„Die Schafe rennen auf der Straße rum“ ...

... berichtete Jade aufgeregt am ...


Montag bei ihrer Ankunft. Sofort schmiedeten wir einen Plan, wie wir die Tiere wieder ins Weidezaunnetz kriegen könnten. Aber die entdeckten überall gutes Futter und büchsten noch mehrfach aus, bis wir sie schlussendlich doch hinter  „Schloss und Riegel“ bringen konnten. Größer geht es wohl nicht, als wir dann bei Christine Denninger in Schiltach die Früchte von ihrem Quittenbaum ernten durften: die herrlichsten Früchte, leuchtend gelb und manche mit einer Größe von 13 cm Höhe und 10 cm  „Breite“ und einem Gewicht von 670 Gramm. Die Kinder waren begeistert. Wir konnten mit Gutekunst’s Bus anreisen und Roland Maier fuhr noch mit seinem Auto, weil Heidrun in der Schule war. 

Einen Wäschekorb voll und 3 Kisten ernteten wir freudig. Vielen Dank an Christine! Natürlich machten wir uns gleich daran, die restlichen Quitten zu verarbeiten, um dann die neuen zu „schlachten“. Das war nochmals eine große Freude, denn die Früchte hatten den richtigen Reifegrad, kaum Würmer und ließen sich erstaunlich gut schneiden und kochen. Wir testeten, ob die Pferde und die Kühe den Abfall fressen; das taten sie mit Vergnügen. In der Villa schälten einige Kinder nebenher unsere letzten Kartoffeln, aus denen luftgetrocknete Chips entstehen werden. So verging der Vormittag recht zügig und erbrachte ca. 15 Liter Quittensaft und ca. 6 Liter Quittenmus.




„Das fliegt ja wie von einem Schießgewehr“ hieß es immer wieder am Dienstag beim Quitten schneiden, wenn das eine oder andere Stück beim Entfernen des Kernhauses durch die Luft schoss. In lustiger Runde machten wir uns über die nächsten Quitten her: In Teams haben die Kinder abwechselnd die Früchte gewaschen, mit dem Küchenbeil und Hammer in vier Teile zerhackt und die entkernten Stücke in Würfel geschnitten. Die Jüngeren fanden immer wieder neue Betätigungen mit Eisenbahn und Memory spielen,  puzzeln, malen und schneiden oder draußen schaukeln. „Nebenher“ produzierten wir aus den geschnittenen und gekochten Früchten 42 Gläser Quittengelee, 21 Flaschen Saft und Berge von Quittenmus für das Quitten-brot. Und natürlich konnten immer alle überall probieren; der Renner ist das Mus gewesen. 

„Ich bin aus dem Auto ausgestiegen und war begeistert von der Stille hier“, berichtete Frau Walheim von der Süd-West-Presse, als sie uns am Mittwoch gegen 10.30 Uhr besuchen kam. Immer wieder fielen Ihr Kleinigkeiten auf, die sie sehr beeindruckten, ob beim Miteinander der Kinder, bei Begegnungen mit den Tieren ober beim Rundgang auf dem Hof. Wir hatten morgens beschlossen, noch einen letzten Quittentag einzulegen „und dann haben wir aber die Gläser und die Nase voll“. Also machten sich alle Älteren nach dem Tiere füttern in gewohn-ter und abwechselnder Weise über die nächsten Schiltacher Quitten her: Waschen, hacken, entkernen, kleinschneiden, kochen, entsaften, Saft in Flaschen füllen und das übrige Frucht-fleisch zu Mus pürieren  -  Erklärungen brauchte es heute schon keine mehr. Beim Anblick des



Hackens mittels Küchenbeil und Hammer meinte Frau Walheim: „Da würden die Mütter aber Zustände bekommen, wenn sie das sehen würden!“ Dass wir Gefahren nicht scheuen und vermeiden, sondern ganz gezielt angehen, üben und dadurch die Kinder sicher werden, ist eine Erklärung aus meinem lebenspraktischen Ansatz; dass es seit den 3 Quittentagen nicht eine Verletzung gab, ist der zweite Beweis dafür, dass dieser Ansatz wohl nicht ganz verkehrt sein kann und die Kinder wie selbstverständlich mitgearbeitet haben, bis der Entsafter und ein großer Kochtopf mit ihren selbst geernteten, gewaschenen und geschnittenen Quittenstücken gefüllt war.

„Ich würde am liebsten mit dir tauschen“ meinte Manuela Heffner, Leiterin der Kindertages-stätte  „Ein Ort für Kinder“ in Tübingen-Hirschau, als sie uns am Donnerstag besuchen kam. Ich konnte für ein knappes Jahr bei Manuela im Team mitarbeiten, von daher kennen wir uns gut  -  und nun verbindet uns zusätzlich noch derselbe Leidensweg, wenn einem manche Leute in den Rücken fallen ... Die Kinder hatten Manuela jedenfalls gleich ins Herz geschlossen, wen wundert‘s, hat sie doch den Kindergarten in Hirschau in ihrem Haus gegründet, als ihre vier Mädels noch klein und keine Kita-Plätze frei waren. Nach dem Morgenkreis trug Theresa ihr Geschenk, den neuen Hasen Paul zu Peter, vielen



Dank, dass wir jetzt wieder zwei Hasen haben. Im Wald wollten wir nach Pilzen suchen, nach dem Justus von zuhause einen kleinen Parasol mitgebracht hatte. Und tatsächlich entdeckten wir hier und da mal ein Steinpilzchen, mal ein paar Maronenröhlinge, den Reizger, zwei Pfifferlinge und einige Butterpilze. Mehr aber auch nicht. Jade und Jule sammelten die nicht essbaren Pilze in einem Milchröhrling, zum schnibbeln für einen „Salat“. Wieder zurück an der Villa verabschiedeten wir Manuela gegen 12 Uhr und da fiel der Satz  „Sie würde am liebsten tauschen ...“, als sie sich von Heidrun Wein verabschiedete. Justus und Jule wollten noch unserer 3 Kohlrabi ernten, aber der Stiel ließ sich nicht mit dem Messer abschneiden, da griff Justus zur Säge  -  mit Erfolg: „Baum fällt!“ 

 

„Kennst du mich noch?“ fragte die Journalisten Elisabeth Hussendörfer am Freitag gegen 11 Uhr

bei Anna nach, die das freudestrahlend bejahte. Um ihrem Mann unsern Bauernhof-kindergarten zu zeigen und wegen unserer Marmelade kamen die Beiden auf einen Abstecher bei uns vorbei, was mich sehr gefreut hat! Anschließend ging’s zum Kaffee Bachbeck, denn dort begann die Journalistin direkt nach ihrem Besuch bei uns mit dem schreiben ...! Mit den Kindern vereinbarten wir morgens ange-sichts des bevorstehenden Sonntags mit Tag der offenen Tür und Bauernmarkt, dass wir uns in zwei Gruppen einteilen: die eine geht zum Pilze suchen und die andere montiert die Hinweis-schilder. Nach getaner Arbeit trafen wir uns an der Villa wieder und begrüßten unsere Gäste. Zum „Wochen“-Abschluss raspelten Rebecca und Jade Semmelbrösel, um die zwei Parasol-Pilze zu panieren. Die schmeckten natürlich vorzüglich, ebenso wie die zweite Pfanne mit Butterpilzen, Rotfußröhrlingen und etwas Ei.



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