„Meine Finger kleben wie verrückt“   ...

...  vermeldeten alle Kinder am Montag, nicht vom Klebstoff, ...


... den wir eh kaum brauchen, sondern vom  Harz der Weißtannensamen. Fast eine ganze Schüssel davon musste mit der Schere halbiert werden, damit der Geruch zu Geltung kommen kann und den brauchen wir für’s Weihnachtsgeschenk an die Mütter ... So schnitten wir alle über zwei Stunden, geduldig, vergnügt mit Gesprächen, allerlei weihnachtlichen Liedern oder kleinen Reimen, die den Kindern immer wieder einfielen. Eine halbe Stunde  „turnten“  dann alle draußen noch rum, bis die Kuhglocke den Abschlusskreis ankündigte. In dem holte sich das Glückskind im Märchen vom Teufel und den drei goldenen Haaren tatsächlich die drei Haare und noch drei Antworten auf die Fragen der beiden Stadttorwächter und des Fährmannes und bekam obendrein noch 4 mit Goldtalern voll beladene Esel 

 

dazu. Klar, dass der König nun der Heirat seiner Tochter nichts mehr entgegenzusetzen hatte und natürlich auch so viel Gold holen wollte, aber das wurde ihm zum Verhängnis ...  (spannende Sache, bitte selber nachlesen): Vorgelesen hat der Bote des Kaiser Augustus in der biblischen Geschichte, dass alle Leute gezählt werden sollen und deshalb (die Männer) in ihre Geburtsstadt reisen müssen. Für Josef und Maria bedeutete das eine  „Welt“-Reise von Nazareth nach Bethlehem. Theresa’s Stern wurde im Morgenkreis gezogen und sie hat alle adventlichen Handlungen stolz erledigt.  Die vierte Strophe von  „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“  führten wir heute auch noch ein. Übrigens ging der  „Klebstoff“  am besten mit nassem Sand weg, wenn man richtig feste reibt.




„Meine Finger sind eiskalt“ erklärte Emma nach dem Füttern der Tiere, denn unterwegs gab es kleine, gefroren Pfützen, die natürlich alle anlockten: Rutschen, aufklopfen, Eisstücke einsammeln und dann kriegt man halt Eisfinger. Im Adventsmorgenkreis bekam Rebecca ihren Stern gezogen, zündete locker 13 Kerzen an, setzte die Wäscheklammer hinter die 13 und schnitt das 13.-te  Stiefelchen ab. Maria und Josef packten ihre Sachen für die mehrtägige Wanderung, erst auf dem Bild und dann mit den Krippenfiguren. Heidrun las ihre Lerngeschichte für Justus vor und natürlich hatten wir vier Strophen unseres Adventsliedes mit Bewegungen gesungen  -  was übrigens wieder mehrfach am Vormittag 

einfach so vorkam  (frei nach dem Motto: „Weniger ist mehr“), dass irgendwer anstimmt und alle singen mit. Fast alle halfen beim Befüllen von ca. 60 Eierschachteln mit, nicht mit Eiern, sondern mit Hobelspänen. Mit flüssigem Kerzenwachs wird alles über“gossen“ und fertig sind die besten Ofenanzünder!  Die besten Haselnuss-Bredle (Bredle  ist schwäbisch und bedeutet  Plätzchen)  produzierten derweil immer zwei Kinder  mit Heidrun in der Villa! Davon gab‘s dann im Abschlusskreis für jeden ein Versucherle. Mit dem Märchen von der klugen Else, den vier  Adventsliedstrophen und den Schlussliedern ging‘s dann noch hinüber zu den Wetterblättern.



„Der Wurzel zieht an deinem Finger!“  riefen Theresa und Justus als wir am Mittwoch nach dem Spielen  auf der Burgruine gegen 11 Uhr bei der Vroni nachschauten, ob sie jetzt vielleicht  ihr Kälbchen bekommt. „Die Vroni ist ja dick wie ein Fass“, doch kein Kälbchen war zu sehen. Dafür aber die interessanten, langen Zungen von Vroni und Wurzel:  Sie hatten die alten Weckle aufgefuttert und ich hielt meinen Zeigefinger vor die Nase, dann legten Mutter und Sohn im Wechsel ihre Zungenspitze um den Finger und versuchten, daran zu ziehen; die Kinder lachten vor Begeisterung. Im Adventskreis morgens wurde Rolands Stern gezogen und wie sich’s  für einen Feuerwehrmann gehört, brauchte er nur 3 Streichhölzer für 14 Kerzen.  In der biblischen Geschichte sind Maria und Josef zu der langen Reise nach Bethlehem aufgebrochen  (Lukas 2, Vers 5). Die Kinder wünschten sich, zur Burg zu gehen und dort zu spielen. So spazierten wir nach dem Versorgen der Tiere mit den Rucksäcken und in Begleitung von 

