„Viel zu heiß“  beschlossen die meisten ...

... Kinder bei gefühlten 30 Grad am Montagmorgen,

 


als wir um 8.30 Uhr vor der Villa mit dem Morgenkreis begannen. Schnell stand fest, dass wir bei der Hitze dringend ans Wasser müssen und da das nächste kühle Nass hinterm Schwenkenhof fließt, wollten alle dort hin.  „Der Vroni ist es sicher auch viel zu heiß, deshalb macht sie so wenig Milch“, stellte Ferdi beim Melken fest, während ganze Scharen von Fliegen und immer wieder die Pferdebremsen die Kuh zusätzlich plagten. Da hatten wir es doch gut anschließend im Wald: kühl, schattig, ein leichter Wind und dann das Wasser. Ronja, die Hündin hat es mehrfach vorgemacht und genossen: wenn’s zu heiß ist, einfach bäuchlings ins Wasser 

liegen, kurz warten und schon fertig. So mutig waren wir nicht, aber einige haben mit Eifer am Staudamm mitgebaut, um ihn wieder dicht zu kriegen. Tatsächlich stieg das Wasser nach etwa einer Stunde so hoch, dass die Ränder der kurzen Hosen nass wurden. Nach 11 Uhr machten wir uns auf den Heimweg und die Kinder sammelten und genossen  jedes Walderdbeerchen, das sie entdecken konnten. Den Abschlusskreis feierten wir im Wald bei den Stinkmorcheln, von denen die ersten drei sehr geschrumpft waren und nicht mehr stanken  -  aber dafür schieben sich zwei Nachfolger aus der Erde: „Und die stinken dann aber wieder!“




„Viel zu kalt“ beschlossen die meisten Kinder am Dienstag gegen 10 Uhr auf der Burg, bei gefühlten 10 Grad. Nach dem Melken und dem Füttern der Hasen und des Geflügels wanderten wir zur Burg hinauf, wo wir das Vesper mit geschlossenen Jacken zu uns nahmen. Das trübt jedoch die Freude am Spielen, Erkunden und Entdecken gar nicht. Recht schnell hatten alle ihre Tätigkeiten gefunden: ob Tannenzweige für das Dach der Höhle absägen und aufschichten, Omnibus fahren auf der Steinmauer, eine Burg bauen, eine Feder in der Fichtenrinde festpieksen, Walderdbeeren sammeln, Verstecken spielen oder wie die Feuerwehr den Steilhang auf dem Hosenboden hinuntersaußen,  alle fanden ihre Lieblingsspiele in kleinen

 Gruppen. Nach 11 Uhr ging’s zurück, heute mit nur 3 Pfifferlingen, dafür aber mit den ersten Heidelbeerchen im Mund. In der Villa töpferten die Vorschüler nochmals ein Müslischälchen, weil ihre ersten Objekte leider beim Brennen zersprungen sind, während die Mädchen eifrig neue Bilder malten.  

„Viel zu tief“  war für manche Kinder am Mittwoch der handgegrabene Schacht beim Baumhaus der Kinder von Familie Gutekunst. Aber das Hinabsteigen ist wie immer völlig freiwillig und ganz dem Ermessen der Einzelnen anheimgestellt. So kam’s, dass Nathanael als erster in die Tiefe kletterte, um erst mal zwei große und eine kleine Kröte und zwei Molche zu retten. Joel machte sich dann an‘s 



Weitergraben des Seitenganges, füllte den Aushub in den Eimer, der aber so schwer wurde, dass er nur mit Roberts Hilfe gehoben werden konnte. Mehrere Ladungen förderten die Jungs zu Tage, bis es anfing, in Strömen zu regnen und sich alle schnell auf den Weg zur Villa machten. Übrigens hätten die Mädchen beim Ankommen am Baumhaus fast einen jungen Feldhasen fangen können, aber schlussendlich war der doch schneller. Kleine Schlussfolgerung: Bei uns läuft eben vieles umgekehrt, also nicht höher, schneller, weiter, sondern tiefer, langsamer und hautnah  -  naturpädagogisch eben. Die andern Kinder hatten sich in dieser Zeit genauso intensiv mit Erde, Holz, Steinen, Sauerklee, Heidelbeeren, Fichtenzapfen und sonstigen 

Naturschätzen befasst und ihren Phantasien freien Lauf gelassen. In der Villa wurde gemalt,ausgeschnitten und gefaltet, während in der Scheune immer noch die Katzenbabys ihre Anziehungskraft haben: „Die werden jetzt aber immer frecher“, stellten zwei Mädchen fest und kümmerten sich dann doch lieber um ihre gesammelten Waldfrüchte: mit viel Finger-spitzengefühl legten sie ein Teller-Mandala   -  ausmalen kann ja jeder, aber selber machen ...

