Als hätten die Pferde unseren Tagesplan für den Montag geahnt,...

... so warteten sie schon in der Frühe am Weidezaun.

 


Nach unserem Morgenkreis incl. dem Lied von meinem kleinen Apfel vesperten wir in der Villa. Vroni bekam ihren obligatorischen Eimer voller Äpfel und die Hasen ihr Futter. Wurzel war wieder sehr scheu und lief gleich weg, als wir kamen. Dafür kamen die beiden Ponys Mona und Maiky und das Pferd Layla gleich an den Weidezaun, als wir mit dem Zaumzeug auftauchten. Gerne gingen die Drei mit zum Striegeln und Satteln, während die Kinder diskutierten, wer zuerst auf wem reitet. Unsere Jüngste erklärte, während sie einen passenden Helm suchte, dass sie heute reiten will. Zwölf Pferdehufe klackerten durch den Wald, glückliche Kinder in den Sätteln, Mathilda auf Susannes Schultern und der Rest spazierte fröhlich nebenher, wobei Ferdi wieder stolz und sicher die Mona an der  „Leine“  führte. 

 

Beim ersten Reiterwechsel ließ sich Mathilda auf den Sattel von Mona setzen  -sehr vorsichtig und mit festhalten. Kurz darauf beschloss sie, lieber wieder abzusteigen. Die Karawane zog weiter bis zum Schwenkenhof. Auf dem Rückweg boten wir der  „neuen Reiterin“  an, ob sie bei ihrem Bruder im Sattel von Layla Platz nehmen wolle; sie wollte und dann strahlte die fast Dreijährige glücklich und zufrieden über ihre mutige Entscheidung. Nach 11 Uhr waren die Pferde versorgt und die Reitersachen aufgeräumt. Ferdi schälte auf der Ziehbank eine frisch geschnittene Heugabel, am Maltisch gaben einige Mädchen ihr bestes und Rose und Egon aus Hirschau kamen zur großen Freude von Helmut spontan zu Besuch; Rose war eine Kollegin von Helmut während seiner Zeit in der Kita  „Ein Ort für Kinder“ in Tübingen-Hirschau.




Frau Jäger von den Zinzendorfschulen kam am Dienstag zu Besuch. Sie hat als Lehrerin die erste Aktivität von Robert beobachtet und beratend beurteilt. Robert’s Idee: Mittels Gummihandschuh das Melken üben. So versuchten alle Kinder nach dem Morgenkreis an mehreren Handschuhen, ob sie das Wasser herausmelken konnten. Anfangs kam nichts, aber nach und nach immer mehr. Fröhlich spritzten die Jungbäuerinnen und -bauern dann das Wasser in die Gefäße. Nun sollten alle die Möglichkeit haben, das Ganze in echt zu probieren: bei Froni. Mit einem großen Eimer voller Äpfel ließ sie sich gleich zum Stillstehen verlocken. Wer wollte, konnte nun in aller Ruhe probieren, ob die Übung am Handschuh etwas für die Wirklichkeit

gebracht hatte. Die Überwindung, der Froni so nahe zu kommen, war für drei Kinder kein Problem. Nach einigen Tipps und dem Hinweis auf die typische Handbewegung gab es tatsächlich einige Spritzer Milch in den Messbecher. Für den Anfang sollte das auch genügen und alle wanderten zufrieden zur Villa, um draußen zu Vespern. Frau Jäger, Robert und Helmut konnten die Aktivität von Robert derweil reflektieren. Tabea hatte ganze Berge von Quitten geschält, die dann geviertelt und entkernt werden mussten. Weil das für Kinder zu schwer geht, kümmerten sich die Erwachsenen um die Quitten und die Kinder um die Schaukeln, das Malpapier und so manches freie Spielen ums Haus herum.



Jürgen Hahn kam am Mittwoch zum ersten Mal  „zu Besuch“, er ist Jade’s Papa und hat heute seine Tochter in den Bauernhofkindergarten gebracht; natürlich inclusive Morgenkreis und Lerngeschichte für Jade! Wir beschlossen danach für unseren Tagesplan: vespern, Vroni melken, Hasen füttern, Pilze suchen. Das Vespern ging gut, das Melken eher weniger, denn Wurzel hatte Vronis Euter leergetrunken und als wir ihn einfangen wollten, um ihn für ein paar Stunden „von Mama wegzusperren“, hat er uns erst mal gezeigt, was so ein Kälbchen alles kann: vor allem rennen und Sprünge machen  -  gut genährt, der junge Herr. Wir kriegten ihn jedenfalls nicht. Dafür bekamen die Hasen jede Menge Löwenzahn. Das neue Hühner- haus, den hübsch umgebauten Bauwagen besuchten wir heute zum ersten Mal und entdeckten drei Eier.

