Endlich Schnee!  Somit war  ...

... am Montag schnell klar, was auf dem Programm steht.


Im Morgenkreis stellte Susanne ihre neue Anwesenheitstafel vor: Dort können die Kinder jetzt jeden Tag sehen, wer von uns Erwachsenen da ist und wer nicht.  Bei der Tagesplanung fiel das Melken aus, denn Wurzel konnte nicht weggesperrt werden. Und weil das Quellwasser in der Zisterne ausgegangen war, diskutierten wir, wie wir Schnee zu Wasser schmelzen könnten: Überm Feuer im Fass mit Stock und Eimer. Dann hatten wir einen zweiten Trauerfall zu beklagen, denn am Wochenende ist unser Kaninchen Max gestorben. Klar, dass der Max beerdigt wird, wie die Katze. Er bekam sein Grab neben der Katze und weil es keine Blumen mehr gab, legten die Kinder kleine Tannenzweige ums Grab. Gemeinsam suchten wir nach den Hühnereiern. Weil wir Drei vom Team am 

Wochenende auf der hervorragenden Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof  zum  Thema  "Kinder auf dem Bauernhof  -  Bauernhofkindergärten"  vieles gelernt und erfahren hatten, widmeten wir uns heute den Hühnern so richtig lange: Einfach mal still sein und zuhören, zuschauen und beobachten. Da werden auch die Hühner ruhiger, kommen vorsichtig näher und manch eines lässt sich streicheln. Hier werden wir in Zukunft außer den Eiern noch viele persönliche Erfahrungen sammeln können.  Von etwa 10 Uhr an gehörte alle Zeit und Kraft dem Schnee und den Poporutschern und Bobs. Die Jungs machten noch ein Feuer im Fass an, nicht um Schnee zu schmelzen, sondern um die nassen Socken zu trocknen ... und sich aufzuwärmen. 




Allmählich schoben sich Sonnenstrahlen durch den dichten Nebel am Dienstagmorgen gegen halb zehn. Wir konnten früh in den Schnee, denn das Melken hat wieder Wurzel übernommen und die Kühe hatten noch genügend Heu. Dass wir für unser Kaninchen Fredy nach einer Frau suchen sollten, war Gruppenkonsens beim Füttern. Das Federvieh bekam heute ein paar Körner zum aufpicken vom Boden und wir ließen uns Zeit, um zu beobachten. Dann war wieder Schneezeit bis etwa halb zwölf. Die Jungs übten sich wieder im Feuer machen. Joel gelang es, seine ersten  „Schbächtele“  mit dem Beil zu spalten. Derweil beschäftigten sich die Mädchen in der Villa mit Puzzeln, Malen und Bilderbüchern. Jule nahm das Glockenspiel genauer unter die Lupe. Rhythmische Klänge erzeugten Anna und Jule mit der Trommel und

dem Xylophon. Rebecca und Jade entdeckten, dass sie die Namen auf den Namensschildchen am Schuhregal abschreiben und sogar  „lesen“  können (weil sie wissen, wem die Stiefel gehören  -  bei uns geht sogar schreiben und lesen ganz lebenspraktisch).

Richtig viel Schnee fiel am Mittwochmorgen, sodass der Schneepflug schon um 8.30 Uhr seine erste Runde bei uns vorbei fuhr. Im Morgenkreis erzählte Susanne von den erstaunlichen Schreib- und Lesekunststücken der Rebecca und der Jade. Der Tagesplan stand schnell: Fredy füttern, Eier suchen, rutschen. Bei den Hühnern verweilten wir jedoch eine gute halbe Stunde, denn es gab Weizen- körner. Einige Kinder trauten sich, das Futter mit der Hand anzubieten, noch besser mit und auf dem Handschuh,  „dann pickt’s nicht so“.



Nicht nur die Kinder fanden ihre Freude, auch einige Hühner und die Peckingenten kamen mutig her, um die Körner zu erwischen;  wer sich vorsichtig einem Tier näherte, konnte es dann auch mal  „erwischen“ und auf dem Arm sind das natürlich ganz  besondere Begegnungen: „Die Federn sind ganz weich und nass!“,  „Das Huhn hat nur eine Auge“,  oder  „ Die will bei mir bleiben, bestimmt, weil ich schön warm bin.“ Nach dieser Tierkontaktzeit nahm das  „Schneetreiben“  seinen Lauf:  Ausgiebig flogen Schneebälle hin und her, ein paar Kinder rollten ein paar Kugeln für einen Schneemann, andere bauten mit Joel und Nathanael Gutekunst eine Schanze für die Bobfahrer und sausten dann fröhlich drauf los. Gegen 12 Uhr bot unsere Villa mit ihrer wohligen Wärme ein Pausentreffen an: Trinken, kleiner Imbiss,  malen, schreiben, Buntstifte anspitzen und das Wetterblatt ausfüllen und dann ging’s wieder raus in die weiße Pracht.

