Jetzt ist es passiert: der Alltag hat  ...

... uns wieder  -  oder wir ihn?


Jedenfalls sollte mit dem Beginn der Schule auch bei uns der reguläre Kindi-Alltag wieder beginnen. Fast, denn zwei Kinder mussten krankheitshalber zuhause bleiben. Also feierten wir zu elft den Morgenkreis; noch etwas holperig bei den Bewegungen zum Morgenlied, aber ansonsten ganz fröhlich und ganz überzeugt davon, dass das nun unsere  „neue“  Gruppe sein wird. Interessant zu beobachten, wie die nun Ältesten in ihren verschiedenen Rollen versuchen, was geht und was sie sich jetzt trauen. Wir vom Team haben ein gutes Gefühl und freuen uns auf die gemeinsame Zeit. Freilich hoffen wir auf baldigen Zuwachs! Aber jetzt nehmen wir die 10, wie sie sind. Bei der Tagesplanung beschlossen wir eine Runde durch den Wald zu drehen, einmal wegen der angekündigten Hitze und zum anderen, um nach Holunderbeeren zu suchen  -  meine Suche am Wochenende war niederschmetternd: Ich fand

 fast keine Beeren und wenn, dann waren sie von den Vögeln gefressen oder von der Hitze vertrocknet. Auch auf unserer Tour fanden wir nur 3 Büsche an einer Stelle mit wenigen Beeren, die auch noch nicht reif waren. Jetzt setzen wir auf Tipps aus der Eltern- und Nachbarschaft, um wenigsten ein paar Fläschchen Holundersaft herstellen zu können! Unterwegs  fanden wir ein paar erbärmliche Pfifferlinge und Semmelstoppel; nur vertrocknete Brombeeren und den Gummifuß eines Walkinstockes. Den spießten wir mittels Haselnussstecken an den Wegrand. Auf dem Rückweg wurde die Hitze unerträglich, sodass wir nur mit mehreren Pausen den Aufstieg zur Villa schafften. Den Parasol der letzten Woche suchten wir auf, aber er war nur noch ein verdorrtes Häufchen. Schön kühl war‘s dann in der Villa und beim Abschlusskreis im Wald, wo die Kinder Hänsel und Gretel mit großer Spannung begleiteten.




Die sieben Raben verfolgten wir im Abschlusskreis am Dienstag im Wald und  „erlebten“, wie ihr Schwesterchen alles daran setzte, sie zu retten, bis es ihr schließlich gelang. Was Märchen beim Einzelnen jeweils auslösen, bleibt ein Geheimnis, dass sie wirken, erleben wir täglich im Abschlusskreis, wo alle ganz nah dabei sind und am Ende des Märchens erst mal schweigen, um das Gehörte zu verarbeiten. Unterwegs im Wald verarbeiteten wir 5 zufällig gefundene Fichtenspitzen zu hübschen  „Quirls“. Leider war das Holz schon zu sehr getrocknet, so dass sich die Rinde nicht mehr besonders schön abschälen ließ. Trotzdem rührten die Suppenköche gegen halb zwölf vor der Villa damit ihre frisch geschnittenen Suppen

 kräftig durch. Ansonsten entdeckten wir den neuen Waldweg und waren beeindruckt, mit welchem Geschick der Baggerfahrer diese  „Straße“  mitten durch den Wald angelegt hatte. Angesichts der Hitze kehrten wir schon vor 11 Uhr in die Villa zurück, wo ein angenehm kühles Klima herrschte. Mit musizieren, malen, Papierfiguren falten und Formen ausschneiden beschäftigten sich die meisten in der Villa bis zum Abschlusskreis. Anschließend versuchten sich die Vorschüler zum ersten Mal an ihren Wetterblättern  und stellten fest, dass das Außenthermometer kaputt ist; wir schätzten die Temperatur dann mittags auf 33 Grad bei keinen Wolken und nur Sonne.



