Ganz laut schallte es vom Waldrand her: ...

... „Ein Hase ist tot!“, als wir ...


... am Montag zum Tierefüttern bei den Pferden ankamen. Alle rätselten, warum? Sehen konnten wir nichts, er lag einfach so da. Wir legten den Peter in einen Eimer, um ihn später zu beerdigen. Theresa Herzog meinte nach einer Weile: „Ist aber nicht so schlimm, dann bringen wir halt einen Neuen mit.“  Im Morgenkreis, den Heidrun heute zum ersten Mal leitete, beschlos-sen wir nach der Lerngeschichte für Mathlida, nochmals auf Pilzsuche zu gehen, denn ich hatte am Sonntag einige  „Neulinge“  entdeckt. Immerhin fanden wir einige Maronenröhrlinge und Reizker und Justus einen richtig großen 

Steinpilz. Gegen halb zwölf trudelten alle wieder an der Villa ein. Nun beerdigten wir gemeinsam unseren Peter. David und Justus gruben das Loch, Anna wollte den Peter  hineinlegen und alle halfen, das Grab mit Erde wieder zuzudecken und mit Steinen zu beschweren  -  wegen dem Fuchs.  Justus zimmerte das Kreuz dazu. Danach kümmerte sich ein Teil der Kinder um die Pilze: Putzen, schneiden und zum Trocknen auslegen, eine Gruppe brachte den Pferden Äpfel und den Schafen altes Brot. Justus und ich schauten auf der Kuhweide noch nach, ob es neue Parasolpilze gab:  Leider nichts zu finden.




Ganz leise flüsterte Emma am Dienstag im Morgenkreis ihre Regel mit dem Zwerg, der seinen Zeigefinger vor den Mund hält: „Wir sind im Wald leise, damit wir die Tiere nicht erschrecken.“  Zu Besuch kam Lorena Moosmann vom Hardt, weil sie sich für die Stelle der Anerkennungspraktikantin interessiert. Angesichts des Nieselwetters und der anstehenden Küchenarbeiten beschlossen wir,  „zuhause“  zu bleiben. Nach dem die Pferde ihr Brot und der Hase sein Gras gefuttert hatten, vesperten wir in der Villa. Dann kochte Anna die Brombeeren von Familie Herzog (vielen Dank!) zu Brombeermarmelade, während fast alle anderen Kinder und Erwachsenen eine 

Quittenrunde einlegten: Waschen, durchhacken, Kernhaus entfernen und in kleine Stücke schneiden. Unseren Hokaido-Kürbis schlach-teten wir ebenfalls und bereiteten eine Suppe daraus zu. So herrschte ein reges Treiben in der Villa und es roch lecker mal nach Brom-beeren, dann nach Kürbis und zum Schluss nach Quitte. Ruck zuck ist der Kürbissuppentopf geleert worden, der Marmeladentopf aus-geschleckt, der Quittensaft probiert und alles gespült und weggeräumt gewesen. Danke an Lorena, die überall gerne mitgemacht hat, wo es nötig und möglich war. Im Abschlusskreis hörten wir das Märchen von der weißen Schlange und die VorschülerInnen füllten ihre Wetterblätter aus.



Ganz vorsichtig hat unser Besuchs- und Schnupperkind Delaja am Mittwoch den ersten Kontakt mit den  „großen“  Pferden aufgenommen, als wir zum Füttern am Zaun standen und alte Weckle in Stücke brachen. Tapfer ist sie mitmarschiert durch den Wald, wir wollten nochmals Pilze suchen. Das ging jedoch vom Weg aus eher spärlich zu, wobei deutlich zu sehen war, dass so manches Schwammerl seinen Weg nach oben findet bei den z. Zt. milden Temperaturen und der Feuchtigkeit. Die Stämme von gefällten Tannen sind immer wieder eine willkommene Herausforderung zum Klettern und zum Balancieren. Weil wir anlässlich unseres Besuches einen eher gemächlichen  „Gang eingelegt“  hatten, bot ich  

den Großen an, ein Stück alleine unterwegs zu sein; wir besprachen den Weg, die Richtung und das Ziel  -  alle überlegten kurz und entschieden sich für den ersten  „Test-Lauf“  -  hat super funktioniert und sie brachten gleich noch Maronenröhrlinge mit. In der Villa wurden die Pilze geputzt und geschnitten und die ersten getrockneten abgefüllt und abgewogen (eine unserer Varianten der natürlichen Mengenlehre!). Justus, David und Anna malten Kartoffeln und Pommes für den REWE-Plakat-Wettbewerb  „Vom Feld auf den Tisch“.  Vom Rotkäppchen hörten wir im Abschlusskreis und danach trugen die Vorschüler morgens 9 und mittags 11 Grad in die Wetterblätter ein, bei dauerbewölktem Himmel.



Ganz schön viele Pilze konnten wir am Donnerstag sammeln, obwohl wir erst nach 10 Uhr losgekommen sind, vor lauter Tiere mit Brötchen füttern. Immer wieder fanden wir Stellen, an denen oft bis zu 10 Maronenröhrlinge ihre Hüte über dem Moos ausbreiteten. Auch sonst scheinen die Schwammerln das milde Wetter zu lieben, denn überall sprießen die verschiedensten Arten aus dem Boden. Justus entdeckte sogar zwei junge Steinpilze und Rebecca einen riesigen Maronenröhrling. In der Villa machten sich alle ans Pilze putzen, schneiden und zum Trocknen auslegen, außer unseren Jüngsten, die schnibbelten einen sehr hübschen Salat zusammen. Vor lauter Pilze schafften wir nicht einmal den Abschlusskreis, aber immerhin die Wetterblätter.

Ganze Weizen-, Hafer-, Gerste- und Roggenähren betrachteten wir am Freitag im Seniorenzentrum, nachdem Jung und Alt fröhlich den Morgenkreis gefeiert hatten. Dass die Körner in den Ähren stecken, von dort herausgeholt werden müssen und dann erst gemahlen werden können, haben unsere Jüngsten schnell erkannt und be-griffen und die Senioren wussten manche Geschichte vom Garben schneiden und dreschen zu berichten. Mit der Haferquetsche quetschten die Kinder Haferkörner zu Flocken und alle probierten. Nun kam die elektrische Mühle zum Zug: 600 gr Weizenkörner verwandelte sie im Nu zu Vollkornmehl und alle konnten den Unterschied zum ungesunden Weißmehl fühlen und sehen. Während Ursel den Tagesgästen sechs verschiedenen Getreidekörner zum Sehen,



Fühlen und Schmecken anbot, stellte eine Kindergruppe den Waffelteig her und eine andere schälte und schnitt die Äpfel fürs Apfelmus. Bald dampften drei Waffeleisen unter der Abzugshaube in der perfekt ausgestatteten Küche. Als die ersten Vollkornwaffeln auf den Tellern lagen, kam sogar  „der Chef“ Herr Esslinger persönlich vorbei und bewunderte das bunte Treiben. Die Kinder verteilten Waffelherzen an alle Gäste und unter sich und

alle staunten, wie gut solche Waffeln aus ganzem Korn schmecken. Das Apfelmus genossen wir als Nachtisch. So ging ein erfahrungsreicher und sehr zufriedenstellender Vormittag für Jung und Alt zu Ende. Wir danken Ursel, Susanne, Monique und Erna für alles Vorbereiten und Mitarbeiten sehr herzlich. Unser David, der zum ersten Mal mit ins Seniorenzentrum kam, meinte auf der Heimfahrt: „Das war mein schönster Tag im Kindergarten!“


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