Mit immerhin 10 Kindern ...

feierten wir am Montag nach den Ferien ... 


den ersten Morgenkreis unter den fast reifen Trauben vor der Villa. Heidrun Wein kam zum Glück schon vor ihrer offiziellen Dienstzeit, denn der bisherige Praktikant erschien einfach nicht. Wir mussten uns ein wenig einarbeiten in die  „Liturgie“  des Morgenkreises, aber nachdem alle mithalfen, fanden wir den gemeinsamen Weg. Bei der Tagesplanung diskutierten wir, ob es wohl etwas zu finden geben würde im Wald? Es war sehr heiß die letzten Tage und sehr trocken; die Holunderbeeren sind noch nicht reif;  Brombeeren gibt es in unserer Umgebung erfahrungsgemäß nur wenige kleine und für die Pilze wird es vermutlich nicht feucht genug sein. Aber als wäre es ganz selbstverständlich, dass wir trotzdem auf die Suche gehen, stand der Plan schnell fest:  „Wir gehen in den Wald und suchen  -  irgendwas finden wir immer“.  Vroni ist schwanger, deshalb fällt da Melken für die nächsten Monate aus. Nach dem wir die Hasen und die Hühner versorgt hatten, marschierten 

 

alle fröhlich den Waldweg hinunter. Außer 10 Kartoffelbovisten gab es aber nichts, deshalb vesperten wir erst mal. Justus und Nathanael wussten die Parasolpilzstelle vom letzten Jahr noch genau, einen Parasol fanden wir nicht. So ging das noch eine längere Zeit, allerdings mit abwechslungsreichen Entdeckungen vom faulenden Baumstumpf mit einem knallgelben Lohblüten-Pliz, über eine riesige Weißtanne, die vom Blitz zersplittert wurde bis zu einer winzigen Krausen Glucke, die wir natürlich wachsen lassen, bis sie so groß wie ein Fußball ist.  Bis plötzlich unser Glückspilz  Justus direkt am Weg eine Hand voll Pfifferlinge entdeckte und gleich daneben den wohl größten Pfifferling aller Zeiten  -  das war ein Fest für alle! Mehr Pilze sollten es nicht werden, dafür vernaschten wir aber alle Brombeerchen, die sich unterwegs entdecken ließen. Zurück an der Villa wurde draußen Grassuppe gekocht oder drinnen mit Heidrun gemalt.




Am Dienstag stellten wir im Morgenkreis fest, dass die meisten Kinder die Bewegungen zum Morgenlied nicht so ganz beherrschen und weil von den Vorschülern fast alle fehlen, „müssen wir Susanne fragen“, war die Idee von Theresa. Die Regeln besprechen wir jetzt, indem jedes Kind ein Regelbild in Händen hält und erklärt. Die Monatskette bediente Jule heute zum ersten Mal ganz alleine und sehr gut! Der Wunsch zum Baumhaus zu gehen, stand bei der Planung an erster Stelle. Dass wir noch einen  „Abstecher“ in Richtung Schwenkenhof machen, um in dieser Gegend nach Pilzen und Beeren zu suchen, war für alle okay, wenngleich die Suche nichts ergab, nur Justus entdeckte 3 Mini-Pfifferlinge. Am Baumhaus verfielen alle wie selbstverständlich in

allerlei Rollenspiele: „Mutter, Vater, Kind(er); Bauarbeiter und Köchinnen. Wäre der Wind nicht immer stärker und kälter geworden, hätten wir es sicher bis 12 Uhr dort oben aus-gehalten. So versammelten wir uns gegen 11.30 Uhr in der Villa, um den ersten eigenen Hokaido-Kürbis zu verarbeiten: erst halbieren, dann aushöhlen, dann die Höhle mit Wasser füllen und messen, wie viel da rein passt, dann das Frucht-fleisch in Würfel schneiden, diese kochen, die guten Kerne  „auspopeln“  und waschen und schließlich alle Küchengeräte spülen und abtrocknen. Die Kürbissuppe haben wir dann am Mittwoch probiert. Zum guten Schluss las Heidrun das Bilderbuch vom Raben Socke  vor und malte auf Kinderwunsch diverse Pferdebilder.