„Nein, nein, nein“ sangen sie im Chor, die 8 anwesenden Kinder, als ich am Mittwoch im Morgenkreis nach den Tageswünschen fragt und vorschlug, wegen der Hitze zum Bach zu gehen. Alle bestanden darauf  „hier zu bleiben“.  So versorgten wir die Hasen mit frischem Grün, suchten Eier und vesperten dann im Schatten des Apfelbaums vor der Villa. Zwei große Eimer Zwetschgen hatte uns Annette Kopp geschenkt, vielen Dank. Da gab es einiges zu tun: Für gut eine Stunde saßen wir nochmals unterm Apfelbaum, sortierten und entsteinten die Zwetschgen (lebenspraktische Feinmotorikübung), die anschließend eingefroren wurden, um nächste Woche Kuchen damit zu backen. Wir sind von der Firma Fuchs Werbetechnik in Freudenstadt eingeladen, bei ihrem Eröffnungsfest Kuchen zu verkaufen; 

da wollen wir natürlich auch was bieten bei ca. 600 Gästen. Das Steinobst war versorgt, die Hände gewaschen und die Kinder überall verteilt: an den Schaukeln, im Kirschbaum, am Basteltisch und im „Musikzimmer“.  Wollefäden und Papierkügelchen mit Klebstoff aufkleben ist gerade in. Niemand beschwerte sich, ihm sei langweilig (und selbst wenn, ich hätte ja eh nur betont, dass das ein besonders erfreulicher Zustand sei ...) und alle genossen das Freie Spielen bis zum Abschlusskreis. Der fand im Wald statt, mit dem Albatros, dem  Rumpelstilzchen,  „Im Schilf am Teich“  und  „Alle Leut‘, alle Leut‘“. Nach dem Ausfüllen der  Wetterblätter ernteten wir unsere ersten beiden Tomaten und zerteilten sie „mathematisch“ so lange, bis alle davon kosten konnten.



„Nein, nein, nein“ erklärte ich am Donnerstag, als alle Kinder zum Baumhaus wollten und versuchte, sie auf einen Umweg zu locken  -  was gelang. Anfangs kannten wir den Weg, doch nach dem Vespern in der Schlucht war klar, keiner weiß, wo wir da rauskommen. Drei Kinder stiegen den Hang hinauf, um nachzusehen, ob es da oben einen Weg gibt; es gab ihn und wir folgten ihm. Nach einigen Metern kam er uns bekannt vor:  „Na klar, da kommen wir an der Straße raus, die zum Kindi geht“.  So wanderten wir mal von oben nach unten zur  Villa, nahmen 5 Pfifferlinge und einen Steinpilz mit und ließen die Rucksäcke dort zurück, um zum Baumhaus hinaufzusteigen. Dort spielte man im Baumhaus, im Brunnenschacht und auf dem Erdhügel bis kurz vor 12 Uhr. Da unser Sitzplatz für den Abschlusskreis auf der Strecke lag, bot es sich an, gleich hier weiterzumachen mit dem 

 

Albatros und dem Wolf und den sieben Geißlein.Im Seniorenzentrum hatten wir am Freitag acht

Kinder und drei Erwachsene, zehn davon ohne Regenbekleidung, Weil es draußen regnete, beschlossen wir, die ganze Zeit bei den Tagesgästen zu bleiben. Ein mächtiger Chor mit Alt und Jung sang das Morgenkreislied, wir zählten die  „Luft“-monatskette und hörten Heidrun's neunte Lerngeschichte. Für danach hatten Alice und Susanne die Webrahmen mitgebracht und allerlei Wolle, Leder- und Stoffstreifen, um alles fertig zu weben. Da wurde fleißig gewoben und gekordelt bis kurz vor zwölf Uhr. Heidrun und Helmut verabschiedeten sich, um zur 20.-sten Fachtagung des Bundesverbandes der Natur-  und Waldkindergärten nach Duderstadt bei Göttingen zu fahren, Danke an Alexandra für ihren Vertretungsdienst.




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