„Das sind mindestens hundert Millionen ...

... Maronenröhrlinge und Boviste“ beschlossen Justus und ...


... Theresa am Montag, als wir nach keinen fünf Minuten im Wald fast über die Pilze stolperten. Immer wieder hüpften die Kinder(herzen) vor Freude über die nächsten Schwammerln und nach einer guten Stunde hatten wir unseren Spahnkorb fast voll. Die Kinder wären gerne noch länger auf die Suche gegangen, verstanden aber auch, dass wir das gesammelte Gut noch schneiden und zum Trockenen auslegen müssen. Außerdem warteten noch etwa  „eine halbe Million“  Lampionblumen darauf, geöffnet und der kleinen Beere beraubt zu werden. Nach 11 Uhr saßen 5 Kinder und 2 Erwachsene in einer fröhlich arbeitsamen Runde am Tisch in der Villa. Die Kinder schnitten mit den Scheren die Blüten

von den Stängel, öffneten sie (mit dem doppelten Pinzettengriff), schauten und diskutierten, was nun wieder für eine  „Perle“  heraus kam: mal ganz kleine, wie ein Baby, mal ganz große oder auch mal gar nichts. Heidrun und ich schnitten derweil die Pilze zum Trocknen. Als wir nach über einer Stunde alles Verarbeiten erledigt hatten, nahm Justus ganz selbstverständlich den Besen von der Wand und begann alles zusammenzukehren, was sich da so auf dem Boden angesammelt hatte. Freilich fegte er seine Häufchen mit dem Handfeger auf die Kehrschaufel und entsorgte alles im Eimer. Ein schönes und befriedigendes Gefühl für alle, wenn wir so lebens-praktisch zusammenarbeiten.




Mit sieben Kindern und Davids Schwester Lena feierten wir am Mittwoch unseren Morgenkreis angesichts des nebligen Nieselwetters in der Villa. Nach Heidruns Lerngeschichte beschlossen wir, alle Tiere mit altem Brot zu füttern. Dann überlegten wir länger, was wir bei diesem Schmuddelwetter unternehmen könnten: Die Pilze sind nass; auf einen Spielplatz gehe ich nicht; die Ponys sind ebenfalls nass und das Käferreisig brennt wohl kaum, da bleib noch das Baumhaus übrig. Aber selbst dort fand niemand so richtig ins Spiel, also kehrten wir gegen halb elf wieder in die Villa zurück. Mit Malen, Bilderbücher und Lerngeschichten vorlesen  und Verstecken spielen fanden alle etwas zu tun. Besuch kam noch aus Kirchheim, Familie

Hepperle vom Demeterhof Ziegenmilchkäserei. Sie hatten den Bericht von Petra Walheim in der Südwest-Presse gelesen und beschlossen, wenn sie zur Gerberei Trautwein fahren, besuchen sie uns. Wir hatten ein spannendes Gespräch über die zukünftigen Ideen und Chancen ihres Bauernhofes, denn eine Schule, die schon seit längerem  stundenweise mit Schulklassen auf dem Hof kommt, möchte ihren Kontakt viel intensiver betreiben, am liebsten mit eigenem Raum auf dem Hof, denn, so eine verantwortliche Lehrerin, die bisherigen Erfahrungen mit den Kindern auf dem Hof zeigen überdeutlich, welche positiven Auswirkungen das Leben und Mitarbeiten auf dem Bauernhof hat!  Na also!  



Mit sieben Kindern, samt Jades Schwester Jule hatten wir am Donnerstag schon vor acht Uhr damit begonnen, eine  „kleine  Ladung“ Hagebutten zu entkernen. Weil alle mithalfen, schafften wir es, die mühsame Kratzerei gegen  9 Uhr zu beenden. Und weil das Wetter zwar neblig, aber trocken war, starteten wir mit den Autos direkt Richtung Höhnweiler Wald, wo das Käferreisig von drei großen Fichten verbrannt werden musste. Trotz kalter Finger zogen alle Kinder mit Begeisterung und Eifer das ganze Reisig aus dem Wald bis zur Feuerstelle. Aus Zeitungspapier knüllten wir Bälle und bedeckten sie mit dünnem Reisig. Und dann gab es herrliche Qualmwolken bis weit in den Himmel hinauf. Bald loderten nur noch heiße Flammen und es konnte mit wärmendem Hintergrund gevespert werden. Unser Zeitplan erlaubte es, noch für eine knappe

Stunde beim Zollhaus nach Pilzen zu suchen. Klar: Überall Maronenröhrlinge, hier und da zwei, drei Trompetenpfifferlinge und vereinzelt noch einige Boviste.  „Aber den Steinpilzen und den Pfifferlingen ist das jetzt zu spät und zu kalt im November“, erklärte Justus seinen Weggefährten. Sie fanden noch eine Wirbelsäule und ein Gebiss eines Tieres und wieder Haare von den Wildschweinen: „Da haben die Wildschweinkinder bestimmt Friseur gespielt und dann hat die Mama gesagt: Ihr sollt euch doch nicht die Haare abschneiden ...“  In der Villa hieß es dann Pilze putzen, schneiden und zum Trocknen auslegen. Arzt spielen hätte Anna gerne mit allen gemacht, aber manche schauten lieber zu, wie ich den Quittenspeck verpackte und halfen dann beim Abziehen der Etikettenrücken.



Nochmals mit  „sieben (Kindern) auf einen Streich“, 13 Senioren und 4 Mitarbeiterinnen der Sozialgemeinschaft feierten wir am Freitag im Seniorenzentrum unseren Morgenkreis, nach einer kurzen und kalten Draußenrunde. Als Auflockerung manch kahler Zimmerdecken und als Blickfang  für drei bettlägerige Senioren sollten Mobiles mit allerlei  „Aufhängern“ entstehen. In kleinen Teams und zwischen den Tagesgästen entstanden Hexentreppen und Papierspiralen. Für die Spiralen musste weißes 

Papier mit Wachsfarben beidseitig bunt angemalt werden und das war richtig viel Arbeit; aber gemeinsam geht es am besten. Ganze Berge von Hexentreppen entstanden, weil sich einige Senioren doch daran wagten und ihnen das  „fitzelige“  Falten dann auch gelang. Anna und Justus schafften es, die ersten beiden Spiralen auszuschneiden. Aus 8 Hexentreppen als Arme und Beine entstanden noch zwei lustige Männchen und dann zeigte die Uhr schon kurz vor zwölf. Nächsten Freitag geht’s weiter.



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