„O wohl dem Land, o wohl der Stadt, ...

... so diesen König bei sich hat“ 

 


lautet die 3. Strophe von  „Macht hoch die Tür“; wir übten sie am Montag im Adventskreis und probierten mit beiden Händen ein Herz zu formen für die Zeile  „wohl allen Herzen insgemein“.  In der biblischen Geschichte suchten Josef und Maria vergeblich ein Zimmer in Bethlehem.  „Alles belegt“, hieß es überall, „aber draußen am Stadtrand sei  ein Stall, da könnten sie ja übernachten“ meinte ein Gastwirt.  Also gingen die Beiden los und fanden einen kleinen Stall.  Das Bild dazu heftete Nathanael an die Wand.  Eine Lerngeschichte hatte Robert für ihn geschrieben.  Susanne teilte wieder ein, wer  wo welche Aufgaben bei den Tieren übernimmt.  Nach dem Vespern bekamen alle Tiere ihr Futter. Die nächste Aufgabe hieß, unsere Fichte weiter zu 

bearbeiten. Die Jungs hackten die ersten Äste vom Stamm, während Jade und Anna mittels  Ein-Meterstab und Kreide markierten, wo der Stamm in gleichlange Stücke gesägt wird. Mit der Motorsäge ging das flucks.  Jetzt mussten die Stücke gespalten und die Äste entastet werden. Einige Kinder begannen mit dem Abtransport der Äste, während sich andere mit dem Spalten versuchten.  Da entdeckte Anna ihr neue Lieblingsbeschäftigung:  Unbeirrt und bis das Holz in zwei Teilen vor ihr lag, kämpfte sie mit Keilen, dem Hammer und einem Beil. Alles Holz schafften wir nicht und weil oben auf der Weide die Sonne schien, spazierten wir ihr entgegen. Manch einer nahm sein Vesper mit und der Rest fand z.B. kleine Eisschollen und experimentierte damit in der Sonne.  




Im Adventskreis kam am Dienstag der Stall zu den Krippenfiguren. Jade und Rebecca legten Heu dazu und stellten den Esel und die Kuh hinein. Maria, Josef und die Futterkrippe sind nun auch dabei.  Anna freute sich über ihre Lerngeschichte vom Holzspalten. Beim Tier-Plan ergab sich eine Änderung, denn wir können wieder Vroni melken. Das übernehmen zukünftig die Vorschüler. Während alle andern Kinder mit Susanne und Robert  die Hasen, Pferde und das Federvieh versorgten, sind die 4 Vorschüler mit Helmut zum Kühe und Schafe füttern losge-zogen. Vroni bekommt jetzt Silage, da bleibt sie natürlich gerne zum Melken stehen.  So richtig erfolgreich waren wir noch nicht mit der Milch, aber für den Anfang ganz gut. Die restlichen

Fichtenstammstücke wurden mit vereinten Kräften gespalten und alle halfen fleißig beim Abtransport mit. Danach machten wir uns auf in den Wald, hörten jedoch ein Motorengeräusch und entdeckten ein Baustellenschild an der Straße: Zwei Bauarbeiter kümmerten sich um die Laubberge am Straßenrand und den Regen-wassergraben. Nach dem Zuschauen  zogen wir weiter quer durch den Wald. Eine gemütliche Vesperpause animierte schließlich die Phantasien und  jedes Kind spielte und kletterte nach Herzenslust. Auf dem Heimweg zeigte Nathanael, dass er  „ganze Bäume ausreißen“  kann  (sie waren halt schon ein bisschen dürr ...).  An der Villa wurde gesägt, geschnitzt oder gemalt und das Wetterblatt ausgefüllt.



Die Sterndeuter wollten am Mittwoch im Adventskreis von König Herodes wissen, wo der neue König zur Welt gekommen sei. Der war entsetzt, weil er von nichts wusste, aber das Schlimmste befürchtete. Es blieb ihm in seiner Not nichts anderes, als die Sterndeuter zu beauftragen, weiter dem Stern zu folgen und ihm dann baldmöglichst zu berichten, wo der neue König geboren worden sei  (Matthäus-Evangelium  2,1ff).  Jades Stern wurde gezogen und sie schnitt sich das 15.-te Stiefelchen vom Kalender. Robert brachte Justus zum Schmunzeln, als er dessen Lerngeschichte vorlas. Bei den Planungen hielten wir daran fest, dass die Vorschüler zum Melken und die andern Kinder zu den anderen Tieren gehen.  Schokoladenpudding kochte Nathanael zusammen mit Helmut aus einem Liter 

