„Und jetzt finden wir nicht mehr zurück“ ...

... beschlossen zwei Kinder am Montag, 20.6. erschrocken,...


als der uns unbekannte Waldweg plötzlich mitten im unbekannten Wald endete. Große Aufregung um 11.15 Uhr: „Was tun?“, „Wieder umkehren dauert viel zu lange“, „Quer durch den Wald und keiner weiß, wo wir rauskommen?“ Ich bin dann vorausgegangen, denn eine Ahnung hatte ich. Tatsächlich trafen wir auf einen Weg, der zum Schwenkenhof führte. Da waren die Tränen schnell vergessen, vor Glück, einen Weg gefunden zu haben, der nach Hause führt - wie im Märchen! Unterwegs entdeckte Joel einen steilen Hang zum Rutschen und bald versuchten mehrere Kinder, immer noch schneller und noch staubiger hinunterzusaußen. Wir schauten zu, wie Karlheinz vom Schwenkenhof seine großen Wiesen mähte und fanden Grashalme mit über 170 cm Länge. Zuhause angekommen feierten wir in brütender Hitze den Abschlusskreis, die Vorschüler füllten ihre Wetterblätter aus und die andern Kinder besuchten die Katzenbabys.

„Maiky schafft das!“, jubelten die Kinder am Dienstag, als wir ihm gegen halb zehn unser

selbstgebautes Kummet umlegten, mit der Achse verbanden und ein Stück Baumstamm zum Testen auflegten. Also mussten wir das doch gleich in echt ausprobieren und marschierten zu den entasteten Fichtenstämmen der Vorschüler. Für’s erste Mal banden wir zwei Stämme auf der Achse fest und Maiky stapfte den steilen Berg hinauf, ohne mit der Wimper zu zucken. Bei der zweiten Runde zog er drei Stämme über die etwa 500 Meter genauso mühelos bergauf bis zum Schuppen. Da gab’s dann zwei Leckerli zur Belohnung und die Freiheit vom Kummet. Morgen geht’s weiter mit dem Holztransport. Wir besuchten unsere Kartoffeln, die herrlich gewachsen sind und befreiten sie von den Beikräutern. Anschließend befestigten wir die Plexiglasbilder von Justus und Theresa am Straßenrand. Die Jungs knöpften sich ihren nächsten Haselnussstamm vor: hochschleppen, entasten und zerkleinern, incl. Zweige wegräumen. Die Mädchen hatten mit den Katzenbabys zu tun.




Am Mittwoch kam oberpünktlich Herr Wein von der Stuttgarter Zeitung nach fast zweistündiger Fahrt bei uns noch vor dem Morgenkreis an. Er hat uns den ganzen Vormittag begleitet. Wir stellten zum ersten Mal unsere Morgenkreisbänke um, damit wir uns besser sehen können und bei den meisten die Sonne nicht ins Gesicht, sondern auf den Rücken scheint. Beschlüsse für heute: Wieder mit Maiky Baumstämme schleppen und die frisch gefällten entasten; das Gras bei den Kartoffeln mähen und Kinderkonferenz. Schon nach dem Vespern im schattig kühlen Wald war es „draußen“ unerträglich heiß. Maiky schaffte die erste Fuhre Holz noch locker, doch als wir bei der zweiten drei sehr lange Stämme auf die Achse gebunden hatten, verweigerte er jeden Schritt. Wir entfernten einen Stamm und

halfen beim Starten, da trabte Maiky tatsächlich los. „Dem ist auch zu heiß, der will in den Schatten“, beschlossen die Kinder. Nathanael und Joel hatten indes fast zwei Fichten entastet und beendeten nassgeschwitzt für heute gerne ihren Einsatz. Das Grasmähen bei den Kartoffeln dauerte nur kurz, denn die Jungs erkannten, dass sie das Üben müssen. Im erfrischend kühlen Wald hielten wir die Kinderkonferenz: Nach den Verhaltensregeln tauschten wir wieder unsere Eindrücke zu den verschiedenen Gesichtern aus, rochen an einem gerade aus der Erde hervorsprießenden Stinkmorchel, der noch gar nicht stank und planten für Morgen einen Badetag. Die Mädchen gingen zu den Katzenbabys und die Jungs übten das Mähen mit der Sense.



Zusammen mit einem Besuchskind und dessen Papa machten wir uns am Donnerstag nach dem Melken und Geflügel füttern auf zum Bächle unterhalb vom Schwenkenhof. Das Heu auf den Wiesen lag ausgebreitet und gut nass auf den Weiden von Karlheinz. Am Bach vespern wir und gleich standen die ersten Kinder im kühlen Nass und verkündeten: „Oh, ist das aber kalt“. Fast alle Kinder versuchten sich mit ersten Schritten im Wasser und dann überwog die Begeisterung für dieses Naturelement: Fußabdrücke im Sand, Steine schleppen für einen Staudamm, den Bachlauf erkunden, die tiefsten Stellen suchen, einen Wasserfall bauen oder einfach plätschern (lassen) - alle waren in ihrem „Element“. Gegen 11.30 Uhr ging‘s zurück und als wir den Wald verließen wurde schnell spürbar, wie heiß es bei 32 Grad tatsächlich ist. Karlheinz war inzwischen dabei, sein Heu zu schwadern

und wir diskutierten, warum er es jetzt auf Reihen setzt. Den Abschlusskreis feierten wir in der Villa, die um diese Zeit angenehm kühl war. Mit Wetterblatt und Holzeier rechnen beendeten die Vorschüler den Donnerstag, während die andern Kinder bei den Katzenbabys verweilten.

 

„Wir bauen den höchsten Staudamm der Welt“ verkündigte Marian stolz, als wir am Freitag zum zweiten Mal am kleinen Bach verweilten. Nach dem Morgenkreis in der Villa, draußen hatte es schon 27 Grad, beschlossen wir, angesichts der Hitze am besten wieder zum Bächle zu gehen. Zuvor wurden die Hasenställe ausgemistet und das Geflügel gefüttert. Unsere Kooperationslehrerin Frau Hohl kam zu ihrem Abschiedsbesuch zu uns und blieb, bis alle gevespert hatten. Unterwegs zum Bächle



fühlten, spürten und rochen wir wieder das Heu von Karlheinz: „Heute kann er Ballenpressen“. Bei sehr angenehmen Temperaturen im Wald entdeckten wir eine schöne neue Stelle des Bachlaufes. Kurz darauf wateten fast alle durch das kühle Nass. Der Staudammbau begeisterte die meisten und in kurzer Zeit entstand eine Mauer. Mit tollem Lehm verstopften wir die Zwischenräume in der Mauer und so ging es weiter, Hand in Hand: Steine suchen, Steine

schleppen, aufbauen, Lehm mit den Füßen lostreten, mit den Händen ausgraben und in die Lücken drücken. Bald hatten die Baumeister den Trick heraus und nach und nach staute sich das Wasser über Kniehöhe. Leider mussten wir nach 11 Uhr schon wieder zurück. In der Villa feierten wir den Abschlusskreis, hörten das Märchen vom Froschkönig und machten uns noch mit unseren selbstgemachten Kindergabeln daran, das Heu ums Haus herum aufzuschütteln.

 



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