Unter der Sonne feierten wir am Montag  ...

... den Morgenkreis draußen vor der Tür.

 


Dorothea begleitet uns die ganze Woche im Rahmen ihres Schulpraktikums der achten Klasse. Sie ging heute erst einmal mit, die Pferde und das Geflügel zu versorgen, während Lotte, Joel, Ferdi und ich die Schafe und Kühe versorgten und Vroni  „versuchten“  zu melken; die hatte die Brötchenlieferung gerochen und war nur zu beruhigen, als sie auch gleich welche davon abbekam. Nach den Tieren schlüpften wir alle in die drei PKW’s, um noch einmal zur Wiese beim Froschteich zu fahren. Dort schufteten aber wirklich alle, wie noch nie! Besonders überraschte uns, mit welcher Selbstver- ständlichkeit sich alle darum kümmerten, dass wir die Wiese heute wieder ganz sauber machen, damit das Gras gut wachsen kann und die Kühe 

genug Futter bekommen. Selbst Kinder, die an den ersten beiden Tagen nur zuschauten, packten jetzt mit an. Mit vier Rechen und zwei Schubkarren gelang der Großeinsatz richtig gut. Die Großen luden zwei PKW-Anhänger mit den Ästen voll und haben alles Brennholz dann am Kindergarten wieder ausgeladen und aufgesta-pelt. Den Rest holten wir nach der Teamsitzung noch ab, sodass wir die Wiese komplett gepflegt hinterlassen konnten. Während den Autofahrten und beim Ausladen diskutierten die Großen mehrfach ihre Erfahrungen, z.B. dass wir jetzt doch ganz schön viel Brennholz für den Winter in zwei Jahren zusammen haben und wie viele Tage man damit die Holzheizung im Hause Gutekunst wohl befeuern kann.




In der Villa feierten wir am Dienstag den Morgenkreis, weil es draußen nur 6 Grad hatte und die Sonne von Wolken bedeckt war. Der Tagesplan stand schnell fest: Tiere versorgen, melken und dann weitere Steine für die Gartenmauer suchen. Mit Kettcar, Bollerwagen und Schubkarren zogen wir los. Unterwegs trafen wir Roland Gutekunst, der sich wieder mit dem Bagger auf den Weg machte, die nächsten Stücke des Grabens zuzufüllen. Dampf stieg aus einem Erdhügel auf und wir klärten, dass hier die Sonne das Regenwasser auf der Erde erwärmt und verdunsten lässt. Mit neuen Steinen im Anhänger und Boller ging‘s zurück; Sand zum Mauern lud Lotte noch in die Schubkarre. Robert wusch mit Ferdi die Steine, während Nathanael, Joel und ich den Mörtel mischten, 5 Teile Sand, 3 Teile Zement und dann Wasser  -  

aber vorsichtig. Gemeinsam verteilten wir den Mörtel, suchten nach passenden Steinen und verfüllten die Fugen. Bis kurz vor 12 Uhr hatten wir den Sand verbraucht; die Mauer aber noch nicht fertig. Beim Abschlusskreis vor der Villa strahlte die Sonne so kräftig, dass wir fast umgezogen wären  -  es ist halt April.

Am Mittwoch feierten wir den Morgenkreis nochmals drinnen, wetterbedingt: es regnete heftig. Da nutzten wir die Zeit, um mit schlicht gezeichneten Gesichtsausdrücken ins Gespräch zu kommen: Wie geht es dem? Was denkt sie? Was fühlt die Person? Nach 9 Uhr kam Dr. Straßner zu Besuch, weil er freundlicher weise die Aufgaben als  Betriebsarztes bei uns übernehmen wird, vielen Dank! Er hat sich gleich alle Aufgaben rund um die Tiere angeschaut und war beeindruckt, wie selbstverständlich die



Kinder überall dabei waren. Danach und weil es weiter regnete, beschlossen wir Richtung Schwenkenhof zu wandern. Am Passionsweg entdeckte Robert einen wunderschönen Feuersalamander, über den alle staunten, weil fast alle noch nie einen lebend sehen und fühlen konnten. Im Wald fanden wir Veilchen, Weinbergschnecken, Schlüsselblumen, Gundermann und Ackerminze. Trotz der mit Begeisterung und Roberts Hilfe  „gefällten“  dürren Bäume blieb es ungemütlich, kalt und nass und wir machten uns auf den Heimweg. Mit unserem neuen Abschlusskreislied „Was müssen das für Bäume sein“ begann die Kinderkonferenz auf den Sitzkissen. Wir besprachen die Verhaltensregeln und überlegten verschiedene Alltagssituationen, in denen sie angewandt wurden; beides gab es zu berichten: dass Regeln

eingehalten, aber auch nicht eingehalten wurden. Lotte reichte ihren frisch zubereiteten Blüten- und Kräutertee, da müssen sich noch manche Geschmacksnerven umstellen, denn so viel Natur kennt unser Gaumen noch gar nicht.  Das Herrliche jedoch ist, dass die Blüten grade eben gesammelt, direkt zubereitet werden können. Die verbleibende Zeit nutzten wir, um mit dem Bau der nächsten Holzkistchen für die Garderobe fortzufahren.

