Großer Notstand: Acht Kinder konnten ...

... krankheitsbedingt am Montag nicht ...


... in den Kindergarten kommen. So feierten wir mit 6 Kindern und 3 Erwachsenen einen Mini-Morgenkreis und beschlossen, dass wir nach dem Versorgen der Tiere erst mal eine Hausrunde einlegen. Zum einen blies der Ostwind noch sehr eisig über die fast schnee-freien Wiesen und den Wald und wir hatten noch Luftballons vom Seniorenzentrum übrig, die zu Ostereiern verwandelt werden konnten. Danach übten die Vorschüler mit Robert die Papier-reißtechnik, weil das vergangene Woche gar nicht funktionieren wollte. Draußen sammelten zwei Kinder Waldboden und siebten ihn, weil wir diese Woche in unserem  Gewächshäusle  die ersten Samen aussäen wollen. Mit Fahrrad- und Kettcarfahren verbrachten die Jungs die Zeit bis zum Abholen.

Erneut großer Notstand am Dienstag: acht Kinder fehlen. Im Morgenkreis hat dann Robert mangels Kinder die Regeln übernommen. Joel und Ferdi sind mit mir zum Melken gegangen und die restlichen 4 Kinder fütterten Hühner, Enten, Hasen und Ponys. Unterwegs zur sechsten, vorletzten Stele des Passionsweges sammelten die Großen Müll aus dem Wald und wir ärgerten uns über die „Müllschweine“, die rücksichtslos ihren Abfall aus dem Autofenster in die Natur werfen, „obwohl die doch alle einen Mülleimer zuhause haben!“ Am sechsten Fichtenstammstück hörten wir die biblische Geschichte, wie Petrus und ein Jünger ihrem gefangengenommen, abgeführten Herrn (Jesus) heimlich bis vor den Palast des Hohenpriesters folgten.




Im Vorhof hatten Soldaten ein Feuer ange- macht, um sich zu wärmen. Weil der andere Jünger den Hohenpriester kannte, sprach er mit der Türhüterin, sodass Petrus mit in den Hof hineingehen konnte. Da fragt ihn die Frau: „Bist du nicht auch einer von Jüngern dieses Menschen?“ Petrus erwidert: „Nein, ich bin es nicht!“ Da sagten andere, die dabei standen: „Bist du nicht auch ein Jünger von dem da drin?“ Aber Petrus erwiderte erneut: „Nein, ich bin es nicht!“ Ein Diener sagte dann: „Ich habe dich doch mit ihm im Garten gesehen!“ Wieder stritt Petrus alles ab und im selben Augenblick krähte ein Hahn und Petrus erinnerte sich daran, dass Jesus zu ihm gesagt hatte: „Bevor der Hahn kräht, wirst du drei Mal behaupten, dass du mich nicht kennst.“

Da ging Petrus hinaus und weinte verzweifelt.  Johannes 18,15ff und Matthäus 26,75.  Wir stellten fest, wie schnell wir Menschen  jemanden im Stich lassen und zu lügen anfangen, wenn es scheinbar gefährlich für uns wird, obwohl wir kurz davor stolz versichert haben, wir würden alles für den Freund tun.  Mit der Feststellung, dass in eineinhalb Wochen schon Ostern ist, wanderten wir vorbei an der letzten Station, den Wald hinauf. Die Kinder sammelten rot schimmernde Kiefernrindenstücke mit interessanten Formen und Binsengras zum Flechten. In der Villa übten die Vorschüler weiter die Papierreißtechnik und ließen erste kleine Bäume entstehen. Die Jüngeren schnitzten mit dem Taschenmesser und flochten Binsengraszöpfe.



