André und seine Kollegin. Schon früh zum Morgenkreis trafen sie ein und begleiteten uns bis nach 11.30 Uhr. Die Kinder wünschten ja schon länger, dass sie reiten dürfen, also war das Punkt drei im Plan. Davor bekam Vroni ihren Eimer mit Äpfeln, ein Hahn freute sich auf Helmuts Schoss über ein paar Körner Hasenfutter aus Kinderhänden und die Hasen vernaschten den Rest und frisches Gras. Alle drei Pferde sattelten wir und ritten gemütlich bis zum Vesperhäuschen. Dort freuten sich die drei Tiere über das saftige Grün und wir konnten im Sonnenschein so manche Fakten zur Bauernhofpädagogik austauschen. Herr  André wird eine Reportage schreiben und online eine Bildergalerie einstellen; die Kollegin wird einen Videofilm erstellen, der dann beim Offenburger 



Tageblatt-TV angesehen werden kann. Gegen 11 Uhr kamen wir alle glücklich und vergnügt vom Ausreiten zurück. Es gab Äpfel, die die Kinder mit der Schälmaschine in Ringe schnitten und, wenn sie nicht gegessen wurden, dann zum Trocknen aufhängten. Ferdi grub mit Nathanael wieder nach dem Maulwurf, während Susanne die Quitten schält und zerstückelte. Robert begann mit dem Verschließen der Wandlöcher und Jule, Rebecca, Theresa und Anna stellten wieder fleißig bunten Salat mittels Gras, Blumen und Scheren her.

Am Freitag kamen wir mit 7 Kindern gegen 8.45 Uhr in der Oase im Seniorenzentrum an. Die ersten Gäste empfingen uns freudig strahlend und wir frühstückten zusammen im Speisesaal. Draußen im Erlebnisgarten versuchten sich die Kinder mit den kleinen Kegeln, dem heißen Draht und den Musik- instrumenten, bis wir dann im Werkraum gemein- sam den Morgenkreis feierten. Frau Haas und Frau Müller hatten kleine Kürbisse mitgebracht, die nun verziert werden konnten. Mit Wackelaugen, Kastanien, Hagebutten, allerlei Blüten und Blättern entstanden lustige Gesichter und alle freuten sich

 

an den gelungenen Kunstwerken. Immer wieder halfen sich Jung und Alt und Personal gegenseitig mit Rat und Tat; erstaunlich, wie viel Nähe da möglich ist und allen gut tut. Als die Kürbisse soweit Gestaltet angenommen hatten, drehten die Kinder einen Apfel nach dem anderen durch die Apfelschälmaschine. Da staunten die Senioren und freuten sich mit über dieses kleine Wunderding und die nicht enden wollenden Schalensteifen; frische Apfelringe verteilte Jule an alle und weckte damit manche Erinnerung, z.B. an die Apfelküchle ... Nach dem Aufräumen ging’s in den Schlossbergsaal des Gottlob-Freithaler-Hauses an die festlich gedeckten Tische. Ferdi freute sich schon auf seinen „Lieblingskoch“  Marius, der es wieder hervorragend verstand, Kinder und Erwachsene herzlich zu bedienen. Es hat vorzüglich geschmeckt und wir danken Herrn Esslinger und allen seinen Mitarbeitenden, besonders Frau Haas und Frau Müller, die uns wieder so freundlich aufgenommen und mit hineingenommen haben in die gemeinsame Zeit zwischen Jung und Alt. Wir kommen gerne wieder!



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