Ob wir wieder zurückfinden ...

... war die große Frage mitten im Wald,

 


am Montag kurz vor 11 Uhr. Schon immer wollten wir einen neuen Waldweg erkunden, aber irgendwie war nie die Zeit dazu. Also zogen wir nach dem Versorgen der Tiere und dem Melken los Richtung Sendemast. Nach einer gemütlichen Vesperrunde bogen wir auf den unbekannten Weg ab. Riesengroße Weißtannen säumten den Weg, immer wieder lagen gefällte Stämme am Rand, manche so dick wie die Kinder groß. Ein spannender Wald mit kleineren Bächlein, Vogelgesängen, Blumen und den ersten Pilzen. Auf solchen Wegen lässt sich vieles besprechen und erzählen. Das hat auch Johanna Meyer erlebt, die ihren ersten Tag bei uns verbrachte. Sie wird die Nachfolge von Lotte übernehmen und uns bis zu den Ferien  

unterstützen.  Nun kam‘s, dass der Waldweg plötzlich in die falsche Richtung (nach Schiltach) führte und wir besannen uns; Lotte kannte zum Glück ein Stück des Weges und wir beschlossen, dem Bachlauf zu folgen, in der Hoffnung, dass das der Bach vom Löschteich am Schwenkenhof ist. Idyllisch schlängelte sich das Wasser zwischen Wurzeln, Felsbrocken, Moos und Sand talabwärts. Die Kinder wären am liebsten gleich dageblieben, aber die Zeit drängte. Und dann der Blick nach vorne: tatsächlich, da stand das Schild vom Löschteich. Es war so schwül, dass manch einer gerne ins kühle Nass gehüpft wäre. Wir kamen pünktlich zuhause an und verkrochen uns schnell wieder im Wald, um den Abschlusskreis zu feiern.




Als wir am Dienstag im Morgenkreis saßen, kam unser erwarteter Besuch: Frau Maier aus Schiltach begleitete Frau Masuda Rasuli zu uns. Frau Maier ist es über die Arbeitsagentur gelungen, dass die afghanische Lehrerin und Mutter von drei Kindern bei uns ein drei- wöchiges Praktikum machen kann. Wir freuen uns sehr, dass das vielleicht sogar zu einer Einstiegsmöglichkeit in eine Festanstellung für Frau Rasuli werden kann. Heute ist sie bei uns jedenfalls gleich voll und ganz eingestiegen: Wir verarbeiteten mit vereinten Kräften 4 ½ kg Rhabarber (von Tabea  -  vielen Dank!) und 2 ½ kg Erdbeeren zu Marmelade. Sieben Kinder 

halfen beim Schälen und Schneiden des Rhabarbers und beim Putzen und Schneiden der Erdbeeren; Frau Rasuli war im Element, bis alle Marmelade in Gläser gefüllt und der letzte Topf gespült war. Dass Masuda Rasuli von Beruf Lehrerin ist, hat sie in liebevoller und geschickter Weise beim Vorschulprogramm mit Wetterblatt und Holzeier-Rechnen bewiesen. Lotte hat mit drei Kindern neue Figuren für unsere Kinder-Straßenschilder aufgezeichnet, ausgeschnitten und auf Plexiglas geklebt, wäh-rend Johanna und Robert sich um den Rest der Kinder kümmerten. Den Abschlusskreis feierten wir angesichts der Hitze wieder im Wald.



Fünf Kerzen zündete Rebecca an ihrem Geburtstag am Mittwoch mit nur zwei Streichhölzern an, da staunten selbst die Großen. Nach dem Tiere füttern  „wanderten“ wir bei 12 Grad mit Jacken, Rucksäcken und Geburtstagskuchen zur Burg hinauf. Dort gab es nach dem Vespern leckeren Marmorkuchen für alle  (vielen Dank an Annette!) und anschließend Versteckspielen, Steine für das Kinderhaus schleppen, Zugfahren, Feuer machen und sonstige Phantasie-Ereignisse mit den vorhandenen Naturmaterialien. Auf dem Rückweg sammelten manche Kinder Binsengras, andere Farn und Blumen. 

