„Ein Kühlschrank ging spazieren ...“

... trällerten wir am Montag im Morgenkreis noch etwas ...

 


vorsichtig und play-back-mäßig zum MP-3-Player;  „auf dem sind doch eigentlich die Vogelstimmen“.  Bei der Tagesplanung schlug ich vor, heute nochmals auf Pilzsuche zu gehen und morgen das Käferreisig zu verbrennen  -  alle waren einverstanden. Beim Melken übten Rebecca, Jade und Anna, während Joel ihnen zeigte, wie es geht. Er hat heute zum ersten Mal die Vroni alleine von der Weide zum Stall geführt und wieder zurückgebracht. Unterwegs im Wald blieb das große Finden und Sammeln von Pilzen leider aus  -  der Boden ist viel zu trocken. Aber echte  „Draußenkinder“  finden immer Spannendes und Neues, mit dem sie sich beschäftigen und gegenseitig bereichern: 

ob wunderbar weiches Gras zum Schlafen, Ziegenbärte zum Suppe kochen, Binsengras zum Flechten oder den Schädel eines Vogels. Immer wieder tauschen sich die Kinder über die jeweiligen Standorte aus und diskutieren, welcher Weg wohin führt, wo es zum Kindi oder nach Schiltach  „geht“. Gegen 11 Uhr traten wir bei schwülen Temperaturen und mit 8 kleinen Pfifferlingen den Heimweg an. Im Abschlusskreis übten wir nochmals das Lied vom Kühlschrank und lauschten auf den ersten Teil vom Märchen  „Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack“. Die Vorschüler füllten die Wetterblätter aus und übertrugen kleine Rechenaufgaben mit den Holzeiern aufs Papier.




Am Dienstag ging der Kühlschrank beim Froschteich spazieren, denn wir übten das Liedchen gleich nach der Ankunft vor dem Wald, an dem wir schon des Öfteren Käferfichtenreisig angeschleppt und verbrannt hatten. Heute stand der Wind optimal, er wehte vom Wald her. Damit war klar: Nach dem Vespern ist Reisig schleppen dran. Zuerst montierten wir zwei große Warnschilder und zwei Warndreiecke  an der Straße rechts und links von unserer Einsatzstrecke. Dann ging alles ganz schnell: Jedes Kind schnappte mindestens zwei dürre Äste und zog sie zur  „Feuerstelle“. Als das Reisig der ersten Fichte gestapelt war, versuchten Joel und Rebecca mit dem Feuerstahl das Feuer zu entfachen. Bald brannte das dürre Holz lichterloh und wir holten die Zweige der nächsten Käferfichte. Als dritte Aktion mussten wir eine befallene Fichte erst fällen, immerhin mit ca. 25 cm Durchmesser. Es wurde diskutiert, in welche Richtung der Baum fallen soll und ob wir ein Seil anbringen können. Die Fichte fiel in die richtige Richtung, blieb aber natürlich in den angrenzenden Bäumen hängen. Voller Stolz schleppte Nathanael nun sein Geburtstagsgeschenk an, eine  "Rätsche" (kinder-schwäbisch für Spanngurt) und nach 

einigen Versuchen des Befestigens konnte er selbst die Spannvorrichtung bedienen und das ging richtig schwer. Joel half noch und plötzlich bewegte sich die Fichte tatsächlich vom Fleck. Mit Geduld und Geschick zogen die Jungs mit Roberts Hilfe den Stamm so weit, dass er auf dem Boden lag und entastet werden konnte. Alle halfen wieder fleißig beim Abtransport des Reisigs zum Brandplatz  -  übrigens sehr konzentriert und achtsam an der befahrenen Straße entlang!  Als die meisten Kinder genug gearbeitet hatten und sich im Schatten zum Spielen mit Naturmaterialien, Käfern und „Heuschrecken“ niederließen, beschlossen die Jungs, die Stammstücke zu spalten. Sie schafften fast alle acht Stücke. Da entdeckte ich noch eine weitere Käferfichte und angesichts der Zeit beschlossen wir, diese auch noch zu fällen. Weil sie nur etwa 15 cm Durchmesser hatte,  „schnappten“  wir sie mittels Seil und zogen alle zusammen die ganze Fichte etwa 30 Meter bis zum Feuer. Entasten, Reisig verbrennen, Stamm in Meterstücke sägen und diese abtransportieren klappten wie am Schnürchen, als täten wir das schon immer. Die Jungs wollten dann auch gleich morgen wieder zum Froschteich ...



