Elisabeth Hussendörfer war noch nie ...

... in einem Bauerhofkindergarten; aber ...


am Sonntag hat sie sich von Stuttgart aus auf den Weg zu uns gemacht, extra in der Nähe übernachtet, damit sie am Montag pünktlich zum Morgenkreis bei uns sein kann! Aber warum? Frau Hussendörfer ist freie Journalistin (www.hussendoerfer.com) und Mutter von 4 Kindern im Alter von 5 bis 12 Jahren und nun schreibt sie eine Reportage über uns für das Magazin ELTERN. Bis 13 Uhr hat sie uns begleitet: beim Hasen füttern und Eier suchen und beim „Verköstigen“ der Ponys mit altem Brot. Als wir Roland Gutekunst trafen, gab es natürlich viele Fragen und viel Bewunderung. Später suchten wir auf unserem kleinen Kartoffelbeet in der ersten Reihe nach den Erdäpfeln; mit großer Freude, denn allein hier war ein Eimer übervoll geworden mit viererlei Kartoffelsorten, von gelb, über rosa bis dunkellila. Wir ließen absichtlich noch Kartoffeln in der Erde, weil am Mittwoch der Fotograf

kommen wird, um Bilder für die Reportage zu machen.Gemeinsam wuschen die Kinder die Kartoffeln mit dem frischem Quellwasser, das jetzt munter in den Brunnen plätschert; da kamen die verschiedenen Farben der Erdäpfel erst richtig zur Geltung und wir beschlossen: morgen machen wir Pommes. Mit Maiky führten wir der Elisabeth noch vor, wie er die Baumstämme aus dem Wald zieht und dann war auch schon Zeit für den Abschlusskreis mit Erzählen, Märchen lesen und den Schlussliedern  „Im Schilf am Teich“  und  „Alle Leut“.  Zum Abschied schenkte Emma der Elisabeth zwei  Zeichnungen, vom Kindergarten gab‘s ein paar bunte Kartoffeln und von unserem Gelees mit auf den Heimweg und von Familie Gutekunst den edlen Honig. Abends mailte Frau Hussendörfer nochmals ein herzliches Danke für den schönen Tag und die Info, dass sie schon Pommes gemacht haben ... sehr lecker!

 




Frau Schwedler vom SWR-Fernsehen war auch noch nie in einem Bauernhofkindergarten, erzählte sie mir am Dienstag am Telefon und möchte gerne einen fünf minütigen Film über uns drehen, der dann im Rahmen einer Reportage über den Bauernmarkt in Schiltach am 16. 10. gezeigt werden soll. Das SWR-Fernsehen hat auch noch nie über einen Bauernhofkindergarten berichtet - na dann wird’s aber Zeit! Heute früh zeigte das Thermometer 10 Grad an und wir beschlossen, den Morgenkreis in der Villa und bei Kerzenschein zu feiern. Die Hasen freuten sich über frisches Gras und bei den Hühnern gab es nur ein Ei. Nach dem Vespern sind Heidrun und die 4 Vorschülerinnen zum Einkaufen der Backzutaten für unseren ersten Kuchen nach Schiltach gefahren. Die anderen 4 Mädchen übten indes mit Masuda und mir das Kartoffelschälen; das war richtig schwierig und

für alle das erste Mal. Da floss schon mal ein Tränchen und auch ein Tröpfchen Blut, aber voller Stolz gelang es doch allen nach einer Zeit des  Helfens  und Übens, den größten Teil der Schale abzubekommen. Später meinten Jule und Theresa: „Meine Mama hat immer die Kartoffeln geschält, aber jetzt mache ich das!“  Klasse!  Als die Einkäuferinnen zurückkamen, halfen zwei beim Schälen und zwei beim Hefeteig machen. Wir schnitten einen Teil der bunten Erdäpfel in Pommesstreifen, während die Bäckerinnen mit Heidrun den Teig auf einem Blech auswellten und mit Zwetschgen schön der Reihe nach belegten. Draußen brutzelten die ersten Pommes und wir testeten die Geschmacksunterschiede der verschiedenfarbigen Pommes. Zum Schluss kam der Kuchen in den Ofen und es duftete herrlich in der Villa  -  „Da könnte ich jetzt gleich noch Zwetschgenkuchen als Nachtisch essen!“  meinte Jade.



