„Es schneit, es schneit!“  jubelten  sechs ...

... Kinder am Montag gegen 11 Uhr, als wir mit unseren zweifachen Lampion- ...


... Arbeiten fertig geworden sind und es alle nach draußen zog. Naja, richtiger Schnee fiel da noch nicht, eher Schneeregen, aber die Vorahnung erfüllte die Herzen und alle beschlossen: „Jetzt muss ganz viel Schnee kommen und der muss ganz lange liegen bleiben!“ In der Villa sangen wir im Morgenkreis Laternenlieder und teilten uns in zwei Gruppen auf: Die eine zupfte an den Lampion-Blumen die Hüllen auf und entfernten mittels Kuchengabel die  „Beeren“; das Öffnen der  „Tütchen“ hatte schon etwas Geheimnisvolles, wie beim Geschenke auspacken und immer wieder staunten die Kinder über die

 

verschieden großen oder manchmal gar keine Beeren hinter den Kelchblättern. Die andere Gruppe kreierte unter fachmännischer Anlei-tung von Roland Maier die neuen Lampion-Papiere  (für unsere Laternen) mit Serviet-tentechnik: Ausschneiden oder ausreißen der Serviettenmotive stellte die erste Heraus-forderung dar und dann das Aufkleben mittels Klebstoff und Pinsel, ohne dass die Motive reißen. Die Belohnung? Jede Menge Lampion-beeren und sechs hübsche Lampion-Papiere  -  das genügt  -  also unseren Kindern und uns jedenfalls für einen winterlich angehauchten Vormittag.




„Es schneit, es schneit!“ jubelten 10 Kinder am Dienstag gegen 11 Uhr, als wir wieder mit unseren zweifachen Lampion-Arbeiten fertig geworden waren und es alle nach draußen zu den Schneeflocken zog. Naja, Flocken waren es schon, aber liegen bleib natürlich (noch) nichts. Da begannen wir halt, die Flocken mit dem Mund zu fangen. Später suchten und sammelten einige Kinder überall Eis, aus Eimern oder in kleinen Pfützen. Zuvor im Morgenkreis übten wir wieder Laternenlieder und überlegten, wer den St. Martin und den Bettler spielt. Davids Schwester Nadin kam zu Besuch und zum Helfen; vielen Dank! Arbeiten gab es genug: Roland montierte die ersten Laternenpapiere auf die Holzgestelle und fertigte 4 neue an, während die restlichen Kinder nochmals Lampionbeeren auspackten und abzupften, einen Hokaidokürbis schlachteten, klein schnitten und dessen Kerne wuschen. Die frische Suppe genossen alle kurz vor zwölf und danach trugen die Vorschüler in ihre Wetterblätter ein: Morgens minus 2 Grad, mittags null, bei Schneeflocken.

„Es schneit, es schneit“ erklang es am Mittwoch etwas verhalten und erst kurz vor 12 Uhr; die wenigen Schneeflocken ließen sich ja auch fast einzeln zählen. Morgens hatten wir Verspätung mit dem Morgenkreis, weil wir die Laternen fertigstellen wollten. Pünktlich kam Jennifer aus Lauterbach zum Hospitieren und die Kinder nahmen sie gleich in ihre Mitte, beim Morgenkreis, beim Pferde und Hühnerfüttern und bei unserer kleinen Wald-Tour. Zuvor führten David und Rebecca mit mir die drei Ponys auf die obere Weide  (als würden wir das jeden Tag machen). Dann waren Justus, Anna, David und Rebecca Feuer und Flamme, weil sie endlich alleine den riesigen Holzofen anfeuern konnten: Mit Zeitungspapierknäueln, etwas Pappkarton, dann mit dünnem und zum Schluss mit dickem Holz füllten sie den Brennraum; oberer Deckel zu, unten auf und Rebecca zelebrierte das Anzünden mit zwei Streich-hölzern; etwas abwarten, dann F1 drücken, das Gebläse beginnt zu ticken und es brennt im Ofen  -  untere Klappe schließen und schon rannten



die Vier nach draußen und riefen begeistert: „Es raucht, es raucht!“  Womit (wieder einmal) bewiesen wäre, dass sinn-volles Tun rundum glücklich macht und in diesem Fall auch noch einem kompletten  „Mehrgenerationenhaus“ Wärme schenkt, was bei den derzeitigen Außentemperaturen sehr gut zu spüren ist. Im Wald war‘s kalt; wir wanderten Richtung Schiltach, um Haselnussstecken für das Grillen am St. Martins-Fest zu suchen, fanden auch einige, die jedoch nur mit einer Kletterpartie zu erreichen waren  -  typisch Schwarzwald eben. Schließlich zog jedes Kind  „seinen“ oder mehrere Stecken bis nach Hause  -  und dabei wurde es allen warm. Im Abschlusskreis übten wir Laternenlieder.

