Mit drei kranken Kindern schrumpfte die Zahl der ...

... Anwesenden im Morgenkreis am Montag, aber gleichzeitig ...

 


... stieg sie auf 7, weil Joel und sein jüngerer Bruder samt Mutter zum ersten Mal bei uns waren. Joel ist somit unser achtes Kind! Wir haben ihm den Morgenkreis vorgestellt und dann am Vormittag so mancherlei  „Gewohnheiten“ und „Gepflogen- heiten“, die zu unserer Einrichtung gehören. Für Nathanael ist das ja alles nichts Neues, schließlich stammt er aus dem „Hause“ und gehört jetzt  „offiziell“  als Kindergartenkind zu uns.

 Nach dem Vespern wurden die Hasen versorgt. Vroni bekam jede Menge aufgelesene Äpfel und blieb auch sehr friedlich stehen, als Ferdi, Rebecca und Joel sich im Melken versuchten. Leider hat Wurzel in der Nacht kräftig Milch getrunken, sodass bei unseren Melkversuchen nur ein paar Tropfen in den Becher spritzten. Unterwegs im Wald hofften wir auf neue Pilze, aber vergebens, denn außer den schon bekannten  „Nicht-essbaren“  gab es gar nichts Neues. Also suchten wir Astgabeln zum Weben für den  „Tag der offenen Tür“  -  die gab es dafür reichlich. Zurück an der Villa schnitt Jule Schnittlauch, Rebecca malte, Joel und Ferdi sägten an der Werkbank Stöcke und Mathilda half Helmut 

beim Apfelringe schneiden.


Mit zwölf Kindern feierten wir am Dienstag unseren Morgenkreis; freilich waren drei davon noch keine  „echten“  Bauernhofkindergarten-Kinder (aber -anwärterInnen). Mit kräftigem Gesang grüßten wir die Sonne, die Pusteblume, den kleinen Vogel und die rote Rose. Unser Apfellied geht auch schon richtig flott von der Hand. Joel übernahm sehr geschickt die Regeln (nach nur 2 Tagen!) und sein Bruder schob die Zahlenwürfelchen an der Monatskette. Roberts Lerngeschichte gehörte Jule und beim Planen wurde beschlossen, nach dem Melken und Tiere versorgen im Wald nochmals nach Pilzen zu suchen. Beim Vespern in der Villa war der bisherige Tisch fast schon zu knapp, aber wir haben ja noch einen. Im Wald standen zwar überall Pilze, aber keine essbaren. Dafür entdeckten die Kinder allerlei Interessantes: zwei alte Rundballen zum Klettern und Springen, einen riesigen Weißtannenstamm zum Balancieren und Schälen und immer wieder Stöcke für mancherlei  Zwecke. Gegen 11 Uhr fand Ferdi natürlich wieder den 

 




ersten Maronenröhrling und danach ging‘s richtig los: fast eine halbe Tasche sammelten fast alle Kinder mit Begeisterung ein. Erst nach 12 Uhr erreichten wir die Villa und legten schnell los, die gesammelten Stücke fürs Trocknen zu schneiden und auszulegen.

Mit 9 Kindergarten- und einem Schnupperkind starteten wir in den Mittwoch. Diesmal etwas eilig, denn Vroni sollte gemolken werden und entsprechend energisch und lauthals forderte sie das auch zu Recht ein. So sammelten wir einen halben Eimer voll Äpfel und Vroni blieb anstandslos zum Melken stehen. Joel und Ferdi trauten sich und versuchten die Fingerbewegungen umzusetzen. Am Anfang ist das mühsam und wenig erfolgreich, aber auch hier gilt:  „Gut Ding will lang Weil haben“  oder  „früh übt sich, wer ein Meister werden will“.  Für gut 6 Liter Milch bedankten wir uns bei Vroni, 

 gingen zum Filtern und dann zum Vespern. Anschließend bekamen die Hasen ihren Löwenzahn. Im neuen Hühnerhaus fanden die Kinder ein Ei und später im Wald nicht einen essbaren Pilz auf dem Weg bis zur Burg. Während die Jungs dort oben die steilen Abhänge testeten und Äste für eine Höhle sägten, entfachten die Mädchen mittels Feuerstahl ein kleines Feuerchen. Das Spiel mit dem Feuer hat etwas Besonderes und kleine Experimente mit verschiedenem Naturmaterial müssen natürlich möglich sein. Bei uns lernen die Kinder, in dem wir mit ihnen die Gefahren erleben und nicht, in dem wir sie von allem „Gefährlichen“  fernhalten. Und das bisschen Wärme tat auch noch gut bei Tempera- turen von 7 Grad. Zurück in der Villa sägte Joel wieder an der Werkbank, Susanne las vom Grüffello vor und Ferdi zermahlte mit Robert die getrocknete Krause Glucke in der alten Handkaffeemühle.



