Fast hätten wir den Morgenkreis verlegt, ...

nach draußen, denn am Montagmorgen blinzelte schon ...


die Sonne ans Hauseck und es hatte gefühlte Sommertemperaturen. Wir sangen von drinnen der Sonne entgegen, beschlossen, wer sich um welche Tiere kümmert und dass wir in der Sonne Richtung Schwenkenhof wandern. Nach dem Vespern gab es die Flanellbilder samt Geschichte zum ersten Abendmahl, das Jesus am Abend vor dem Passahfest mit seinen Jüngern feierte. „Er nahm das Brot, dankte Gott, brach‘s, gab‘s seinen Jüngern und sagte: Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch in den Tod gegeben wird, das tut zu meinem Gedächtnis. Nach dem Mahl, nahm er den Kelch, dankte Gott, gab ihnen den und sagte: Nehmt und trinkt alle daraus, das ist mein Blut des Neuen Bundes, das für euch und für viel vergossen wird zur Vergebung

der Sünden. Das tut zu meinem Gedächtnis. Dass Judas bei diesem Mahl beschloss, Jesus bei den römischen Soldaten zu verraten, hat niemand verstehen können. Draußen bei den Tieren konnte unsere Häsin Lisi aus ihrem Genesungsaufenthalt bei Helmut wieder zurück gebracht werden. Bei Familie Gutekunst‘s Schafen gab es gestern zwei Lämmer und großen Kummer, weil das Mutterschaf die Lämmer nicht trinken ließ: Nun muss mit der Flasche gefüttert werden; eins ist in der Nacht gestorben. Das war natürlich Thema des Tages und wir diskutierten unterwegs, warum Tiere eigentlich geschlachtet werden. Am Freitag wurde das Kalb Michelle geschlachtet und der Schafbock. „So ist das auf dem Bauernhof“, stellten die Großen fest und




„Wer Fleisch essen will, muss auch schlachten!“   Ob sie mal dabei sein können, war die nächste Frage, damit sie wissen, wie das geht.  Wir wanderten an den ersten beiden Passionswegstelen vorbei. An der dritten Station betrachteten wir die Symbole Brot und Kelch und hörten den biblischen Text. Auf dem weiteren Weg unter der Sonne entdeckten wir den ersten Huflattich, genossen Sauerampfer mit Löwenzahn und Gänseblümchen. Salome führte uns einen neuen Waldweg und wir fanden tatsächlich zurück zur Villa.

Fast ein ganzes Fladenbrot teilten wir bei strömendem Regen im Vesperhäusle untereinander auf, als wir am Dienstag nach Morgenkreis und Tiere füttern in voller Regenmontur zum Passionsweg gewandert waren. Im Schutz vom Vesperhäusle-Dach brachen wir das Brot miteinander und tranken Traubensaft, um uns nochmals die Geschichte vom ersten Abendmahl Jesu zu vergegenwärtigen. Dass man Gott nicht erklären kann, diskutierten wir schon morgens beim Melken, aber dass wir dafür Jesus bis heute



spüren können, in Brot und Traubensaft, das war eine neue Entdeckung. Ansonsten gab es außer Dauerregen und sinkenden Temperaturen, ins Wetterblatt schrieben die Vorschüler morgens 5 und mittags 3 Grad nicht viel Neues. Doch, große Pfützen zum Reinspringen. Gegen halb 12 Uhr verschwanden wir alle in unsere gemütlich warmen Villa. Mit Malen, Sägen, Kneten und Bücher vorlesen fanden alle eine Beschäftigung bis zum Abschlusskreis.

Fast einen Meter tief hat Roland einen Graben gebaggert, für die neue Wasserleitung; das war natürlich die Attraktion am Mittwoch und die Jungs ließen sich nur mit Mühe überreden, nicht den ganzen Vormittag am Graben zu verbringen. So konnten wir dann nach Morgenkreis, Vespern und Tiere versorgen doch zur Burg hinauf wandern. Dort „schneite“ es große „Schneeflocken“ von den Zweigen der Bäume, die konnten wir auffangen und aufessen. Einige Kinder versuchten mit dem Feuerstahl ein



Feuerchen zu entfachen, mangels trockenen Holzes aber vergeblich. Klettern, verstecken spielen, den Burgberg runterrutschen oder schnitzen, alle fanden etwas zu tun. Gegen 11 Uhr beschien die Sonne einige schneebedeckten Fichten und ließ den Schnee in großen Regentropfen herunterregnen.