 

 Schon nach den ersten paar Metern im Wald war die Freude groß: es sind tatsächlich allerlei Pilze gewachsen und alle wurden unter die Lupe genommen. Nach etwa 10 Minuten fand Ferdi (natürlich!) die ersten Maronenröhrlinge. Immer wieder entdeckten die Kinder nun freudig die nächsten essbaren Pilze, bis wir gegen 11 Uhr eine halbe Stofftasche voll nach Hause trugen. Unter- wegs wurde mit verschieden großen Reizgerstielen gestempelt, da kamen sogar mehrere  „Achter“  dabei zu Stande. In der Villa arbeiteten alle mit: Pilze schneiden und zum Trocknen auslegen, Quitten abreiben, vierteln, entkernen und mit Zitronensaft beträufeln. Freilich blieb noch Zeit zum Verstecken spielen, Buch vorlesen und zum Malen. Ins Wetterblatt schrieben die Großen morgens 10 Grad, mittags 12  bei Sonne und Wolken.



Am Donnerstag kam gleich 5 Personen zu Besuch: Frau Palatinusch von der Unfallkasse Baden-Württemberg hat sich die Szenerien um unser morgendliches Melken hautnah angeschaut. Schon bei ihrer Ankunft war sie begeistert von der herrlichen Lage, der Umgebung und der Atmosphäre unseres Bauernhofkindergartens. „Am liebsten würde sie ja bei uns bleiben“, war eine ihrer begeisterten Aussagen. Und zum Melken meinte sie unter anderem: „Wenn sie das so handhaben, wie ich es jetzt miterlebt habe, gibt es keinerlei Bedenken oder gar Auflagen!“ Vielen Dank für die klaren Worte und alle Unterstützung! Zum Schnuppern kamen zwei Mütter mit je einem Sohn. Für die erste Mutter und den Sohn war bald klar, er wird ab Montag unser neuntes Kind sein.

 

Zum zweiten Besuch können wir an dieser Stelle noch nichts sagen. Da wir uns viel Zeit gelassen haben bei den Tieren, beschlossen wir um 11 Uhr noch eine kleine Waldrunde einzulegen, um an der Parasolpilz-Stelle nachzuschauen,  ob da vielleicht wieder ein neuer gewachsen ist. Vielerlei Pilze entdeckten die Kinder an den unterschiedlichsten Waldbodenstellen, leider nur wenige essbare. Aber als die Kinder an  der einen Stelle“ (so üben wir den Orientierungssinn nebenher und mit klaren Erfolgserlebnissen)  ankamen, stand tatsächlich ein neuer Parasol. Zurück in der Villa wurden die wenigen Pilze zum Trocknen fein geschnitten und gut 10 Äpfel durch die Apfelschälmaschine gedreht, um getrocknete Apfelringe daraus herzustellen.



Am Freitag kamen wir kurz vor neun mit kleiner Besetzung in der Oase der Sozialgemeinschaft Schiltach an. Ein  fröhliches Begrüßen mit immerhin einigen Namen machte die Runde. Nach dem Vespern suchten wir mit den Kindern in Büschen und am Waldrand nach Stöcken und hübschem Naturmaterial, denn Astrid Haas und Alice Müller wollten mit den Senioren und den Kindern unter anderem kleine Naturwebrahmen herstellen. Als wir unseren Morgenkreis im Werkraum gemeinsam gefeiert hatten, gab es drei „Arbeitsgruppen“: An einem Tisch entstanden Körbchen mit Obst aus bunter Knete; am nächsten Tisch konnte mit den Laubsägen ein Häuschen ausgesägt werden und am 

dritten Tisch entstanden in Gemeinschaftsarbeit die Naturwebrahmen. Inzwischen geht so manches Tun Hand in Hand: Ferdi half Herrn Weiss beim Laubsägen, Frau Jakob half der Jade beim Einflechten der Blumen und Jule formte mit Frau Armbruster kleines Obst aus Knet. Wir sind beeindruckt und dankbar, mit welcher Selbstverständlichkeit das Miteinander zwischen Jung und Alt und uns  „Betreuenden“  immer weiter wächst. Das hat natürlich sehr viel mit der guten Atmosphäre des Hauses zu tun. Deshalb danken wir wieder herzlich für alle Gastfreundschaft und Offenheit uns und unseren Kindern gegenüber. Wir kommen nächsten Freitag gerne wieder.



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