„Schade, dass du nicht mehr kommst“, meinte Joel ...

... am Montag, 15. 6., als wir zum Morgenkreis ...


in der Sonne saßen und Lotte erzählte, was sie sich für ihren Abschied ausgedacht habe: Stockbrot und Kräuterbutter. Wir planten den Vormittag mit Tiere füttern, Vroni melken, Brennholz suchen, Feuer anmachen, Stöcke suchen, Teig kneten, Kräuter sammeln und die Butter damit herstellen. Anfangs ging‘s nach Plan, aber schon beim Melken fing es zu regnen an. Als wir das Feuer im alten Blechfass grade so entzündet hatten, begann es, in Strömen zu regnen. Deshalb verlagerten wir alle Aktivitäten in die Villa. Nur zwei der Großen hielten draußen im Regen eisern die Feuerwache. Zusammen mit Lotte knetete jedes Kind eine

Brezel oder ein Weckle, während neben her die Kräuter kleingeschnitten und mit der Butter vermischt wurden. In einem Tonkrug schwammen Holunderblüten als Getränkeansatz. Für einen Moment hörte der Regen auf, um aber gleich wieder loszulegen. Immerhin konnten wir die Vollkornbackwaren aus dem Backofen mit Butter und Holunderwasser gegen 12 Uhr draußen in der Sonne genießen. Eltern und Kinder verabschiedeten sich nach und nach herzlich von Lotte, die jetzt in einer Großgärtnerei neue Erfahrungen für ihr Studium  Ökologischer Landbau und Vermarktung  sammeln wird. 




Besuch hatten wir am Dienstag schon zum Morgenkreis von einer Schiltacher Familie mit ihrem Sohn und der Oma. Sie verbrachten den Vormittag bei uns, um den Bauernhofkindergarten kennen zu lernen. Alle waren sehr angetan und werden sicher wieder kommen. Wir versorgten die Tiere und melkten Vroni. Nach dem Vespern bildeten sich kleine Grüppchen: Nathanael und Joel säuberten erst die Futterreuse und zogen dann in den Wald, um den nächsten Haselnussstamm zu fällen. Mit einem langen Seil, dem Kettcar und Roberts Kräften schafften sie das Holz bis auf die Wiese. Dort wurde es nach alter Holzfällermanier mit Kerbschlägen zu Brennholzscheiten zerlegt. Einige Kinder

kümmerten sich mit Masuda und mir und die Käseherstellung, die heute leider nicht gelingen wollte. Zum Schluss hatten wir nur ein kleines Laibchen übrig. Drei Mädchen verbrachten viel Zeit bei den Katzenbabys und bauten ihnen in der Scheune eine Stadt. Robert nahm ein paar Kinder mit, um an der Straße unser nächstes Plexiglas-Kinderbild zu montieren. Der Rest der Kinder war mit Schaukeln und Rutschen beschäftig. Im Abschlusskreis kamen wieder einmal alle Elemente zum Zug: „Alle Vögel sind schon da“, der Albatros zum Erzählen, der Eintrag in den Kalender, eine Schnüpperle-Geschichte, „Im Schilf am Teich“  und  „Alle Leut“. Die Vorschüler füllten noch das Wetterblatt aus.



Fast einen kompletten Haustag legten wir angesichts des Dauerregens am Mittwoch ein. Joel und Nathanael beschlossen, dennoch mit ihrer Brennholzaktion weiter zu machen und zogen los in den Wald. Anna, Rebecca und Jade kümmerten sich um die Katzenbabys und der Rest fand in der Villa immer etwas zu tun, während nebenher in zwei Kochkesseln ca. 12 Liter Holunderblütenwasser zum Kochen gebracht wurde. Die Kinder halfen beim Absieben der Blüten, beim Einfüllen des Zuckers und beim Rühren mit. Als dann Jule auf die Idee kam, mit allen Stühlen

eine Eisenbahn zu bauen, fanden alle schnell einen Sitzplatz. Mit Marian und Joel als Schaffner und Lokführer im Wechsel, mit Fahrkarten und Lochzange und mit dem Eisenbahnliedchen fuhr der Zug nach Hamburg, Afghanistan, Afrika usw. Als 50 Fläschchen mit Holundersirup gefüllt waren, schien draußen tatsächlich die Sonne. Wir schafften es bis 12 Uhr, nochmals einen großen Eimer Holunderblüten zu pflücken. Justus schnitt dann an der Villa mit viel Liebe und Geduld überall die dickeren Stiele ab und wir bedeckten die Blüten mit 7 Litern Apfelsaft. 



Mit nochmals einem Haustag gestalteten wir den Donnerstag, bei geschätzten 3 ½ Regenstunden und 12 Grad Außentemperatur. Ferdi erzählte im Morgenkreis vom Sauerstoffexperiment mit der Kerze unterm Glas, das musste natürlich ausprobiert werden. Als Steigerung nahmen wir noch einen Teller mit etwas Wasser dazu ... Nach dem Melken und dem Tiere füttern gingen die größeren Mädchen wieder zu den Katzenbabys, Nathanael, Joel und Ferdi durften mit Roland mitfahren, um ein Gerüst zu holen, Robert schnitt ein Papierherz als Vorlage aus,

das einige Kinder als Unterlegschablone nutzen, um dann jede Menge Herzen auszuschneiden und anzumalen. Frau Mosmann kam für eine Stunde zu Marian und musizierte gleich mit einigen Kindern zusammen, während Masuda zum ersten Mal in ihrem Leben Waffeln gebacken hat. Den restlichen Holunderblütensirup füllten wir in Flaschen und kochten die 7 Liter Holunderblütensaft zu Gelee; da gab es eifrige Helfer beim Abfüllen, Deckel aufschrauben und Gläser zählen; zur Belohnung  „schleckten“  sie die Kochtöpfe leer.



Einen besonderen Haustag erlebten wir am Freitag wieder im Seniorenzentrum der Sozialgemeinschaft Schiltach/ Schenkenzell. Schon bewährt hat sich die Aufteilung der Kindergruppe, so dass wir nach dem gemeinsamen Vesper eine gemeinsam Draußenzeit an der Schiltach entlang hatten, um dann mit zwei Morgenkreisen und den Senioren sowie den Fachkräften Monique, Alice, Susanne und Ursel zu starten. Danach blieben drei Kinder bei Monique und den Gästen der Tagespflege; hier entstanden wieder die wunderschönen Blumen aus Stoffstückchen und aus Servietten. Ursel, Masuda und Robert bastelten mit sechs  Kindern und fünf Senioren auch die

Serviettenblumen und vergnügten sich beim Kegeln. Vier Kinder, drei Senioren, Alice, Susanne und ich haben in der Werkstatt damit begonnen, alle Sperrholzschmetterlinge erst mal einfarbig anzumalen. Nebenher sägten wir abwechselnd noch weitere Falter aus. Um 11.30 Uhr gab es eine Spielplatzrunde, während der sogar einmal die Sonne schien. Im Schloß-

bergsaal speisten wir wieder fürstlich bei Gurken-Dill-Suppe, Gemüsefrikadellen oder Fisch, Remouladensoße, Beilageb, Salat und Erdbeersorbet als Nachtisch. Es hat wieder vorzüglich geschmeckt und wir danken allen im Hause, die wie immer ihr Bestes für uns gaben.

Wir kommen gerne wieder.



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