Schon beim Morgenkreis entledigten sich die ...

... ersten Kinder ihrer ...


Jacken und Mützen  -  das Thermometer stand am Montag schon auf 15 Grad und die Maisonne wärmte herrlich.  Nach dem Morgenlied, den Regeln, der Monatskette und Roberts Lerngeschichte beschlossen wir, zuerst die Tiere zu versorgen und dann in zwei Gruppen zu arbeiten. Die Älteren sollten hinterm Schwenkenhof nach Veilchen und Löwenzahnblüten suchen. Joel und der  „Rest“  kümmerte sich mit Lotte um unser Gartenbeet. Unterwegs entdeckten wir bald jede Menge Veilchen für die Kräuterbutter und auf einer Weide gab‘s ausreichend Löwenzahnblüten für weiteres Gelee. Gegen 11 Uhr kehrten wir zurück und begannen mit dem mühsamen Abzupfen der Löwenzahnblütenblätter. Die Gartengruppe hatte inzwischen alle Erde 

durchgehackt, von Steinen und Beikräutern befreit  und begann mit dem Setzten der Bohnensetzlinge. 600 Gramm  „reine“ Blüten waren um 12 Uhr gezupft und 16 Bohnen gepflanzt. Im Abschlusskreis zupften bei Schnüpperle die Oma und Annerose Johannisbeeren von den Stielen, während Oma von früher erzählte. Jade hatte von ihrem Opa zwei frisch abgestoßene Geweihstangen eines Damwildhirsches mitgebracht, da musste natürlich ausprobiert werden, wie schwer das für den Hirsch zu tragen ist. Danach füllten die Vorschüler ihre Wetterblätter aus und kümmerten sich um ihre neuen Holzeier. Zehn Stück für jeden und zwei Eierschachteln dazu. Heute wurden die Eier erst einmal mit Bienenwachs eingerieben und poliert.  




Am Dienstag kam unser nächstes Kind, Philipp zum ersten Mal zu uns. Wir feierten den Morgenkreis und planten nach dem Tiere versorgen mit einer Gruppe und Lotte im Garten die selbst gezogenen Setzlinge, Erbsen, Kohlrabi, Salat und Tomaten einzupflanzen, sowie Karotten und Radieschen zu säen. Die Vor- schüler und die Mittleren trafen sich einzeln mit Helmut, um den Fragebogen des Gesundheits- amtes auszufüllen. Wer ohne Beschäftigung war, konnte sich im Sand oder an den Schaukeln betätigen. Im Abschlusskreis stellte Lotte vor, was nun wo  in unserem kleinen Garten wachsen könnte, wenn ... -  tja, wenn so einige Faktoren stimmen, biblisch heißt das ganz einfach

„denn Wachsen und Gedeihen, das liegt in Gottes Hand“. Mir fällt immer der nette Vergleich ein vom Gras, das nicht wächst, wenn man daran zieht, sondern wenn man es wachsen lässt und hegt und pflegt,  verglichen mit der Erziehung  ist das doch ähnlich, oder?  Nach dem Abschlusskreis und dem Wetterblatt musizierte Lotte mit einigen Kindern im Neben- zimmer und die Vorschüler übten die erste Runde mit den 10 Holzeiern in zwei 10-er Schachteln: z.B. 2 rausnehmen, in die leere Schachtel setzen und zählen: wie viele Eier sind in jeder Schachtel, wie viele fehlen, wie viele Becherchen sind leer, welche Muster können gebildet werden? usw.; die Begeisterung war geweckt.

 



Am Mittwoch planten wir am Ende des Morgen- kreises die anstehenden Aufgaben: Tiere versorgen, Vroni melken, Käse machen und den Weidezaun für die Pferde neu stecken. Vroni gab wieder fast 6 Liter Milch und die Hühner allerdings kaum 10 Eier, weil viele davon am Brüten sind. Nach dem Vespern montierten die Jungs die Isolatoren an die Zaunpfähle. Alle wanderten dann zum Baumhaus, wo es viel zu entdecken gab, vor allem im Brunnenloch: eine Froschfamilie und einen Molch. Wer mutig genug war, traute sich, die Strickleiter ins 4 Meter tiefe Loch hinunter zu klettern. Die Jungs steckten derweil die Zaunpfähle, spannten den Draht und bauten eine Öffnung ein. In der Villa rührten Marian, Jade, Anna und Rebecca ab 11 Uhr den Käse. In der Kinderkonferenz sangen wir zuerst drei Strophen von