Am Mittwoch hatten wir beim Melken gleich fünf Kinder dabei: Joel als Experte, Jade, Rebecca, Anna und Justus als  „Anfänger“ und die neuen  „Vorschüler“. Die  „Neuen“  übten nach Kräften und Joel gab gute Tipps, sodass bei allen  „Anfängern“ schon einige Milliliter  Milch in den Becher gelangten. Nach dem Tiereversorgen bildeten wir Arbeitsgruppen: Mit Robert gingen Kindern auf die Suche nach rotem Klee, mit Johanna bauten Kinder Tische, Bänke und die Feuerstellen für das Sommerfestle auf und mit mir wurde die  „Blumen-Kräuter-Butter-mischung“  abgefüllt und mit Etiketten versehen. „Da muss man aber ganz schön Geduld haben und vorsichtig sein“, meinte Jade während dem Abfüllen der duftenden Kräuter und Blütenblätter. Auch das  „Abpopeln“  der Etikettenrückseiten ist immer eine feinmotorische Herausforderung und Geduldsprobe zugleich. Die Kleeblüten wurden von Robert und seinem Team gleich abgezupft und Johanna wog mit Hilfe einiger Kinder immer 25 Gramm Lindenblüten auf der Briefwaage in die Papierbeutel. So verging der Vormittag

mit vielen kleinen, aber feinen Tätigkeiten.

Ab 17 Uhr versammelten sich fast alle Familien zum Sommerfestle auf der Terrasse bei Familie Gutekunst, die schon drei Feuerstellen gerichtet und  „vorgeheizt“ hatten. Während sich die Kinder an den Schaukeln und der Rutsche von Gutekunst’s vergnügten, brutzelten die Eltern die mitgebrachten Spezialitäten. Am bunten Salatbuffet konnten sich alle nach Herzenslust und reichlich bedienen. Vielen Dank an alle für die mitgebrachten und gespendeten Köstlichkeiten und für’s Vorbereiten der Feuerstellen! Während sich die Eltern zu einer kurzen Mitgliederversammlung in der Villa trafen, bot  „unser“  Zauber-Roland den Kindern mit seinem Luftballon-Zauber-Tiere-Programm eine begeisternde, bunte Alternative, herzlichen Dank dafür!                                  

Die Mitgliederversammlung beschloss folgende Erhöhungen der  Elternbeiträge einstimmig: ab September 2016  für das erste Kind  130 € und für das zweite  95 €; ab September 2017 für das erste Kind  145 € und für das zweite  105 €.



Am Donnerstag kam’s im Morgenkreis aus aller Munde: „Wir wollen zum Baumhaus!“ Gesagt, getan: Nach dem Melken und Geflügel füttern spazierten alle mit ihren Rucksäcken bergaufwärts. Wer unterm Baumhaus gevespert hatte, widmete sich seiner Lieblingsbeschäftigung: einige Mädels kochten ihre Wald- und Wiesensuppe, die Jungs gruben eine Wasserrinne, um das gesammelte Regenwasser in den Brunnenschacht fließen zu lassen, oder  „frau“  saß neben mir im Gartenstuhl und wir ordneten die große und die kleine Welt mit Blick ins Tal. Nach 11 Uhr räumten wir bei der Villa die Feuerstellen auf. Eine Gruppe untersuchte unsere Kartoffelstauden nach Käfern, zum Glück erfolglos. Dann lud Roland ein, beim Honigschleudern zuzuschauen, bzw. auch mal beim Ankurbeln der Schleuder mitzumachen. Natürlich konnte jedes eine Fingerprobe von der goldenen Pracht nehmen und genießen.

Am Freitag zogen wir mit 11 Kindern und 3 Erwachsenen fröhlich ins Seniorenzentrum ein. Nach dem Vespern las Licie zwei

Reimgeschichten vor und wir feierten mit den ersten Tagesgästen den Morgenkreis. Danach trugen wir 700 € zur Volksbank, den sagenhaften Erlös vom Sommer-Flohmarkt bei Gerhard Wössner und Petra Schweikert; wir danken den Beiden herzlich und auch allen anderen, die zu dieser großartigen Spende mit beigetragen haben.  Unterwegs zur Bank bestaunten wir die beiden Bagger in der Schiltach, die mit großem Getöse das Flussbett vertieften. Gegen 10 Uhr hatte die Werkstatt-Gruppe viel zu fädeln, denn 10 Webrahmen sollten bespannt werden. Das übernahmen die Kinder gerne, während Herr Krause und Nathanael unermüdlich die Löcher für die Fäden bohrten. Die zweite Gruppe hatte alle Hände voll zu tun, denn jetzt wurden die vielerlei Kordeln, Lederstreifen und Krepppapier in die Webrahmen eingewoben. Vielen Dank an die Mitarbeiterinnen der SGS, Astrid, Alice, Ursel und Petra für alle Unterstützung. Stolz auf die geschafften Produkte trafen wir uns kurz nach zwölf am Haupteingang, wo sich die ersten Kinder beim Abholen verabschiedeten.



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