„Es regnet wie verrückt“ mussten wir am Donnerstag in der Frühe immer wieder feststellen. Dennoch beschlossen wir im Morgenkreis, in dem es endlich wieder die geliebte Geschichte von Heidrun gab, dass wir natürlich zu allen Tieren gehen, um ihnen altes Brot zu bringen; dass wir die Haselnussgrill- und Laternenstecken zurecht schnitzen, die heruntergefallenen Äpfel einsammeln und den St. Martins-Weg und die Lieder dazu üben. Bei der ersten Runde wurden wir gut nass, bei der zweiten verzogen wir uns in die neue  „Garage“  und gegen 11 Uhr hatte es zu regnen aufgehört. In der Garage schnitten alle mit Taschenmesser oder Rebschere die Zweige von den Haselruten. In der Villa schnitzen wir die Spitzen an die



Stöcke, Jade und Rebecca versuchten das auf der Ziehbank. Dann holte Rebecca die nasse Mona von der Koppel und David ritt seinen Weg als St. Martin bis zum Bettler. Da es trocken blieb, sammelten wir noch die Äpfel an der steilen Weide ein und versammelten uns dann zum Abschlusskreis in der Villa. Jede Menge St. Martin und Laternenlieder sangen alle mit großer Freude.

Gleich doppelt sangen wir die Laternen- und St. Martins-Lieder am Freitag im Seniorenzentrum in Schiltach. Nach dem Vespern übten David und Anna einige Male den Ablauf, wenn „Martin“ vom Pferd steigt, seinen Mantel teilt und eine Hälfte dem Bettler schenkt. Dann zogen wir uns in den Therapieraum zurück und konnten in aller Ruhe das ganze Buch zum Leben von Martinus hören und die Bilder betrachten. Selbst die Jüngeren haben einiges verstanden und alle haben 

gestaunt, was der Heilige Martin schon als Kind erlebt hat und wie er noch als alter Bischof in der Mönchskutte umherzog. Abschließend sangen wir alle 5 Lieder zur Feier des Tages. Pünktlich um 10 Uhr feierten wir mit den Tagesgästen den Morgenkreis und das Morgenlied klang richtig gut. Mit unserem Liedblatt luden wir die Senioren und die Mitarbeiterinnen ein, die 5 St. Martinslieder mit zu singen und das klang nochmals richtig schön, weil die meisten Lieder natürlich gut bekannt waren. Nun ging‘s weiter mit dem Gestalten der Mobiles: Spiralen wurden ausgeschnitten, Männchen mit den Hexentreppen gestaltet und Schneemänner gemalt und ausgeschnitten. Nach elf Uhr mussten nur noch die Kunstwerke an die Drähte der drei Mobiles gehängt werden und da es draußen endlich mal nicht regnete, ist Heidrun mit den Kindern auf den Hof im Eingangsbereich gegangen. 


Abends bei unserem kleinen St. Martins - Fest: Pünktlich kurz vor 17.30 Uhr fing es wieder zu regnen an, aber als echter Bauernhofkindergarten scheuen wir vor nichts zurück! Selbst das Pony Mona ließ sich im Dunkeln von der Koppel abholen und blieb bei so viel Taschenlampengeleuchte und Stimmenwirrwarr erstaunlich ruhig, selbst als das  „Licht“  von „unserem“ Kameramann und Filmregisseur Bruno Suschinski von der  Foto Gilde Schramberg e.V. die Umgebung sehr hell erleuchtete. An dieser Stelle erwähne ich gerne, dass Herr Suschinski sich bereit erklärt hat, für uns einen Film zu drehen, in dem er uns ein ganzes Jahr lang während unseren alltäg-lichen Erlebnissen begleiten wird! Freut mich sehr! Nun stieg also unser St. Martin  David 

aufs Pferd, Eltern und Kinder sangen das St.-Martins-Lied und der Zug machte sich auf den Weg zum Bettler  Anna. Nach der vierten Strophe stieg Martin ab, teilte seinen Mantel mit dem Schwert und gab die Hälfte dem Bettler. Freilich war das kein perfekt einstudiertes Theaterstück, aber es war kind-gerecht  und gut nass. Zum Glück hat Familie Gutekunst ihre neuen Garagen fast fertig, denn dort fanden wir einen trockenen Platz zum Singen und Essen. Kräftig sangen die Kinder wieder ihre Lieder und dann schmeckten die Würste von den Rindern von Heidruns Papa so richtig lecker zu den mitgebrachten Salaten und Brötchen. Danke an alle, die gekommen sind und mitgefeiert haben, so, wie wir halt feiern: unkompliziert und improvisiert  -  kind-gerecht.



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Kommentare: 1
  • #1

    Roland Maier (Freitag, 11 November 2016 23:26)

    Vielen Dank für diesen tollen Abend (Martinsfest am 11.11.).
    Martinsspiel im Feien (wo sonst?!), Nässe, Kälte, .......singende Eltern, gemeinsames, geteiltes Essen, Grillen am offenen Feuer, natürlich im Freien, strahlende Kinder mit ihren Laternen, alles sehr harmonisch (das Wetter spielt gar keine Rolle) - in einem "normalen" Kindergarten undenkbar.
    Ich bin sehr froh, bei euch mitarbeiten zu dürfen!
    Danke allen, die zu diesem wunderbaren Abend beigetragen haben!