Totales Chaos in der Villa!

Als wir am Montag in der Frühe die Villa betraten, sah es aus, als ...


... hätte jemand seinen kompletten Haushalt hier abgestellt: Überall Kisten mit Marmeladen-gläsern, Teigeimer, Schüsseln, Küchengeräte, die Crêpes-Maschine, Waffeleisen und und und.  Unser Einsatz beim Bauernmarkt in Schiltach hat sich jedenfalls gelohnt: Wir konnten 1234 € einnehmen. Danke an alle aktiven Eltern und Kinder für ihren Einsatz teilweise von 11 bis 17 Uhr.  Beim Tag der offenen Tür im Bauernhof-kindergarten hatten wir zwar weniger Besuch, als im letzten Jahr, aber dafür kamen 7 junge Familien, die sich für unsere Einrichtung interessierten, ganz konkret mit Blick auf ihr Kleinkind. Wir sind also sehr dankbar für diesen rundum schönen Sonntag und warten mit Spannung, was Frau Schwedler und ihre Mitarbeiter vom SWR-Fernsehen am 

kommenden Sonntag (18.45 Uhr)  von uns zu berichten hat, denn an unserem Verkaufsstand wurde auch nochmals gefilmt.  Im Kindi begann also das große Sortieren, aufräumen und spülen. Nach dem Morgenkreis brachten wir den Hasen Gras, dem Geflügel, den Ponys, den Schafen und den Kühen altes Brot. Nach dem Vespern gab‘s Kuchenreste und je zwei Beeren der Lampionblume (Physalis alkekengi) als Nachtisch.  Wir Erwachsenen verschwanden dann nochmals in der Villa, während die Kinder sich bei den Schaukeln und im Sandkasten vergnügten. Später ernteten wir gemeinsam unsere Feuerbohnen, deren Kerne die Kinder dann mit Begeisterung aus der vertrockneten Schale pulten und über die interessanten Farbmuster staunten. 




Für Dienstag hatten wir zwei kleine Termine im Kalender: Die Übergabe unseres Hühnerhäuschens bei der Volksbank anlässlich der Weltspartage und das Ernten von Quitten bei Familie Moder in Schiltach. Pünktlich um 9 Uhr konnten wir wieder mit Gutekunst’s VW-Bus und Heidruns Auto ins Städtle fahren. Bei der Volksbank wurden wir freundlich empfangen und übergaben das Hühnerhaus und ein paar Fotos. Steil hinauf ging’s im Garten von Familie Moder und jede Menge Quitten konnten wir ernten. Als Belohnung schenkte 

Frau Moder jedem Kind ein  „Schoglädle“  und freute sich, als alle Kinder ihr  „Papierle“  bei ihr zurückgaben. Nach der Rückkehr vesperten alle in der Villa und verzehrten die letzten Kuchenreste.  Dann bekamen die Tiere ihr Futter und es bleib noch Zeit für den Sandkasten, die Schaukeln und allerlei Papier-Mal- und Schneidearbeiten, bis wir im Abschlusskreis dem Märchen von den drei kleinen Männlein lauschten. Die Vorschüler kümmerten sich anschließend noch um ihre Wetterblätter.



Wiedererwarten blieb das Wetter am Mittwoch durchweg trocken und wir beschlossen, auf Pilzsuche zu gehen. Oberhalb vom Schwenkenhof schien die Sonne auf die Weide und wir nahmen hier Platz zum Vespern. Interessant zu beobachten, wie die Sonnenstrahlen immer wieder verschwanden, weil eilig, dicke Wolken die Sonne „zudeckten“  und wieder frei gaben. Später im Wald versuchten Kinder, die Strahlen einzufangen. Fast überall fanden wir die verschiedensten Pilze, leider nur wenige essbare. Doch dann kam eine Stelle mit ein paar Pfifferlingen und kurz darauf mit vielen kleinen Maronenröhrlingen. „Immer die Masuda“ schmunzelten und staunten die Kinder, weil sie tatsächlich die meisten Pilze entdeckte, „die hat 

die besten Pilzaugen“. Justus aber auch, er entdeckte  den ersten und einzigen Steinpilz. Eine ganze Vesperbox voller nicht essbarer Pilze sammelten Jade, Anna und Rebecca zum schnibbeln und zum trocken als Deko. Kurz vor der Villa staunten wir beim Anblick der Kuh-weide: „Das müssen lauter Parasolpilze sein!“ beschloss Justus. Wir holten einen leeren Eimer, etwas altes Brot für die Kühe, damit die abge-lenkt sind. Nun konnte Justus und ich gemütlich einen ganzen 12-Liter-Eimer mit Parasolen füllen, einer schöner, wie der andere und ohne Würmer. Da hatten wir viel Arbeit in der Villa und am Ende einen stattlichen Ernteerfolg: Zwei Trockengitter voller Pilze; wer hätte das bei den Temperaturen von  7 bis 10 Grad gedacht!



