Es schneit tatsächlich am Montag bei 0 Grad Celsius und  ...

... ein weißer Hauch bedeckten Wald und Wiesen.

 


Lotte spielte im Morgenkreis mit ihren Handpuppen Mariechen und dem Wolf eine kleine Streitszene. Nach dem Vespern versorgten wir die Tiere. Mit melken war nichts, weil sich Vroni und Wurzel am Sonntag „auf Wanderschaft“  begaben. Dafür fanden die Kinder jede Menge Hühnereier und sahen, wie eine Pute und zwei Hühner in ihren Nestern am Brüten sind. Später stapften wir dann im Graupelschauer die Weide hinauf zum Baumhaus. „Da könnte man ja fast mit dem Poporutscher rutschen“, stellten die Kinder fest. Oben auf der Burgruine gab es allerlei zu tun: Weitere Steine im Kinderhäusle einbauen, Gesichter aus Schnee formen und gestalten und kleine Schneeberge

 bauen. Ganz schön kalt wurde es denen, die sich nicht bewegten, aber das wissen ja alle; auch, dass man ganz einfach etwas dagegen tun kann. Wir wanderten und rutschten noch ein Stück durch den Wald, aßen schneegekühlten Sauerklee und zupften wie im Schlaraffenland mit dem Mund (ohne Finger)  frische Buchenblätter mit einem Hauch Schnee garniert direkt von den Zeigen der Bäume. Zurück in der mollig warmen Villa feierten wir Abschlusskreis mit Apfelschnitzchen, Weißtannentee und der letzten Astrid Lindgren Geschichte von Lisabet, wie sie im tief verschneiten Winterwald fast erfroren wäre  -  das passte irgendwie gut zusammen.




Es schneite noch viel mehr am Dienstag bei 2 Grad. Gegen 11 Uhr waren Wald und Wiesen schneebedeckt. Im Morgenkreis sammelten wir verschiedene Gedanken zu den Gesichtsausdrücken und versuchten, weitere Fotos zu den neuen Gefühlen zu  „schießen“. Mariechen und der Wolf hatten wieder ihren Auftritt. Heute kam es schon zu ersten kleinen Gesprächen zur Situation: „Bloß weil Mariechen singt, muss der Wolf sie doch nicht gleich beißen“, „Der kennt wohl unsere Regeln nicht“,  „Er muss sagen  `hör auf, das will ich nicht´“ ...  Vroni gab heute fast 5 Liter Milch und die Hühner nur ein Ei. Wir beschlossen, mal nach Schiltach zu wandern. Es gibt tatsächlich einen Waldweg, auf dem man in gut 10 Minuten im  

„Stadtteil“ Hoffeld ankommt. Sehr spannend war für viele die Entdeckung, dass unsere Jade dort wohnt. Einige Kinder gingen dann natürlich mit Jade an ihr Haus und klingelten; die Mama war da. Nach einem kurzen  „Hallo“  zogen wir weiter, so richtig weit zog sich der idyllische Pfad zwischen den Moosbehangenen Fichten immer weiter bergaufwärts, bis wir  -  wer hätte das gedacht  -  am Hexenhäusle ankamen. Es schneite übrigens die ganze Zeit. Für manch jüngeres Kind wurde der Weg nicht zum Ziel, eher zu einer Herausforderung. Aber wir kamen alle nass, etwas geschafft und glücklich wieder in unserer Wohlfühl-Villa an. Im Abschlusskreis gab‘s die erste Geschichte von Schnüpperle: „alles bilogisch“.



Es schneite weiter am Mittwoch bei 3 Grad. Im Morgenkreis prüften wir die neuen Fotos der Kindergesichter und suchten die passenden gezeichneten Gesichtsausdrücke dazu. Weil Vroni wohl in der Nacht beschlossen hatte, auszubüchsen und zu ihrem Kälbchen Wurzel zu ziehen, fiel das Melken aus. Wir kümmerten uns alle um die Hasen und das Geflügel. Heute war die Pute mal kurz von ihrem Nest gestiegen und wir konnten die Eier zählen. Langsam steigt die Spannung, in welchem der vier Brutnester wohl die ersten Küken schlüpfen werden. „Wer ist schneller“  überlegten die Kinder: „Die Henne, die Pute oder die beiden Enten?“  Wir werden‘s erleben. Mit den Poporutschern zogen wir