Matthias Schmiedel, Freier Fotograf aus Ulm war auch noch nie auf einem Bauernhof-kindergarten und staunte am Mittwoch nicht schlecht, als er schon zwanzig nach sieben bei uns auf dem tief eingenebelten Hof stand. Dass fotografieren seine Passion ist stand außer Frage, denn sofort fand er überall spannende Motive und das hielt an bis nach 13 Uhr. Die Kinder hatten ihn bald ins Herz geschlossen und ließen sich meist mühelos auf die eine oder andere Aufforderung seinerseits ein. Wir versuchten natürlich, ihn in allerlei Alltags-ereignisse mit hineinzunehmen: Hasen und Geflügel füttern, Eier suchen und Vroni melken - auch wenn keine Milch mehr kam. Nach dem Vespern zog Maiky (unser Zugpferd) zwei Baumstämme den Waldweg hinauf und wir hackten mit Erfolg nach den nächsten Kartoffeln

im Beet. Während die am Brunnen mit Quellwasser gewaschen wurden, belegten Jade und Anna das nächste Kuchenblech mit Hefeteig, Zwetschgen und Streusel. Bald dampfte die Fritteuse draußen vor der Villa in der Sonne und wir genossen mehrere Portionen unserer eigenen Pommes Frites. Dazu gab es Zwetschgensaft von den eingefrorenen Früchten, der beim Auftauen zusammen kam. Zum Abschlusskreis zogen wir in den Wald, aber dort war es so kalt, dass wir nach dem Märchen schnell wieder zu Villa in die herrliche Sonne eilten und dort die Abschlusslieder sangen. Mit einer kleinen Geschenktüte verabschiedeten wir schließlich den freundlichen Matthias, der meinte:  „Danke, dass ich bei Euch dabei sein durfte; ihr habt einen wunderschönen Kindergarten.“



David aus der Nähe, Kindergartenkind, war auch noch nie auf einem Bauernhofkindergarten und erklärte am Donnerstag nach seinem ersten Besuch bei uns fröhlich, dass er gerne wieder kommen möchte, weil es ihm hier so gut gefallen hat. Wir hatten einen ganz gewöhnlichen Vormittag, der zwar mit nur 5 Grad begann, aber dann mit herrlichem Sonnenschein bei 22 Grad um die Mittagszeit ankam. Nach dem Morgenkreis und dem Tiere versorgen wanderten wir mit Ronja am Schwenkenhof vorbei bis zum Höfenhof und weiter bis zur „Bank“. Unterwegs kosteten wir die leckeren und so gesunden Schalen der Hagebutten. In der wärmenden Sonne vesperten wir auf der Wiese und anschließend

wurde geschnitzt, gespielt oder dem Riesen-Holzschredder-LKW zugeschaut, der gleich mehrere Baumstämme auf einmal in seinem Rachen verschwinden ließ,  um diese mit lautem Getöse und meist meterhohen Staubwolken als Hackschnitzel in die bereitstehenden Traktoranhänger zu spucken. Die Zeit verging wie im Flug und wir traten den Heimweg an. Im Wald feierten wir den Abschlusskreis und lauschten dem Schluss von Schneeweisschen und Rosenrot, wie sich der Bär in einen Prinz verwandelte und alle seine Edelsteine wieder fand  -  das passte irgendwie gut zu unserem Gast, der Edel- und andere Stein besonders schätzt. Ich glaube, da haben sich zwei gefunden ...

 



Niemand kam am Freitag, der noch nie auf unserem Bauernhofkindergarten war; allerdings kam David freudestrahlend und mit zwei seiner besonderen Steine wieder. Ohne mit der Wimper zu zucken verabschiedete er sich von der Mutter und erlebte seinen zweiten glücklichen Vormittag bei uns. Nach dem Morgenkreis fütterten wir alle Tiere mit altem Brot, das Reinhard mitgebracht hatte. Da kommt man den verschiedenen Lebensgenossen ganz schön nahe. Drei Kilometer bergaufwärts wanderten wir fast bis zum Zollhaus und bogen in den Waldweg, dessen „Seitenstreifen“ über und über mit jungen Fichten bewachsen ist. Wir suchten nach dem Quirl, fanden aber nur ein

hübsches Exemplar - ach ja und 3 Pfifferlinge.  Quer durch den Wald ging’s zurück inclusive einer Rutschbahn auf einem Wildwechsel. In der Villa bastelten Anna, David und Jade lustige Hexenhüte, andere malten oder puzzelten mit Masuda in der Sonne. Das Grimm’sche Märchen im Abschlusskreis kannte ich selbst noch nicht: „Simeli“  -  sehr spannend und voller Edelsteine in einem Berg, der sich öffnen und schließen lässt. Nach dem Wetterblatt sind die drei Hexen nochmals unterwegs gewesen und noch manches  „Gemälde“  entstand.  David wollte gar nicht nach Hause, als Mama kam und wir vereinbarten, dass er irgendwann nächste Woche wiederkommen wird.



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