Im Dauerregen kamen die Kinder an ...

... unserem ersten Kinditag nach den Pfingstferien wieder bei uns an.


Im Morgenkreis musste genau überlegt werden, was in welcher Reihenfolge dran kommt: Morgenlied, Regeln, Monatskette, Lerngeschichte, Tiereplan und Tagesplan. Angesichts des Dauerregens beschlossen wir, zuerst die Tier zu versorgen und Vroni zu melken. Danach wollten wir in den Wald. Vroni gab über 6 Liter Milch, so viel, wie noch nie und sie ging auch in alter Manier quasi alleine vom Stall bis hinauf zur Weide. Wir gingen dann auch hinauf, aber in den Wald. Die Kinder erinnerten: „Hier haben wir den Baum gefällt!“  und  „Dort oben kommt die Brücke“  -  der Baumstamm über einem Graben. Der war heute so nass, dass man nur darüber rutschen und nicht balancieren konnte, wobei das Rutschen auch gekonnt sein will. 

Nach gut einer Stunde fanden wir einige Baumstümpfe, die sich als Sitzgelegenheit fürs Vespern eigneten. Überall gab es reichlich Wasser zum Ausprobieren, wie tief die Gummistiefel  „einsinken“, in Pfützen, Rinnsalen und kleinen Bächen. Wir aßen Sauerklee mit und ohne Muster und manche Kinder sammelten Binsengras, Farn, Kerbel und roten Klee zu hübschen Sträußen. Nach 11 Uhr hörte es zu regnen auf und wir feierten den Abschlusskreis draußen. Die nächste Schnüpperlegeschichte kam gut an, denn der Hund Purzel hatte sich die Puppe von Annikas Freundin geschnappt und die Schuhe zerkaut ... Die Vorschüler kümmerten sich noch um die Wetterblätter und anschließend um das Zählen mit den Holzeiern, während Lotte Bücher vorlas.




Unter noch etwas bewölktem Himmel feierten wir am Dienstag den Morgenkreis bei mir zuhause hinterm Haus. Im Backhäusle knisterte schon das Feuer. Nach dem Vespern war das erste Schaf mit scheren dran. Die Kinder fühlten die Wolle und staunten über die Länge der Haare. Mit etwas Lärm schnitt sich die Schermaschine Bahn um Bahn durch das Flies. Die schöne Wolle legten wir beiseite. Als das Schaf dann  „ganz nackig“  war und wieder samt Lamm zu den anderen gehen konnte, wuschen wir die Wolle in großen Wannen mit warmem Wasser, in das etwas Kernseife gerieben wurde:  „Wie früher, immer drehen und hoch ziehen, drehen und hochziehen.“  Nach drei Waschgängen legten wir die Wolle auf Gittern

aus, wo sie ca. 4 Wochen der Sonne und dem Regen ausgesetzt bleibt. Nun kam der Bart dran und fast alle Kinder trauten und freuten sich, da mal was abschneiden zu dürfen. Für viele gab‘s so etwas zum ersten Mal, für mich jährte sich dieses kleine  „Naturereignis“  zum 17. Mal: nach den Eisheiligen muss die Wolle weg.   „Das ist gar nicht mehr der Helmut“  beschlossen die Kinder und  „dass Du jetzt so anders aussiehst, wie das nackige Schaf“.  Die Glut im Backhäusle war noch nicht soweit, also nahmen wir den Bock mit zum Scheren. Der blieb sehr friedlich stehen, als wäre er für die Erleichterung dankbar. Als seine Wolle fast weiß gewaschen auch auf dem Gitter lag, ging’s zum Pizza herstellen: Jedes Kind bekam etwas Teig und versuchte einen



einen tellerförmigen Fladen zu formen. Mit Öl und Tomatenmark bestrichen, kam etwas Salami, dann Tomate und wer wollte noch Käse darüber. Sechs Bleche schoben wir nach und nach in das Ofenloch und nach wenigen Minuten holten wir die ersten duftenden Pizzen heraus.  Alles hat gut geklappt und alle genossen ihre Meisterwerke. Für die ersten Kinder kamen schon die Eltern zum Abholen.  Die Andern vergnügten sich auf der Schaukel, halfen beim Aufräumen mit und später nochmals beim Scheren eines weiteren Schafes. Übrigens schien (uns) die Sonne schon ab 9 Uhr.