Mittelgroßer Notstand am Mittwoch: immerhin konnten wir mit acht Kindern den Geburtstags-Morgenkreis mit Marian feiern. Als die Handpuppe „Robby“ dann zu gratulieren versuchte, hatten alle ihre Freude und zur Feier des Tages verschenkte Marian sehr leckere, selbstgebackene Knabberstangen; vielen Dank! Nach dem die Tiere versorgt waren, marschierten wir waldabwärts. Wir beobachteten bestimmt 15 Tannenmeisen auf einer Fichte und fanden u.a. zwei schön geformte Astgabeln, die zu Heugabeln verarbeitet werden. Kurz nach 11 wollten wir wieder in der Villa sein, damit Marian genug Zeit für sein Geburtstagsgeschenk hat: Mit Helmut eine Müslischale auf der Töpferscheibe töpfern. Das ist schon ein spannendes Ereignis:

erst die Tonkugel formen, auf der Scheibe fest machen, dann die ersten Versuche, mit nassen Händen die Kugel zu zentrieren, um nach und nach mit dem Daumen in die Tiefe es Tons vorzudringen.  „Ganz schöne Matsche“  hat man da an den Händen, aber ohne die geht es nicht. Mit etwas Geduld entsteht das Schälchen und kann abgeschnitten werden. Dass man’s jetzt nicht gleich mitnehmen kann, gehört auch dazu, denn  „gut Ding will lang Weil haben“.  Die begeisterten Zuschauer hätten auch gern getöpfert, was heute aber unserer Lotte vorbehalten blieb. Dafür modellierten die Kinder ein Schälchen, einen Pilz und eine Kugel per Hand. Mit Kordeln drehen, Farbstifte anspitzen und Bilder malen vergnügten sich die Kinder bis zum Abholen.



Fast kein Notstand mehr am Donnerstag - ob’s auch an der Frühlingssonne lag? Jedenfalls feierten wir mit 11 Kindern Morgenkreis und vesperten noch in der Villa. Doch nachdem die Tiere versorgt waren, verlegten wir alles nach draußen in die Sonne: Robert motivierte die Vorschüler wieder, Papierfiguren fürs Kalenderblatt auszureißen. Lotte suchte mit den Mittleren nach Mutterboden fürs Gewächshäusle. Dieser wurde mit vereinten Kräften gesiebt. In die frische Erde steckten die vier Mädchen Samenkörner von Salat, Radieschen, Erbsen und Kohlrabi, samt

Namensschildchen.  Die Vorschüler schleppten mit mir noch eine Stunde lang Weißtannenäste aus dem Wald in den Bollerwagen, um das Brennholz zum Trockenplatz zu transportieren. Um 12 Uhr kam Frau Jäger, Roberts Dozentin von den Zinzendorfschulen, um Roberts Angebot abzunehmen. Den Abschlusskreis gestaltete er mit den Kindern draußen. Anschließend lud er alle Kinder ein, Ostereier mit der Marmoriertechnik in den Handflächen zu färben. Mit etwas Geschick entstanden interessante Farbvarianten auf den braunen und weißen Eiern.



Mit leider wieder zugenommenem Notstand, sprich nur 7 Kindern trafen wir uns am Freitag in der Tagespflege „Oase“ der Sozialgemeinschaft Schiltach Schenkenzell. Nach dem Frühstück bei den ersten Tagesgästen lockte herrlicher Sonnenschein nach draußen. Mal rennend, mal kletternd oder auf der Kante einer Leitplanke balancierend ging‘s den Rundweg entlang der Schiltach. Um 10 Uhr feierten wir beginnend mit kräftigem Chorgesang und Klatschen den Morgenkreis. Robert las seine Lerngeschichte für Jule vor und Helmut von Astrid Lindgren „den Frühling in Bullerbü“. Nun hatten Licie und Susanne alles vorbereitet, damit vor allem die Kinder ihre Papierostereier anmalen konnten. Interessiert und freudig schauten die Senioren gerne zu.

Das Malen mit Pinseln gelang soweit recht gut, wobei einer der Senioren mit viel Geduld zwei besonders hübsche Eier gestaltete. Bis alle Eier verziert und mit Fäden zum Aufhängen versorgt waren, zeigte die Uhr schon halb zwölf. Nach einer Draußenrunde lud das freundliche Personal wieder zum 4-Gängemenü und Marius zeigte sich wieder einmal von seiner kinderfreundlichsten Seite - da gab’s sogar einen Nachtisch für ein Kind, obwohl wir als Strafe eigentlich keinen erlaubt hatten - aber Marius darf die Ausnahme machen. Herzlich danken wir wieder für alle Offenheit, das freundliche Entgegenkommen und die große Gastfreundschaft, Herrn Esslinger, Monique, Alice, Susanne, Marius und allen andern im Seniorenzentrum.


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