„Die müssen wir in einer Tüte sammeln und dann ...

... machen wir eine Badesalzmischung draus, wie das Geschenk für die Mama.“ Ob jemand errät, was die Mädchen ...


... am Montag, 23. 1. gleich nach dem Melken, Tiere füttern und Feuer machen mit großem Eifer draußen vor der Villa einsammelten? Ich verrate es noch nicht. Wir hatten uns aufgeteilt nach dem Morgenkreis: Pferde füttern und Feuer an machen erledigten die Kinder um Heidrun und Roland, David, Jade und Rebecca gingen mit mir zum Melken. Dabei wird die Zeit des Übens noch ein paar Tage in Anspruch nehmen - aber wir geben ja nicht auf, so lange, bis es klappt - und die Drei wollen melken lernen! Nach dem die Milch gefiltert und das Melkgeschirr gespült war, machten wir uns mit den Rucksäcken auf Richtung Schwenkenhof - zum Tierspuren suchen. Im Wald war es bitter kalt (minus 9 Grad), doch die Sonne und der strahlende Schnee leuchteten uns schon vom Waldrand her entgegen Und tatsächlich war es in der Sonne so warm, dass wir an einem unserer „Stammplätzchen“ im Schnee vespern konnten. Kaum hatten all gevespert, da entdeckten die Mädchen noch viel schönere … und

hatten bald ihren 3 Liter Tiefkühlbeutel halb voll. Wir stapften durch den herrlichen Tiefschnee zum unteren Waldrand, denn dort sah man schon von weitem, dass mehrere Wildschweine die halbe Weide umgepflügt hatten. Bei genauerem Hinsehen konnten viele Fußabdrücke und mehrfach Wildschweinlosung gefunden werden. Natürlich entdeckten die Mädchen auch hier wieder ihre Schätze. Wir stapften weiter, fanden die Fährte vom Fuchs und vom Hasen und einen Schneehügel vom Schneepflug. Der diente zum Rutschen, Klettern, Runterrollen und Purzelbäume machen. Die Mädchen sammelten hier die größten … ein, manche länger als ihre Finger und wir alle wunderten uns darüber, wie hauchdünn und jedes ganz individuell geformt war  -  faszinierend, was die Natur ohne jegliches Zutun von Menschenhand fertig bringt. Im Wald haben die Sammlerinnen noch Tannennadeln für ihr  „Projekt“ gezupft. Dann ging‘s zurück durch den kalten Wald zur Villa und zum Abschusskreis.




Das Sammelfieber für … brach auch am Dienstag gleich wieder aus: Kaum waren Morgenkreis gefeiert, die Tiere versorgt und das Feuer im großen Holzkessel entfacht, da packten Jade und Theresa ihre extra von zu hause mitgebrachten Plastiktüten aus und schaufelten händeweise unter Mithilfe mehrerer Kinder das „Zeug“ in die Tüten. Mit der mechanischen Küchenwaage hat Jade die Tüten gewogen, zwischen 1,4 und 1,6 kg pro Füllung. Theresa begann mit den ersten Lieferungen einen Kuchenteig herzustellen, den sie mit angemalten Eiszapfenstücken garnierte. Wer sich nicht beim Sammeln und Backen (bei minus 7 Grad) engagierte, rutschte und rutschte am liebsten mit den Kissen und am besten bis in den Wald hinein, um sich von irgendeinem Busch anhalten zu lassen. „Irgendwann

fahren wir mal bis nach Schiltach runter“, beschlossen Justus und Jule, die geschätzt an die 20 mal ihre Abfahrt mit steigender Begeisterung genossen  -  übrigens bis kurz vor 12 Uhr! Delaja und ihr Papa besuchten uns wieder und manch kleine Begebenheit zeigte, dass sich unser unkonventionelles, individuell auf das Vermögen und die Bedürfnisse des Kindes (und der Eltern) eingehende Eingewöhnungs“modell“ wieder einmal bewährt. Wir laden alle interessierten Eltern herzlich ein, unser  „Modell“  jederzeit auszuprobieren. Wettermäßig blieb der Vormittag neblig grau und kalt, so dass die Villa wieder einmal ein voller Genuss für Klein und Groß gewesen ist. Minus 9 Grad am Morgen, minus 7 Grad am Mittag und nur Nebel trugen die Vorschüler ins Wetterblatt ein.