Vroni  „bestimmte“  auch am Donnerstag muhend über unseren Plan: Direkt nach dem Morgenkreis gingen wir alle zum Melken, natürlich mit dem obligatorischen Apfel-Eimer. Joel und Ferdinand versuchten sich wieder mit dem Melken; Jade meinte, sie will mal noch ein bisschen zuschauen, aber dann! Nachdem die Hasen versorgt waren, schnappten wir die Rucksäcke und zogen den Wald hinauf, einfach so und weil es recht kühl war, denn: „Wenn man sich bewegt, wird’s einem warm!“ Nach Pilzen hielten wir wieder Ausschau, entdeckten aber nur ungenießbare. Die Jungs beschlossen, mehrmals zur Burg hinaufzuklettern, um dann im  „Schnellgang“  herunterzurutschen. Am Vesper- häuschen wurde gevespert und gespielt. Wir wanderten weiter den Wurzeltreppenweg hinunter und diskutierten u.a. darüber, ob der Thyssenturm in Rottweil höher ist als  „unsere“  Weißtannen hier. Joel sägte sich eine lange Haselnussrute ab, die er dann an der Werkbank in der Villa bearbeitete.

 Die andern Kinder drehten indes Äpfel durch die Schälmaschine, malten Bilder oder lauschten Susanne beim Vorlesen. Zum Schmunzeln: Mila fragt Susanne, warum die (Wand-) Uhr da (auf Kinderaugenhöhe) an der Wand hängt? Susanne erklärt ausführlich ausholend diesen und jenen Zweck der tiefgelegten Zeitmaschine; als ihr keine weiteren Erklärungen mehr einfallen erklärt Mila im Brustton der Überzeugung: „Die hängt da, weil sie tickt!“

Unsere Freitage sind bestimmt von den Menschen im Seniorenzentrum und darüber sind wir sehr froh. Es entwickelt sich, je länger je mehr ein fröhliches und herzliches Geben und Nehmen zwischen den Kindern, den Tagesgästen und den Mitarbeitenden bis hin zum Bürgermeister Haas, der es sich wieder einmal nicht nehmen ließ, persönlich nach unserem Ergehen zu fragen und mit seiner Frau zusammen Stühle für die Kinder in den Speisesaal zu bringen; danke sehr!



Nach dem Vespern wurde ein großer Stuhlkreis im Schlossbergsaal gestellt und bald war klar, der ist noch zu klein, kamen doch 16  Gäste, um mit uns den Morgenkreis zu feiern. Wir sangen zwei Lieder und überlegten, wie die drei neuen Regeln heißen könnten, zu denen Robert passende Bilder gemalt hatte: ein Ohr, zwei ältere Menschen im Gespräch und ein rennendes Kind im Zimmer. Klar: „Wir rennen nicht im Senjorenzentrum, weil das für die alten Menschen viel zu gefährlich ist; wir schreien nicht rum und machen keinen unnötigen Krach, weil das für die alten Menschen unerträglich und 

erschreckend ist; und wir reden die Tagesgäste mit Namen an, weil sie das verdient haben und wir auch nicht mit   `he du` angesprochen werden wollen“.  Da braucht es noch manche Übungseinheit, aber wir haben ja Zeit und gute Hoffnung, dass wir uns immer näher kommen. Heute gab es dazu schöne Momente, denn Alice übte mit allen, die konnten ein bisschen das türkische Tanzen  -  mehr wird nicht verraten, weil eine Überraschung ansteht. Insgesamt erlebten wir einen bunten und lebendigen Vormittag mit vielen glücklichen alten Menschen und Kindern. Vielen Dank für alle Gastfreundschaft!



Kommentar schreiben

Kommentare: 0