 

die Weide hinauf Richtung Baumhaus und tatsächlich sausten bald 10 Kinder durch 10 cm tiefen Aprilschnee, mal von der Sonne geblendet, mal im grauen Dunst des aufsteigenden Wasserdampfes. Später nahmen wir noch bei Maiky, dem Pony Maß, um ihm ein Kummet zu basteln. Für gut eine Stunde spazierten wir dann noch Richtung Sonne, aber der Wind blies eisig, sodass wir den Rückweg lieber im Wald antraten. Während dem Abschlusskreis begann es wieder heftig zu schneien und die Vorschüler trafen sich wieder mit Robert am Tisch, um die Wetterblätter gemeinsam und ein wenig in Richtung  „Schulstunde“ durchzuführen.



Am Donnerstag schneite es nur noch drei Mal. Im Morgenkreis hatten Mariechen und der Wolf nochmals ihren Kurzauftritt. Allerlei  interessante Reaktionen reichten von „Oh nein, ich kann‘s nicht mehr hören“  über  „Die soll halt aufhören mit singen“  bis  „Der Wolf muss verschwinden“. Bei der Suche nach einer für beide befriedigenden Lösung blieben wir  stecken, aber wir bleiben dran. Vroni ließ sich im Stall melken und eilte dann aber mit Roland zu den anderen Tieren. Die Großen bauten zwei Schafzaunnetzte ab und kümmerten sich danach mit mir um den Weiterbau des Kummet für Maiky: ein erstes Holzmodell haben wir dem Pony angepasst und zwei weitere mit der Stichsäge ausgesägt, die Kanten geschliffen 

und alle drei teile verleimt. In der Villa stempelten die  „Mittleren“  unter Robert’s Anleitung mit angemalten Miniluftballons Erntedankmotive für das Oktober-Kalenderblatt. Lotte hat mit den Jüngsten Brezeln gebacken und Kräuterbutter hergestellt. Draußen entasteten die Großen noch das Obstbaum-Schnittholz und alle halfen mit beim Entsorgen des Reisigs. Die Brezeln mit Kräuterbutter gab es dann im Abschlusskreis während der nächsten Schnüpperle-Geschichte: Umgraben ist Männersache. Die Vorschüler begannen den ersten Schritt mit einer Uhr und füllten ihre Wetterblätter aus: Morgens 1 Grad, mittags 10 mit Schnee, Wolken, Sonne und Wind.

 



Am Freitag brach sich die Sonne endlich ihre Bahn durch den Frühnebel und wir konnten den Morgenkreis wieder draußen feiern. Noch ein Grund zum Feiern waren die vier Kolleginnen vom Waldkindergarten Altbach, die sich unseren Tagesablauf einmal selber anschauen wollten und nachmittags bei mir noch ein paar Fortbildungsstunden gönnten. Nach dem Melken  „trabte“  Vroni wieder im Kuhgalopp zu den anderen Tieren, die beim Öffnen des Zaunes mal eben versuchten, an das Gras vor dem Weidezaun zu gelangen  -  mit vereinten Kräften und den Kolleginnen hatten wir aber bald alle wieder an ihrem Platz. Wir wanderten nochmals nach Schiltach hinunter, um die große Buche nach Hacken und Gabeln zu untersuchen. 

Allerdings fanden sich nur vier Hacken, dafür sägten die Jungs einige Äste ab, aus Freude am Sägen. Förster Wöhrle hielt extra bei uns an, erklärte ausführlich, wie es zur entwurzelten Buche kam und nahm sich Zeit für alle Fragen der Kinder; vielen Dank! Nach elf Uhr wanderten wir wieder zurück. Draußen vor der Villa sangen wir von den Elefanten, lauschten den Kinderberichten während der Albatros auf den Fingerspitzen schwebte und hörten, wie Schnüpperle versuchte, mit Zucker das Säen von Radieschensamen zu üben. Nach dem Spiellied  „Im Schilf am Teich“  und  „Alle Leut“ verab- schiedeten sich vier beeindruckte Kolleginnen herzlich von allen Bauernhofkindergarten-Leuten; schön, dass Ihr da wart!



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