„Anna, Hannah und Johanna  -  das klingt ...

... lustig“ stellte Joel am Montag im Morgenkreis fest, ...


... als sich unser Gast Hannah vorstellte. Hannah ist waschechte Schiltacherin, ausgebildete Erzieherin und hospitiert 2 Tage bei uns, um die Idee des Bauernhofkindergartens kennen zu lernen. Mit nur 10 Kindern sind wir nach dem Melken und Geflügel füttern zum Bächle spaziert. Gerne hätten die Jungs dem Karlheinz Wolber zugeschaut, wie er mit seinem Waldschlepper arbeitet, aber er war grade unterwegs. Am Staudamm angekommen, traute sich nur Joel ins kühle Nass, alle andern fühlten bei geschätzten 18 Grad im Wald, dass heute kein Badewetter ist. Wir zogen dann auch weiter zum Vespern bis vor den Wald „in“ die Sonne. Weil es noch ein paar Arbeiten im Garten

zu tun gab und drei Kinder früh abgeholt wurden, machten wir uns schon gegen 10.30 Uhr auf den Heimweg. Unterwegs schnitt ich für jedes Kind eine möglichst lange Haselnussrute. Am Garten bauten Anna, Hannah und Johanna mit weiteren Helferinnen ein größeres Geländer (aus den Haselruten) für unsere Erbsen,  „damit die sich besser festhalten können“. Robert rodete die Tobinamburstauden, weil sie alles zuwuchern. Mila und Mathi transportierten geduldig alles übrige Grün in den Wald,  „dort wird es zu Erde!“ Joel, Nathanael, Justus und Ferdi kümmerten sich um die letzten Haselnuss-Brennholzstücke, während die Mädchen natürlich wieder zu den Katzenbabys gingen.

 




Am Dienstag beschlossen wir im Morgenkreis, nach dem Versorgen der Tiere im Wald nach Haselnussruten zu suchen, mit denen wir einen weiteren Regalboden bauen und den Drittklässlern der Grundschule Winzeln eine kleine Freude für ihr Grillfest machen können. Quer stiegen wir ein in ein steil bergabführendes Waldstück und fanden hier und da recht schöne Ruten. Nach dem Abstieg vesperten wir auf dem Waldweg und zogen weiter auf unserer Suche, bis wir 20 Haselstecken beisammen hatten. Die Spitzen und die Äste wurden entfernt und wir spazierten zu Villa zurück. Dort feierten wir den Abschlusskreis und ich las das halbe Märchen von Aschenputtel vor, weil darin auch der

Haselbusch vorkam. Während die Vorschüler sich um die Wetterblätter kümmerten und mit den Holzeiern rechneten, hat Justus unter Mithilfe von Hannah auf der Ziehbank ein Haselnussrutenstück nach dem andern auf 35 cm Länge gesägt; daraus wird ein weiterer Regalboden entstehen. Die Mädchen verweilten bei den Katzenbabys.

 

Kälber-Alarm am Mittwoch: kurz vor halb neun kam der Schiltacher „Nachbar“ Josef ans Haus und teilte mit, dass die drei Kälber bei seinen Kühen verweilen würden. Roland und Monika samt unseren drei Jungs machten sich auf, die Ausreißer wieder heimzuholen. Unter Rolands



Führung gelang das richtig gut und bald waren die Drei wieder an ihrem Weideplatz. Bei recht kühlen 18 Grad feierten wir den Morgenkreis vor der Villa und beschlossen, nach dem Versorgen der Tiere in zwei Gruppen zu arbeiten: eine Mädchen-Gruppe machte sich mit Masuda und Johanna daran, alle Plexiglaskinder- bilder an der Straße zu reinigen und vom hoch- gewachsenen Gras mittels Küchenmesser zu befreien. Die vier Jungs und Theresa, Robert, das Pony Maiky und ich kümmerten uns um die nächsten Fichtenstämme. Es kamen nochmals weitere, vom Käfer befallene Tannen dazu, sodass die Jungs gleich mit dem Entasten weiter

gemacht haben, während Robert und Ferdi mit Maiky drei Fuhren Holz zum Haus zogen. Um halb zwölf trafen wir uns im Wald zur Kinderkon-ferenz, wo wie gewohnt die Verhaltensregel besprochen und die verschiedenen Gesichtsausdrücke analysiert wurden. Heute entdeckten wir zwei ausgewachsene und schon zerfließende Stinkmorchel, die ihrem Namen alle Ehre machten. Nach Wetterblatt und Holzeierrechnen bohrten Einzelne im Wechsel die Löcher in die Haselnussrutenstücke für den Regalboden und Ferdi wusch mit Robert das Stiefelregal. Alle andern Kinder verschwanden wieder zu den Katzenbabys.



Reitertag am Donnerstag: Nach dem Morgenkreis beschlossen wir angesichts der nicht so heißen Temperaturen, mit den Ponys auf Tour zu gehen. Als alle drei gestriegelt und gesattelt waren, marschierten wir los Richtung neuer Quelle. An einigen Stellen ging’s recht steil Berg ab, aber gemeinsam schaffen wir das. Bald kamen wir auf einen schönen Waldweg und legten die Vesperpause ein. Die ReiterInnen wechselten und die Karawane zog ihren Weg fröhlich. Unterwegs beschloss unsere Jüngste (Emma), jetzt auch zu reiten und saß auf Mona, als wäre es das normalste der Welt; von solchen lebenspraktischen Entwicklungsfortschritten träume ich immer ... Wir schnitten weitere Haselnussruten fürs Regal und entdeckten die ersten Pfifferlinge. Das motivierte natürlich, genauer und intensiver zu suchen, was schließlich fast drei Kinderhände voll Schwammerln einbrachte. Der Aufstieg zum Kindi hatte es dann in sich und alle kamen an ihre körperlichen Grenzen, selbst die Ponys. Einige Kinder putzten mit Masuda und Johanna die Pilze, die Jungs sägten und bohrten die nächsten Haselnussruten mit Robert und Johanna fädelte sie mit Mathilda, Justus und Masuda auf  den

Draht. Freilich zog es den Rest der Gruppe wieder zu den Katzenkindern.

Seniorentag am Freitag: 13 Kinder und 4 Erwachsene verteilten sich in zwei Gruppen, um mit einigen Tagesgästen und HeimbewohnerInnen nach dem Vespern den Morgenkreis zu feiern. In meiner Gruppe kehrte danach eine gespannte Stille ein, als ich das Märchen vom tapferen Schneiderlein vorlas. Gegen 10 Uhr spielten wir draußen Riesenmikado mit den mitgebrachten, zum Teil über 1 Meter langen Haselnussruten, aus denen einmal Webrahmen entstehen sollen. Als drei Seniorenbei uns waren, bemalten und verzierten wir gemeinsam und in sehr konzentrierter Atmosphäre ganze Berge von Holzschmetterlingen mit bunten Punkten und Streifen. Das dauerte recht lange, sodass für die Webrahmen keine Zeit mehr blieb; dafür sind alle Schmetterlinge fertig geworden. Die andere Gruppe mit Robert und Masuda hat Kordeln gedreht, die einmal in die Webrahmen geflochten werden. Die Schlussrunde fand draußen in der Sonne statt. Wir danken allen Mitarbeitenden für ihre liebevolle Begleitung und Unterstützung.



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