Lasst mich kurz schwärmen von der Bundestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft ...

... Lernort Bauernhof (BAGLoB)  für die Bauernhofkindergärten: Über 60 Interessierte ...


trafen sich von Freitag bis Sonntag in der Lüneburger Heide, um sich auszutauschen über bisherige Erfahrungen, Fragen, Probleme und Anregungen zum Kindergarten auf dem Bauernhof. Verschiedenste Einrichtungen mit je ganz eigenen Prägungen und Stilen stellten sich vor und ließen sich befragen. Bemerkenswert auch die große Anzahl derer, die sich auf den Weg zum Bauernhofkindergarten machen wollen! Wir waren uns einig: unsere Zukunft braucht den Bauernhof! Siehe auch www.baglob.de

Nun zu unserer kleinen Bauernhofkita: Es war so frisch am Montag, 5. 9., dass wir nach dem Morgenkreis erst mal unsere Jacken anzogen und zum Vespern in der Villa blieben, wo die Kinder mal eben 12 Tomaten aus eigener Herstellung (von Christine Siegl) mit Begeisterung verspeisten und feststellten, dass so nur Tomaten aus dem eigenen Garten 

schmecken. Nach dem Hasen und Hühnern ihr Futter bekommen hatten, kümmerten wir uns um die drei Ponys: Von der Weide holen, striegeln und satteln. Dann stiegen die ersten drei Kinder auf und wir spazierten Richtung Schwenkenhof.  Mathilda, eine unserer Jüngsten ritt zuerst auf dem größten  „Pferd“  Leyla und dann auf Mona mit dem Voltigiergurt, wo sie zum Erstaunen aller ihre kleinen Kunststücke vorführte: Loslassen, Arme drehen und Oberkörper nach rechts und links beugen. Eine kleine Zeit ließen wir die Ponys noch auf einer Wiese grasen und marschierten dann zur Villa zurück. Dort servierten die Kinder am Boden liegende Äpfel und beobachteten, wie die Pferde daraus u.a. Apfelsaft machten. Als die Pferde versorgt waren, sammelten wir die restlichen Äpfel für die Schafe und die Kühe ein. Die Schafe kamen gleich, nur die Kühe glaubten uns aus weiter Ferne nicht. Also übten die Kinder 




„kurzer Hand“  das Werfen mit verschiedenen Techniken: hochwerfen, weit werfen und schnell werfen, bis alle Äpfel auf der Weide lagen. Die Sonne blieb hinter den Wolken und die Kinder zog es in die Villa zum Malen und Ausschneiden.

Millionen feiner Nebeltröpfchen ließ die Sonne am Dienstag schon während des Morgenkreises aufsteigen. Später entdeckten die Kinder  „Millionen“  von Spinnweben überall, im Gras, im Zaungeflecht und in den Bäumen, die der Nebel jetzt sichtbar machte. Wir wanderten zur Quelle, also dem vielbewegten Ort, etwa 1,3 Kilometer von  „unserem“  Haus entfernt. Familie Gutekunst hat es tatsächlich geschafft, die Wasserleitung quer durch den Wald bis dorthin zu vergraben, die Quelle zu fassen und über zwei  „Becken“ das kostbare Nass steil hinab zum Widder  (Pumpe) und von dort wieder hinauf in die Versorgungsleitung zu führen. Heute gegen 13 Uhr geschah das Wunder: Das 

Quellwasser sprudelte fröhlich aus der Brunnenleitung am Haus! Das war eine Freude! Zwar gibt es noch manche Arbeit, aber dass die mechanische Pumpe es schafft, das Wasser über diese Strecke und Höhenunterschiede zu pumpen, das war mehr als erstaunlich. Da wir zeitlich etwas spät an der Quelle ankamen, schafften wir es nicht, bis zum Widder hinunterzuklettern, aber morgen ...! Unterwegs fanden wir neben ein paar Brombeeren eine Hand voll Semmelstoppelpilze und zwei riesige Weißtannenstämme zum Balancieren, was alle Kinder ausprobierten und die Jüngeren mit Erfolg übten. 