Mit den Gesichtsausdrücken nahmen wir die frische Spur der Gefühle am Donnerstag wieder auf und eine fröhliche Austauschrunde gelang. Dem Vorschlag, einen Gesichtsausdruck selbst darzustellen folgten viele Kinder und es entstanden interessante Fotos, mit denen wir weiter arbeiten werden. Nach dem Melken und Tiere versorgen kümmerten wir uns um die



Knospen des Löwenzahns. Am Wiesenrand oberhalb des Schwenkenhofes sammelten wir gut eine Stunde lang und hatten etwa 2 Liter beisammen. Doro entdeckte einen Molch, Robert eine Kröte und ich eine Blindschleiche  -  alle wurden natürlich  „herumgereicht“, wobei sich nicht alle Kinder trauten, die Tiere zu berühren. In mühsamer Kleinarbeit mussten dann die Stängel und Kelchblätter der Löwenzahnknospen abgezupft werden. Was daraus wird, wird ein andermal verraten. Dorothea und Robert übernahmen mit 7 Kindern die Herausforderung des Zupfens, während Lotte mit 3 Kindern Kräuterquark, Kräuterbutter und Pesto herstellte und Salzgebäck und -brezeln für den Elternabend. Quasi zur Belohnung konnten die Jungs gegen 12.15 Uhr mit Roland im Traktor mitfahren, den Kuhmist auf der Weide zu verteilen. Die andern Kinder vergnügten sich derweil auf Gutekunst‘s Trampolin.


Zum Elternabend kamen sieben Eltern. Lotte stellte sich vor, Robert und sie berichteten von ihrer Fortbildung  „faustlos“ und ich vom aktuellen Stand im Bauernhofkindergarten. Bei Tee aus frischen Blumen und Blättern, Vroni-Käse, den Kräuterdips und dem Salzgebäck von Lotte schloss sich eine intensive und gute Austauschrunde an.

Pünktlich um 8.45 Uhr saßen am Freitag 10 Kinder und wir Drei in der Oase, um mit den ersten Tagesgästen des Seniorenzentrums Schiltach zu frühstücken. Leider regnete es bis halb zwölf in Strömen. Mit normaler Kleidung ging da nichts. Also spielten wir im Schlossbergsaal mit dem Ball Kreisspiele, bis gegen 10 Uhr  14 Tagesgäste und HeimbewohnerInnen den großen Stuhlkreis füllten. Weil wir die Bilder zu unseren Regeln vergessen hatten, malten sie die Kinder mit dem Zeigefinger in die Luft. Besonders staunten wir, als mehrere Senioren anhand der 



Luftzeichnungen die entsprechenden Regeln erkannten. Weil auch die Monatskette im Kindi lag, formten wir mit beiden Daumen und Zeigefingern das Holzwürfelchen und zählten damit bis 15. Wir hörten die Sturmstillung aus Jades Taufbibel und dann von Astrid Lindgren die rührende Geschichte von Märit, der verstorbenen Prinzessin. Den Ring aus dieser Geschichte nahmen wir auf und spielten  „Ringlein, Ringlein, du musst wandern“ viele Male zur Freude aller, besonders, als dann eine Seniorin durch die Runde wanderte. Anschließend falteten Rieke und Heidi mit allen 

Kindern das Papierschiffchen, passend zur biblischen Geschichte. Während die Gäste dann nach und nach zum Mittagessen begleitet wurden, konnten wir tatsächlich noch eine gute halbe Stunde draußen bei den Spiel- und Klanggeräten auf dem Erlebnispfad verweilen. Sehr freundlich wurden wir wieder bedient und das Küchenpersonal hatte extra für die Kinder Apfelküchle mit Vanillesoße zubereitet; da konnten selbst  „eiserne Nichtmitesser“  nicht widerstehen. Wir danken sehr herzlich für alle Fürsorge, Begleitung und Bedienung. Gerne kommen wir nächsten Freitag wieder.



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