Einen Tag nach  „Nikolaus“, am Montag, kam bei uns traditionell der Bischof ...

... Nikolaus. Helmut erzählte im Adventsmorgenkreis den ...

 


Lebenslauf von Nikolaus, der um  270 n. Chr. in Patara (Türkei) geboren wurde. Dass man heute leider fast nur  den rot-weißen Coca-Cola-Weihnachtsmann kennt und sieht, ist für uns umso mehr Ansporn, den Kindern die ursprüngliche Entstehung  und Geschichte zum Bischof Nikolaus weiterzugeben. Deshalb hat sich Helmut auch vor den Kindern ein Bischofsgewand und die Mitra angezogen, um dann als  „echter Bischof Nikolaus“  seine Geschenke an jedes Kind auszuteilen, nicht gegen ein vorgetragenes Liedchen o.ä., sondern wenn alle erraten hatten, von welchem Kind der „Bischof“  erzählt. Anschließend beschlossen wir den Tier- und Tagesplan. Als alle Tiere gefüttert waren, folgten wir Roland Gutekunst in den Wald. Er machte sich auf den Weg, um auszumessen, wie viel  hunderter Meter 

 Rohrleitung er kaufen muss, um das Wasser der  jetzt genehmigten Quelle bis zum Haus leiten zu können  (das gibt noch eine Riesenaktion!). Wir wanderten unterwegs rechts den Wald hinauf, um einen  Baum zu suchen, den wir fällen können. Dass wir uns jeden Tag in einer wohlbeheizten Villa aufhalten können, ohne auch nur einen Finger krumm zu machen, war der Anlass, dass wir uns mit dem Thema Holz und Heizung einmal genauer beschäftigen müssen. Nach einiger Kletterei fanden wir eine jüngere Fichte zwischen zwei älteren, die in ihrer Krone mangels Licht nicht mehr richtig weiter wächst und deshalb gefällt werden kann. Mit einem roten Wollfaden wurde sie markiert, damit wir sie morgen auch wiederfinden. Den Rückweg nahmen wir querwaldein mit rutschen, klettern und rennen.




Am Dienstag kam der Bote des Kaisers (Augustus) in den Adventsmorgenkreis, denn die biblische Geschichte erzählte, dass der Kaiser eine Volkszählung anordnetet, zu der jeder (Mann) in seine Geburtsstadt reisen musste, um sich dort zählen zu lassen. Das traf Maria und Josef besonders hart, denn Maria stand kurz vor der Geburt und die  „Wanderung“ nach Bethlehem dauerte gute drei Tage. An Kamele oder Pferde dachten die Kinder gleich, aber mit Blick auf deren Habseligkeiten war schnell klar, die können sich kein Tier kaufen.  Unsere Tiere versorgten wir nach dem Adventskreis und machten den Hasen einen frischen Stall. Den Mist fuhren die Jungs mit ihren Traktoren gleich auf die Wiese. Jetzt überlegten wir, was alles mit in den Wald muss, um den Baum zu fällen: Motorsäge, Benzin- und Ölkanister, Hammer 

und Keil, ein Seil und Helme; Ferdi brachten einen von zuhause mit und Nathanael besorgte einen für Joel und einen für sich. Bis die Waldsteigung erklommen und der Baum gefunden war, dauerte es seine Zeit. Nun sollte das Seil möglichst hoch am Baumstamm festgebunden werden, aber niemand schaffte es mit klettern. Also halfen wir mit einem langen Ast nach. Sehr weit reichte das Seil, sodass alle in guter Entfernung am Seil hingen. Helmut setzte die Sägeschnitte, der Baum kippte ein wenig und blieb dann in den Ästen des nächsten Baumes hängen. Wir zogen und zogen aus Leibeskräften, hatten aber keine Chance. Nathanael beschloss daraufhin, dass morgen sein Papa mit dem Schlepper kommt und den Baum auf den Boden zieht. So konnten wir getrost zurückkehren.



Am Mittwoch kam Maria bei Elisabeth zu Besuch. Als   „Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde erfüllt vom Heiligen Geist.“ (zit. aus dem Lukas-Evangelium, Kapitel 1, Verse 39 - 41).  Den Stern von Theresa S. zog Nathanael und mit Susannes Hilfe kam ihr Stern ans Fenster und das Stiefelchen vom Kalender.  Für eine Unter-brechung sorgte ein Streit, der mit Susannes geduldigem Ausharren zu einer Konfliktlösung geführt werden konnte. Hier werden wir zukünftig  viel zu arbeiten haben, um Wege zu einem gewaltfreien Umgang mit Konflikten nahebringen zu können; wir wollen und müssen!  Bei den Tieren hatten alle Kinder ihre Aufgaben und die Tiere ihr Futter. Für unsere Baumfällaktion nahmen wir heute den Seilzug 