„Tock, tock, tock tock ...“ klopft er munter im Takt vor sich hin, der Widder. Am Mittwoch beeilten wir uns mit dem Tiere füttern, damit wir genug Zeit hatten, um zum Pumpenwunder  „Widder“  hinunter zu gelangen. Wir vesperten wieder neben der Quelle und stiegen dann



quer waldein gut 40 Meter steil bergab bis zum kleinen Schacht, in dem der Widder  „tuckerte“.  Man sieht es diesem kleinen Ding kaum an, dass er über einen Kilometer weit und bergauf das Wasser pumpen kann, ganz ohne Strom  -  aber wir haben es jetzt gesehen und vor unserem Abmarsch das neue Quellwasser am Haus auch  -  und probiert natürlich. Der Rückweg war nochmals eine Herausforderung und nur mit Händen und Füßen kletternd zu bewältigen. Alle kamen oben wieder an und schon bei der nächsten Holzbeige kletterten die Großen wieder weiter. Fünf Pfifferlinge fanden wir und mehrere Tannenstämme zum Balancieren und Wippen. Einige Mädchen sammelten feines Gras und Ziegenbärte, um daraus an der Villa verschiedene Suppeneinlagen zu schneiden.

Eiskalt war das Kinzigwasser am Donnerstagmorgen, als gegen 8.50 Uhr die ersten wenigen Füße nachfühlten. So war der kleine Bach neben an und die Wasserspirale lange Zeit viel interessanter zum Spielen und Experimentieren. Die Schaukeln, der Sand und die Büsche boten ebenfalls genügend Anreiz, um sich spielerisch zu betätigen. Allmählich stieg die Außentemperatur und fast alle Kinder wechselten ihre Kleidung, um nun doch ins Wasser zu gehen. Lang hielt es niemand aus, aber mal eben rumspritzen und kurz reinsitzen, das ging gut. Als Jade mit Mama und Geschwistern zu uns kamen, feierten wir den Morgenkreis und lauschten der dritten Lerngeschichte von Heidrun, heute für Marian  -  das hört sich schon richtig professionell an. Nach einer weiteren Runde im und am Wasser 



packten wir ein und besuchten noch Masuda’s wunderschön angelegten und gepflegten Garten mit verschiedenen Kräutern, Tomaten, Spinat und vielen Paprikapflanzen u.a.  Gegen 12.30 Uhr saßen alle in den Autos und fuhren nach Hause oder zur Villa.

Der Riesenbagger, dem wir in dieser Woche im Wald schon mehrfach begegneten zog am Freitag schon um 8.30 Uhr alle Aufmerksamkeit auf sich: Im vorsichtigen Schneckentempo transportierte er den 1 Tonnen schweren Wasser-Speichertank die steile Viehweide hinauf, um ihn ganz oben vorsichtig in das schon gegrabene Loch sinken zu lassen. Ein paar Handgriffe von Roland Gutekunst, etwas Erde um in die Waagerechte zu kommen und etwas Holz zum Sichern, da stand der Behälter an seinem Platz. Danach nahmen wir an unseren Tischen in der Villa Platz, um hunderte von Pfirsichen, die uns Frau Birgit Maier aus Schiltach geschenkt hatte, zu schälen, zu entkernen und in Würfel zu schneiden. Herzlichen Dank an Frau Maier!  Voll im Zeitplan konnten wir nach 10 Uhr vespern und unseren neusten Hit vom Kühlschrank  im Playback mitträllern, heute so vergnügt, dass dazu spontan getanzt wurde. 

Endlich kam der Bus mit den  vier SeniorInnen, begleitet von Ursel und Susanne aus Schiltach, die wir zu einem Besuch eingeladen hatten. Ausgiebig feierten alle zusammen den Morgenkreis und besuchten dann die Kühe, denen wir wieder Äpfel fütterten. Die Gäste genossen den herrlichen Ausblick und die Idylle und freuten sich an den fröhlichen Kindern, die so selbstverständlich überall dabei sind. Nach dem die Pferde auch noch ein paar Äpfel bekommen hatten, musste unser Besuch die Rückfahrt antreten. „Wir kommen bestimmt mal wieder“  erklärten sie beim Abschied dankbar. Wir machten uns ans Marmelade kochen und schafften es tatsächlich,  die 12 Kilogramm pünktlich bis 13 Uhr in 48 Gläser abzufüllen. Sehr gerne  „säuberten“  die Kinder die Töpfe und Gerätschaften und beschlossen: „Die Marmelade ist die beste von der ganzen Welt.“  Kann man übrigens bei uns käuflich erwerben, wie auch alle anderen Produkte, die auf der Homepage aufgelistet sind; wir versenden sie auch gerne und freuen uns über die Einnahmen, mit denen wir unseren Bauernhofkindergarten ein bisschen mitfinanzieren können und wollen.



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