Am Mittwoch beschlossen wir nach  Morgenkreis und Vespern in der Sonne, das Kummet für Maiky auszuprobieren. Der wollte erst gar nicht von der Weide herunter zu uns kommen, erst als drei Kinder ihn mit Leckerli  lockten, trabte er dann zu uns. Rebecca zeigte Joel, wie man bzw. frau auch ohne Sattel auf ein Pferd aufsteigen kann. Wir nahmen Maiky mit und testeten das  „Geschirr“  gleich noch mit den beiden Seilen, mit denen er einmal die Baumstämme ziehen soll. Natürlich wollten viele Kinder reiten und Lotte holte noch Mona von der Weide, sodass immer zwei Kinder hoch zu Ross ein paar kleine



Runden im Hof drehen konnten. Um halb zwölf begannen wir mit der Kinderkonferenz, die wir angesichts des Sonnenscheins vor der Villa in den Wald verlegten. Wir besprachen unsere acht Verhaltensregeln und hatten dabei  zwei große Problemfälle von heute beispielhaft zu besprechen, was sehr mühsam war, da die Beteiligten keine vernünftige und praktikable Idee für die Zukunft fanden.  Anschließend las Lotte einer kleinen Gruppe ein Bilderbuch vor und Robert sägte mit einigen Kindern den Haselnussstamm in kleine Stücke, den die Großen im Wald gefällt hatten.

Weil es nieselte, feierten wir den Morgenkreis am Donnerstag in der Villa. Und weil Vroni schon seit halb acht Uhr  „schrie“, gingen wir direkt nach dem Morgenkreis zum Melken und zu den Hühnern. Joel wollte versuchen, wie Roland zu melken, mit beiden Händen in den Eimer zwischen den Knien  -  für den Anfang nicht schlecht aber da kam Vronis Fuß dazwischen und der Eimer war weg.  Er will es aber wieder versuchen. Nach dem Vespern zogen die drei Jungs, Jade und ich in den Wald, um die Fichtenstämme zu entasten, die Maiky einmal bis zum Haus ziehen soll. Fast 2 Stunden hackten 



wir (mehr oder weniger fleißig)  die Äste von den Stämmen und kamen so immerhin auf 8 entastete Fichten. In der Villa hat Robert mit den Mittleren die Pustetechnik eingeführt. Nach einer Übungsrunde bliesen die Kinder hübsche Farbmuster in kleine Laternen, mit denen das Kalenderblatt für Oktober gestaltet wird. Lotte machte sich mit den Jüngsten in der Küche daran, Pfannkuchen zu backen. Die genossen wir im Abschlusskreis nach der Erzählrunde und vor der Schnüpperle-Geschichte und dem Lied  „Im Schilf am Teich, lag eine Schlange“.

Astrid Haas, Mitarbeiterin im Seniorenzentrum Schiltach und Herr Esslinger, der Chef, erstellten für den Freitag einen kleinen Plan, mit dem wir wirklich gut gefahren sind: Angesichts der 14 Kinder (und es werden noch mehr) teilten wir uns schon gleich bei der Ankunft in der Oase in zwei Gruppen auf. So feierten wir zwei Morgenkreise, einen mit den Tagesgästen und einen mit einigen Bewohnern. Anschließend nahm Monique drei Kinder zu sich in die Tagespflege. Hier entstanden  Honigbienen aus Papier und Monique berichtete, was die echten 



Bienen so alles können. Die Kinder erzählten mir nachher stolz, dass sie das nächste Mal den Willy (von Biene Maja) basteln werden. In der Gruppe mit den BewohnerInnen und Robert zeigten Astrid und Susanne, wie Schmetterlinge aus Buntpapier und Pfeifenputzer entstehen können. Der Rest der Gruppe wanderte mit vier Senioren, Alice, Susanne, Ursula und mir in den Werkraum, um bunte Fähnchen für das Sommerfest herzustellen. 

Zeit zum draußen sein bleib natürlich auch und meine Gruppe beobachtete mit großem Interesse, wie zwei Bauarbeiter mit Bagger und mehreren Tauchpumpen eine Reparatur am Flussbett der Schiltach vornahmen. Wir speisten wieder fürstlich im Schlossbergsaal: Wirsingsuppe, Salatteller und Birnensoufflé mit Schokosauce. Wir danken herzlich für den gelungenen Vormittag und alles Entgegenkommen.



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