Vronimilch.  Bis zur Kinderkonferenz um 11.30 Uhr spielten alle rund ums Baumhaus. Im Brunnenloch fanden die Jungs einen Laubfrosch ganz ohne Winterstarre; im Wald entließen wir ihn in die Freiheit.  Um halb zwölf sangen wir zur Eröffnung der Kinderkonferenz und ließen uns den Pudding schmecken. Durch unser großes Thema  „gewaltfreie  Konfliktbewältigung“ führte Susanne in der nun folgenden  „Sitzung“: alle 6 neuen Regeln stellte sie nochmals vor und suchte mit den Kindern nach Beispielen und weiteren Verhaltensvarianten.  Dass wir auch mit Worten verletzen, stand neu zur Debatte und wir suchten nach einer passenden Formulierung für die siebte Regel.  Im Anschluss bildeten sich Interessengrüppchen beim Malen, beim Bilderbuch vorlesen, beim Schnitzen und bei den Heuballen.



Wieso  „man“  eigentlich Weihnachten feiert, klärten wir am Donnerstag: „Da kam nämlich Jesus zur Welt“, also vor etwa 2015 Jahren in echt und heute als Baby aus Lindenholz geschnitzt in unserer Krippe.  Warum  heutzutage das  „Christkind“  zu den Kindern kommt, stellte uns  vor ein Rätsel, das stark verkürzt so zu erklären ist: Im Zuge der Reformation hat Martin Luther das Brauchtum um den „Heiligen Nikolaus“  abgesetzt und statt dessen den  „Heiligen Christ“  am 25. Dezember zum Gabenbringer  „geschaffen“.  Im Lauf der Jahrhunderte wandelte sich dieses Brauchtum in verschiedene Richtungen, auch regional bedingt.  Seit dem 20. Jahrhundert  findet  „man“  regional  unterschiedlich  den Nikolaus, den Weihnachtsmann und das Christkind. Warum wer wann bei wem welche Geschenke bringt, kann deshalb nur in den Familien geklärt werden. Wir erlauben uns, den Kindern zu berichten, dass Weihnachten der Geburtstag von Jesus ist  -  

und jedes Kind weiß:   wenn ich zur Geburtstagsfeier eingeladen bin, dann bringen die Eingeladenen dem Geburtstagskind die Geschenke!  Wär ja mal eine neue Idee, Weihnachten zu feiern!  Sechzehn Kerzen leuchteten in unserem Adventskreis: „Jetzt wird es immer heller!“  Als wir die vierte Strophe von  „Macht hoch die Tür“  übten, stellten die Großen fest, dass nur noch die fünfte Strophe fehlt und dann können sie das ganze Lied singen.  Draußen wurden die Tiere versorgt, Joel und Nathanael gingen mit zum Melken. Anschließend wanderten wir  „auf dem Waldweg mit den Heuballen“ und natürlich sprangen und kletterten alle auf den beiden Ballen nach Herzenslust und Kräftevermögen.  Zurück an unserer Villa traf man sich wieder in  „Arbeitsgruppen“ wie Grünholz schälen, Vogelfutterglocken anmalen, mit der Hündin Ronja Dressurspielchen zu üben, oder Erdnüsse knacken, um zwischen den Kernhälften nach dem Nikolaus zu suchen. 



Am Freitag bekamen die Hirten mitten in der Nacht Besuch vom Engel, der ihnen verkündete:  „Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch eine große Freude, die allem Volk wider-fahren wird, denn für euch ist heute der Heiland geboren,  Christus ist er, der Herr in der Stadt Davids“  (Lukas-Evangelium  2, 10f). Die ärmsten und geächtetsten  Leute begegneten dem neugeborenen Heiland der Welt als erste und sie hatten nicht einmal etwas zum Mitbringen  (so ist das bis heute mit dem Christus: ER freut sich über jeden  „Geringsten“, der zu ihm kommt, nichts zu bringen hat, aber alles von IHM erwartet und erhofft!).  Nach dem Adventskreis besuchte die Kooperationslehrerin 

Frau Hohl von der GS Schiltach unsere Einrichtung und vor allem die Vorschüler von 9.10 Uhr bis 10 Uhr zu einem ersten Kennenlernen. Alle anderen Kinder versuchten mit Salome und Robert aus einem Plätzchenteig kleine Kugeln herzustellen, aus denen kleine Schneemänner entstehen sollten. Das war viel Arbeit und hat allen gut gefallen, wenngleich am Ende keine Kugeln, sondern „Amerikaner“  aus dem Backofen kamen (das üben wir noch). Die Vorschüler schnitzten derweil die Näschen für die Schneemänner und kümmerten sich anschließend um das Herstellen der neuen Strickleiter. Die musste natürlich noch im Brunnenloch getestet werden.



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