 

„Viel zu wenig Strom“ muss am Donnerstagmorgen auf dem Weidezaun bei den Kälbern gewesen sein, denn Woodly beschloss, irgendwo auszubüchsen und zur  „Mama“  Vroni zu marschieren. Dort ließ sie sich dann auch mühelos mitnehmen auf deren Weidestück.



Zwar wünschten die Kinder im Morgenkreis, nochmals zum Baumhaus und dem Schacht zu gehen, wo wir auch alle gut eine halbe Stunde verweilten, aber natürlich helfen wir, wo wir können, wenn es um bäuerliche Arbeiten auf  „unserem“  Bauernhof geht. So machte sich eine Gruppe daran, den Weidezaun der Kälber zu kontrollieren: wir fanden tatsächlich ein paar defekte Stellen, ersetzten  einzelne Isolatoren und entfernten manchen Bewuchs am Draht. Mit Erfolg, denn bei der abschließenden Kontrolle 

 haben wir gut gemacht“ beschloss Joel stolz. Die andere Gruppe kontrollierte den Weidezaun unterhalb vom Baumhaus, ersetzte einen Pfosten und steckte eine Zwischenab-trennung für das erste Weidestück. Als wir fertig waren holten wir die restliche Gruppe ab, die sich im und ums Baumhaus herum beschäftigt hatte. Den Abschlusskreis mit dem zweiten Teil von  „Aschenputtel“  begannen wir vor der Villa, weil tatsächlich die Sonne ein wenig schien, mussten dann aber zum Schlusslied doch in die



Villa umziehen, weil es zu regnen begann. Die Vorschüler trugen in ihre Wetterblätter ein: Morgens 8 Grad, mittags 14 bei Wolken, Nebel, Regen und etwas Sonne.   

„Viel zu schnell“  rasen die meisten Auto-fahrerInnen täglich bei uns vorbei. Deshalb freue ich mich, dass das Landratsamt, die Polizei und Vertreter von beiden Gemeinden  zu einer Verkehrsschau heute bei uns waren. Wir bekommen direkt mal zwei Verkehrsschilder. Vielen Dank!

„Viel zu nageln“  gab es am Freitag im Seniorenzentrum, denn heute hat meine Gruppe damit begonnen, die Naturwebrahmen herzustellen: Die Haselruten sägten die Jungs auf gleiche Längen. Jade und Rebecca nagelten die ersten Rahmen zusammen, später lösten dann die Jungs sie ab. Susanne bohrte mit Herrn Krause  „tausende“  von Löchern für den Kettfaden, während Alice den Mädchen und einer Seniorin zeigte, wie sie mittels eines Blumendrahtes den Faden durch die Löcher



fädeln können. Schöne Momente zwischen Jung und Alt ereigneten sich wieder einmal  beim gemeinsamen Tun.  Fünf Webrahmen sind fertig geworden,  „die andern schaffen wir nächstes Mal“, beschlossen alle. In der Gruppe mit Robert und Johanna entstanden viele bunte Kordeln, die bei unserem  nächsten Besuch in die Rahmen gewoben werden. Während unserer Schluss-runde  draußen entdeckten die Kinder immer mehr Walderdbeerchen und zum

Erstaunen aller eine gelbe Gartenbänder-schnecke, die sich in 2 Metern luftiger Höhe an einem Lindenblatt  mittels einer Schleimmem-brane zum sogenannten Trockenschlaf  „befestigt“  hatte und dort oben der Sonne und dem Wind trotzte  -  große Frage: Wie kam sie wohl dahin? Eine Antwort fanden wir nicht, aber viele Ideen und letztlich blieb wieder einmal das Staunen und Wundern über  „unsere“  Natur.



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