Am Donnerstag machte das Wetter, was es wollte, obwohl wir die drei Käferfichten  „ummachen“ und das Reisig verbrennen wollten. Dankenswerterweise konnten wir wieder den VW-Bus von Familie Gutekunst ausleihen; Roland Maier als Vertretung für Heidrun fuhr mit seinem Auto  -  danke sehr!  So kamen wir mit 11 Kindern nach 9 Uhr am Waldrand an, suchten und entdeckten die drei dürren Fichten.  Die erste mit etwa 20 cm Durchmesser ließ sich gut fällen. Nach gewohnter Manier zogen alle 14 Menschenkinder gemeinsam den ganzen Baum über die Straße bis zum  „Brandplatz“. Ich entfernte die Äste mit der Motorsäge, während die Kinder Zeitungspapierbälle formten. Mittels des Feuerstahls entfachte ich ein Tempo-taschentuch und dann die Zeitungsbälle. 

Mit Begeisterung legten alle eifrig das Reisig auf und die Flammen loderten, trotz des Nieselregens. Bei der zweiten Fichte kamen wir nur bis zum Fällschnitt, dann blieb der über 30 cm starke Baum einfach stehen, bzw. in den Wipfeln der anderen Fichten hängen  -  von Menschenhand ging dann nichts mehr. Wir zogen uns zum Vespern in den Wald zurück unter die Tannen, weil es immer stärker regnete. Anschließend sammelten wir gut 12 Wiesenchampignons ein und fuhren noch zu einem Kastanienbaum in Fluorn, weil wir fürs Seniorenzentrum Bastelmaterial brauchten. Im Kindi kredenzte Roland frische, warme Maronen aus dem Badischen. Dann kümmerte sich eine Gruppe um die Pilze und die andere ums Füttern der Tiere.



„Endlich sind wir wieder im Seniorenzentrum“ strahlten die Kinder am Freitag freudig, nach dem wir zweimal freitags  „pausiert“  hatten. Wir vesperten gleich nach unserer Ankunft im Beisein der ersten Tagesgäste. Anschließend brachten wir unser Dankeschön-Geschenk für die Quitten zu Frau Moder, die sich sehr gefreut hat über unser Quittengelee, das Quittenmus und den Quittensaft. Auf unserer kleinen Wanderung im angrenzenden Wald sammelten wir bunte Herbstblätter für die Überraschung und entdeckten einen  „Badeplatz“ , die Suhle,  der Wildschweine. Gegen 10 Uhr feierten Jung und Alt den Morgenkreis in der Tagespflege und dann kam‘s  zur Überraschung: Bunte Herbstketten wollten wir miteinander auffädeln. Theresa, Emma und Rebecca hatten extra noch Kastanien gesammelt, ich brachte Schneebälle, 

Hagebutten, Lampionblüten und Eicheln mit. Nun wurden mit mehreren Hand-  und zwei Akkubohrern Löcher in die Kastanien gebohrt. An den Tischen mischten sich die Kinder unter die Tagesgäste und wer konnte, begann mit dem Auffädeln. Susanne und Ursel hatten Nadeln, Nylonfaden und jede Menge Holzperlen mitgebracht. Nach und nach  „wuchsen“ die schönsten Herbstketten und überall halfen sich Jung und Alt beim Auffädeln; schön anzusehen, wie hier über die Generationen hinweg gemein-same Kunstwerke entstehen  -  und selbst wer nicht mehr auffädeln konnte, hatte seine Freude an den kleinen Kunstwerken. Der Spezialist für’s Bohren hieß Justus, er durch-bohrte noch jede Menge Hagebutten und Eicheln. Stolz trugen gegen 12 Uhr alle Kinder ihre Herbstketten nach draußen, um sie mit nachhause zu nehmen.



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Kommentare: 1
  • #1

    Ufi (Dienstag, 25 Oktober 2016 20:34)

    Sehr schön,
    einen Kindergarten dieser Art ist ein ECHTER Kindergarten, in dem Kinder wachsen können. Da würde ich auch sehr sehr gerne arbeiten!! Für alle Beteiligten ist ein Bauernhofkindergarten ein Gewinn.