Am Mittwoch nach dem Morgenkreis und dem Tiere versorgen wollten die Kinder unbedingt zur Burg hinauf. Unter dem Apfelbaum an der Schafweide lagen viele Äpfel, die kein Tier erreichen konnte, also haben wir alle eingesammelt und den Schafen und den Kühen gebracht, die gleich alle Früchte dankbar verspeisten  -  bei uns kommt eben nichts um, bzw. wir verwerten alles. An der Burg angekommen vesperten wir zuerst und überlegten dann, was gespielt werden könnte. Irgendwer kam auf die Idee, ein Feuer zu machen; das begeisterte  natürlich und wir überlegten, wie ein Feuer aufgebaut werden muss: Papier, Reißig und dann dickeres Holz. Mit dem Feuerstahl entzündete ich das kleine Häuflein und schon loderten die Flammen in die  

Höhe.  Da stellten wir fest, dass niemand mehr etwas zum Grillen im Rucksack hat, außer Jule, Justus und Anna, die fanden noch Apfel-, Gurken- und 4 Brotstückchen. „Also beim nächsten Mal machen wir das umgekehrt: zuerst das Feuer und dann das Vesper Grillen“, beschlossen die Kinder. Nach dem Löschen der Glut ging‘s zur Villa. Mit großer Freude entdeckten wir das erste Verkehrsschild, das die Stadt Schiltach für uns aufgestellt hat; vielen Dank! In der Villa begann die Kinderkonferenz mit der leckeren Kürbissuppe. Wir besprachen die Verhaltensregeln, schauten uns die verschiedenen Gesichtsausdrücke auf den Bildkarten an, erzählten zum schwebenden Albatros, was schön war und hörten den Anfang vom Märchen  „Tischlein deck dich“.



Am Donnerstag hatte Masuda ihren ersten offiziellen Arbeitstag. Wir freuen uns sehr, dass es mit der Festanstellung für ein Jahr geklappt hat und Masuda nun jeden Tag mit 4 Stunden als dritte Kraft bei uns sein kann. Sie hat dann gleich schon im Morgenkreis die fehlenden Bewegungen zum  „Guten-Morgen-Lied“ beigesteuert. Wir beschlossen, nach dem Tiere versorgen zum Höfenhof zu wandern. Die Sonne brannte schon nach 9 Uhr gewaltig und alle 

sehnten sich nach dem schattigen Wald. Dass dort auch noch einige Brombeeren zu finden waren, kam allen gelegen. Wir wanderten noch ein Stück am Höfenhof vorbei und entdeckten einen prall gefüllten Brombeerbusch  -  da ließen sich manche Beeren sogar in der Vesperbox sammeln. Nachdem es auf dem Rückweg noch heißer war als morgens, zogen sich alle gerne in die kühle Villa zurück, um zu malen und Musik zu machen. 



Heidrun Wein schreibt: „Von Freitag bis Sonntag nahm Helmut an der Bundestagung der Bauernhofkindergärten in der Lüneburger Heide teil, sodass wir Roland als Vertretung bei uns im Kindergarten hatten. Nach einem ausgiebigem Morgenkreis und dem Füttern der Tiere zog es uns zur Burg, wo gevespert wurde. Nach dem Vespern wurde die Ruine 

„geputzt“ und im Lager gespielt. Danach ging es auf abenteuerlichem Wege zum Baumhaus, wo der Weg kurzerhand zu einer Rutschbahn umfunktioniert wurde und Bilder mit Stöcken in den Sand gemalt wurden. Anschließend ließen wir die erste Kindergartenwoche nach den Ferien in der Villa und auf dem Spielplatz ausklingen."



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