Immer weniger Schnee wurde es leider am Donnerstag. Aber wir starteten mit einem freudigen Ereignis: Theresa feierte ihren fünften Geburtstag. Dazu gehörten 5 Kerzen, das Geburtstagslied und Robby, Helmuts Hand- puppe, die sich wieder einmal nicht traute und dann doch ganz schön frech nach dem Geburts-tagskind suchte, um zu gratulieren. Natürlich zählte das Geburtstagskind die Würfel der Monatskette bis zum 26. November. Und nach dem Vespern verschenkte Theresa ihre Muffins samt Gummibärchen -  sehr lecker! Roland kam vorbei und berichtete, dass wir wieder melken können, weil er eine Box für Wurzel gebaut hat. Ferdi fütterte Heu an alle Kühe und Schafe, Joel half beim Melken und der Rest vergnügte sich derweil im Schnee. Beim Federvieh verweilten wir wieder für länger: fast alle Kinder versuchten, dem Geflügel die Getreidekörner anzubieten, freilich mit unterschiedlichen Reaktionen von erschrecken bis stolzer 



Freude. Manche Versuche wurden unternommen, ein Huhn oder eine Pekingente auf den Arm zu nehmen; aber da müssen beide noch geduldig voneinander lernen, schließlich stehen wir ja ganz am Anfang unserer Beziehungen zum Federvieh. Ein wenig Schnee auf der Wiese genügte, um zu rutschen und die Anfänge einer Schneeburg zu formen. Während der Schlussrunde in der Villa las Susanne vom Räuber Hotzenplotz vor. Danach ging‘s in  „Hobbygruppen“  weiter mit malen, Bilderbüchern anschauen oder draußen im Schnee rutschen. Joel entdeckte die Nähmaschine und hatte in kurzer Zeit gelernt, wie sie zu bedienen ist. Natürlich produzieren wir auch hier keine sinnlosen „Rumstellerle“, (was so rumsteht) sondern lebenspraktische Gebrauchsgegenstände, in diesem Fall kleine Kissen aus ausgedienten Handtüchern, die dann mit unserer eigenen Milchschafwolle gefüllt werden.  Da halten wir es mit und frei nach der 

Greenpeace-Studie: so schnell werfen wir keine Kleidungs- und Stoffartikel weg, bloß weil sie etwas verbraucht sind.

Am Freitag mussten wir den letzten Schnee in Schiltach vor dem Seniorenzentrum schon suchen, als wir nach dem Frühstück in der Oase unsere Draußenrunde einlegten. Danke an Salome Gutekunst, die uns wieder in ihrer liebevollen Art überall unterstützt hat. Zum Morgenkreis in der Werkstatt versammelten sich 11 Kinder und 7 Senioren. Wir übten Wolle Kriwaneks schwäbisches Winterliedchen  „Es schneialat, es bialat, es goht an kalder Wend ...“ und erlebten wieder einmal, wie gut das zusammenpasst mit jungen und alten Menschenkindern! Unser Morgenlied klang fast schon wie ein gemischter Chor. Helmut las ein Stück vom Räuber Hotzenplotz vor und überreichte Mathilda ihr Geburtstagsgeschenk; ihren dritten Geburtstag feiern wir am Montag dann gebührend.  Nun folgte eine aktive



Kreativrunde für Jung und Alt: Frau Haas und Frau Müller hatten Holzsterne zum Anmalen und Verzieren mitgebracht und Goldpapierherzen zum Prickeln. Die Laubsägefreunde sägten Tannenbäumchen zum Zusammenstecken. Schnell verging die Zeit und nach dem Aufräumen spazierten wir in den Schlossbergsaal zum festlichen Dinner: Bei Grießbrei mit Himbeeren schlugen alle Kinderherzen hoch, so hoch, dass unsere Jungs der freundlichen Bedienung ein herzliches 

Dankeschön sagten und sogar ihren Teller in die Küche trugen  -  schon wieder etwas  „nebenher“ und selbst-tätig gelernt. Das hat selbst die Bedienung beeindruckt und dazu veranlasst, jedem Kind noch ein frisches Weihnachtsplätzchen zu schenken. Wir danken Herrn Esslinger und allen Mitarbeitenden im Seniorenzentrum für Ihre Gastfreundschaft und Astrid Haas und Alice Müller für die ganz praktischen, professionellen und fürsorglichen Hilfen. Wir kommen gerne wieder.



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