Am Mittwoch war‘s vorbei mit Sammeln - warum auch immer. Wir bekamen Besuch von Felix und seiner Mama, sie wollten sich gerne unseren Kinder-garten anschauen, was Beiden rund um gut gefallen hat. Beim Melken bekamen wir fast 6 Liter Milch von Froni und wir froren zum ersten Mal in diesem Jahr einen Liter davon ein, um einen Käse daraus zu machen - wenn es 9 Liter sind. Draußen gab es nach dem Tiereversorgen und Feuer machen wieder nur ein Thema: Rutschen mit den Matten und den Tellern. Und man rutscht jeden Tag ein bisschen mutiger und weiter: Zu viert auf einer Matte, in einer Kolonne über die Schanze und tief in den Wald hinein. „Und wenn wir dann mal bis nach Schiltach gesaust sind, nehmen wir den Maiky und der zieht uns dann wieder hoch!“ war die neuste Idee. Nach dem Vespern

wollte die Hälfte der Kinder lieber in der Villa bleiben - es war draußen auch wieder unangenehm grau, windig und kalt bei minus 7 Grad. Was den Rest nicht weiter störte, denn die rutschten im Schnee munter bis halb zwölf auf allerlei Bahnen. Drinnen wurde z.B. das Melken geübt und das Anschnallen des Melkschemels, intensiv und ausdauernd spielte man verstecken und lauschte Heidrun beim Bücher vorlesen. Alle unsere bis aufs Kleinste abgemalten Buntstifte bekamen von Roland Maier noch eine Nothalterung mittels Reißnagel und Kabelhülle, sodass selbst 2 cm kurz Stiftreste noch zum Malen genutzt werden können - man könnte es z.B.: ökologisch nachhaltig und ressourcenschonend nennen; oder schlicht behaupten: „Wir werfen fast nichts weg, was noch irgendwie zu gebrauchen ist.“



Am Donnerstag brach am Ende des Morgenkreises große Begeisterung aus, als ich vorschlug, dass wir heute den Maiky holen könnten und probieren, ob er die Kinder auf den Schlitten den Berg hochzieht und sie dann hinunter sausen. Nach dem Melken, Tiere füttern und Feuer an machen nahmen wir Maiky samt Halfter, Kummet, 3 Schlitten, 2 Bobs, das Querholz und 2 Seile mit zum unteren Tor. Roland Maier hat in alter Feuerwehrmanier die Seile mit dem Kummet und den Schlitten verknotet. Alle Kinder nahmen Platz und Maiky wollte los - aber es ging nicht. Viel zu schwer waren alle neun Kinder. Zweiter Versuch: Vier Kinder in zwei Bobs; das schaffte Maiky locker und trabte los zur Freude aller. So schön das Zieh- und Fahrvergnügen auch war, die Eiseskälte und

 der Wind setzten uns dermaßen zu, dass wir nach drei  „Durchgängen“ abbrechen mussten. In der Villa dagegen herrschte wohlige Wärme. Ein paar Kinder stellten Apfelringe zum Trocknen her, fürs Knabbern während dem Märchen im Abschlusskreis. Andere bastelten Papierfiguren oder eine Papierrose unter Anleitung von Roland und spielten wieder Verstecken. Mit „Es schneialat, es bialat, es goht an kalder Wend“ begannen wir den Abschlusskreis. Das kluge Schneiderlein überlistete seine beiden bösen Kollegen so lange, bis es die Prinzessin doch geheiratet hat. Wir sangen "Im Schnee am Teich" und  "Alle Leut". Ins Wetterblatt schrieben die Vorschüler morgens minus 8 und mittags minus 4 Grad bei bewölktem Himmel ohne Sonne.



Am Freitag konnten krankheitsbedingt nur acht Kinder mit in die Tagespflege „Oase“ des Seniorenzentrums fahren. Wir wurden wieder herzlich willkommen geheißen und die Kinder frühstückten erst mal in aller Ruhe ihr Vesper. Draußen schien zwar die Sonne, aber die feuchte Kälte ließ sich von ihr noch nicht verdrängen - also wem unterwegs kalt wurde, der rannte ein Stück. Gegen 10 Uhr feierten wir mit den Tagesgästen unseren Morgenkreis mit „Es schneialat, es beialat“ und Heidrun's Lerngeschichte für Emma. Roland Maier führte in die nun folgende Überraschung ein: Das Basteln einer Wetteruhr. Alt und Jung machten sich mit Buntstiften daran, die Wettersymbole

anzumalen.  Ausschneiden, aufkleben, Zeiger montieren und den Hintergrund verzieren, so entstanden ganz individuelle Kunstwerke, die den Senioren genauso Freude machten, wie den Kindern. Für mich wieder sehr bewegend, wie liebevoll das Personal mit den  „Alten und den Jungen“  umgeht, sich kümmert und jedem dort hilft, wo jemand nicht weiter kommt; wie nahe sich doch Alt und Jung sind und wie schade, dass es nicht viel mehr gemeinsame Zeit, besser noch gemeinsames Leben geben kann.

Wem jetzt die Lösung zur Eingangsfrage: „Ob jemand errät, was die Mädchen mit großem Eifer draußen vor der Villa einsammelten?“ noch fehlt, findet sie in der Bildergalerie.


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