von Gutekunsts mit  zu  „unserem Baum“. Beim ersten Versuch, den Stamm zum Fallen zu bringen, hebelten Nathanael und Joel ihn immerhin vom Baumstumpf herunter. Aber er fiel überhaupt nicht. Wir versuchten es von der linken Seite, die drei Jungs bedienten wieder den Seilzug, aber wieder vergeblich. Da beschloss Nathanael, dass er morgen mit dem Schlepper kommt und den Stamm wegzieht; und er könne ihn dann ja gleich zum Haus schleifen, damit wir ihn dort sägen und spalten.  Vermut-lich wird der Papa Roland dann doch auch noch mit im Schlepper sitzen.  Wir packten jedenfalls für heute unser Werkzeug  ein und zogen zurück zur Villa. Dort gab es noch eine Märchenrunde in der Villa und eine Spielrunde zwischen den Heu- und Strohballen in der Scheune.



Am Donnerstag wurde Nathanaels Stern gezogen. Geschickt zündete er mit einer Kerze die zehn Kerzen auf dem Wagenrad an.  Josef lieh sich einen Esel aus, damit seine hochschwangere Maria die Dreitagesreise nach Bethlehem überhaupt bewältigen kann. Sie packte Brot und Wasser ein und Decken zum Schlafen. Für den Plan gab es zwei Aufgaben: unsere Fichte aus dem Wald holen und die Besprechung wegen dem  „Wehtun“. Nachdem die Tiere versorgt waren, wanderten wir zur halb gefällten Tanne. Roland nahm sich extra die Zeit, mit dem Schlepper in den Wald zu fahren. Die Jungs glühten vor Begeisterung, zogen mehrfach das Drahtseil steil hinauf bis zum gesägten Baum und konnten dann die Seilwinde bedienen. Imposant in Geräusch und Anblick zog die Seilwinde den Baum erst in die Horizontale und dann mühelos schlängelnd zwischen den 

stehenden Bäumen hindurch, bis hinunter zum Schlepper. Natürlich fuhren die Jungs mit, als Roland die Tanne gleich bis hinters Haus zog und wer wollte, rannte hinter der  „Kehrmaschine“  her. Nächste Woche werden wir den Baum  „zerlegen“.   Nun konnte die erste Kinderkon-ferenz in der Villa starten:  Das Wehtun wollten wir gemeinsam besprechen und Wege und Lösungen für die Zukunft suchen. Sehr engagiert brachten die Größeren Beispiele und mögliche Reaktionen ein. Bald standen 6  „Fälle“  auf dem Papier, samt Zeichnung und der jeweiligen Konsequenz:  1) Entschuldigung sagen;  2) Fragen wenn man kämpfen möchte;  3) Keine Gegen-stände gegen andere;  4) Wer jemandem weh tut, muss an die Hand von Erwachsenen;  5) Nicht zurückschlagen, sondern sagen: „Ich will das nicht!“  6) Hilfe holen, wenn jemand nicht aufhört.   Alle Kinder haben  „unterschrieben“.



Am Freitag besuchten wir wie gewohnt die Tagesgäste im Seniorenzentrum. Zum Vespern las Alice aus der Zeitung vor. Dann feierten wir unseren Adventskreis mit den Senioren in der Oase, das hatte den Vorteil, dass alle alles (je nach Vermögen) miterleben konnten. Dass wir ein Wagenrad als Adventskranz haben und was wir nacheinander tun,  konnten die Kinder gut erklären. Wir sangen Strophe 1 und 2 von  „Macht hoch die Tür“. Zu den bisherigen  10 Bildern der Weihnachtsgeschichte erzählten die Kinder, was sie wussten und Robert las seine Lerngeschichte für Joel  vor. Danach verteilte Alice Müller Liederbücher an alle Gäste und so sangen wir gemeinsam  vier  Weihnachtslieder. Von Herrn Heimleiter Uli Esslinger bekam jedes Kind einen Schokoladenweihnachtsmann  

geschenkt und uns vom Team überraschte er dazu noch mit einer besonderen Einladung. Eine rührende Szene ergab sich, als die Seniorin Theresa  "unserer"  Theresa  den Weihnachts-mann überreichte. Wir danken an dieser Stelle ganz herzlich für diese freundliche Über-raschung!  Nun zogen wir mit drei Seniorinnen per Rollator und einem Rollstuhl ins Städtle.  Zu Mittag speisten wir wieder fürstlich im Schlossbergsaal, wo sich Marius und eine Kollegin wie immer  rührend um jedes Kind und jeden Einzelwunsch kümmerten.  Vielen Dank sagen wir von Herzen an alle im Seniorenzentrum, die uns und den Menschen dort immer so freundlich und persönlich begegnen und entgegenkommen!  Wir kommen gerne wieder, auch wenn es erst im neuen Jahr soweit sein wird.



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