Nicole aus Grüntal, die zum Hospitieren zu Besuch kam, hinauf zur Ruine. Nach dem Vespern kümmerten sich die Großen um das Verschönern ihres Hauses. Theresa Herzog kam auf die Idee, ein kleines Feuer anzumachen. So versuchten mehrere Kinder, mit dem Feuerstahl ein Papiertaschentuch zu entzünden  -  fast hätte es geklappt; als das Tuch dann (bei mir) doch Feuer fing, qualmte es bald und kleine Flammen loderten. Jetzt konnten die Kinder kleines Holz nachlegen. Ein paar Apfelschnitze und den Rest vom Vesperbrot  wurden „gegrillt“. Nachdem Roland das Feuer fachmännisch gelöscht hatte, ging‘s zurück. Mit Schaukeln, Spuren suchen, Feuer im Ofen anmachen und Musikinstrumente spielen hatten alle bis zum Abschlusskreis  genug zu tun.  Wir sangen alle 4 Strophen, hörten, was jedem Kind gefallen hat und dann den Anfang vom  „Daumesdick“. Genascht haben heute alle neben dem Märchen her je ein  „Dreisterne-Plätzchen“ aus unserer Weihnachtsbäckerei.



„Ich hab alle Finger zugepflastert“ erklärte Mila stolz am Donnerstagmittag  kurz vor der Heimfahrt  -  mit Reststreifen vom Etikettenpapier hatte sie tatsächlich ihre Fingerspitzen umwickelt und sich dann noch mit weiteren Klebestreifen ihr Gesicht geschmückt. Morgens wurde Heidruns Stern gezogen, wir sangen wieder alle vier Adventsstrophen und erzählten der Julia aus Baiersbronn, die zum Hospitieren bei uns war, alle bisherigen biblischen Geschichten anhand der Bilder. Heidrun las ihre neuste Lerngeschichte für Mila vor und alle beschlossen, heute mit den Ponys loszuziehen. Nach dem alle Tiere ihr Futter bekommen hatten und das Feuer im Ofen brannte, striegelten und sattelten wir die drei Pferde. Richtung Schwenkenhof zog es

 uns, denn die Sonne blinzelte schon durch die Tannenspitzen. An unserem bewährten Vesperplatz wärmten die Sonnenstrahlen herrlich und die Ponys ließen’s sich ebenfalls schmecken. Die ReiterInnen wechselten und am Schwenkenhof gab’s eine kurze Pause und nochmals Gras für die Pferde. Die Großen, wie Jade und Rebecca trauten sich, die Mona zu führen und Julia verstand sich bestens mit Layla und den wechselnden ReiterInnen. Zurück an der Villa schauten wir zuerst, ob Vroni ihr Kalb bekommt  -  nichts zu sehen. Die Großen füllten ihre Wetterblätter aus und wir feierten Abschlusskreis mit dem Adventslied und dem zweiten Teil vom Daumesdick.



Fingerfertigkeiten  „üben“  wir im Bauernhofkinder-garten ja immer mit ganz lebens-praktischen Ergebnissen, so z.B. Jule heute am Freitag gleich schon im Adventskreis:  16 Kerzen anzünden, Stern ans Fenster kleben, Stiefelchen (über Kopf) abschneiden, die Bewegungen bei  „Macht hoch die Tür“  (8 zu jeder Strophe). So ging es weiter: Trockenes Brot mit dem Hammer zerklopfen und es den Ponys  (per Hand) füttern. Zeitungspapier zu Bällen knüllen fürs Holz anzünden mit Streich- hölzern und den Ofen mit naturbelassenem Holz füllen. Heidrun hat den ganzen Morgen lang mit immer 2 Kindern Ausstecherle gebacken. Vier Kinder schnitten mit den Kinderscheren Stroh in kleine Stücke und streuten es im Stall von Maria und Josef auf den Boden. Noch eine Hand voll Weißtannen-nadeln zerschnibbelten die Vorschüler für 

unser Geschenk. Draußen hatten immer wieder Kinder alle Hände voll mit Eisstücken aus Pfützen zu tun und schließlich fand Theresa Schaupp im Abschlusskreis eine interessante Fingerkombination, mit der wir das Lied  „Alle Leut“  begleiteten  -  nicht zu vergessen  „Im Schilf am Teich lag eine Schlange“  mit 20 Bewegungen. Und auch nicht zu vergessen: Das Ausfüllen der Wetterblätter mit Ziffern und Kreuzen.  Damit wäre der Freitag schon grob zusammengefasst; fehlt noch unser Besuch: Frau Hussendörfer, „unsere“  Reporterin in der Zeitschrift  ELTERN, kam mit ihrem Mann vorbei, um Marmelade zu kaufen und uns das brandneue ELTERN-HEFT  Für die aufregendsten Jahre des Lebens  Nr. 1  Januar 2017 zu schenken, in dem nun ihr Bericht und klasse Fotos von Michael Schmiedel ab Seite 64 veröffentlicht sind  -  vielen Dank.



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