"Kleines Wagnis" ...

... meine erste Vorschüler-Wanderung mit Übernachtung im Wald


Am Freitag, 27. Mai starteten die Vorschüler Nathanael, Ferdinand und Joel zusammen mit Joel Gutekunst und mir kurz nach 14 Uhr zum geplanten  „kleine Wagnis“.  Mit vollem Gepäck wanderten wir vom Kindergarten aus hinauf zum Zollhaus. Bei 18 % Steigung und gefühlten 28 ° Celsius war das schon die erste Herausforderung. Insgesamt kamen wir auf ca. 8 km; mit drei Pausen erreichten wir unser Ziel, den Kinderwald bei Rötenberg (Reint) gegen 17.30 Uhr. Schnell entledigten sich alle der ungewohnten Rucksäcke und ganz befreit spazierte die kleine Wandergruppe bis zu mir nach Hause. Dort bekamen die Schafe ihr Futter und wir dafür gut 1 Liter Milch. Dass die Ziege  „Peter“  ganz selbstverständlich mit uns mit-

geht, hat die Jungs sehr gefreut. Nach einigen Metern konnte auch schon die Leine entfernt werden, denn Peter ist fast so folgsam, wie ein Hund. Im Kinderwald galt es nun, das Feuer zu entfachen, natürlich mit dem Feuerstahl. Bald knisterte und loderte es gemütlich zwischen den großen Steinen der Feuerstelle und als Vorspeise genossen wir eine halbe Melone.   Die ersten Würstchen brutzelten dann bald an den Stöcken. Gut gesättigt kümmerten wir uns um die Schlafplätze, die mittels Brettern sogar einen Fußboden bekamen. Am Lagerfeuer sinnierten wir über die untergehende Sonne, das Abendrot, den herrlich vielfältigen Gesang der Vögel (und warum die wohl so singen), bis hin zu den Fragen, welche Tiere denn heute Nacht




bei uns  „vorbeischauen“  würden. Da schwang schon ein bisschen Sorge mit, aber mit der klaren Ansage, dass sich bei uns alle Tiere vor den Menschen fürchten, konnten doch alle irgendwie zurechtkommen.  „Außerdem ist ja Peter dabei, der passt auf uns auf!“ Kurz vor 22 Uhr krochen alle, außer Peter in die Schlafsäcke und lauschten den nach und nach verstum-menden Vogelgesängen. Kurz hörten wir einen Rehbock bellen, dann schliefen die Jungs. Um 5.30 Uhr erwachten zwei und hatten gleich allerlei Themen zu besprechen. Zuerst ging‘s zur Feuerstelle, denn zum Frühstück kochten wir Grießbrei mit der Schafsmilch. Bananen, Äpfel und Nüsse schnibbelten die Jungs und genossen 

dann das bunte Waldfrühstück. Anschließend sägten und schleppten sie wieder Brennholz, schnitzten aus Holunderstöcken allerlei, erkundeten meinen sonst abgeschlossenen Hochsitz und spielten mit Peter. Eine Wald- und Wiesenwanderung führte an einem kleinen Bach entlang und dann quer durch den Wald. Dass der Ziegenbock sogar zum Reiten taugt, entdeckten Ferdi und Joel, wobei es ihm auf die Dauer dann doch lästig wurde und er einfach weglief oder sich hinlegte. Danach sammelten wir Gänseblümchen, Veilchen, Spitzwegerich und Sauerklee für den Kräuterquark. Mit Lehm aus dem Bachbett verkleideten die Jungs das Mittagessen: Kartoffeln. Spannend zu sehen, wie



die nassen Lehmkugeln inmitten der Glut zu trocknen begann und kleine Risse bekamen. Das Ergebnis konnte sich sehen und essen lassen. Die Uhr stand auf 12.30 Uhr, als sich ein plötzliches Donnergrollen vom noch hellen Himmel meldete. Nun aber schnell alles eingepackt, Rucksäcke auf und ab in den Wald (falls es blitzt). Doch nach wenigen Minuten goss es in Strömen und alle wurden triefend nass  -  da fielen die Angsttränen nicht mehr auf,  nur das Weinen von zwei  „Helden“ übertönte

hier und da die Regenschauer; aber Angst haben und Angst überwinden gehören bei uns einfach dazu.   „Gell, Helmut, der Peter hat keine Angst vorm Gewitter, der läuft dir einfach hinterher“  stellte ein Junge auf einmal fest. Ich ging weiter voraus und so kamen wir um 13 Uhr zwar klatschnass aber erleichtert bei mir zuhause an. Drei kurze Anrufe und schon nach 10 Minuten standen die Eltern  zum Abholen bereit.  „War eine tolle Sache“, verkündeten alle und erklärten: nächstes Mal machen wir wieder mit.




Herzlichen Dank an Joel Gutekunst, der uns   "in allen Lebenslagen"  des kleinen Wagnisses ein perfekter und fürsorglicher Begleiter und Weggefährte war.

Herzlichen Dank an Gerhard Wössner, Edelobstbrennerei Rötenberg, der uns in seiner großzügigen Art den  "Kinderwald"  zur Verfügung gestellt hat.


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