„Der Mai ist gekommen“.   Die acht Verhaltensregeln besprachen wir ausführlich und mit konkreten Beispielen. Dann

betrachteten wir wieder einmal die verschiedenen Gesichtsausdrücke. Dieses Mal fielen die Deutungen schon vielseitiger aus, als beim letzten Anschauen. In  der Schnüpperle-Geschichte erklärte Annerose, was es mit dem Siebenschläfer auf sich hat. „Im Schilf am Teich“  und  „Alle Leut“  erklangen danach. Die Großen kümmerten sich um die Wetterblätter und rechneten wieder mit den Holzeiern in den Eierschachteln: „Nimm aus der oberen Reihe das linke erste und aus der unteren Reihe das rechte erste Ei heraus und lege sie jeweils in der leeren Schachtel in die Becherchen, in denen sie vorhin gelegen hatten“  -  das war schon eine Herausforderung.

 



Am Donnerstag regnete es anhaltend und wir überlegten im Morgenkreis, wie wir den Vormittag verbringen könnten? Vielleicht mit Regen in Eimern sammeln und wegtragen? Nach dem Vespern kümmerten wir uns erst einmal um die Tiere. Danach waren eh alle schon gut angefeuchtet und wir überlegten nur noch, in welche Richtung wir wandern wollten. Richtung Schiltach brachen wir im strömenden Regen auf, fanden herrliche Pfützen, einen Waldtraktor, der jede Menge Weißtannen am Wegrand gestapelt und den Wald ganz schön durchgewühlt hatte.

Außerdem gab es lange Bartflechten, duftende Weißtannenholzstücke und allerlei Blätter zum Pflücken. Selbst einige Veilchen fanden wir und sammelten sie in Ferdi’s Mütze. Wir lauschten auch wieder dem beeindruckend lauten und abwechslungsreichen Gesang eines besonderen Vogels  -  in der Villa hörten wir dann auf dem MP 3-Player nach und da war klar, es ist die Nachtigall. Fast alle Kinder erzählten im Abschlusskreis, dass ihnen die (Regen-) Wanderung gefallen hat und selbst unser neustes Kind Emma hat mit Papas Begleitung ihren ersten Kindergartentag prima gemeistert.

 



Am Freitag trafen wir uns wieder in der Oase des Seniorenzentrums Schiltach, um mit den ersten Tagesgästen zu frühstücken. Danach spazierten wir der Schiltach entlang und suchten Brombeer- und Himbeerblätter, die gelbe Taubnessel und die Knoblauchsrauke. Um 10 Uhr feierten wir den Morgenkreis zusammen mit 12 Senioren. Licy, Susanne und Lotte machten sich mit den Vorschülern und vier Senioren auf den Weg in die Werkstatt. Dort wurden bunte Bänder an Holzstäben befestigt. Die andern Kinder kümmerten sich mit einigen Senioren um die Taubnesseln, deren Blüten abgezupft werden mussten. Zur Überraschung kamen jede Menge Ameisen zum Vorschein, die wir dann am Fenster in die Freiheit entließen. Fünf Seniorinnen machten sich mit den Kinder- scheren an die Petersilie- und Maggikraut-

büschel, um die Stile zu entfernen. Was wir daraus machen, verraten wir erst nach den Pfingstferien. Mit  einem kleinen Ball einen großen treffen war die Aufgabe in der ersten Spielrunde und umgekehrt ging’s in der zweiten weiter bis wir zum Schluss beide Bälle munter im Kreis herum  „gekickt“  haben  -  erstaunlich, wie manche Senioren mit Eifer und Einsatz die Bälle bewegten. Nach einer kleinen Draußenrunde speisten wir wieder fürstlich im Schlossbergsaal. Bei Griesschnitten mit Apfelmus strahlten die Kinderaugen und manche Münder bekamen ein lilanes Bärtchen vom Nachtisch mit Beerenmus auf Creme und Keks. Vielen Dank sagen wir allen im Seniorenzentrum, die uns wieder so liebevoll und fürsorgend aufgenommen, begleitet und bewirtet haben; besonders danken wir Herrn Eßlinger; im Juni sehen wir uns wieder.



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