Beim Abschlusskreis in der Villa gab‘s zum Naschen unsere eigenen Apfelringe und die Fortsetzungsgeschichte, in  welcher Karl Mümmelholz,  der Biber dem Eichhörnchen Waldemar zeigen wollte, wie er unter Wasser die Tür zu seiner Wohnung findet. Nach dem Wetterblatt mussten die Jungs natürlich wieder raus zum Bagger.

Fast 10 cm Neuschnee bedeckten am Donnerstagmorgen Wald und Wiesen und alle brachten ihre Schneeanzüge wieder mit. Etwas zwiegespalten sangen wir im Morgenkreis „lieber Schnee“ oder doch „liebe Sonne“. Als die Tiere versorgt waren, gab es dann aber nur eins: Ab ins weiße Vergnügen, z.B. mit Poporutschern, zum Schneemänner bauen, Schneeballschlachten machen und Figuren formen. Da brauchte es ein bisschen Entscheidungshilfe, als Salome die Jüngsten zum Waffeln backen einlud und Robert die Mittleren zum Kalenderblatt gestalten. Wer wollte, konnte auch draußen im Schnee bleiben. Bis auf drei, die allerlei Rutschbahnvarianten bauten,



verschwanden alle in der Villa. Mit Begeisterung wurde in der Küche Waffelteig gerührt und im Nebenzimmer Wolken, allerlei Blumen und eine Sonne aus Stoff ausgeschnitten und aufgeklebt.

Um 11.30 Uhr begann die Kinderkonferenz mit den 8 Verhaltensregeln und wir besprachen, wie das Fahrradfahren als neues Angebot zukünftig von statten gehen soll und kann. Nach der Erzählrunde mit dem Albatros und den Einträgen in die Vorschulkalender reichte Salome zur Fortsetzungsgeschichte die leckeren Waffeln. Mit Frosch und Schlange im Schilf am Teich beendeten wir die Hausrunde und alle ver- schwanden nach draußen. Besonders Mutige, wie Jule, Nathanael, Jade und Joel trauten sich, den Steilhang bei den Schafen hinunterzu-saußen.

Fast 45 Minuten konnte sich Frau Hohl, Kooperationslehrerin der Grundschule Schiltach Zeit für unsere Vorschüler nehmen. Das erste „Treffen“ war ganz in Ordnung, meinte Frau Hohl, wobei ich manchen Bedarf beobachten konnte, an dem wir zukünftig arbeiten werden. Wir feierten um 10 Uhr mit 14 Tagesgästen den Morgenkreis. Nach der spannenden Fortsetzungsgeschichte verteilten unsere Großen an alle je eine Knetstange. Alle wurden eingeladen, nun aus der Stange eine Kugel zu „kneten“ - das dauert. Jetzt sollte aus der Kugel ein Pfannkuchen werden, der wurde zum Hut, aus dem Hut wurde wieder eine Kugel. Diese sollte zur Schlange geknetet werden, aus der Schlange entstand ein Ring, der sich zu einer Acht und schließlich zu einem Zopf drehen ließ.



Schöne Momente ergaben sich, als einzelne Kinder sahen, dass manche Senioren beim Kneten Hilfe brauchten und einfach hingingen und halfen. Genauso wie nachher beim Falten der Papiertulpenblüten. Das passt eben richtig gut zusammen, die Alten und die Jungen. Selbst als Alice Müller die Kinder spontan zu einer Turnstunde animierte, hatten die Kinder ihre Freude an der eigenen Bewegung und die Senioren schauten begeistert und anfeuernd zu.

Bis zum Mittagsmahl spielten wir nochmals draußen in der Sonne und ließen uns dann wie immer fürstlich und so freundlich bedienen, wie es wohl sonst nirgends sein wird: Jedes Kind wird persönlich nach seinen Essenswünschen gefragt und liebevoll bedient  -  da fühlt man sich richtig groß.  Wir danken herzlich für alles Entgegenkommen und so viel liebevolle Selbstverständlichkeit überall!  Wir kommen gerne wieder.

 



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