Die Vorschüler pflückten sich je eine Thymian-Blüte und ein Zittergras für die Blumenpresse. An der Villa hielten wir zuerst die Kinderkonferenz mit den Verhaltensregeln und den Gesichtsausdrücken. Danach töpferte das Geburtstagskind ein neues Müslischälchen, weil die bisher entstandenen beim Brennen leider alle zersprungen sind. Danach versuchten sich Jade und Nathanael an der Töpferscheibe und Masuda auch und mit Erfolg  -  war bei ihr eben nicht das erste Mal. Lotte versuchte sich im Korbflechten und Robert übte mit den Vorschülern wieder das Rechnen mit den Holzeiern.



Einen rosafarbenen Geburtstagskuchen brachte Anna am Donnerstag nachträglich zu ihrem Geburtstag (4.6.) mit und Robby, die Handpuppe dachte natürlich, dass er den alleine bekommt; aber weder Anna, noch alle andern Kinder wollten das erlauben. Wir vesperten vor der Villa und genossen dann den Kuchen (vielen Dank an Anna’s Oma!). Die Großen machten sich mit Johanna und mir auf, um im Wald weiter die Fichtenstämme zu entasten. Mit Johanna’s Hilfe kamen wir ganz schön weit und schafften es, fast alle Stämme zu entasten und als Polder zu lagern. Eine Gruppe kümmerte sich mit Lotte und Masuda um die Plexiglasbilder: Mathildas und Theresas Figuren wurden ausgeschnitten 

und aufgeklebt. Jetzt kamen die fotografierten Gesichter dazu und die Hände wurden aufgemalt. Die Gruppe um Robert gestaltete das Kalenderblatt mit St. Martin fertig: Laternen ausschneiden und aufkleben und St. Martin mit Pferd und Bettler ausmalen. Als Anna an der Töpferscheibe ihr Geburtstags-Müslischälchen getöpfert hatte, versuchte erst Lotte und dann Johanna ihr Glück beim Ton drehen, während Masuda mal eben für Emma eine Minikanne modellierte, um anschließend den Beiden Kolleginnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, bzw. zu sitzen. Nachmittags kam noch eine Familie aus Wolfach mit ihrem Sohn zu Besuch, um unseren Kindergarten kennen zu lernen.



Mit 7 Kindern fuhren Robert und ich am Freitag um 8.30 Uhr ins Seniorenzentrum. Fünf Kinder, Masuda und Johanna kamen in Schiltach noch dazu. In zwei Gruppen aufgeteilt wurde gevespert und Morgenkreis gefeiert; in der Tagespflege sangen alle Gäste samt Betreuerinnen fröhlich das Morgenlied mit. Danach mussten wir natürlich zum Riesenbagger, der mitten im Flüsschen Schiltach stehend, bergeweise Steine und Erde aus dem Flussbett schaufelte. Gegen 10 Uhr spazierte meine Gruppe mit drei Senioren, Alice und Susanne in die Werkstatt, um dort Schmetterlinge aus Sperrholz auszusägen. Jade hat in ihrer liebevollen Art den zwei Damen gezeigt, wie die Schmetterlinge aus Papier und Pfeifenputzer hergestellt werden, während der Herr, von Beruf Schreiner beschloss, dass er lieber etwas handfestes machen will und sich dann mit der Laubsäge versucht. Dazu waren seine Hände jedoch nicht mehr in der Lage, aber  Glätten

mit der Feile, das war sein Job. Die meisten Jungs sägten einen Schmetterling nach dem andern, Masuda, Susanne und Alice halfen, wo sie konnten. Um halb zwölf, nach dem Aufräumen eilten wir nochmals kurz zum Bagger. Die zweite Gruppe mit Robert, Johanna und Ursel vergnügte sich auf dem Spielplatz und kümmerte sich dann um Mandalas und das Kegelspiel. Monique begeisterte ihre drei Schützlinge mit einer wunderhübschen Blume aus Papier und Styropor, deren Blüte mittels bunter Stoffstückchen hergezaubert wurde.  Pünktlich um 12 Uhr ließen wir uns wieder zum fürstlichen Essen im Schlossbergsaal einladen. Dass mit Dampfnudeln, Vanillesoße und mit Schokolade überzogenen Riesenerdbeeren alle Kinderherzen höher schlagen, war wieder eine klasse Idee vom Küchenteam. Vielen Dank an Herrn Esslinger und an alle, die uns wieder so freundlich und fürsorgend aufgenommen, begleitet und versorgt haben.



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